{"id":1002516,"date":"2026-05-08T01:45:44","date_gmt":"2026-05-08T01:45:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1002516\/"},"modified":"2026-05-08T01:45:44","modified_gmt":"2026-05-08T01:45:44","slug":"true-crime-das-dunkle-berlin-ungeklaerter-mord-das-briefbomben-attentat-auf-hanno-klein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1002516\/","title":{"rendered":"True Crime \u2013 Das dunkle Berlin: Ungekl\u00e4rter Mord: Das Briefbomben-Attentat auf Hanno Klein"},"content":{"rendered":"<p>            Von <a rel=\"author nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/autoren\/kerstin-heinrich\/\" data-track-v2-eventname=\"pageElement\" data-track-v2-action=\"Click\" data-track-v2-parent=\"Autorenkennzeichnung\" data-track-v2-parentposition=\"Content\" data-track-v2-link=\"\/autoren\/\" data-track-v2-vendor=\"Internal\" data-track-v2-label=\"Autorenname\" data-track-v2-elementstyle=\"Text\" data-track-v2-track-view=\"\" class=\"hover:underline\" target=\"_blank\">Kerstin Heinrich<\/a>, Bezirksreporterin<br \/>\n              07.05.2026, 18:07 Uhr  <\/p>\n<p data-tts-first-paragraph=\"\" class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\"><strong>Der Mord an Hanno Klein machte 1991 bundesweit Schlagzeilen: Durch eine Briefbombe wurde der Berliner get\u00f6tet. Zuvor hatte er f\u00fcr den Bausenator die gro\u00dfen Deals eingef\u00e4delt. Waren es Linksterroristen? Waren es Gesch\u00e4ftsleute aus der Baubranche, die f\u00fcr den Erfolg bereit sind, \u00fcber Leichen zu gehen? Bis heute ist der Cold Case ungel\u00f6st.<\/strong><\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Berlin, 12. Juni 1991: Es ist ein leicht verregneter Mittwochabend in der k\u00fcrzlich wiedervereinigten Hauptstadt. Hanno Klein, der Referatsleiter des <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/panorama\/berlin\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/panorama\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1632225361\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berliner<\/a> Bausenators, der in der Aufbruchszeit nach 1989 millionenschwere Grundst\u00fccksdeals und Milliardenprojekte managte, kehrt nach einer Vernissage sp\u00e4t in seine Altbauwohnung in der Pariser Stra\u00dfe 62 in <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/bezirke\/charlottenburg-wilmersdorf\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Wilmersdorf<\/a> zur\u00fcck. Seine Lebensgef\u00e4hrtin legt sich am anderen Ende der Wohnung schlafen, als Klein noch nach der Post greift und sich in sein Arbeitszimmer zur\u00fcckzieht.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Kurz vor Mitternacht zerrei\u00dft eine Explosion die Stille. Dennoch wird der Tote erst am n\u00e4chsten Tag blut\u00fcberstr\u00f6mt auf dem Fu\u00dfboden vor seinem Schreibtisch gefunden. Die <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/polizei-berlin\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1625062819\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Polizei<\/a> riegelt die Wohnung ab, die Spurensicherung nimmt ihre Arbeit auf. Doch schnell zeigt sich: Dieser Fall stellt die Ermittler vor Probleme. Wer hat Hanno Klein umgebracht?