{"id":1002213,"date":"2026-05-07T22:56:16","date_gmt":"2026-05-07T22:56:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1002213\/"},"modified":"2026-05-07T22:56:16","modified_gmt":"2026-05-07T22:56:16","slug":"muenchen-hamburg-digitale-auszeit-warum-granny-hobbys-dem-gehirn-guttun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1002213\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen\/Hamburg | Digitale Auszeit: Warum \u00abGranny-Hobbys\u00bb dem Gehirn guttun"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen\/Hamburg (dpa\/tmn) &#8211; Nachrichten checken, YouTube gucken, durch Instagram oder Tiktok scrollen \u2013 viele Menschen greifen in ihrer Freizeit zu Handy, Tablet und Co. Gleichzeitig w\u00e4chst der Wunsch nach mehr digitalen Auszeiten. Zukunftswissenschaftler Prof. Ulrich Reinhardt und die M\u00fcnchner Therapeutin und Achtsamkeitstrainerin Johanna Bartels erkl\u00e4ren, wie Hobbys dabei helfen k\u00f6nnen und was unsere Gro\u00dfeltern damit zu tun haben.<\/p>\n<p>Warum unser Gehirn im Dauerstress ist<\/p>\n<p>Da wollte man nur einen raschen Blick auf die Uhrzeit werfen und schon scrollt man wieder durch Videos, Reels und Statusmeldungen. Digitale Inhalte sind zu unseren st\u00e4ndigen Begleitern geworden. \u00abDie M\u00f6glichkeiten des Smartphones sind faszinierend: Es bietet Unterhaltung und Information, dazu Kontaktm\u00f6glichkeiten, Berieselung und das alles jederzeit und \u00fcberall. Klar, dass viele ihre virtuelle Nabelschnur zum Handy nicht trennen wollen\u00bb, sagt Ulrich Reinhardt.<\/p>\n<p>Social Media und andere digitale Unterhaltungsformate aktivieren den sogenannten Sympathikus \u2013 jenen Teil des menschlichen Nervensystems, der uns wachsam und alarmiert macht. \u00abDurch \u00fcberraschende Elemente, grelle Bilder und schnelle Bewegungen wird unsere Aufmerksamkeit st\u00e4ndig getriggert. Wir geraten in einen andauernden Stressmodus und das kann zum Problem werden\u00bb, so Johanna Bartels.<\/p>\n<p>Weniger Reize, mehr Entspannung<\/p>\n<p>Eben deshalb gibt es auch gegenl\u00e4ufige Bewegungen. Denn viele sehnen sich nach digitalen Auszeiten. \u00abLange Zeit galt das Motto m\u00f6glichst nichts zu verpassen. Man sprach in diesem Zusammenhang auch von FOMO \u2013 Fear of missing out. Mittlerweile ist es eher JOMO \u2013 Joy of missing out, also das bewusste Verpassen\u00bb, sagt Reinhardt.\u00a0<\/p>\n<p>Insbesondere seit der Corona-Pandemie entdeckten deshalb viele Menschen wieder langsamere, haptische und \u00fcberschaubare T\u00e4tigkeiten f\u00fcr sich, so der Wissenschaftler.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren etwa Zeichnen, Stricken, N\u00e4hen, Backen oder Gartenarbeit \u2013 oft auch als \u00abGranny-Hobbys\u00bb betitelt. \u00abSolche T\u00e4tigkeiten liefern weniger Reize und unser Nervensystem hat \u00fcberhaupt erst wieder die M\u00f6glichkeit, in einen Entspannungsmodus zu kommen\u00bb, sagt Bartels.\u00a0<\/p>\n<p>Anders als digitale Inhalte spr\u00e4chen analoge Hobbys oft mehr Sinne an: ob der Duft des Kuchens, das Gef\u00fchl von Erde auf der Haut oder das Ger\u00e4usch, wenn Puzzleteile ineinander klicken. T\u00e4tigkeiten, die wir unmittelbar wahrnehmen, verankern uns im Hier und Jetzt.<\/p>\n<p>Warum Vertrautes Sicherheit signalisiert<\/p>\n<p>Die ruhigen, sich wiederholenden und vorhersehbaren T\u00e4tigkeiten signalisieren unserem Gehirn au\u00dferdem das Gef\u00fchl von Sicherheit. \u00abWir m\u00fcssen dabei nicht in Habachtstellung sein. Gerade in Kriegs- und Krisenzeiten entwickeln Menschen eine Sehnsucht nach Geborgenheit, Vertrautem und \u00dcberschaubarem\u00bb, sagt die Achtsamkeitstrainerin.\u00a0<\/p>\n<p>Bei solchen Hobbys werde das parasympathische Nervensystem aktiviert, unser Entspannungsmodus. Die Herzfrequenz verlangsame sich, die Atmung fahre herunter.