{"id":1004312,"date":"2026-05-08T18:57:22","date_gmt":"2026-05-08T18:57:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1004312\/"},"modified":"2026-05-08T18:57:22","modified_gmt":"2026-05-08T18:57:22","slug":"britische-kommunalwahlen-was-starmers-absturz-fuer-bruessel-bedeutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1004312\/","title":{"rendered":"Britische Kommunalwahlen: Was Starmers Absturz f\u00fcr Br\u00fcssel bedeutet"},"content":{"rendered":"<p>Millionen von W\u00e4hlern haben die sozialdemokratische Labour-Partei des britischen Premierministers Keir Starmer bei den Kommunalwahlen im Stich gelassen. Dennoch erkl\u00e4rte Starmer am Freitag: &#8222;Ich werde nicht weggehen und das Land ins Chaos st\u00fcrzen.&#8220;<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Der Unterschied zu den Parlamentswahlen vor weniger als zwei Jahren sei gro\u00df, bei denen Labour eine der gr\u00f6\u00dften Mehrheiten in der britischen Parlamentsgeschichte errang.<\/p>\n<p>Starmer r\u00e4umte ein, dass die Kommunalwahlen schmerzhaft waren. &#8222;Die Ergebnisse sind hart, sie sind sehr hart, und es gibt nichts zu besch\u00f6nigen&#8220;, sagte er. Hunderte von Labour-Abgeordneten verloren ihre Sitze verloren, w\u00e4hrend Nigel Farages rechtspopulistische Partei &#8222;Reform UK&#8220; massiv zulegte.<\/p>\n<p>Starmer plant bereits seine Premierministerschaft neuzugestalten. Am Montag soll das mit einer gro\u00dfen Rede beginnen, in der er engere Beziehungen zur Europ\u00e4ischen Union verspricht.<\/p>\n<p>Das kommt der politischen Stimmung entgegen. Fast zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum halten zwei Drittel der W\u00e4hler die Entscheidung, die EU zu verlassen, f\u00fcr einen Fehler.<\/p>\n<p>Br\u00fcssel sieht eine Chance &#8211; und eine Gefahr<\/p>\n<p>Br\u00fcssel wird die verbesserten Beziehungen begr\u00fc\u00dfen, nach einem Jahrzehnt, das von der erbitterten Trennung Gro\u00dfbritanniens von der EU gepr\u00e4gt war. Globale Ereignisse, vom Krieg in der Ukraine bis zur Wiederwahl von Donald Trump, haben das Vereinigte K\u00f6nigreich und die EU bereits <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/07\/17\/merz-und-starmer-unterzeichnen-deutsch-britischen-freundschaftsvertrag\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>n\u00e4her zusammengebracht<\/strong><\/a>, insbesondere in Verteidigungsfragen.<\/p>\n<p>Starmer hat eine wichtige Rolle dabei gespielt, die so genannte Koalition der Willigen hinter der Ukraine zu versammeln. Letzters Jahr sagte sie verst\u00e4rkte Unterst\u00fctzung zu, als die USA ihre Hilfe zur\u00fcckfuhren.<\/p>\n<p>Der britische Premier hat sich auch dem vorsichtigen Ton der EU in Bezug auf den Krieg im Iran angeschlossen. Trotz der heftigen Kritik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, der sich nicht in den Konflikt einmischt, hat Starmer zur Zur\u00fcckhaltung aufgerufen. <\/p>\n<p>EU wird vorsichtig sein<\/p>\n<p>Starmer ist ein historisch schwacher Kandidat: Nationale Umfragen zeigen, dass die Labour-Partei unter 20 % der W\u00e4hler hinter sich vereint, manchmal sogar hinter den Konservativen und der Gr\u00fcnen Partei. Die Reformpartei liegt mit etwa 25 % deutlich dahinter.<\/p>\n<p>Starmers pers\u00f6nliche Werte sind katastrophal: Umfragen zeigen, dass nur 19 % der W\u00e4hler mit seiner F\u00fchrung einverstanden sind. Seine Nettozustimmung liegt bei minus 45 %. Auf den Wettm\u00e4rkten wird sein Ausscheiden noch vor Ende Juni als M\u00fcnzwurf gewertet.<\/p>\n<p>Rivalen innerhalb der Labour-Partei machen die Runde. In Westminster kursieren Ger\u00fcchte \u00fcber m\u00f6gliche Herausforderer wie die ehemalige stellvertretende Premierministerin Angela Rayner, Gesundheitsminister Wes Streeting und der B\u00fcrgermeister von Manchester, Andy Burnham.<\/p>\n<p>Das ist in Br\u00fcssel von Bedeutung, wo man wenig Lust hat, schwierige Verhandlungen wieder aufzunehmen, nur um zu sehen, wie sich eine geschw\u00e4chte britische Regierung unter dem innenpolitischen Druck zur\u00fcckzieht oder von den Ereignissen \u00fcberholt wird. &#8222;Alles, was auftaucht, muss noch ausgehandelt werden &#8211; und wir werden vorsichtig sein, wenn wir uns auf Starmer einlassen, wenn er in ein paar Monaten nicht mehr da ist&#8220;, sagte ein EU-Diplomat.<\/p>\n<p>Und wie sieht es l\u00e4ngerfristig aus? Das Vereinigte K\u00f6nigreich liegt seit Anfang 2025 in den Umfragen vorn, und die Buchmacher sehen es als Favorit f\u00fcr die n\u00e4chsten Parlamentswahlen, die bis 2029 stattfinden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Selbst wenn sich die W\u00e4hler f\u00fcr die EU erw\u00e4rmen, ist der wahrscheinlichste n\u00e4chste Premierminister Nigel Farage, der auch den Vorl\u00e4ufer von Reform, die Brexit-Partei, anf\u00fchrte. Er hat eine h\u00e4rtere Gangart gegen\u00fcber der EU versprochen, einschlie\u00dflich einer Neuverhandlung des Handelsabkommens f\u00fcr die Zeit nach dem Brexit, um EU-B\u00fcrgern ihre Leistungsrechte zu entziehen.