{"id":1004992,"date":"2026-05-09T01:28:16","date_gmt":"2026-05-09T01:28:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1004992\/"},"modified":"2026-05-09T01:28:16","modified_gmt":"2026-05-09T01:28:16","slug":"labour-absturz-was-der-siegeszug-von-reform-uk-ueber-die-offene-wunde-des-brexits-verraet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1004992\/","title":{"rendered":"Labour-Absturz: Was der Siegeszug von Reform UK \u00fcber die offene Wunde des Brexits verr\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Die Rechtspopulisten sind bei den Kommunalwahlen in Gro\u00dfbritannien dort stark, wo die Wunde des Brexits nie ganz verheilt ist. Nicht nur Labour verliert kr\u00e4ftig, sondern auch die Konservativen. Die britische Parteienlandschaft ist nicht wiederzuerkennen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nigel Farage hat allen Grund zu strahlen. \u201eWas hier passiert, ist nicht weniger als ein historischer Wandel der britischen Politik\u201c, sagte der Vorsitzende der rechtspopulistischen Reform-Partei. Bei den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus69f77a19ed1f2e03d501c2b8\/wahlen-in-grossbritannien-wenn-die-prognosen-korrekt-sind-wird-das-ergebnis-traumatisch-fuer-labour.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus69f77a19ed1f2e03d501c2b8\/wahlen-in-grossbritannien-wenn-die-prognosen-korrekt-sind-wird-das-ergebnis-traumatisch-fuer-labour.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Regionalwahlen<\/a> hat seine Partei im ganzen Land abger\u00e4umt. \u201eReform ist in der Lage, in Gebieten zu gewinnen, die immer konservativ waren, aber gleichzeitig haben wir umfassend bewiesen, dass wir Regionen gewinnen k\u00f6nnen, die seit dem Ende des Ersten Weltkriegs von Labour dominiert wurden.\u201c<\/p>\n<p>Havering im Londoner Osten, ein deutlicher Sieg \u00fcber die konservativen Tories in Essex und Suffolk an der Kanalk\u00fcste, klare Gewinne auf Kosten von Labour in den Midlands und im Norden Englands \u2013 Reform konnte in ganz unterschiedlichen Landesteilen punkten. Die Partei, hervorgegangen aus der einstigen Brexit-Partei, hat sowohl Premierminister Keir Starmers Labour-Partei als auch den Konservativen fast im ganzen Land schwere Verluste zugef\u00fcgt. Aus dem Stand konnte die Reform-Partei mehr als 1400 Abgeordnete in die englischen Land- und Kreistage schicken. Bei den entsprechenden Wahlen vor vier Jahren spielte die Partei landesweit noch keine Rolle.<\/p>\n<p>\u201eDie Ergebnisse haben die hochgradige Fragmentierung der britischen Parteienlandschaft best\u00e4tigt\u201c, sagte John Curtice, Professor f\u00fcr Politikwissenschaft an der Universit\u00e4t Strathclyde. Reform UK sei diesmal zweifellos der Gewinner. Die Konservativen und Labour, die im Land jahrzehntelang die Politik bestimmt haben, haben beide Hunderte Sitze in den Regionalparlamenten verloren. <\/p>\n<p>Die Wahlen zeigen aber auch, dass die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus69c96bfb118be8d403ed0aff\/europaeische-union-die-briten-moechten-zurueck-und-koennen-nicht.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus69c96bfb118be8d403ed0aff\/europaeische-union-die-briten-moechten-zurueck-und-koennen-nicht.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wunde des Brexit<\/a> zehn Jahre nach dem Referendum im Land weiter schwelt. \u201eNigel Farages Partei schnitt dort am besten ab, wo 2016 mit gro\u00dfer Mehrheit f\u00fcr den Brexit gestimmt wurde\u201c, sagte Curtice. In Wahlbezirken, die damals mit mehr als 60 Prozent f\u00fcr einen Austritt aus der EU stimmten, lag die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Reform einer ersten Analyse zufolge im Durchschnitt bei 41 Prozent. In Regionen, die sich f\u00fcr den Verbleib in der Union ausgesprochen hatten, bekam Farages Partei im Schnitt nur zehn Prozent. <\/p>\n<p>Gew\u00e4hlt wurden am Donnerstag die Councils in Teilen Englands. Diese 136 Einheiten entsprechen den Kreis- und Stadtteilvertretungen in Deutschland. In den Landesteilen Wales und Schottland standen die Regionalparlamente zur Wahl. Die Labour-Partei verteidigte rund 2500 der englischen regionalen Sitze. Am Abend, nach Ausz\u00e4hlung von 119 der 136 Councils, musste Labour den Verlust von 1200 Councillors hinnehmen. <\/p>\n<p>Starmer lehnt R\u00fccktritt ab<\/p>\n<p>Eine Reihe von Labour-Abgeordneten forderten Starmer auf, angesichts der katastrophalen Verluste pers\u00f6nliche Konsequenzen zu ziehen. \u201eDie Botschaft der W\u00e4hler k\u00f6nnte nicht deutlicher sein: Die Dinge m\u00fcssen sich \u00e4ndern\u201c, sagte der Parlamentarier Simon Opher und forderte einen \u201egeordneten \u00dcbergang\u201c zu einer neuen F\u00fchrung. Sein Kollege Connor Naismith forderte Starmer auf, einen Zeitplan f\u00fcr seinen R\u00fccktritt vorzulegen.