<\/p>\n<p>Mord an Hanno Klein: Die Fakten zum Fall im \u00dcberblick<\/p>\n<tr class=\"border-t border-stroke-100 transition-all duration-100 hover:border-stroke-800 hover:text-copy-primary\">\n<td class=\"py-4 pr-4 last:pr-0\">Fall<\/td>\n<td class=\"py-4 pr-4 last:pr-0\">Briefbomben-Attentat auf Hanno Klein<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"border-t border-stroke-100 transition-all duration-100 hover:border-stroke-800 hover:text-copy-primary\">\n<td class=\"py-4 pr-4 last:pr-0\">Tat-Zeitpunkt<\/td>\n<td class=\"py-4 pr-4 last:pr-0\">12. Juni 1991 am sp\u00e4ten Abend<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"border-t border-stroke-100 transition-all duration-100 hover:border-stroke-800 hover:text-copy-primary\">\n<td class=\"py-4 pr-4 last:pr-0\">Tatort<\/td>\n<td class=\"py-4 pr-4 last:pr-0\">Pariser Stra\u00dfe 62 in Berlin-Wilmersdorf<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"border-t border-stroke-100 transition-all duration-100 hover:border-stroke-800 hover:text-copy-primary\">\n<td class=\"py-4 pr-4 last:pr-0\">Status<\/td>\n<td class=\"py-4 pr-4 last:pr-0\">bis heute ungel\u00f6st<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"border-t border-stroke-100 transition-all duration-100 hover:border-stroke-800 hover:text-copy-primary\">\n<td class=\"py-4 pr-4 last:pr-0\">Besonderheit<\/td>\n<td class=\"py-4 pr-4 last:pr-0\">Opfer war Mitarbeiter des Berliner Bausenators<\/td>\n<\/tr>\n<p>  Hanno Klein sollte in Ost-Berlin die Bau-Politik unterst\u00fctzen<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Um den Fall zu verstehen, muss man gut ein Jahr vor der Tat ansetzen, genauer gesagt im Mai 1990 in Ost-Berlin. Nach den ersten freien Kommunalwahlen sandte damals der Westberliner Bausenator Wolfgang Nagel (<a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/spd\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1628683798\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SPD<\/a>) seinen Mitarbeiter Hanno Klein in den Osten der Stadt, um den dortigen sozialdemokratischen Baustadtrat Ekkehard Kraft zu unterst\u00fctzen. Der hochgewachsene, ein wenig st\u00e4mmige Klein galt unter seinen Mitarbeitern als ehrgeiziger Mann; arbeitss\u00fcchtig, hochintelligent, eitel und begeisterungsf\u00e4hig, aber auch hilfsbereit und lebensfroh. In Senatsdiensten stie\u00df Klein im Berlin der Nachwendezeit auf ein rechtliches und machtpolitisches Vakuum, das er auszuf\u00fcllen begann. <\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Der \u201eInvestorenbeauftragte\u201c der Senatsbauverwaltung betreute Bauwettbewerbe, vom Kulturforum bis zu Daimler-Benz am <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/article407614068\/potsdamer-platz.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1730888636\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Potsdamer Platz<\/a>; er bereitete wichtige Investitionsprojekte vor und die Vergabe von Baugrundst\u00fccken \u2013 wurde zum Nadel\u00f6hr f\u00fcr die Neuplanung der zusammenwachsenden Stadt. An ihm kam kaum ein gro\u00dfer Investor vorbei, der von der Wildweststimmung auf dem Berliner Baumarkt Anfang der 90er-Jahre profitieren wollte. Klein leitet die Stabsstelle Innovation mit drei B\u00fcros in Berlin. Stand er am Ende jemandem im Weg, der wenig Skrupel hatte, den Referatsleiter beseitigen zu lassen?<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/411923806_1778085605_v16_9_1200.jpeg\" class=\"relative z-10 block w-full object-cover aspect-[3\/4] md:aspect-[3\/4] lg:aspect-[3\/4]\" alt=\"True Crime Das dunkle Berlin Hanno Klein\" title=\"Hanno Klein wurde 1991 ermordet. Bis heute ist der Fall ungel\u00f6st.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Hanno Klein wurde 1991 ermordet. Bis heute ist der Fall ungel\u00f6st.