{"id":1004974,"date":"2026-05-09T01:18:40","date_gmt":"2026-05-09T01:18:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1004974\/"},"modified":"2026-05-09T01:18:40","modified_gmt":"2026-05-09T01:18:40","slug":"galerie-kunst-am-dom-in-guestrow-grafiken-stark-nachgefragt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1004974\/","title":{"rendered":"Galerie Kunst am Dom in G\u00fcstrow: Grafiken stark nachgefragt"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ist es so, dass sich Menschen in der Krise wieder auf Werte besinnen? Galeristen in G\u00fcstrow\u00a0jedenfalls staunen: Kunst wird wieder gern gekauft! Martina Fregin, die k\u00fcrzlich Zeichnungen und Skulpturen des bekannten Bildhauers Thomas Jastram ausgestellt hatte, freut sich: \u201eIch habe seine Arbeiten gut verkaufen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Kokette Damen in High Heels<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Vor allem die erotischen Motive waren begehrt. Skulpturen und Bilder von koketten Kokotten auf High Heels und in lasziven Posen kamen besonders gut an.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der in Hamburg lebende Bildhauer stammt aus der bedeutenden Mecklenburger K\u00fcnstlerfamilie Jastram. Er hatte bereits eine Personalschau in der G\u00fcstrower Wollhalle und bis jetzt in der Galerie Martina Fregin in der Hageb\u00f6cker Stra\u00dfe. \u201eMir hat die Arbeit mit ihm viel Freude gemacht\u201c, denkt sie zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Seit Sonnabend, 9. Mai, ist bei ihr eine Ausstellung mit dem K\u00fcnstler Rando Geschewski zu sehen, der in den letzten Monaten in seinem lichten Warnem\u00fcnder Atelier eigens f\u00fcr diese Schau namens \u201eMythos\u201c unerm\u00fcdlich gearbeitet hat. Der geb\u00fcrtige Berliner ist ebenfalls K\u00fcnstler der Galerie im Bahnhof Teterow.<\/p>\n<p>Bilder borgen in der Artothek<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Auch Andreas Wittenburg, Betreiber der Galerie und Rahmenwerkstatt \u201eKunst am Dom\u201c, ist erstaunt. Seine aktuelle Ausstellung \u201eKunst im Rahmen\u201c interessiert die Sammler. Vor allem Grafiken verschiedener K\u00fcnstler hat er mit einem entsprechenden Rahmen ins rechte Licht ger\u00fcckt &#8211; und recht gut verkauft. \u201eGrafiken sind hier momentan sehr gefragt\u201c, meint er.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Wer nicht kaufen mag oder kann, kann aber auch Kunstwerke f\u00fcr einen kleinen Preis bei ihm ausleihen. Andreas Wittenburg betreibt jetzt n\u00e4mlich auch eine Artothek. Weiterer Vorteil, au\u00dfer dem finanziellen Aspekt: Man kann immer wieder Neues an die Wand h\u00e4ngen. Und hochwertig ist es dennoch.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/7ada34e1-a3cd-4372-9733-8f99fc57af72.jpg\" alt=\"Andreas Wittenburg im Atelier bei Otto Sander Tischbein (links)\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"data:image\/svg+xml,%3csvg%20width='48'%20height='48'%20viewBox='0%200%2048%2048'%20fill='none'%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%3e%3crect%20width='48'%20height='48'%20rx='24'%20fill='white'%20fill-opacity='0.8'\/%3e%3cmask%20id='mask0_13797_3251'%20style='mask-type:alpha'%20maskUnits='userSpaceOnUse'%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%3e%3crect%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%20fill='%23D9D9D9'\/%3e%3c\/mask%3e%3cg%20mask='url(%23mask0_13797_3251)'%3e%3cpath%20d='M15%2033V25H17V29.6L29.6%2017H25V15H33V23H31V18.4L18.4%2031H23V33H15Z'%20fill='%231C1B1F'\/%3e%3c\/g%3e%3c\/svg%3e\"\/><\/p>\n<p>Andreas Wittenburg im Atelier bei Otto Sander Tischbein (links) (Foto: Silke Vo\u00df)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Andreas Wittenburg bereitet aber schon die n\u00e4chste Ausstellung vor. \u201eEine Unterwanderung\u201c hei\u00dft die Schau mit zwei besonderen K\u00fcnstlern: Otto Sander Tischbein aus Neuenhagen bei Stavenhagen und Knut Bartsch aus Klein Methling bei Gnoien. Daf\u00fcr f\u00e4hrt Andreas Wittenburg schon mal quer durchs Land gen Osten, um die original Arbeiten in den Ateliers der K\u00fcnstler in Augenschein zu nehmen.