{"id":1001250,"date":"2026-05-07T13:30:12","date_gmt":"2026-05-07T13:30:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1001250\/"},"modified":"2026-05-07T13:30:12","modified_gmt":"2026-05-07T13:30:12","slug":"a3kultur-position-bezahlbar-und-zentral","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1001250\/","title":{"rendered":"a3kultur Position | Bezahlbar und zentral"},"content":{"rendered":"<p>Das neue Atelierhaus des Kulturvereins Sch\u00f6ne Felder an der Schaezlerstra\u00dfe im Zentrum von Augsburg wird am 9. Mai offiziell er\u00f6ffnet. Die a3kultur-Redaktion traf sich zur Vorabbesichtigung mit 3 von 87 K\u00fcnstler*innen, die diesen neuen Kulturort in Zukunft beleben. Von J\u00fcrgen Kannler und Malte G\u00fcnther<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Nach vielen Monaten Umbau und Renovierung er\u00f6ffnet ihr am 9, Mai euer neues Atelierhaus mit einem Fest. Was erwartet denn die Besucher*innen an dem Tag?<\/strong><\/p>\n<p>Unser neues Atelierhaus bietet auf rund 2.000 Quadratmetern gegenw\u00e4rtig Platz f\u00fcr 87 K\u00fcnstler*innen, die hier arbeiten, schaffen und kreativ sein k\u00f6nnen. Bei diesem Tag der offenen T\u00fcr haben die Besucher*innen die Gelegenheit, die neuen R\u00e4umlichkeiten kennenzulernen, Einblicke in die Arbeit der beteiligten K\u00fcnstler*innen zu gewinnen und mit ihnen ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>War es schwer, neue R\u00e4ume zu finden?<\/strong><\/p>\n<p>Am Anfang ja. Wir wollten zentral bleiben und bezahlbar. Als klar wurde, dass wir mit vielen Kreativen kommen und gro\u00dfe Fl\u00e4chen suchen, wurden wir f\u00fcr Eigent\u00fcmer interessant. Es gibt in Augsburg viele Leerst\u00e4nde, besonders im B\u00fcrobereich. F\u00fcr Eigent\u00fcmer ist es attraktiv, solche Fl\u00e4chen an Projekte, wie den<br \/>Sch\u00f6nen Feldern, zu vermieten.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Wem geh\u00f6rt das Geb\u00e4ude?<\/strong><\/p>\n<p>Einer gro\u00dfen Immobilienfirma. Das Geb\u00e4ude stand sechs Jahre leer. F\u00fcr beide Seiten ist es eine Win-win-Situation. Da mussten sich einfach nur zwei Puzzle St\u00fccke finden.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Was hat sich mit dem Umzug am Sch\u00f6ne-Felder-Konzept ge\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist professioneller geworden. Erwachsener. Die R\u00e4umlichkeiten zuvor waren gro\u00dfartig \u2013 mit Hallen, klar getrennten Arbeitsbereichen und einem Hof der alles verbindet. Jetzt sind wir in einem Haus. Man begegnet sich weniger h\u00e4ufig. Vielleicht liegt das auch daran, dass der Vereinsbereich noch nicht ge\u00f6ffnet hat. Es gibt zwei Geb\u00e4ude, mehrere Stockwerke, und jede*r kann f\u00fcr sich arbeiten. Man bekommt weniger mit. Dadurch entsteht eine konzentriertere, professionellere Arbeitsathmosph\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Ihr habt jetzt auch eine lizenzierte Gastronomie. Wird Sch\u00f6ne Felder nun auch ein Kulturort mit regelm\u00e4\u00dfigem \u00f6ffentlichen Programm?<\/strong><\/p>\n<p>Das soll es auf jeden Fall werden. Die Konzession haben wir noch nicht fix, die Umnutzung ist jedoch beantragt. Wir sind auf einem guten Weg, alles ist eingereicht. Wir hoffen, dass wir das vor dem 9. Mai schaffen. Dann wollen wir das Haus f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit \u00f6ffnen \u2013 auch f\u00fcr andere K\u00fcnstler*innen.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Es gibt die M\u00f6glichkeit einer Spielst\u00e4tte unter dem Dach?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, f\u00fcr Theater, performative und musikalische Formate. Sie bietet Platz f\u00fcr etwa 60 Personen sitzend oder auch 80 stehend.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Das ist ein Raum mit sakraler Vergangenheit?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, eine alte Kapelle. Mit einem Buntglasfenster von Professor Weisshaar von der Akademie der Bildenden K\u00fcnste M\u00fcnchen.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Vermisst ihr die alte Hofsituation?<\/strong><\/p>\n<p>Auf eine Art schon. Aber wir sind froh, dass wir hier sind und das Ganze professioneller aufziehen k\u00f6nnen. Au\u00dferdem haben wir jetzt einen Garten.