<br \/>\n      \u00a9 picture alliance | SFB\n    <\/p>\n<p>  Mit Sprengstoff pr\u00e4parierte VHS-Attrappe explodiert in Kleins B\u00fcro<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Zur\u00fcck zur eigentlichen Tat: In der Nacht vom 12. auf den 13. Juni 1991 \u00f6ffnete Hanno Klein in seiner Wohnung einen wattierten, an ihn adressierten Briefumschlag. Der Umschlag trug den Absender \u201eB\u00fcchergilde Gutenberg\u201c. Was Klein nicht wusste: Der Absender war gef\u00e4lscht, der Poststempel m\u00f6glicherweise auch \u2013 und der Inhalt des P\u00e4ckchens, eine VHS-Videokassette, war nur eine Tarnung. Klein ahnte nichts von dem gef\u00e4hrlichen Inhalt, der mit viel Aufwand heimt\u00fcckisch in die Kassette eingearbeitet worden war.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Der Tag hatte f\u00fcr den Berliner Referatsleiter wie gewohnt begonnen. Um acht Uhr fr\u00fch traf er sich in seinem B\u00fcro in der Behrensstra\u00dfe in Berlin-Mitte mit Vertretern aus der Baubranche; es ging um ein Projekt am S-Bahnhof Frankfurter Allee. In seinem Terminkalender stand auch ein Treffen mit dem Klingbeil-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Axel Guttmann, um Details zu einem geplanten B\u00fcrohaus in Prenzlauer Berg zu besprechen. Nebenbei fand Klein Zeit, die n\u00e4chste Sitzung des Koordinierungsausschusses f\u00fcr innerst\u00e4dtische Investitionen (KOAI) vorzubereiten, bei dem es um eines seiner Lieblingsprojekte ging: die 1,8 Milliarden D-Mark schwere Bebauung eines 24 Hektar gro\u00dfen Areals am <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/spree\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1740484736\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spreeufer<\/a> durch die kanadische Firma Horsham.<\/p>\n<p>            Aus unserer True-Crime-Serie \u201eDas dunkle Berlin\u201c<\/p>\n<p>  Explosion in Wilmersdorf: Hanno Klein ist sofort tot<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Klein telefonierte mit Journalisten und seiner Lebensgef\u00e4hrtin Doris H., hielt dann Audienz mit weiteren Investoren. Am Abend besuchte er eine Ausstellung, die seine Partnerin er\u00f6ffnete, trank gut gelaunt ein wenig Wein und verlie\u00df die Vernissage mit seiner Freundin und einem befreundeten Architekten, um ein Restaurant zu besuchen. Erst gegen 22 Uhr kehrte das Paar in seine Altbauwohnung in Wilmersdorf zur\u00fcck, wo Klein die Post in sein Arbeitszimmer mitnahm, w\u00e4hrend sich Doris H. am anderen Ende der Siebenzimmerwohnung schlafen legte. Endlich ein wenig Zeit f\u00fcr sich. Als Klein den wattierten Briefumschlag dicht vor seinem Gesicht \u00f6ffnet, detoniert die versteckte Bombe.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Dem Sprengstoff waren Splitter beigemengt, die wie Schrapnell durch das Arbeitszimmer flogen. Einer der Metallsplitter drang durch das Auge des Referatsleiters in sein Gehirn. Er war sofort tot. Obwohl einige Nachbarn sp\u00e4ter angaben, die Detonation geh\u00f6rt zu haben, wurde die Leiche Kleins erst am n\u00e4chsten Morgen entdeckt. Eine Sonderkommission nahm sofort die Ermittlungen auf.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/410280552_1761129715_v16_9_1200.jpeg\" class=\"relative z-10 block w-full object-cover aspect-[16\/9] md:aspect-[16\/9] lg:aspect-[16\/9]\" alt=\"Divider True Crime 2\" title=\"Divider True Crime 2\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Zuerst wurde Doris H. \u00fcberpr\u00fcft. Wie war es m\u00f6glich, dass sie die Explosion nicht geh\u00f6rt hatte? Doch Untersuchungen ergaben, dass dies in der ger\u00e4umigen Wohnung m\u00f6glich war \u2013 und es fehlte das Motiv. Das traf auch auf die Ehefrau von Hanno Klein zu, von der er seit Jahren getrennt lebte, mit der er sich aber bestens verstand. Im Laufe der Ermittlungen sortierten die Strafverfolger nach und nach Tatverd\u00e4chtige im pers\u00f6nlichen Umfeld des Ermordeten aus. Man konzentrierte sich nun auf das Arbeitsumfeld.