{"id":100208,"date":"2025-05-10T18:35:13","date_gmt":"2025-05-10T18:35:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/100208\/"},"modified":"2025-05-10T18:35:13","modified_gmt":"2025-05-10T18:35:13","slug":"handelsabkommen-zwischen-usa-und-grossbritannien-trump-und-der-nette-herr-starmer-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/100208\/","title":{"rendered":"Handelsabkommen zwischen USA und Gro\u00dfbritannien: Trump und der nette Herr Starmer &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Donald kann gar nicht genug gedankt werden. Wirklich wichtiges Abkommen. Wirklich fantastischer Tag. Unglaubliche Grundlage f\u00fcr die Zukunft. Keine zwei L\u00e4nder stehen einander n\u00e4her. Ja, erst unter Donalds F\u00fchrung ist dieser Deal zwischen den USA und dem Vereinigten K\u00f6nigreich endlich zustande gekommen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">So klang der britische Premierminister Keir Starmer, nachdem ihn US-Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Donald_Trump\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a> bei der Verk\u00fcndung der Handelsvereinbarung telefonisch ins Wei\u00dfe Haus hatte schalten lassen. \u201eMr. Prime Minister, please take it away\u201c, sagte Trump zur Begr\u00fc\u00dfung, und Starmer legte los. In den folgenden f\u00fcnf Minuten nannte er den Pr\u00e4sidenten siebenmal beim Vornamen und war so ergriffen vom gemeinsam Erreichten, dass er irgendwann \u00fcber sich in der dritten Person sprach: Jahrelang wurde \u00fcber ein Abkommen verhandelt, aber erst dieser Pr\u00e4sident und dieser Premierminister h\u00e4tten eine Einigung erzielen k\u00f6nnen, historisch sei das.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die \u00dcberzeugung, mit der Starmer die St\u00e4rken des Pr\u00e4sidenten pries, erinnerte an Chuck-Norris-Witze. H\u00e4tte einer der anwesenden Journalisten den Briten gefragt, wie viele Liegest\u00fctze er Donald Trump zutraue, h\u00e4tte er wohl geantwortet: alle.<\/p>\n<p>Am Tag danach stellen sich die Briten ernste Fragen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die Welt hat sich mittlerweile an Trumps Schmeichelbed\u00fcrfnis gew\u00f6hnt, und das britische Volk an Starmers h\u00f6flichen Umgang damit, freundlich formuliert. Aber die ernsten Fragen, die man sich im Vereinigten K\u00f6nigreich am Tag nach dem \u00f6ffentlichen Telefonat stellt, lauten: Lohnt sich das eigentlich? Ist das wirklich ein so gro\u00dfartiger Deal, wie alle Mitwirkenden behaupten? Und was hei\u00dft das alles f\u00fcr das britische Verh\u00e4ltnis zur EU?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Inhaltlich geht es bei dem Abkommen ma\u00dfgeblich darum, diverse Zoll-Regeln aufzulockern, mit denen Donald Trump die Welt und damit auch <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Gro%C3%9Fbritannien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gro\u00dfbritannien<\/a> unter Druck gesetzt hat. Zwar wurden die Briten nicht ganz so heftig getroffen wie etwa die EU. Aber immerhin hatten sie seit Wochen mit einem Basiszoll von zehn Prozent auf alle Waren, die sie in die USA importieren, zu k\u00e4mpfen. Zudem wurden <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Z%C3%B6lle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Z\u00f6lle<\/a> auf Stahl und Aluminium in H\u00f6he von 25 Prozent und auf Autos in H\u00f6he von 27,5 Prozent verh\u00e4ngt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/wirtschaft\/usa-techkonzerne-whatsapp-paypal-alternative-europa-e915669\/\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;von_bankkarte_bis_buecherkauf_das_sind_die_besten_eu_alternativen_zu_us_diensten&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;szplus&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;usa&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;er.e915669&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;paid&quot;,&quot;section&quot;:&quot;wirtschaft&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedeprojekteartikelwirtschaftusa-techkonzerne-whatsapp-paypal-alternative-europa-e915669\" class=\"css-14tg8sh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/6056d761-3f4d-4ffa-b0a1-7a0b400f545a.jpeg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Wero, Girocard, DeepL<\/p>\n<p>:Von Bankkarte bis B\u00fccherkauf: Das sind die besten EU-Alternativen zu US-Diensten<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">Paypal, Whatsapp oder Google: Im Alltag greifen viele Menschen auf Angebote von gro\u00dfen Techkonzernen aus den USA zur\u00fcck. Aber es gibt europ\u00e4ische Alternativen.