<\/p>\n<p>Erfinder der Mail-Art in der DDR<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">So war er j\u00fcngst bei Otto Sander Tischbein, kurz OST. Der Grafiker beherrscht die Kunst, in seine Motive Erz\u00e4hlerisches zu radieren \u2013 also Bildnerisches und Literarisches in einer Kunstform zu vereinen. Der gewitzte K\u00fcnstler gilt als Erfinder der Mail-Art im Osten. Als im kleinen Land <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"DDR\" data-rtr-id=\"484014e1521aaa3e1f538e43d394c5bf5ed0a593\" data-rtr-score=\"7.2903971422567775\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"40\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/thema\/ddr\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">DDR<\/a> l\u00e4ngst nicht alles zu Sagende zu sagen erlaubt war, waren verschl\u00fcsselte Botschaften, versteckt in wenigen kunstvollen Strichen, geboten. Wie kaum ein anderer hat Otto Sander dies ironisiert und perfektioniert. Sammler wissen die bis heute politisch inkorrekten K\u00f6stlichkeiten auf Briefumschl\u00e4gen zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p class=\"tw-text-neutral-10 tw-py-2 tw-border-t tw-mb-0 tw-text-title-md tw-font-medium tw-border-solid tw-border-b-neutral-10 tw-font-primary\">Empfohlene Artikel<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Im Jahr der DDR-Gr\u00fcndung im Anhaltinischen geboren, ist der K\u00fcnstler 1980 in Mecklenburg zwischen G\u00fcstrow und Teterow gelandet und damit auch in einer ihm \u201eunbekannten Sprache\u201c. Seitdem ist er hier beheimatet, umrei\u00dft immer mal auch Bauern- und Pferdek\u00f6pfe.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Meist war er aber unterwegs, immer wieder 7000 Kilometer bis Portugal und zur\u00fcck. Zahlreiche Wanderer von unterwegs hat er mit dem Pinsel umrissen und auf hohe, schmale Leinw\u00e4nde gebannt.<\/p>\n<p>Vorbild ist Goethes Zeichner<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Unter dem Pseudonym OST (Otto Sander plus Tischbein, nach dem Goethe-Portr\u00e4tisten Tischbein) kam oft P(ost) von unterwegs. Die Abk\u00fcrzung kann zugleich als Bekenntnis zur \u201eOstkunst\u201c gelten.\u00a0 Er ist insofern Meister eigenwilligen Denkens, des Tiefdrucks und hoher Handwerkskunst.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fa9d1643-9fda-498a-8aac-5e3b0d152914.jpg\" alt=\"Otto Sander Tischbein liest eine plattdeutsche Geschichte im Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen.\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"data:image\/svg+xml,%3csvg%20width='48'%20height='48'%20viewBox='0%200%2048%2048'%20fill='none'%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%3e%3crect%20width='48'%20height='48'%20rx='24'%20fill='white'%20fill-opacity='0.8'\/%3e%3cmask%20id='mask0_13797_3251'%20style='mask-type:alpha'%20maskUnits='userSpaceOnUse'%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%3e%3crect%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%20fill='%23D9D9D9'\/%3e%3c\/mask%3e%3cg%20mask='url(%23mask0_13797_3251)'%3e%3cpath%20d='M15%2033V25H17V29.6L29.6%2017H25V15H33V23H31V18.4L18.4%2031H23V33H15Z'%20fill='%231C1B1F'\/%3e%3c\/g%3e%3c\/svg%3e\"\/><\/p>\n<p>Otto Sander Tischbein liest eine plattdeutsche Geschichte im Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen. (Foto: Silke Vo\u00df)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">In Mecklenburg war er Mentor und ist Freund von Knut Bartsch. Kopfmotive in hochqualitativen Farben sind dessen Markenzeichen. 1965 ist er in Glauchau geboren, hat in Teterow Abitur gemacht, war Philosophiestudent unter qualmenden K\u00f6pfen und K\u00fcnstler in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Berlin\" data-rtr-id=\"d0f8ca37195d12bf55f612c03cb5ae6e0ea21dfa\" data-rtr-score=\"11.186173565875183\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"36\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/thema\/berlin\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a>, experimentierte mit sich \u00fcberlagernden Formen in nahezu dreidimensional scheinender Brillanz. Feine unikate Schablonendrucke und vielschichtige Glas\u00fcbermalungen k\u00fcnden subtil von der Synchronizit\u00e4t des Lebens.<\/p>\n<p>Singende Tellermine<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Heute bei Gnoien lebend, hat Bartsch hierzulande unter anderem im Rathaus Malchin und in der Klostergalerie Dargun ausgestellt.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Ausstellung wird am 6. Juni er\u00f6ffnet. AnniKa von Trier alias \u201eDie singende Tellermine\u201c aus Berlin spielt Akkordeon und singt urbane Lieder. Der in G\u00fcstrow aufgewachsene Autor Carsten Gansel h\u00e4lt die Laudatio.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ist es so, dass sich Menschen in der Krise wieder auf Werte besinnen? 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