<\/p>\n<p>Briefbomben-Attentat auf Hanno Klein: Kein Fan von deutschen Baufirmen<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Freunde hatte die schillernde Pers\u00f6nlichkeit Hanno Klein viele \u2013 Feinde noch mehr. Der Sohn aus reichem, hanseatischem Hause lenkte das Bauwesen der Hauptstadt \u201eautokratisch\u201c, wie seine Kritiker murrten. Behutsame Stadterneuerung? Klein hatte oft andere Priorit\u00e4ten. Wenig konfliktscheu galt der Kunstliebhaber und Porschefahrer in Ost-Berlin f\u00fcr viele als Mann der Treuhand, die wertvolle Filetgrundst\u00fccke an Privatinvestoren verscherbelte. F\u00fcr den \u201eAusverkauf der <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/ddr\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1764069217\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">DDR<\/a>\u201c wurde der Mann aus Niedersachsen gehasst. \u00c4rger brachte sich Klein auch ein, weil er von den Berliner Baufirmen, der sogenannten \u201eWestberliner Betonmafia\u201c, nicht allzu viel hielt. F\u00fcr seine gro\u00dfst\u00e4dtische Vision von Berlin viel zu provinziell.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Klein gab meist ausl\u00e4ndischen Investoren den Vorzug; \u00f6ffnete so den Markt f\u00fcr internationale Akteure. Klein hatte sich viele Feinde gemacht und nie ein Problem damit, anzuecken: mit der Berliner Betonmafia etwa, oder der Ost-Baudirektion, einem Zusammenschluss von DDR-Architekten, die die Prunkbauten der SED betreut hatten.\u00a0Kein Wunder, dass nach dem Attentat zahlreiche Theorien zur Urheberschaft der Bombe kursierten. Von Anfang an ebenfalls ganz oben auf der Liste der Ermittler: linksautonome Gruppen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/411923807_1778085658_v16_9_1200.jpeg\" class=\"relative z-10 block w-full object-cover aspect-[9\/16] md:aspect-[3\/4] lg:aspect-[16\/9] h-full w-full object-cover\" alt=\"True Crime Das dunkle Berlin Hanno Klein\" title=\"True Crime Das dunkle Berlin Hanno Klein\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Mit seinen Bauprojekten in Berlin machte sich Hanno Klein Freunde, aber auch viele Feinde.<\/p>\n<p>\n         Bild: \u00a9 IMAGO | Gueffroy\n      <\/p>\n<p>    Briefbomben-Attentat auf Hanno Klein: Ein Mord \u201ef\u00fcr den Kommunismus\u201c?<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Hanno Klein hatte in einem Spiegel-Interview drei Monate vor seinem gewaltsamen Tod davon gesprochen, dass Berlin eine neue Gr\u00fcnderzeit mit \u201eMarkanz und Brutalit\u00e4t\u201c brauche. Auch \u201eDenkmalschutz f\u00fcr Sozialstrukturen\u201c d\u00fcrfe es nicht l\u00e4nger geben. Zwar hatte er sich als Stadtplaner fr\u00fcher erfolgreich f\u00fcr den Erhalt von Altbestand in Kreuzberg eingesetzt und meinte, vom Spiegel falsch zitiert worden zu sein. Die Worte waren aber in der Welt und tauchten nicht lange vor dem Attentat in Flugbl\u00e4ttern der linksautonomen Szene auf.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Ein <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/panorama\/mord\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/panorama\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1632225027\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mord<\/a> mit dem Motiv Gentrifizierung? Daf\u00fcr sprach, dass f\u00fcnf Tage nach dem Attentat, am 17. Juni 1991, ein Bekennerschreiben bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) einging, in dem die Tat laut den Ermittlern als \u201eAktion gegen die Umstrukturierung Berlins zum Nachteil der Kiezbewohner:innen\u201c bezeichnet wurde. Gezeichnet: \u201eF\u00fcr den Kommunismus\u201c. Doch es gab begr\u00fcndete Zweifel an der Authentizit\u00e4t des Schreibens.