<\/p>\n<p>SZ PlusVon Simon Berlin, Nils Heck und Meike Schreiber<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Erstere wurden nun komplett aufgehoben, letztere f\u00fcr eine Quote von 100 000 W\u00e4gen auf zehn Prozent gesenkt. Der Auto-Branchenverband SMMT spricht von gro\u00dfartigen News f\u00fcr die Industrie und die Kunden, die Regierung sch\u00e4tzt die Zahl der eben noch gef\u00e4hrdeten und nun geretteten Arbeitspl\u00e4tze auf 150 000. Die ebenfalls gewichtige britische Pharmabranche kann zumindest darauf hoffen, dass sie, sollte Trump auch f\u00fcr diese bislang gesch\u00fctzten Industrien Z\u00f6lle erheben, eine \u201eVorzugsbehandlung\u201c genie\u00dfen darf.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Ein heiklerer Punkt waren die landwirtschaftlichen Produkte, die verst\u00e4rkt gehandelt werden sollen. Dazu z\u00e4hlen Agrarexporte aus den USA. Neben Ethanol, das als Kraftstoff Verwendung findet, soll vor allem Fleisch geliefert werden. Die Briten aber f\u00fcrchten sich nicht nur vor hormonbehandeltem Rind, sondern abermals vor Chlorh\u00fchnern. Die haben vor mehr als zehn Jahren schon ganz andere Europ\u00e4er ge\u00e4ngstigt. Damals ging es um die letztlich erfolglosen Verhandlungen zum Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP.<\/p>\n<p>Jedes Zugest\u00e4ndnis an die USA k\u00f6nnte Verhandlungen mit der EU erschweren<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Zur Erinnerung: In den USA d\u00fcrfen Landwirte Chlor und andere Desinfektionsmittel verwenden, um die Tiere von Bakterien zu s\u00e4ubern. Die EU hat den Import 1997 untersagt, das Vereinigte K\u00f6nigreich blieb auch nach dem Brexit dabei. Dass dieser Beschluss zumindest vorerst nicht angetastet wird, bezeichnete der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des British Poultry Council, Richard Griffiths, als \u201eklares Signal, dass die Regierung unsere Standards und die Werte, auf denen sie beruhen, unterst\u00fctzt\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Standards wie diese besch\u00e4ftigen nun nicht nur britische Bauern, sondern auch europ\u00e4ische Politiker. Denn jedes Zugest\u00e4ndnis\u00a0an die USA k\u00f6nnte entsprechende Verhandlungen mit der EU erschweren. Die wirtschaftlich kriselnden Briten finden sich in ihrem Bem\u00fchen, internationale Abkommen zu schlie\u00dfen, zwischen diesen beiden m\u00e4chtigen Handelspartnern wieder. Und das Vereinigte K\u00f6nigreich will es sich weder mit dem einen noch mit dem anderen verscherzen. Der Politikwissenschaftler Anand Menon, Chef des Thinktanks UK in a Changing Europe, sagt der SZ dazu: \u201eWas, wenn sich die Beziehungen zwischen der EU und Donald Trump verschlechtern und wir uns weigern, uns zwischen den beiden zu entscheiden? Wenn wir sagen, wir werden weiterhin sehr, sehr eng mit den USA zusammenarbeiten? Dann k\u00f6nnte es durchaus sein, dass einige Leute in der EU anfangen, von uns angepisst zu sein.\u201c Eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr Starmer sei das, zumal bekannt sei, wie sehr Trump die EU ablehnt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Menon wundert sich indes \u00fcber die britischen Medien, die so hysterisch \u00fcber den Deal berichteten, obwohl der wirtschaftliche Nutzen insgesamt recht begrenzt sein werde. Tats\u00e4chlich schw\u00e4rmt der Independent, das Abkommen sei \u201eein Coup f\u00fcr Starmer und sein diplomatisches Geschick im Umgang mit Trump\u201c, die Sun nannte es \u201eeinen\u00a0Rettungsanker f\u00fcr die schwer getroffene britische Fertigungsindustrie\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Aber nicht jeder ist so begeistert. Kritiker\u00a0weisen darauf hin, dass das Vereinigte K\u00f6nigreich trotz des wortgewaltig verk\u00fcndeten Abkommens schlechter dasteht als noch vor einigen Monaten, sprich: vor Trumps Zoll-Kanonade. Immerhin gelte weiterhin der Basiszoll von zehn Prozent auf die meisten Waren. Die Financial Times schreibt, der Pakt \u00e4hnele eher der Schutzgeldzahlung an einen Mafiaboss als einem Liberalisierungsabkommen zwischen souver\u00e4nen Staaten. Der Guardian immerhin gesteht Starmer zu, noch das Beste herausgeholt zu haben. Auf Trumps Begeisterung f\u00fcr die Royals und seine Einladung durch Charles III. anspielend, r\u00e4t das Blatt: Es w\u00e4re Zeit f\u00fcr den K\u00f6nig, seinen Seidenpyjama herauszuholen, die Diet Cokes und die Haribos aufzustellen und sich auf seine \u00dcbernachtung mit dem Pr\u00e4sidenten vorzubereiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Donald kann gar nicht genug gedankt werden. Wirklich wichtiges Abkommen. Wirklich fantastischer Tag. 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