{"id":1004616,"date":"2026-05-08T21:49:17","date_gmt":"2026-05-08T21:49:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1004616\/"},"modified":"2026-05-08T21:49:17","modified_gmt":"2026-05-08T21:49:17","slug":"ultralauf-schneller-als-alle-maenner-nach-407-km-schreibt-diese-frau-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1004616\/","title":{"rendered":"Ultralauf: Schneller als alle M\u00e4nner \u2013 Nach 407 km schreibt diese Frau Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Drei Tage und zwei N\u00e4chte war Rachel Entrekin unterwegs. Geschlafen hat sie kaum. Dann gewinnt sie den Ultramarathon Cocodona 250 in Arizona \u2013 und l\u00e4sst alle M\u00e4nner hinter sich. Der 34-J\u00e4hrigen gelingt noch mehr.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ganz am Ende, nach mehr als 400 Kilometern durch Arizona, etwa 12.000 H\u00f6henmetern und gerade mal 19 Minuten Schlaf hatte Ultral\u00e4uferin Rachel Entrekin sogar noch Kraft f\u00fcr einen Endspurt. Sie l\u00e4chelte, jubelte \u2013 und dann kamen die Tr\u00e4nen. Eigentlich, so erz\u00e4hlte sie sp\u00e4ter, habe sie schon viel fr\u00fcher angefangen zu weinen. Im Ziel des Cocodona 250 brachen sich die Emotionen dann Bahn. <\/p>\n<p>Weil sie diesen Ultralauf geschafft hat. Weil sie all die Strapazen und Herausforderungen auf dem Weg \u00fcberwunden hat. Und weil die 34-J\u00e4hrige in Arizona Historisches vollbracht hat. Bereits in den beiden Jahren zuvor hatte sie die Wertung der Frauen gewonnen, dieses Mal aber setzte sie noch einen drauf und \u00fcberquerte als Erste des gesamten Feldes die Ziellinie \u2013 vor allen M\u00e4nnern. Entrekin gewann damit als erste Frau \u00fcberhaupt den Cocodona 250, einen der h\u00e4rtesten Ultral\u00e4ufe der Welt \u00fcber 253 Meilen, also etwa 407 Kilometer. <\/p>\n<p>Mehr noch: Bei ihrer Ausnahmeleistung stellte sie in 56 Stunden, 9 Minuten und 48 Sekunden einen neuen Streckenrekord auf\u00a0\u2013 der alte lag bei 58:47:18. Als Zweiter und Sieger der M\u00e4nner kam ihr Landsmann, der US-Amerikaner Kilian Korth, in einer Zeit von 57:28:36 Stunden vor Cody Poskin (58:13:44) ins Ziel. <\/p>\n<p>Entrekin: Warum Frauen vorne mitmischen k\u00f6nnen<\/p>\n<p>\u201eM\u00e4nner und Frauen\u201c, <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bbc.com\/sport\/athletics\/articles\/ceqpjdgge2zo\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bbc.com\/sport\/athletics\/articles\/ceqpjdgge2zo&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">sagte sie anschlie\u00dfend der BBC<\/a>, \u201everf\u00fcgen nat\u00fcrlich \u00fcber ganz unterschiedliche F\u00e4higkeiten, aber bei einem Wettkampf wie diesem kommt es auf so viel mehr als nur auf die k\u00f6rperliche Fitness an.\u201c<\/p>\n<p>Das Rennen mit Start in Black Canyon City, etwa 75 Kilometer n\u00f6rdlich von Phoenix, f\u00fchrt bis zum Ziel in Flagstaff durch W\u00fcste, W\u00e4lder und \u00fcber Berge. Schlafmangel, H\u00f6henmeter, Ersch\u00f6pfung, Temperaturunterschiede, k\u00f6rperliche und mentale Krisen \u2013 die Herausforderungen sind immens. <\/p>\n<p>\u201eDie eigene Einstellung und die F\u00e4higkeit, mit Stress umzugehen sind so wichtig \u2013 sie sind mindestens genauso wichtig wie die k\u00f6rperliche Fitness \u2013, daher denke ich, dass die Voraussetzungen bei so einem Wettkampf viel ausgeglichener sind\u201c, sagte die Siegerin. Sie habe gelernt, dass man seine Einstellung selbst w\u00e4hlen k\u00f6nne. Entrekin, fr\u00fcher Physiotherapeutin, jetzt professionelle Traill\u00e4uferin, entscheidet sich daf\u00fcr, positiv zu bleiben.  <\/p>\n<p>Legende Dauwalter zweite Frau und sechste insgesamt<\/p>\n<p>Als zweite Frau und Sechste der Gesamtwertung kam Courtney Dauwalter (61:58:35) ins Ziel, die wohl beste Trail- und Ultral\u00e4uferin der Welt und l\u00e4ngst eine Legende. Die 41-J\u00e4hrige ist so etwas wie die K\u00f6nigin der Ultra-Trail-Szene, die Rekorde bricht,  unter anderem den Western States 100, den Hardrock 100 <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/article68b324425d3e123a945b0ba0\/Die-ersten-30-Kilometer-waren-Horror-sagt-die-deutsche-Doktorin-und-jubelt-nach-144-weiteren.