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/410290552_1761223737_v16_9_1200.jpeg\" class=\"relative z-10 block w-full object-cover aspect-[16\/9] md:aspect-[16\/9] lg:aspect-[16\/9]\" alt=\"Das Logo zur True Crime Serie %22Das dunkle Berlin%22\" title=\"Das Logo zur True Crime Serie %22Das dunkle Berlin%22\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n        Das dunkle Berlin: True Crime aus der Hauptstadt<\/p>\n<p data-tts-first-paragraph=\"\" class=\"rich-text functional-copy-base-stable\">In ihrer Anfangszeit sorgte die Berliner Morgenpost mit der Erfolgsserie \u201e\u00dcber das dunkle Berlin\u201c f\u00fcr Aufsehen. Nun kn\u00fcpfen wir daran an \u2013 und berichten \u00fcber die aufsehenerregendsten Verbrechen der Stadt. Unsere <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/true-crime-in-berlin\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1683636289\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">True-Crime<\/a>-Serie: <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/das-dunkle-berlin\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1770972717\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Das dunkle Berlin<\/a>.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Eine Briefbombe sei f\u00fcr einen Anschlag aus der linken Szene ungew\u00f6hnlich, meinten Experten des Bundeskriminalamtes (BKA). Zudem: Das Schreiben enthielt kein T\u00e4terwissen, der Aufbau der Bombe war nicht korrekt beschrieben und im \u201eInterim\u201c, einem Forum der autonomen Gruppen in Berlin, distanzierte man sich von der Tat. Und das, obwohl man dort kein Problem damit hatte, fr\u00fchere Taten nicht nur zu rechtfertigen, sondern auch dem linken Spektrum zuzuordnen. Und es gab einen konkreten Hinweis, der in Richtung Investoren zielte. Einen Tag nach dem Mord hatte eine Berliner Tageszeitung einen Anruf eines zuverl\u00e4ssigen Informanten aus der Baubranche erhalten: \u201eAuf ein Bekennerschreiben von <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/panorama\/terrorismus\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/panorama\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1670578405\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Terroristen<\/a> braucht ihr nicht zu warten, das war jemand aus der Branche\u201c, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Alle Spuren wurden professionell verwischt<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Eine Sonderkommission der Kriminalpolizei untersuchte nach der Tat alle Hinweise und Spuren im Arbeitszimmer des Get\u00f6teten. Nachforschungen \u00fcber die Herkunft der Videokassette ergaben, dass der in Frankreich hergestellte Kassettentyp in ganz Europa vertrieben wurde. R\u00fcckschl\u00fcsse auf den T\u00e4terkreis ergaben sich dadurch nicht. Auf dem zerfetzten Briefumschlag fanden sich keine Fingerabdr\u00fccke oder andere Spuren des T\u00e4ters. Die aufgeklebten Briefmarken stammten aus einem Automaten und waren nicht mit Speichel befeuchtet worden. Der Absender \u201eB\u00fcchergilde Gutenberg\u201c war gef\u00e4lscht. Als interessant erwies sich der \u2013 m\u00f6glicherweise auch gef\u00e4lschte \u2013 Poststempel. Er datierte vom Abend zuvor, vom Postamt 11 in der M\u00f6ckernstra\u00dfe in Kreuzberg.