<\/p>\n<p>&#8222;Seit dem Brexit ist man in Br\u00fcssel besorgt, dass <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/business\/2026\/05\/07\/britische-30-jahrige-staatsanleihen-rekordrendite-in-diesem-jahrhundert-und-warum-sie-zahl\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>Gro\u00dfbritannien<\/strong><\/a> Verpflichtungen eingeht, die es nicht erf\u00fcllen kann, vor allem, wenn sie von einer Farage-Regierung r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden k\u00f6nnten&#8220;, sagt Fabian Zuleeg, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des European Policy Centre.<\/p>\n<p>Langsamer Neustart, anhaltendes Misstrauen<\/p>\n<p>Aber auch jenseits der politischen Fragen \u00fcber das Schicksal von Starmer und der Labour-Partei ist es f\u00fcr die EU schwierig, das Engagement des Vereinigten K\u00f6nigreichs zu bewerten. Trotz des viel gepriesenen &#8222;Reset&#8220;, den Starmer nach seinem Amtsantritt in der Downing Street vollzog, waren die Fortschritte langsam und wurden durch die eigenen roten Linien der Labour-Partei stark eingeschr\u00e4nkt: keine R\u00fcckkehr zum Binnenmarkt, zur Zollunion oder zur Freiz\u00fcgigkeit.<\/p>\n<p>Die Verhandlungen sind in einigen Bereichen vorangeschritten, insbesondere bei der Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich, bei den Energieverbindungen und bei einem Veterin\u00e4rabkommen, das die Handelskonflikte nach dem Brexit verringern soll. Viele der ehrgeizigen Ziele bleiben jedoch in technischen Streitigkeiten \u00fcber die Finanzierung, die Angleichung der Rechtsvorschriften und die Jugendmobilit\u00e4t stecken.<\/p>\n<p>Bei den Gespr\u00e4chen \u00fcber die Beteiligung des Vereinigten K\u00f6nigreichs am 150 Milliarden Euro schweren EU-Verteidigungsfonds SAFE gab es bereits Streit \u00fcber die finanziellen Beitr\u00e4ge, w\u00e4hrend die Verhandlungen \u00fcber Studiengeb\u00fchren und Mobilit\u00e4tsobergrenzen in London zu einem politischen Problem geworden sind.<\/p>\n<p>In Br\u00fcssel herrscht auch Frustration dar\u00fcber, dass Gro\u00dfbritannien immer noch unsicher zu sein scheint, welche Art von langfristigen Beziehungen es eigentlich will.<\/p>\n<p>EU-Beamte argumentieren zunehmend, dass London nicht gleichzeitig einen besseren Zugang zu Teilen des Binnenmarktes fordern und viele der damit verbundenen Verpflichtungen ablehnen kann. Der alte Verdacht der &#8222;britischen Rosinenpickerei&#8220; aus der Brexit-\u00c4ra ist nie ganz verschwunden.<\/p>\n<p>Im Moment sehen die europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/02\/06\/epstein-starmer-affaere\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>Starmer<\/strong><\/a> noch als seri\u00f6s und pragmatisch an und ziehen ihn dem chaotischen Verhalten von Boris Johnson, einem seiner Vorg\u00e4nger, bei weitem vor.<\/p>\n<p>Insgeheim machen sich Beamte jedoch Sorgen, dass seine schw\u00e4chelnde politische Position die Umsetzung selbst bescheidener Vereinbarungen erschweren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Nur wenige in Br\u00fcssel wollen politisches Kapital in die Aushandlung sensibler Vereinbarungen mit einem britischen Premierminister stecken, der m\u00f6glicherweise nicht lange genug \u00fcberlebt, um sie umzusetzen &#8211; oder dessen Nachfolger sie wieder r\u00fcckg\u00e4ngig machen k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Millionen von W\u00e4hlern haben die sozialdemokratische Labour-Partei des britischen Premierministers Keir Starmer bei den Kommunalwahlen im Stich gelassen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1004313,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,158,13,5554,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-1004312","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-europaeische-union","11":"tag-headlines","12":"tag-keir-starmer","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-uk","17":"tag-united-kingdom","18":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich","20":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","21":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116540489798934176","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1004312","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1004312"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1004312\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1004313"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1004312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1004312"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1004312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}