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/article68b324425d3e123a945b0ba0\/Die-ersten-30-Kilometer-waren-Horror-sagt-die-deutsche-Doktorin-und-jubelt-nach-144-weiteren.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">und den UTMB<\/a> gewonnen hat und regelm\u00e4\u00dfig auch vorne in den Gesamtwertungen mitmischt. <\/p>\n<p>Ihre Zeit nun war die zweitschnellste, die je eine Frau bei diesem Rennen lief \u2013 im Ziel wurde sie <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DYCl8HTy56b\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.instagram.com\/p\/DYCl8HTy56b\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">von der Siegerin in Empfang und in den Arm genommen<\/a>. <\/p>\n<p>Als Entrekin vor zwei Jahren erstmals beim Cocodona 250 angetreten war, belegte sie als Gewinnerin des Frauenrennens den elften Gesamtrang. 2025 dann lief sie in neuem Frauen-Streckenrekord auf Platz vier der Gesamtwertung. Und jetzt, unterst\u00fctzt von einem sechsk\u00f6pfigen Team, zu dem auch ihre Eltern z\u00e4hlten, lie\u00df sie den ganz gro\u00dfen Triumph folgen.<\/p>\n<p>Ihr Training daf\u00fcr ist weniger durchstrukturiert, als man meinen mag: Sie richtet sich \u2013 \u00e4hnlich wie Dauwalter \u2013 weniger nach einem festen Plan und misst auch nicht st\u00e4ndig s\u00e4mtliche Parameter ihrer Leistung, sondern folgt bei ihren w\u00f6chentlichen 110 bis 130 Kilometern mehr ihrem Gef\u00fchl. <\/p>\n<p>\u201eKartoffelp\u00fcree ist einfach das Beste\u201c<\/p>\n<p>Ihre Schlafstrategie beim Ultralauf in Arizona klingt f\u00fcr jeden Menschen au\u00dferhalb des Ultralauf-Kosmos\u2019 wenig erholsam, f\u00fcr die 34-J\u00e4hrige aber reichte genau das, um durchzukommen und in neue Dimensionen vorzusto\u00dfen. W\u00e4hrend der drei Tage und zwei N\u00e4chte schlief sie insgesamt 19 Minuten. \u201eIrgendwo bei Meile 200 habe ich an einer Versorgungsstation f\u00fcnf Minuten geschlafen\u201c, erz\u00e4hlte sie BBC Sport. \u201eDann, bei etwa 230 Meilen, habe ich zweimal sieben Minuten auf dem Boden geschlafen.\u201c<\/p>\n<p>Elementar und entscheidender Faktor bei so einem Rennen ist durch den hohen Energiebedarf vor allem auch die Versorgungsstrategie. Neben Energie-Gels, S\u00fc\u00dfigkeiten, Reis und Br\u00fche setzte Entekin auf Kartoffelp\u00fcree. \u201eMan hat einfach keine Lust mehr zu kauen und will daf\u00fcr keine zus\u00e4tzliche Energie aufwenden, sagte sie: \u201eKartoffelp\u00fcree ist einfach das Beste.\u201c<\/p>\n<p>Nach ihrem Sieg und einigen Stunden Schlaf kehrte die Amerikanerin schlie\u00dflich zur\u00fcck an die Strecke, um andere Starter auf deren letzten Metern zu unterst\u00fctzen. Der Cut Off, also das Zeitlimit, um das Rennen offiziell zu beenden, betr\u00e4gt 125 Stunden. Entrekin gelang es in weniger als der H\u00e4lfte der Zeit. <\/p>\n<p><b>Melanie Haack ist Sportredakteurin <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/melanie-haack\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/melanie-haack\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>bei WELT<\/b><\/a><b>. Sie berichtet seit vielen Jahren \u00fcber olympische Sportarten und Extremsport. <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/melanie-haack\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/melanie-haack\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Hier finden Sie Ihre Texte. <\/b><\/a><\/p>\n<p><script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Drei Tage und zwei N\u00e4chte war Rachel Entrekin unterwegs. Geschlafen hat sie kaum. 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