{"id":1004834,"date":"2026-05-08T23:52:14","date_gmt":"2026-05-08T23:52:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1004834\/"},"modified":"2026-05-08T23:52:14","modified_gmt":"2026-05-08T23:52:14","slug":"preis-des-deutschen-architekturmuseums-tendenz-zum-verwaltungsbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1004834\/","title":{"rendered":"Preis des Deutschen Architekturmuseums: Tendenz zum Verwaltungsbau"},"content":{"rendered":"<p class=\"Initial paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">D ie Architektur als reine Bildproduzentin ist nicht Sache dieses Preises. Auch 2026 hat die Jury f\u00fcr den Preis des Deutschen Architekturmuseums (DAM) Bauwerke ausgew\u00e4hlt, die nicht unbedingt spektakul\u00e4r anmuten, aber, so das Kriterium, \u201eherausragende Architektur\u201c bieten. Das ist in Frankfurt schon viele Jahre so (2020 stand noch der taz-Neubau auf der Shortlist der besten Bauten).<\/p>\n<p class=\"Initial paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Vergn\u00fcgen macht es, die Begr\u00fcndungen f\u00fcr die Nominierung oder Preisvergabe durchzulesen, die in der Ausstellung \u201eDAM PREIS 2026. Die 23 besten Bauten in\/aus Deutschland\u201c vorgestellt werden. Zum Beispiel so: Das Team von Peter Grundmann Architekten habe hier gemeinsam mit dem gemeinn\u00fctzigen Verein KUNSTrePUBLIK e. V. \u201emit \u00fcberdurchschnittlich viel eigener Handarbeit sowie bescheidenem (und eingehaltenem!) Budget\u201c die vormals eingeschossige Halle mit einer leichten Stahl-Glas-Konstruktion umh\u00fcllt und um ein weiteres Geschoss erweitert, hei\u00dft es \u00fcber das Zentrum f\u00fcr Kunst und Urbanistik, kurz ZK\/U, in Berlin. Eine Arbeit im Bestand, ohne den zu musealisieren. Dass gro\u00dfe Teile der Konstruktion mit vergleichsweise einfachen Mitteln und hohem Anteil an Eigenleistung realisiert wurden, ist dem Bau nicht anzusehen. Er wirkt weder arm noch demonstrativ ressourcenschonend.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Das Weiterbauen gibt vielfach den Ton an. Nachverdichtung, Transformation, Bauen mit oder im Bestand. Unter den 100 Nominierten befinden sich neben <a href=\"https:\/\/taz.de\/Suburbia-Ausstellung-im-DAM-Frankfurt\/!6162817\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ein- und Mehrfamilienh\u00e4usern<\/a> zahlreiche Bauwerke des \u00f6ffentlichen Lebens. Tendenz zum Verwaltungsbau, der nicht repr\u00e4sentieren will, sondern funktionieren. Transparenz im Erdgeschoss, klare Organisation der Obergeschosse: Das ist keine spektakul\u00e4re, aber eine praktische Antwort auf die Frage, wie \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude heute aussehen k\u00f6nnen. Dass sie funktionieren, ist nat\u00fcrlich nicht allein Aufgabe der Architektur. Aber der eigene Anspruch einer \u00f6ffentlichen Hand l\u00e4sst sich an der Sorgfalt, wie hier geplant und ausgef\u00fchrt wird, doch ablesen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Interessant wird es dort, wo der Preis sich dem sozialen, genossenschaftlichen oder auch erst einmal dem st\u00e4dtischen Wohnungsbau zuwendet. Also da, wo gerechnet wird und wo \u201eBauherren eh alles zu teuer ist\u201c, wie mir der Frankfurter Wohnungsbauarchitekt Stefan Forster einmal wohl sehr richtig sagte. F\u00fcr das pr\u00e4mierte Ensemble \u201eWohnen F \/\/ 9\u201c von Aretz D\u00fcrr Architekten in der K\u00f6lner Innenstadt wurde eine 25 Meter schmale Baul\u00fccke mit 32 vorgefertigten Holzmodulen gef\u00fcllt \u2013 Fertigstellung: binnen zehn Tagen.<\/p>\n<p>DAM Preis<\/p>\n<p class=\"bodytext first paragraph last\"><strong>Zum DAM Preis erscheinen zwei B\u00fccher:<\/strong> Das Deutsche Architektur Jahrbuch 2026 und der Architekturf\u00fchrer Deutschland 2026. Die Ausstellung l\u00e4uft bis 10. Mai im DAM Frankfurt<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"5\">Das Ergebnis schaut dabei nicht nach reiner M\u00e4ngelverwaltung aus, wie man das Elend und die \u00d6de ja selbst hochpreisigen Eigentumswohnungen schon von der Fassade aus ansieht. Anderes Bauen muss m\u00f6glich sein, ist es oft wohl gerade dort, wo der durchschnittliche Bauherr kaum gro\u00dfen Gestaltungsspielraum sehen w\u00fcrde. Zu den weiteren Finalisten z\u00e4hlen die Doppelschule Allee der Kosmonauten in Berlin, ein Mehrgenerationenhaus in M\u00fcnchen, das langfristig bezahlbaren Wohnraum sichern soll und der \u00dcbernachtungsschutz mit medizinischer Einrichtung f\u00fcr obdachlose Menschen in M\u00fcnchen. Eine soziale Architektur, die in dieser Form in Deutschland einzigartig ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"D ie Architektur als reine Bildproduzentin ist nicht Sache dieses Preises. 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