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Auf welchem Weg der Brief vom Postamt zur Wohnungst\u00fcr Kleins gelangte, konnten die Ermittler nicht rekonstruieren. Der zust\u00e4ndige Postbote versicherte, er habe den Brief nicht zugestellt. Nach Aussagen von Nachbarn, die den im T\u00fcrschlitz klemmenden Brief gesehen hatten, wurde er zwischen 15 und 16 Uhr am Nachmittag platziert. DNA-Analysen waren Anfang der 1990er-Jahre noch nicht verbreitet. Eine nachtr\u00e4gliche Spurenuntersuchung an Resten der Briefbombe aus dem Jahr 2003 konnte kein Genmaterial sicherstellen. Die Akteure des Anschlags hinterlie\u00dfen kaum verwertbare Spuren \u2013 ein Indiz f\u00fcr professionell und methodisch vorgehende T\u00e4ter?<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/411923808_1778085729_v16_9_1200.jpeg\" class=\"relative z-10 block w-full object-cover aspect-[16\/9] md:aspect-[16\/9] lg:aspect-[16\/9]\" alt=\"True Crime Das dunkle Berlin Hanno Klein\" title=\"Eine Aufnahme von Hanno Kleins Schreibtisch am Morgen nach der Tat.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Eine Aufnahme von Hanno Kleins Schreibtisch am Morgen nach der Tat.<br \/>\n      \u00a9 picture alliance | Peter Kneffel\n    <\/p>\n<p>  Viele Theorien \u2013 keine Antworten<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">In den Dunstkreis der Spekulationen rund um den Tod des Referatsleiters gerieten auch Seilschaften ehemaliger Stasimitarbeiter. Klein war an der Verwertung von Grundst\u00fccken SED-naher Organisationen beteiligt gewesen. Darunter Liegenschaften, die sich in der Nachwendezeit noch im Besitz von Ex-Stasimitarbeitern befanden, deren technische Expertise sich sicher auch auf den Umgang mit Sprengstoff erstreckte. Die Handschrift des Briefbomben-Attentats erinnerte zudem an fr\u00fchere F\u00e4lle, in denen von einer Stasi-Beteiligung ausgegangen wird, wie dem Mordanschlag auf einen Fluchthelfer 1982 in Bad T\u00f6lz mittels einer mit Metallsplittern versehenen Briefbombe.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Aber auch im Umfeld der Berliner Baubranche gab es \u00e4hnliche Taten. Bereits 1985 hatte es aus Kreisen der Baumafia in Berlin einen Mordversuch an einem Immobilienmakler durch einen professionellen Killer gegeben \u2013 ein Fall, der als \u201eSch\u00fcsse in der Tiefgarage\u201c durch die Presse ging. Und einige Akteure in der Baubranche waren es eben auch, die am meisten vom fr\u00fchzeitigen Ableben Kleins profitierten. Unmittelbar nach dem Mord wurden verschiedene Projekte nicht in dessen Sinne fortgesetzt, internationale Firmen, mit denen Klein eng kooperierte, durch heimische Baufirmen ausgebootet.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Die Ermittler des Staatsschutzes hatten nach dem Mord Kleins B\u00fcro durchsucht, waren dort allerdings wenig erfolgreich. \u201eDie haben die vielen Akten mit staunenden Augen angeguckt, aber fast nichts mitgenommen\u201c, erz\u00e4hlte einer von Kleins Mitarbeitern sp\u00e4ter. Die Abteilung Wirtschaftskriminalit\u00e4t der Kriminalpolizei stellte die Ermittlungen schon nach wenigen Tagen ein.<\/p>\n<blockquote class=\"mx-auto my-10 flex flex-col items-center gap-y-4 text-center md:w-[80%]\">\n<p class=\"rich-text expressive-copy-xl text-copy-primary\">Die haben die vielen Akten mit staunenden Augen angeguckt, aber fast nichts mitgenommen.<\/p>\n<p>       Mitarbeiterin von Hanno Klein \u00fcber die Ermittlungen des Staatsschutzes\n    <\/p><\/blockquote>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Waren es am Ende doch Linksterroristen? Zwar hatte selbst der Staatsschutz den Bekennerbrief kurz nach der Tat als \u201enicht echt\u201c eingestuft, beispiellos waren aber auch aus diesem Kreis Mordanschl\u00e4ge nicht. Zehn Wochen vor Hanno Kleins Tod etwa wurde der <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/incoming\/article402290955\/rohwedder-mord-seit-30-jahren-ungeklaert.html\" data-category-full-path=\"\/incoming\/\" data-paid-status=\"default\" data-article-publish-date=\"1616995263\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pr\u00e4sident