{"id":1003217,"date":"2026-05-08T08:25:14","date_gmt":"2026-05-08T08:25:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1003217\/"},"modified":"2026-05-08T08:25:14","modified_gmt":"2026-05-08T08:25:14","slug":"bistum-limburg-ohne-sprechen-bleibt-man-einsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1003217\/","title":{"rendered":"Bistum Limburg: Ohne Sprechen bleibt man einsam"},"content":{"rendered":"<p>Es ist hart, in einem fremden Land anzukommen. Und oft genug zweifelt man dabei an Gott, am Schicksal, fragt in den Himmel, warum es so schwer sein muss. Aber wenn man Gl\u00fcck hat, sind da Menschen, mit denen man sprechen kann \u2013 und je mehr W\u00f6rter man versteht, desto st\u00e4rker sind die Wurzeln, die man am neuen Ort ausbildet. \u201eIch wusste, ich muss meinen Kopf schnell auf die neue Situation einstellen, damit ich hier ankommen kann\u201c, sagt Hawani Abera, die 2021 wegen dem B\u00fcrgerkrieg aus \u00c4thiopien nach Deutschland gefl\u00fcchtet ist. Heute ist sie engagiert in der Freien Evangelischen Gemeinde Frankfurt, berufst\u00e4tig \u2013 und ein St\u00fcckweit zuhause im neuen Land.<\/p>\n<p>Die Stadtversammlung der Frankfurter Katholikinnen und Katholiken stand am Donnerstagabend unter dem Titel \u201eFrankfurt als Zufluchtsort \u2013 Auf der Suche nach Frieden\u201c. Konkret wollten die 50 Mitglieder, die aus den neun katholischen Pfarreien und Gemeinden anderer Muttersprache sowie aus katholischen Einrichtungen und Verb\u00e4nden in Frankfurt entsandt werden, bei der Veranstaltung im Pfarrsaal von St. Marien in Bockenheim wissen: Wie sieht die Realit\u00e4t f\u00fcr diejenigen aus, die vor Krieg, Verfolgung und Gewalt fliehen mussten? Welche Erfahrungen haben sie auf ihrer Reise gemacht und wie erleben sie heute ihr Leben in Frankfurt? \u201eFindet Ihr hier Heimat? Kommt Ihr an? Bleibt Ihr fremd? Findet Ihr Geborgenheit, W\u00e4rme, Unterst\u00fctzung?\u201c, formulierte es Monika Humpert, Vorsitzende der Stadtversammlung.<\/p>\n<p>Ein starkes ukrainisches Netzwerk<\/p>\n<p>Mit Hawani Abera sa\u00df Roman Rokytskyy aus dem Vorstand der ukrainischen Gemeinde und Mitglied im Gemeinderat der katholischen ukrainischen Gemeinde auf dem Podium. Moderiert wurde das Gespr\u00e4ch von Journalistin Jutta-Maria Nieswand. Dabei erz\u00e4hlten beide G\u00e4ste offen von ihrer jeweiligen Fluchterfahrung und teilten Beobachtungen \u00fcber Probleme und Chancen der Gefl\u00fcchteten, die hier ankommen. Roman Rokytskyy ist selbst bereits seit 25 Jahren in Deutschland, er kam als Computerexperte ins Land und lebt seit 2005 in Frankfurt. \u201eUnser Krieg mit Russland begann nicht 2022, sondern 2014\u201c, machte er deutlich. Vor 2014 seien entweder Gebildete mit Uniabschluss nach Deutschland gekommen oder Menschen, die ohne Genehmigung hier arbeiten wollten. Seit 2014 habe sich das ge\u00e4ndert \u2013 und die Ukrainerinnen und Ukrainer, die schon in Deutschland waren, h\u00e4tten angefangen, Hilfe zu organisieren. \u201eWir haben die Krankenh\u00e4user und Arztpraxen ,gepl\u00fcndert\u2018 und alles, was dort weggeworfen werden sollte, in die Ukraine gebracht\u201c, berichtete er. \u201eAlte Betten aus Krankenh\u00e4usern, einfache An\u00e4sthesie-Medikamente, mehrere hunderte Tonnen an Hilfsg\u00fctern haben wir in die Ukraine geflogen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist hart, in einem fremden Land anzukommen. 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