{"id":1000555,"date":"2026-05-07T06:58:18","date_gmt":"2026-05-07T06:58:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1000555\/"},"modified":"2026-05-07T06:58:18","modified_gmt":"2026-05-07T06:58:18","slug":"labour-zittert-vor-britischen-regionalwahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1000555\/","title":{"rendered":"Labour zittert vor britischen Regionalwahlen"},"content":{"rendered":"<p>Dass <strong>Regierungsparteien<\/strong> nach einem Erdrutschsieg zun\u00e4chst Stimmen verlieren, ist per se nichts Ungew\u00f6hnliches. Skandale und wirtschaftlicher Druck d\u00e4mpfen die anf\u00e4ngliche Euphorie. \u00c4hnliches war in den Nullerjahren bei Tony Blair und in den 1980ern bei Margaret Thatcher zu beobachten.<\/p>\n<p>Doch <strong>Keir Starmer<\/strong> sollte sich nichts vormachen. Die <strong>Zukunft<\/strong> \u2013 nicht nur f\u00fcr seine Labour-Partei, sondern auch f\u00fcr ihn als Premier \u2013 <strong>k\u00f6nnte derzeit kaum prek\u00e4rer sein.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Am heutigen Donnerstag werden das <strong>walisische und schottische Parlament <\/strong>sowie rund<strong> 5.000 Gemeindesitze<\/strong> in England neu gew\u00e4hlt. Labour drohen in allen Bereichen schwere Verluste.<\/p>\n<p>In <strong>Wales<\/strong> d\u00fcrfte <strong>Labour<\/strong> nicht nur die F\u00fchrung an Plaid Cymru verlieren, sondern sogar hinter Reform UK auf <strong>Platz drei<\/strong> landen. Auch in <strong>Schottland<\/strong>, wo SNP an der Macht bleiben d\u00fcrfte, k\u00f6nnte die Reform-Partei Labour auf den dritten Platz verdr\u00e4ngen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcberholen links und rechts der Mitte<\/p>\n<p>Doch mehr als die Verluste in Schottland und Wales machen Premierminister Keir Starmer die regionalen Wahlen in England zu schaffen. Laut britischem <strong>Meinungsforscher Robert Hayward<\/strong> k\u00f6nnte Labour<strong> 1.850 Gemeinderatssitze verlieren<\/strong>. Den Gro\u00dfteil davon d\u00fcrfte sich Nigel Farages Reform-Partei sichern; die Gr\u00fcnen \u2013 unter Parteichef Zack Polanski auf Aufholkurs \u2013 k\u00f6nnten immerhin 500 neue Pl\u00e4tze gewinnen.\u00a0<\/p>\n<p>Auch in London k\u00f6nnte die bislang <strong>\u00fcberwiegend rote (Labour) und blaue (Konservative) politische Landkarte <\/strong>am 8. Mai deutlich <strong>durchmischter<\/strong> ausfallen. Von den aktuell rund 1.156 Sitzen d\u00fcrfte Labour laut Guardian 741 verlieren; ein Gro\u00dfteil wird laut Umfragen an Reform UK und die Gr\u00fcnen gehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Labour w\u00e4re das nicht nur realpolitisch, sondern auch <strong>symbolisch dramatisch<\/strong>. Denn auf Parlamentsebene, er\u00f6rterte BBC-Journalist Nick Robinson, vertritt <strong>jeder siebte Labour-Abgeordnete einen Wahlkreis in der Hauptstadt. <\/strong>Darunter fallen etwa der Premierminister selbst, ebenso wie sein Stellvertreter David Lammy, Gesundheitsminister Wes Streeting oder Wohnminister Steve Reed.\u00a0<\/p>\n<p>Zersplitterung britischer Politik<\/p>\n<p>Und doch ist auf Umfragen diesmal weniger Verlass denn je: Die f\u00fcnf beliebtesten Parteien &#8211; Reform, Labour, Gr\u00fcne, Konservative, Liberaldemokraten &#8211; pendeln zwischen 26 und 12 Prozent. Entsprechend haben kleine Verschiebungen gro\u00dfe Auswirkungen.\u00a0<\/p>\n<p>Gleichzeitig, argumentiert Meinungsforscher John Curtice in der BBC, seien diese Wahlen der erste gro\u00dfe Test f\u00fcr eine Entwicklung, die sich seit L\u00e4ngerem abzeichne: \u201edie Zersplitterung der britischen Politik\u201c.<strong> Die Zeiten, in denen die Arbeiterklasse Labour und die Mittelschicht die Konservativen w\u00e4hlte, seien vorbei. <\/strong>Vielmehr werde sich wohl auch bald in England zeigen, was in Europa l\u00e4ngst Usus ist: ein buntes Bouquet an Parteien im Parlament und Regierungen, die aus Koalitionen gebildet werden.\u00a0<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Richtung der englischen Parteienlandschaft ungewiss sein mag, sehen die Meinungsforscher bei Starmers Zukunft weniger Spielraum. Robert <strong>Hayward<\/strong> prophezeit<strong> Labour \u201eeinen kollektiven Nervenzusammenbruch\u201c<\/strong>; f\u00fcr John <strong>Curtice<\/strong> ist <strong>Starmers Abdanken<\/strong> nur mehr eine <strong>Frage<\/strong> <strong>der Zeit<\/strong>.\u00a0<\/p>\n<p>Zu laut ist seit Wochen die Kritik rund um seine Bestellung des fr\u00fcheren britischen Botschafters Peter Mandelson, nachdem Details zu dessen Verbindung zu Jeffrey Epstein bekannt wurden. Erst vergangene Woche ist Starmer nur knapp einer Untersuchung des Privilegienausschusses entkommen.\u00a0<\/p>\n<p>Manchmal ist der <strong>R\u00fcckgang der Unterst\u00fctzung<\/strong> gar keine Zwischenflaute, sondern der <strong>Anfang eines langfristigen Abstiegs.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dass Regierungsparteien nach einem Erdrutschsieg zun\u00e4chst Stimmen verlieren, ist per se nichts Ungew\u00f6hnliches. Skandale und wirtschaftlicher Druck d\u00e4mpfen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1000556,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-1000555","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-uk","15":"tag-united-kingdom","16":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","17":"tag-vereinigtes-koenigreich","18":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116532000062307720","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1000555","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1000555"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1000555\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1000556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1000555"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1000555"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1000555"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}