der Treuhandanstalt, Detlev Rohwedder (58)<\/a>, von einem Scharfsch\u00fctzen der RAF in seinem Wohnhaus in D\u00fcsseldorf erschossen. Fast zwanzig Jahre nach dem Mord an Hanno Klein meldete sich 2009 ein Hinweisgeber bei der Familie, der sagte, er kenne den M\u00f6rder. Dieser sei auch am Sprengstoffanschlag der RAF 1985 auf die US-Airbase in Frankfurt beteiligt gewesen. Die Berliner Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf \u2013 doch der Verdacht erh\u00e4rtete sich nicht.<\/p>\n<p>Wer hat Hanno Klein get\u00f6tet? Der \u201eCold Case\u201c bleibt ungel\u00f6st<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Bis heute wurden der Urheber sowie m\u00f6gliche Hinterleute des t\u00f6dlichen Anschlags, der Hanno Klein mit 48 Jahren gewaltsam aus dem Leben riss, nicht gefunden. Der Staatsschutz legte sich trotz anf\u00e4nglicher Zweifel 1991 darauf fest, den bei der dpa eingegangenen Bekennerbrief als echt zu betrachten. Im selben Jahr wurde die Tat im Verfassungsbericht Berlins der linksautonomen Szene zugerechnet, ohne dass sich bis heute verdichtende Spuren zu einer konkreten T\u00e4tergruppe ergeben h\u00e4tten. Der oder die T\u00e4ter bleiben im Dunkeln.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/411923809_1778085756_v16_9_1200.jpeg\" class=\"relative z-10 block w-full object-cover aspect-[16\/9] md:aspect-[16\/9] lg:aspect-[16\/9]\" alt=\"True Crime Das dunkle Berlin Hanno Klein\" title=\"Hanno Klein hat Berlin durch seine Bau-Politik ver\u00e4ndert. Wer ihn get\u00f6tet hat, ist bis heute unklar.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Hanno Klein hat Berlin durch seine Bau-Politik ver\u00e4ndert. Wer ihn get\u00f6tet hat, ist bis heute unklar.<br \/>\n      \u00a9 picture alliance\/ZB | Bern Settnik\n    <\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Die Ermittlungen wurden vier Jahre nach dem Briefbomben-Attentat, am 29. M\u00e4rz 1995, durch die Staatsanwaltschaft eingestellt. Da Mord nicht verj\u00e4hrt, bleibt das Verfahren nach Angaben der Berliner Generalstaatsanwaltschaft aber \u201eweiter anh\u00e4ngig\u201c. Dabei erfolgt alle drei Jahre \u201eeine Wiedervorlage, um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob sich neue Ermittlungsanhalte ergeben\u201c, so der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Sebastian B\u00fcchner. Die M\u00f6glichkeiten, ohne Hinweise auf neue Ermittlungsans\u00e4tze zu sto\u00dfen, gebe es derzeit allerdings nicht. Sie hat eine <a href=\"https:\/\/hanno-klein.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gedenkseite f\u00fcr Hanno Klein<\/a> mit weiteren Details zu dem Fall eingerichtet. Dort k\u00f6nnen sich Hinweisgeber auch melden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Kerstin Heinrich, Bezirksreporterin 07.05.2026, 18:07 Uhr Der Mord an Hanno Klein machte 1991 bundesweit Schlagzeilen: Durch eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1002517,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30],"class_list":{"0":"post-1002516","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116536431837363111","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1002516","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1002516"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1002516\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1002517"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1002516"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1002516"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1002516"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}