{"id":1004894,"date":"2026-05-09T00:27:20","date_gmt":"2026-05-09T00:27:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1004894\/"},"modified":"2026-05-09T00:27:20","modified_gmt":"2026-05-09T00:27:20","slug":"nobelpreistraegerin-ueber-ukraine-krieg-putin-ist-in-der-sackgasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1004894\/","title":{"rendered":"Nobelpreistr\u00e4gerin \u00fcber Ukraine-Krieg: &#8222;Putin ist in der Sackgasse&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Die stark verkleinerte Milit\u00e4rparade in Moskau ist kein Zeichen von St\u00e4rke, sondern von Schw\u00e4che. Das sagt <strong>Irina Scherbakowa<\/strong>, Historikerin und Mitbegr\u00fcnderin der Friedensnobelpreistr\u00e4ger-Organisation Memorial, in der ZiB2.\u00a0<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Der Zeitpunkt k\u00f6nnte kaum passender sein: Am Freitag verk\u00fcndete US-Pr\u00e4sident <strong>Donald Trump<\/strong> eine dreit\u00e4gige Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine und brachte damit zumindest vor\u00fcbergehend Bewegung in einen seit mehr als vier Jahren festgefahrenen Krieg.\u00a0<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Scherbakowa war zuvor auf Initiative des Karl-Renner-Instituts in Wien und hatte dort bereits gesagt, der Mythos vom siegreichen Russland wanke. In der ZiB2 zeichnete sie ein noch drastischeres Bild.<\/p>\n<p>    Parade als Symbol der Unsicherheit<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Die Milit\u00e4rparade zum Tag des Sieges \u00fcber Nazi-Deutschland war jahrelang das zentrale Propagandainstrument des Kremls, inszeniert nicht nur als Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, sondern zunehmend als Signal f\u00fcr einen m\u00f6glichen Sieg \u00fcber die Ukraine. Im Vorjahr, zum runden Jahrestag, wurde sie mit enormem ideologischen Aufwand begangen. Die Botschaft damals war klar: Russland siegt, damals wie heute. Heuer wurde die Parade deutlich reduziert. F\u00fcr Scherbakowa ist das bezeichnend: Putin habe sich mit seiner eigenen, \u00fcber Jahre aufgebauten Propaganda in eine Falle man\u00f6vriert.\u00a0<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">&#8222;In diesem Jahr sieht es ganz anders aus&#8220;, sagt sie. Die Parade sei Ausdruck der Unsicherheit und der Angst, &#8222;und es geht \u00fcberhaupt nicht um den Sieg.&#8220;<\/p>\n<p>Glaube an den Sieg schwindet<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Auch in der russischen Bev\u00f6lkerung nehme der Glaube an einen russischen Erfolg sp\u00fcrbar ab.\u00a0<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">&#8222;Was wir deutlich merken in diesem Jahr und vor allem in den letzten Monaten, das ist die M\u00fcdigkeit, dass die Menschen an diesen Sieg nicht mehr glauben.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Dazu komme der wirtschaftliche Druck: steigende Preise, h\u00f6here Lebenshaltungskosten und ukrainische Drohnenangriffe, die inzwischen auch Moskau und den Ural erreichen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">&#8222;Unmut, Unzufriedenheit, M\u00fcdigkeit breitet sich aus&#8220;, sagt Scherbakowa.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Verl\u00e4ssliche Umfragedaten seien in einer Diktatur kaum zu erheben, betont sie. Zustimmung bedeute nicht automatisch \u00dcberzeugung, Widerstand sei schlicht zu gef\u00e4hrlich. Als Vergleich zieht sie einen drastischen historischen Verweis heran: Auch im April 1945 in Hitler-Deutschland h\u00e4tten Umfragen wohl noch Zustimmung zum Regime gezeigt. Der Gewaltapparat sei zu stark, die Angst zu gro\u00df.\u00a0<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">&#8222;Putins Regime ist jetzt in der Krise und Putin ist in der Sackgasse.&#8220;<\/p>\n<p>Opposition kaum m\u00f6glich, aber Signale des Unmuts<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Eine klassische Opposition existiere nicht. Selbst schwache Gegenstimmen w\u00fcrden vom Regime systematisch ausgeschaltet, besonders mit Blick auf die anstehenden Duma-Wahlen im Herbst. Dass das Regime selbst vor diesen schwachen Formen des Widerstands Angst habe, zeige sich daran, wie konsequent potenzielle Alternativen im Vorfeld der Wahlen ausgeschaltet w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Dennoch sieht Scherbakowa Signale wachsender Unzufriedenheit: in reichweitenstarken Bloggern, deren Kritik Millionen erreiche, und in Exilmedien, die trotz Internetzensur viele Russen weiterhin h\u00f6ren wollen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">&#8222;Es gibt sehr viele Medien, die viele Menschen in Russland trotzdem h\u00f6ren und h\u00f6ren wollen, trotz Einschr\u00e4nkungen des Internets.&#8220;<\/p>\n<p>    Waffenruhe, aber kaum Aussicht auf echten Frieden<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Am selben Abend hatte Trump eine dreit\u00e4gige Feuerpause verk\u00fcndet, die vom 9. bis 11. Mai gelten soll und einen Austausch von je 1.000 Kriegsgefangenen vorsieht. Sowohl der Kreml als auch <strong>Wolodimir Selenskij<\/strong> best\u00e4tigten die Vereinbarung. Trump sprach vom &#8222;Anfang vom Ende&#8220; des Krieges. Scherbakowa bleibt dennoch skeptisch, was echte Friedensverhandlungen betrifft.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Selenskij habe realistische Vorschl\u00e4ge gemacht, etwa einen Waffenstillstand an der aktuellen Frontlinie als Ausgangspunkt f\u00fcr weitere Verhandlungen. Moskau hingegen bestehe weiterhin auf Forderungen, die f\u00fcr die Ukraine schlicht nicht akzeptabel seien: der R\u00fcckzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass und weiteren Gebieten, die Russland nicht einmal vollst\u00e4ndig kontrolliere.\u00a0<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">&#8222;Sobald diese Forderungen so unrealistisch klingen, wie das jetzt ist, glaube ich nicht, dass das zu etwas f\u00fchren kann.&#8220;<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Einen echten Durchbruch erwartet Scherbakowa erst dann, wenn der Druck auf Putin gro\u00df genug wird, sein Kalk\u00fcl zu ver\u00e4ndern: milit\u00e4risch an der Front, wirtschaftlich im Inneren und politisch durch wachsende Unzufriedenheit in der Bev\u00f6lkerung.\u00a0<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">&#8222;Es kann nur dann passieren, wenn Putin begreift, dass es f\u00fcr ihn keinen anderen Ausweg gibt in diesem Krieg.&#8220;\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die stark verkleinerte Milit\u00e4rparade in Moskau ist kein Zeichen von St\u00e4rke, sondern von Schw\u00e4che. Das sagt Irina Scherbakowa,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1004895,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-1004894","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116541787264953904","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1004894","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1004894"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1004894\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1004895"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1004894"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1004894"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1004894"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}