{"id":1001337,"date":"2026-05-07T14:21:16","date_gmt":"2026-05-07T14:21:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1001337\/"},"modified":"2026-05-07T14:21:16","modified_gmt":"2026-05-07T14:21:16","slug":"aufregung-um-musikfestival-am-landschaftsschutzgebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1001337\/","title":{"rendered":"Aufregung um Musikfestival am Landschaftsschutzgebiet"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Drei Tage Ausnahmezustand. Drei Tage Musik, Emotionen und unvergessliche Momente.&#8220; So wird das Musikfestival &#8222;Heart Beatz&#8220; im alten Kieswerk in M\u00fcnchen-Waldperlach beworben. F\u00fcr Mitte Juni ist das Charity-Event mit DJ Robin Schulz geplant. Die Veranstalter haben beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) 13.000 Besucher pro Tag angemeldet. Anwohnerinnen, Kommunalpolitiker und Naturschutzverb\u00e4nde \u00fcben scharfe Kritik an dem Festival neben einem Landschaftsschutzgebiet. <\/p>\n<p>Die Sorge: Viel M\u00fcll, L\u00e4rm und Parkchaos <\/p>\n<p>Anwohnerinnen und Anwohner sowie Kommunalpolitiker sind emp\u00f6rt \u00fcber das Musikfestival mit knapp 40.0000 Besuchern an drei Tagen am Perlacher Wald. Der zust\u00e4ndige Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach lehnt die Veranstaltung in der vorgesehenen Form und Gr\u00f6\u00dfe mit Nachdruck ab, hei\u00dft es in einer Stellungnahme aus der April-Sitzung. Die Auswirkungen seien massiv. &#8222;Die v\u00f6llig fehlende Kommunikation des Veranstalters mit den Anwohnern ist sehr verwunderlich.&#8220;  <\/p>\n<p>Umweltsch\u00fctzer: &#8222;Festival ist f\u00fcr die Natur eine Katastrophe!&#8220;<\/p>\n<p>Das Festival soll auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Kieswerks M\u00e4chler stattfinden, direkt am Landschaftsschutzgebiet im Perlacher Wald. Die Gegend ist beliebt bei Spazierg\u00e4ngern und Radlern. Hier wie auch direkt im alten Kieswerk lebten streng gesch\u00fctzte Tiere wie der Europ\u00e4ische Laubfrosch, sagt Katharina Spannraft vom Landesbund f\u00fcr Vogel- und Naturschutz (LBV). <\/p>\n<p>Schon durch die Vorarbeiten zum Festival w\u00fcrden<a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/amphibien-rettung-schutz-fuer-tiere-und-strassenverkehr,VDTcRpk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Amphibien wie Kr\u00f6ten<\/a> und am Boden br\u00fctende Wildbienen get\u00f6tet, zahlreiche Brutv\u00f6gel h\u00e4tten dort ihre Reviere und Nester, so der Bund Naturschutz (BN). Darunter seien auch die in M\u00fcnchen selten gewordenen Vogelarten Neunt\u00f6ter, Fitise und Goldammern. St\u00f6rungsempfindliche Arten haben laut BN ihre Schmerzgrenze bei rund 50 Dezibel. Wird diese \u00fcberschritten, kann es dazu kommen, dass Elterntiere ihre Brut aufgeben.<\/p>\n<p>Forderung: Musikfestival an einen anderen Standort verlegen<\/p>\n<p>&#8222;Das Festival ist eine Katastrophe f\u00fcr die Natur&#8220;, sagt Hans Gre\u00dfirer vom BN M\u00fcnchen. Er fordert, dass die Veranstalter einen neuen Standort suchen &#8211; zum Beispiel die Messe in Riem. &#8222;Gegen das Festival hat ja niemand was, aber es ist ein ungeeigneter Ort ausgew\u00e4hlt worden.&#8220; Die geplante Veranstaltung bringe das Leben der Tiere in Gefahr und zerst\u00f6re ihre Lebensr\u00e4ume. <\/p>\n<p>&#8222;Wir haben den Eindruck, dass Natur rein als Kulisse gesehen wird, f\u00fcr drei Tage konsumiert wird, kaputt zur\u00fcckgelassen wird&#8220;, kritisiert Katharina Spannraft vom LBV M\u00fcnchen. Es dauere Jahre, bis sich diese Naturr\u00e4ume erholen k\u00f6nnen \u2013 wenn \u00fcberhaupt. Auch die langfristigen Planungen der Stadt M\u00fcnchen spr\u00e4chen gegen das Festival an diesem Standort, so der LBV. Ein Teil des Kieswerks ist im Fl\u00e4chennutzungsplan als \u00f6kologische Vorrangfl\u00e4che eingestuft. <\/p>\n<p>Die Stadt M\u00fcnchen hat das Festival noch nicht genehmigt<\/p>\n<p>Das Grundst\u00fcck des ehemaligen Kieswerks an der Putzbrunner Stra\u00dfe in M\u00fcnchen-Waldperlach geh\u00f6rt laut Grundbuchamt einer Grundst\u00fccksentwicklung GmbH mit Sitz in Donauw\u00f6rth. <\/p>\n<p>Die Veranstalter \u2013 zwei Neubiberger aus dem Landkreis M\u00fcnchen \u2013 haben trotz mehrmaliger Anfrage ein Interview mit dem BR abgelehnt. Laut ihrer Website planen sie ein Musikfestival f\u00fcr Familien, Gemeinschaft und Lebensfreude. Der Erl\u00f6s soll der Kinderkrebshilfe und der Deutschen Knochenmarkspende zugutekommen. <\/p>\n<p>Das Problem: Die Veranstalter haben noch keine Erlaubnis f\u00fcr ihr Festival. Die Pr\u00fcfung und Abstimmung mit den beteiligten Fachdienststellen dauern noch an, teilte das zust\u00e4ndige KVR auf BR-Anfrage mit. Es fehlten noch notwendige Unterlagen.<\/p>\n<p>Ticketverkauf und Vorbereitungen vor Ort laufen bereits <\/p>\n<p>Sollte die Veranstaltung vom KVR genehmigt werden, fordert der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach Auflagen: 23.00 Uhr Veranstaltungsende an allen Tagen, Park- und Mobilit\u00e4tskonzept mit Bus-Shuttle, um Wildparken zu vermeiden.  <\/p>\n<p>Die Veranstalter schaffen bereits Fakten: Der Ticketverkauf l\u00e4uft, Werbung ist plakatiert und Vorarbeiten auf dem Gel\u00e4nde laufen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Drei Tage Ausnahmezustand. 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