{"id":1000271,"date":"2026-05-07T04:07:22","date_gmt":"2026-05-07T04:07:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1000271\/"},"modified":"2026-05-07T04:07:22","modified_gmt":"2026-05-07T04:07:22","slug":"wahlen-in-gb-starmers-labour-droht-schwere-schlappe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1000271\/","title":{"rendered":"Wahlen in GB: Starmers Labour droht schwere Schlappe"},"content":{"rendered":"<p>Die Wahlen stellen den gr\u00f6\u00dften Test f\u00fcr Labour seit ihrem klaren Sieg bei den Parlamentswahlen im Juli 2024 dar, der 14 Jahre konservative Regierungszeit beendet hatte. Starmers Beliebtheit ist nach wiederholten Fehltritten seit Amtsbeginn stark gesunken. Seine Regierung hat M\u00fche, das versprochene Wirtschaftswachstum zu erzielen, die maroden \u00f6ffentlichen Dienste wiederherzustellen und die Lebenshaltungskosten zu senken.<\/p>\n<p>Durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran, der die \u00d6llieferungen durch die Stra\u00dfe von Hormus zum Erliegen gebracht hat, werden die Aufgaben noch erschwert. Die W\u00e4hler und W\u00e4hlerinnen \u201esehen den Wandel, f\u00fcr den sie 2024 gestimmt haben, nicht kommen, also wenden sie sich anderen Parteien zu\u201c, sagte Melanie Garson, Professorin am Institut f\u00fcr Politikwissenschaft der UCL in London.<\/p>\n<p>Starmer als \u201eSymbol f\u00fcr Entt\u00e4uschung\u201c<\/p>\n<p>\u201eKeir Starmer ist zum Symbol f\u00fcr die Entt\u00e4uschung und Desillusionierung der Menschen geworden\u201c, sagte Luke Tryl vom Meinungsforschungsinstitut More in Common. Die Mandelson-Aff\u00e4re hat den Premier zus\u00e4tzlich belastet: Starmer hatte seinen Parteifreund Peter Mandelson zum Botschafter in Washington ernannt \u2013 trotz dessen Verbindungen zum Sexualstraft\u00e4ter Jeffrey Epstein und trotz erfolgter Warnungen vor dem Schritt.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%206602%204401'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/3026741_bigpicture_1170910_grossbritannien_regionalwahlen_farage_body_ap.jpg\"  alt=\"Nigel Farage (Reform UK) mit Kaffee und Kuchen umgeben von Anh\u00e4ngern\"\/><\/p>\n<p>   AP\/Kirsty Wigglesworth<\/p>\n<p>      Farage steht vor einem Durchbruch in weiten Teilen des Vereinigten K\u00f6nigreichs<\/p>\n<p>Jahrzehntelang w\u00e4ren Verluste der Labour-Partei eine gute Nachricht f\u00fcr ihren Hauptkonkurrenten, die Konservative Partei, gewesen. Doch die Torys haben w\u00e4hrend ihrer langen Regierungszeit viel an Strahlkraft verloren. Bei diesen Wahlen d\u00fcrften die rechtspopulistische Partei Reform UK, die linken Gr\u00fcnen sowie nationalistische walisische und schottische Parteien die Hauptgewinner sein.<\/p>\n<p>Farage vor H\u00f6henflug<\/p>\n<p>Bisher war Reform UK unter Farage vor allem in England popul\u00e4r, nun fasst sie auch in Schottland und Wales Fu\u00df. Umfragen zufolge k\u00f6nnte sie dort zur st\u00e4rksten Oppositionskraft gegen die Regionalparteien SNP und Plaid Cymru aufsteigen, sie vielleicht sogar \u00fcberfl\u00fcgeln. In Schottland wird ein Stimmenanstieg von 0,2 auf etwa 20 Prozent erwartet, in Wales von rund einem auf fast 30 Prozent. Auch in landesweiten Umfragen f\u00fcr die n\u00e4chste Unterhauswahl bis 2029 liegt Reform deutlich voran.<\/p>\n<p>Ein heikles Problem f\u00fcr Reform UK bleibt die \u00dcberpr\u00fcfung der eigenen Kandidaten. Trotz versch\u00e4rfter Verfahren zogen sich in Schottland und Wales k\u00fcrzlich 15 von \u00fcber 160 Bewerbern zur\u00fcck, oft wegen rassistischer Onlineinhalte. So tauchten bei einem walisischen Kandidaten Hitlergru\u00df-Bilder auf, ein schottischer Bewerber nannte den Ex-Regierungschef einen \u201eislamistischen Idioten\u201c.<\/p>\n<p>Farage selbst sieht sich Fragen zu einer Spende in H\u00f6he von f\u00fcnf Millionen Pfund (knapp 5,8 Millionen Euro) von dem Kryptomilliard\u00e4r Christopher Harborne gegen\u00fcber, die er 2024 angenommen hat \u2013 kurz bevor er, entgegen urspr\u00fcnglicher Dementi, bekanntgab, das er bei den Parlamentswahlen im selben Jahr kandidieren werde. Offengelegt hat Farage die gro\u00dfz\u00fcgige Spende nicht, seinen Worten zufolge sei sie f\u00fcr seine pers\u00f6nliche Sicherheit bestimmt gewesen.