<\/p>\n<p>Doch Starmer betonte, dass ein R\u00fccktritt f\u00fcr ihn nicht infrage komme. \u201eNein, ich werde nicht davonlaufen und das Land ins Chaos st\u00fcrzen. Wir sind gew\u00e4hlt worden, um diese Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen, und das ist genau das, was wir tun werden\u201c, sagte er. Auch das Kabinett h\u00e4lt zum Premier. Schatzkanzlerin Rachel Reeves, Verteidigungsminister John Healey und Verkehrsministerin Heidi Alexander geh\u00f6rten zu denen, die einr\u00e4umten, dass die Ergebnisse entt\u00e4uschend seien. Sie stellten sich aber demonstrativ hinter Starmer.<\/p>\n<p>Besonders heftig wurde Labour in Wales abgestraft. Im neu gew\u00e4hlten Senedd, dem Regionalparlament in Cardiff, ist Labour k\u00fcnftig nur noch mit neun Abgeordneten vertreten. Die Region im Westen der Insel an der Irischen See galt seit Jahrzehnten als traditionelles Kernland der Partei. In der alten Industrieregion konnte Labour seit 100 Jahren Wahlen immer f\u00fcr sich entscheiden. Das ist vorbei. Abger\u00e4umt haben diesmal die linksliberalen walisischen Nationalisten von Plaid Cymru mit 43 Sitzen vor Reform mit 34 Abgeordneten. Labour bleibt weit abgeschlagen der dritte Platz. Selbst die bisherige Ministerpr\u00e4sidentin der Region, Eluned Morgan, hat ihr Abgeordnetenmandat verloren. <\/p>\n<p>Auch in Schottland wurde am Abend noch ausgez\u00e4hlt. Eindeutig ist aber bereits, dass die Schottische Nationalpartei die Wahlen zum Regionalparlament in Holyrood einmal mehr f\u00fcr sich entscheiden konnte, zum f\u00fcnften Mal seit 2007. Die Hoffnung auf eine Abl\u00f6sung, die Labour sich noch vor einem Jahr ausgerechnet hatte, haben die Umfragen seit L\u00e4ngerem unwahrscheinlich gemacht. <\/p>\n<p>Ein kleiner Trost f\u00fcr Labour: So schlimm wie in einigen Prognosen, die mit dem Verlust von mehr als 2000 Parteivertretern in England gerechnet hatten, ist die Wahl nicht ausgefallen. Die Partei ist allerdings von mehreren Seiten unter Druck, warnte Rob Ford, Politikwissenschaftler an der Universit\u00e4t Manchester. \u201eLabour verliert Sitze an Reform, aber Labour verliert auch W\u00e4hler an die Gr\u00fcnen.\u201c Den Linkspopulisten helfe ihre wachsende Zustimmung nicht \u00fcberall zu Councillors, die geringere Zustimmung f\u00fcr Labour erlaube es Reform UK, durch die Mitte zu kommen. <\/p>\n<p>Britische Politik \u201efragmentierter als jemals zuvor\u201c<\/p>\n<p>Die Konservativen verkauften die Wahl als \u201egro\u00dfartiges Ergebnis\u201c und Beweis, dass die Partei zur\u00fcckkomme. Als \u201eeinzige glaubw\u00fcrdige Alternative zu Labour\u201c pries die Vorsitzende Kemi Badenoch ihre Partei. Doch die Konservativen haben von rund 1400 Mandaten vor Ende der Ausz\u00e4hlung bereits knapp 500 verloren. <\/p>\n<p>\u201eDie britische Politik ist fragmentierter als jemals zuvor\u201c, konstatierte Wahl-Experte Curtice. W\u00fcrde man die Ergebnisse der Regional- und Kommunalwahlen hochrechnen auf das ganze Land, komme man auf f\u00fcnf Parteien mit jeweils zwischen 16 und 26 Prozent. Dazu kommen die Nationalparteien in den Landesteilen. Das britische Wahlsystem mit relativem Mehrheitswahlrecht, bei dem jeder Wahlkreis den Kandidaten mit den meisten Stimmen ins Parlament schickt, wird damit zunehmend schwer vorherzusagen. <\/p>\n<p><b>Claudia Wanner schreibt f\u00fcr WELT vor allem \u00fcber die <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/grossbritannien-wirtschaft\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/grossbritannien-wirtschaft\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>britische Wirtschaft.<\/b><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Rechtspopulisten sind bei den Kommunalwahlen in Gro\u00dfbritannien dort stark, wo die Wunde des Brexits nie ganz verheilt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1004993,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13935,17270,40665,13,15861,9769,14,15,110,99001,12,6382,45,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-1004992","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-brexit","9":"tag-farage","10":"tag-grossbritannien-politik","11":"tag-headlines","12":"tag-keir","13":"tag-labour-party-geo-gb","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-newsteam","17":"tag-nigel","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-starmer","20":"tag-texttospeech","21":"tag-top-news","22":"tag-top-meldungen","23":"tag-topmeldungen","24":"tag-topnews","25":"tag-welt","26":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116542026886354314","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1004992","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1004992"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1004992\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1004993"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1004992"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1004992"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1004992"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}