\u00a0<\/p>\n<p>Und Omas-Hobbys haben noch einen Vorteil: Sie st\u00e4rken unseren Selbstwert. \u00abMan kann mit dem eigenen Tun etwas bewirken und sich Freude verschaffen. Wenn ich merke, dass ich selbst f\u00fcr meine Freude zust\u00e4ndig bin, kann das, was andere tun, an Bedeutung verlieren\u00bb, so Bartels.<\/p>\n<p>Ein Nebeneinander von on- und offline<\/p>\n<p>Langfristig k\u00f6nnten analoge Hobbys sogar Ver\u00e4nderungen im Gehirn bewirken und uns insgesamt entspannter und freudvoller machen. \u00abDas menschliche Gehirn neigt zu Negativit\u00e4t, das ist gewisserma\u00dfen eine Voreinstellung aus der Zeit, in der man sicher gehen musste, dass kein wildes Tier hinter dem n\u00e4chsten Busch lauert\u00bb, sagt Bartels.\u00a0<\/p>\n<p>Wer jedoch regelm\u00e4\u00dfig in einen Ruhemodus positiver Gef\u00fchle finde, st\u00e4rke damit die F\u00e4higkeit, auch grunds\u00e4tzlich schneller und leichter zu entspannen.<\/p>\n<p>Sind Grandma-Hobbys also der Gegenpol zu Streaming, Games und Social Media? Teilweise. \u00abEinerseits stellen sie eine handwerkliche T\u00e4tigkeit in den Vordergrund. Andererseits erg\u00e4nzt sich beides. Viele informieren sich online \u00fcber analoge Hobbys, vernetzen sich mit Gleichgesinnten oder dokumentieren ihre Erlebnisse im Netz. Dieses Nebeneinander wird sich auch in der Zukunft fortsetzen\u00bb, sagt Ulrich Reinhardt.<\/p>\n<p>Achtung, Selbstdarstellung: So werden Hobbys nicht zu Stress<\/p>\n<p>Doch auch analoge Hobbys k\u00f6nnen zu Stress und Leistungsdruck f\u00fchren. Damit das nicht passiert, empfiehlt Ulrich Reinhardt einige Leitlinien zu beachten: \u00abErstens sollte man den eigenen Ma\u00dfstab niedrig ansetzen. Das Ziel muss bei Erholung, Neugier und Freude liegen, nicht bei Perfektion\u00bb, sagt er.\u00a0<\/p>\n<p>Zweitens empfiehlt er, die finanziellen Ausgaben im Blick zu behalten und klein anzufangen. Gerade zu Beginn reichten oft einfache Materialien, geliehenes Werkzeug oder Second-Hand-Equipment.\u00a0<\/p>\n<p>Als dritten Aspekt nennt Reinhardt die Begrenzung der Selbstdarstellung. \u00abWer seine Aktivit\u00e4ten st\u00e4ndig in den sozialen Medien postet, darf sich \u00fcber Kommentare, Erwartungen oder Vergleiche \u2013 und damit Stress \u2013 nicht wundern.\u00bb<\/p>\n<p>Bleibt die Frage: Wie findet man denn eigentlich das passende Hobby? Johanna Bartels r\u00e4t, einen Blick in die eigene Kindheit und Jugend zu werfen. Was hat einem damals gefallen? Und was macht mir noch immer Freude? \u00abManchmal erfreut man sich auch an einer Farbe, einem Material, einem Ger\u00e4usch oder Duft. Daraus k\u00f6nnen sich oft Ideen ergeben.\u00bb Ist ein Hobby gefunden, hei\u00dft es dann: ausprobieren!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen\/Hamburg (dpa\/tmn) &#8211; Nachrichten checken, YouTube gucken, durch Instagram oder Tiktok scrollen \u2013 viele Menschen greifen in ihrer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1002214,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,2632,29,1050,30,141,617,13503,5013,45317,1268,13353,624,154,6069,194,57439,625],"class_list":{"0":"post-1002213","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-brcmj","10":"tag-deutschland","11":"tag-gehirn","12":"tag-germany","13":"tag-gesundheit","14":"tag-handwerk","15":"tag-hobbys","16":"tag-lifestyle","17":"tag-mentale-gesundheit","18":"tag-muenchen","19":"tag-psychologie","20":"tag-ratgeber","21":"tag-social-media","22":"tag-stress","23":"tag-technik","24":"tag-tmn0370","25":"tag-verbraucher"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116535767205441078","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1002213","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1002213"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1002213\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1002214"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1002213"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1002213"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1002213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}