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%205432%203622'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/3026743_bigpicture_1170911_grossbritannien_regionalwahlen_polanski_body_afp.jpg\"  alt=\"Zack Polanski  (Vorsitzender der britischen Gr\u00fcnen)\"\/><\/p>\n<p>   APA\/AFP\/Oli Scarff<\/p>\n<p>      Gr\u00fcnen-Chef Zack Polanski brachte die Partei in den vergangenen Monaten Umfragen zufolge voran<\/p>\n<p>Gr\u00fcne gewinnen an St\u00e4rke<\/p>\n<p>Starke Zugewinne werden auch den Gr\u00fcnen prophezeit: Der 43-j\u00e4hrige Zack Polanski \u00fcbernahm vergangenen September die Parteispitze in England und Wales und verfolgt seitdem eine prononciert linke Agenda. Er setzt sich f\u00fcr eine st\u00e4rkere Besteuerung der Reichen ein, f\u00fcr Solidarit\u00e4t mit Gaza und f\u00fcr den Wiedereintritt in die EU. Speziell in London k\u00f6nnten die Gr\u00fcnen Umfragen zufolge Hunderte von Sitzen gewinnen.<\/p>\n<p>Auch der Wahlkampf der Gr\u00fcnen verlief aber nicht friktionsfrei, mehrere Kandidaten wurden wegen antisemitischer \u00c4u\u00dferungen entlassen, Polanski wurde vorgehalten, sich f\u00e4lschlicherweise als einstiger Rot-Kreuz-Sprecher ausgegeben zu haben.<\/p>\n<p>Besonderes Augenmerk am Donnerstag gilt der Abstimmung in Wales, wo Labour zum ersten Mal seit der Gr\u00fcndung vor 27 Jahren die Kontrolle \u00fcber das Regionalparlament verlieren k\u00f6nnte. Die Meinungsforscher des Instituts YouGov rechnen in Wales mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Reform UK und der Mitte-links-Partei Plaid Cymru, die die Unabh\u00e4ngigkeit von Wales anstrebt.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%203942%202628'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/3026746_bigpicture_1170913_grossbritannien_regionalwahlen_plakate_body_r.jpg\"  alt=\"Wahlplakate in Wales\"\/><\/p>\n<p>   Reuters\/Toby Melville<\/p>\n<p>      In Wales k\u00f6nnte Plaid Cymru erstmals Labour als st\u00e4rkste Kraft abl\u00f6sen<\/p>\n<p>Auch in Schottland bef\u00fcrchtet die britische Regierungspartei ein dem\u00fctigendes Ergebnis. Und auch hier k\u00f6nnten sich mit der Scottish National Party (SNP) Unabh\u00e4ngigkeitsbef\u00fcrworter als st\u00e4rkste Kraft erweisen. Mit einem Sieg von Plaid und SNP w\u00fcrden drei der vier Teile des Vereinigten K\u00f6nigreichs von Souver\u00e4nit\u00e4tsanh\u00e4ngern gef\u00fchrt werden. Nordirland wird von der irisch-nationalistischen Partei Sinn Fein im Rahmen einer Koalition mit der probritischen Democratic Unionist Party regiert.<\/p>\n<p>Parteienlandschaft erweitert<\/p>\n<p>Die Dominanz von zwei Parteien in Gro\u00dfbritannien scheint jedenfalls der Vergangenheit anzugeh\u00f6ren, Wechselw\u00e4hler und -w\u00e4hlerinnen geben inzwischen den Ausschlag. Das Mehrheitswahlrecht wirkt unter diesen Verh\u00e4ltnissen angegraut. Ob das noch Starmers Sorge sein muss, bleibt abzuwarten. Fachleuten zufolge wird der Ruf nach seinem R\u00fccktritt bei einer Wahlschlappe von Labour lauter werden, an einer baldigen Abl\u00f6se herrschen allerdings Zweifel.<\/p>\n<p>In britischen Medien kursieren Ger\u00fcchte, dass die ehemalige stellvertretende Premierministerin Angela Rayner oder Gesundheitsminister Wes Streeting versuchen k\u00f6nnten, Starmer zu verdr\u00e4ngen, doch keiner der beiden scheint \u00fcber gen\u00fcgend R\u00fcckhalt zu verf\u00fcgen. Steven Fielding, Labour-Experte an der Universit\u00e4t Nottingham, \u201ewettet\u201c darauf, dass Starmer im Amt bleiben wird, da er \u201edie derzeit am wenigsten schlechte Option\u201c sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Wahlen stellen den gr\u00f6\u00dften Test f\u00fcr Labour seit ihrem klaren Sieg bei den Parlamentswahlen im Juli 2024&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1000272,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-1000271","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-uk","15":"tag-united-kingdom","16":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","17":"tag-vereinigtes-koenigreich","18":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116531327553007507","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1000271","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1000271"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1000271\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1000272"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1000271"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1000271"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1000271"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}