{"id":1002362,"date":"2026-05-08T00:18:17","date_gmt":"2026-05-08T00:18:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1002362\/"},"modified":"2026-05-08T00:18:17","modified_gmt":"2026-05-08T00:18:17","slug":"muenchen-gegen-bayreuth-kampf-um-die-wagner-vorherrschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1002362\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen gegen Bayreuth: Kampf um die Wagner-Vorherrschaft"},"content":{"rendered":"<p>Richard Wagner h\u00e4tte wahrscheinlich eine helle Freude versp\u00fcrt! Seine Musik erlebte einen Boom, seine B\u00fchnenwerke waren beliebt, die St\u00e4dte wetteiferten darum, wer die attraktivste \u201eWagner-Stadt\u201c sein w\u00fcrde. Besonders zwischen M\u00fcnchen in Oberbayern und Bayreuth in Oberfranken flogen mit Beginn der 1890er-Jahre die Fetzen, was die Presse nat\u00fcrlich gen\u00fcsslich in die Haushalte trug, von den Monarchen bis in die kleinste Werkstatt \u2013 und hei\u00dft es nicht ohnehin: Nur keine Werbung ist schlechte Werbung? \u00dcber mangelnde Schlagzeilen und Skandalisierung diesbez\u00fcglich konnte sich um 1900 niemand beklagen.\u00a0<\/p>\n<p>Konkurrenz um die Interpretationshoheit gab es ausreichend: Leipzig als Wagners Geburtsstadt, Dresden mit der Hofoper (der \u201eMeister\u201c als Kapellmeister und Komponist), das Weimar von Franz Liszt (seinem sp\u00e4teren Schwiegervater), Z\u00fcrich (durch die Wesendoncks) und Luzern mit dem Vierwaldst\u00e4tter See mit der Halbinsel Tribschen w\u00e4hrend der Phasen seiner nunmehr freiwilligen \u201eEmigration\u201c. Schlie\u00dflich von Wagner bevorzugt das kaiserliche Wien und nach der Einladung von Ludwig II. favorisiert die Bayern-Metropole. Dann eher \u201enotgedrungen\u201c nach Bayreuth und \u201ezum Sterben\u201c schlie\u00dflich nach Venedig.\u00a0<\/p>\n<p>Zwei gro\u00dfe Jubil\u00e4en<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" height=\"225\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/csm_prinzregententheater_15c43b4001.jpg\" width=\"300\" \/>M\u00fcnchen weist insgesamt vier Urauff\u00fchrungen auf (mit Wagner und Hans von B\u00fclow als dessen \u00a0Dirigent f\u00fcr Tristan und Isolde und Die Meistersinger von N\u00fcrnberg sowie ohne Wagners Zustimmung Das Rheingold und Die Walk\u00fcre). \u00a0Bayreuth verzeichnet drei mit Siegfried und G\u00f6tterd\u00e4mmerung sowie mit Parsifal \u2013 wobei nach Wagners Ideal die Krone seinem Festspielh\u00fcgel geb\u00fchrte, da dort der komplette Ring des Nibelungen verwirklicht werden konnte. Dieser \u201eZyklus\u201c feiert 150. Geburtstag, das<a href=\"https:\/\/theaterakademie.de\/de\/theater\/spielstaetten\/prinzregententheater\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> M\u00fcnchner Prinzregententheater<\/a> (siehe Foto, Foto: dpa, Johanna H\u00f6lzl) sein 125-j\u00e4hriges Bestehen.<\/p>\n<p>Dass es zwischen den Bewohnern der Wittelsbacher Residenzstadt M\u00fcnchen und dem Herrscherhaus selbst nicht immer harmonisch verlief, ist hinl\u00e4nglich bekannt. Doch auch zwischen den Landesteilen herrschte mitunter ein Gef\u00fchl von Zur\u00fccksetzung. Was die ehemalige Markgrafen-Residenz Bayreuth betrifft, ist festzuhalten, dass trotz des Namens (Rodung durch Bayern) eine Pr\u00e4gung durch die Hohenzollern stattfand, die von N\u00fcrnberg bis Hof\/Saale das fr\u00e4nkische Land dominierten. Bayreuth zeigt wenig mittelalterliches Flair, vielmehr herrscht n\u00fcchternes Preu\u00dfentum vor \u2013 es sind gro\u00df angelegte Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze, weshalb es wenig anheimelnd \u201eEnges\u201c gibt. Einzig im Bereich Oper zeigt sich die Stadt der Markgr\u00e4fin Wilhelmine (Schwester des Preu\u00dfenk\u00f6nigs Friedrich des Gro\u00dfen) \u201everspielt\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>Oberbayern und Oberfranken im Zwist<\/p>\n<p>Das Markgr\u00e4fliche Opernhaus, eine original erhaltene Perle des Rokoko \u2013 heute Weltkulturerbe \u2013 zog Richard Wagner letztlich an den Roten Main. Es geh\u00f6rte inzwischen den Wittelsbachern. Erst durch Napoleon kam die ehemalige Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth von Preu\u00dfen zur\u00fcck zu Bayern, das war 1810. Dadurch blieb K\u00f6nig Ludwig II. als M\u00e4zen Wagners f\u00fcr dessen k\u00fcnstlerische Zukunft ma\u00dfgeblich \u2013 nicht zu leugnen ist, dass es Oberbayern und Oberfranken schwer miteinander hatten und haben.\u00a0<\/p>\n<p>Cosima Wagner, Wagners Ehefrau, die sowohl in Berlin als auch in M\u00fcnchen gelebt hatte und \u00fcber Kontakte verf\u00fcgte, bat um Unterst\u00fctzung sowohl da wie dort und suchte taktierend st\u00e4ndig ihren Vorteil. Wenn sich Kaiser Wilhelm II. f\u00fcr die Festspiele engagierte, konnte sich der Prinzregent Luitpold als \u201eErsatz\u201c f\u00fcr die Br\u00fcder Ludwig und Otto nicht verweigern. In diesem Spannungsfeld findet sich der Bau des Prinzregententheaters, der nat\u00fcrlich kein Zufall war.\u00a0 (Claus Frankl)<\/p>\n<p class=\"redaktionkommentar\"><strong>Lesen Sie den vollst\u00e4ndigen, reich bebilderten Beitrag in der Ausgabe Mai\/Juni 2026 des BSZ-Online-Magazins UNSER BAYERN. Sie k\u00f6nnen die komplette, 36-seitige Ausgabe downloaden unter <\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.bayerische-staatszeitung.de\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><strong>www.bayerische-staatszeitung.de<\/strong><\/a><\/strong><br \/><strong>F\u00fcr BSZ-Abonnenten ist dieser Service kostenlos.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Richard Wagner h\u00e4tte wahrscheinlich eine helle Freude versp\u00fcrt! 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