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Mit Hochbeeten zur Selbstversorgung?<\/strong><\/p>\n<p>Das passiert bald auf dem Dach.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Wer arbeitet im neuen Atelierhaus Sch\u00f6ne Felder?<\/strong><\/p>\n<p>Sehr unterschiedlich. 87 Mieter*innen in etwa 69 bis 73 R\u00e4umen. Es ist interdisziplin\u00e4r: viel bildende Kunst, Musik, Fotografie, Tattoo, Grafik. Wir haben jemanden, der Sticker macht, Microgreens, Honigproduktion. Nun ist auch Leif Eric Young von Theter dazugekommen und m\u00f6chte ein kleines Theater aufbauen. Au\u00dferdem gibt es einen Schreiner, der andere beim Ausbau unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Wie hoch ist die Quadratmetermiete im Atelierhaus?<\/strong><\/p>\n<p>Bei den Erstvermietungen waren es noch 8,90 Euro pro Quadratmeter inklusive WLAN, Strom, Heizung und Raumnutzung sowie K\u00fcche und Kapelle. Heute sind wir bei 9,15 Euro, wegen der gestiegenen Fernw\u00e4rmekosten. Und die Stadtwerke f\u00f6rdert keine Kulturzentren, indem sie da irgendwie preislich entgegenkommen.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Ihr finanziert euch \u00fcber Mieten und bekommt Zusch\u00fcsse von der Stadt?<\/strong><\/p>\n<p>Sch\u00f6n w\u00e4r\u2019s. Nein, wir sind komplett selbstfinanziert. Die Mieten tragen alles \u2013 inklusive Nebenkosten und Umbauten.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Ist es ein Modell, das zumindest auf eine schwarze Null hinausl\u00e4uft?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, es ist ein Minusmodell \u2013 vor allem f\u00fcr die Menschen, die hier arbeiten. Es basiert auf Ehrenamt. Ohne das w\u00fcrde es nicht funktionieren.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Was habt ihr denn aus dieser \u00fcberraschenden K\u00fcndigung am Milchberg gelernt?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben eine gute K\u00fcndigungsfrist, aber es bleibt ein Gewerbemietmodell. Wenn der Eigent\u00fcmer verkauft, kann sich alles \u00e4ndern. Wir investieren trotzdem Zeit, Arbeit und Herzblut und planen in die Zukunft. Aber Sicherheit gibt es nicht.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Braucht es vielleicht auch genau diesen Druck, um produktiv zu bleiben?<\/strong><\/p>\n<p>Kann sein. Vielleicht besteht die Gefahr, dass eingefahrene Strukturen irgendwann tr\u00e4ge machen.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Stichwort F\u00f6rderung: Atelierhausf\u00f6rderung. Dieses Erfolgsmodell aus anderen St\u00e4dten gibt es in Augsburg nicht?<\/strong><\/p>\n<p>Nein. In St\u00e4dten wie N\u00fcrnberg, Berlin oder M\u00fcnchen schon \u2013 aber nicht in Augsburg.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Ist das ein politisches Ziel f\u00fcr dich, Lisa als Stadtr\u00e4tin f\u00fcr \u00bbDie Partei\u00ab im Augsburger Rathaus?<\/strong><\/p>\n<p>Auf jeden Fall. Man muss die F\u00f6rdert\u00f6pfe einfach der Zeit anpassen. Die Leute wollen von sich aus Dinge umsetzen. Und das w\u00e4re sch\u00f6n, wenn die Stadt das<br \/>erkennt. Und da bin ich, als Stadtr\u00e4tin, auf jeden Fall dahinter.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Erwartet ihr mit der neuen Regierung einen kulturpolitischen Wandel?<\/strong><\/p>\n<p>Es w\u00e4re zu hoffen, wir sind aber skeptisch. Viele Verantwortliche in Verwaltung und Politik haben ein anderes Bild von Kultur als das tats\u00e4chlich gelebte.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Gibt es Konkurrenz zu anderen Atelierstandorten?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben eine Warteliste mit etwa 45 Personen, die w\u00e4chst weiter. Der Bedarf ist gro\u00df.<\/p>\n<p style=\"color:#db4338;\"><strong>Wie steht ihr im Vergleich zu st\u00e4dtischen Modellen wie dem Gaswerk?<\/strong><\/p>\n<p>Wir arbeiten mit deutlich weniger Mitteln. Daf\u00fcr haben wir mehr individuelle Freiheit. Jeder Raum ist anders. Diese k\u00fcnstlerische Freiheit ist unser Vorteil \u2013 auch durch unsere zentrale Lage.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das neue Atelierhaus des Kulturvereins Sch\u00f6ne Felder an der Schaezlerstra\u00dfe im Zentrum von Augsburg wird am 9. 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