{"id":1005129,"date":"2026-05-09T02:49:17","date_gmt":"2026-05-09T02:49:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1005129\/"},"modified":"2026-05-09T02:49:17","modified_gmt":"2026-05-09T02:49:17","slug":"energie-das-rennen-um-die-ersten-fusionskraftwerke-ist-eroeffnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1005129\/","title":{"rendered":"Energie: Das Rennen um die ersten Fusionskraftwerke ist er\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Das von Microsoft-Gr\u00fcnder Bill Gates unterst\u00fctzte Start-up-Unternehmen Type One Energy will in Europa die Technologie des Fusionsreaktors vorantreiben. Mit Partnern plant es den Bau eines ersten kommerziellen Fusionsreaktors in Gro\u00dfbritannien, der schon etwa zur Mitte des n\u00e4chsten Jahrzehnts fertiggestellt sein k\u00f6nnte. Type One Energy hat dazu mit dem in Oxford ans\u00e4ssigen Unternehmen Tokamak Energy und dem US-Infrastrukturkonzern Aecom das Konsortium \u201eUK Infinity Fusion\u201c gebildet. Ein Vertrag dar\u00fcber wurde diese Woche unterzeichnet.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Ziel ist es, einen Reaktor mit ungef\u00e4hr 400 Megawatt Leistung zu errichten, der auf dem sogenannten Stellarator-Design von Type One Energy basiert. Man werde von den Erfahrungen profitieren, die durch ein Pionierprojekt im US-Bundesstaat Tennessee gewonnen werden, erkl\u00e4rten die Unternehmen. Dort wird in den kommenden Jahren ein Fusionsreaktor f\u00fcr den staatlichen Energieversorger Tennessee Valley Authority (TVA) gebaut, der laut Planung schon im Jahr 2034 in Betrieb gehen soll.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Einen \u00e4hnlichen Zeitplan verfolgt das Unternehmen Commonwealth Fusion Systems f\u00fcr ein Kraftwerk in Virginia. Diese beiden k\u00f6nnten die ersten kommerziell genutzten Reaktoren mit Kernfusion der Welt werden. Dar\u00fcber hinaus gibt es auch in Deutschland gleich mehrere vielversprechende Vorhaben von Start-up-Unternehmungen in M\u00fcnchen und in Darmstadt.<\/p>\n<p>Rennen zwischen den USA, China und privaten Investoren<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">In einem Fusionsreaktor werden Wasserstoffisotope unter extremer Hitze zu Heliumatomen verschmolzen, wodurch Energie freigesetzt wird. Allerdings muss zuvor enorm viel Energie aufgewendet werden, um die Teilchen des Fusionsplasmas auf mehr als 100 Millionen Grad zu erhitzen, sodass Kernfusionsreaktionen stattfinden k\u00f6nnen. Das Plasma muss dabei mithilfe extrem starker Magnetfelder stabil eingeschlossen werden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die <a data-rtr-index=\"18\" title=\"USA\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/usa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> und China liefern sich ein Rennen, wer diese Technik f\u00fcr die kommerzielle Energieerzeugung als Erster nutzbar machen kann. Beide L\u00e4nder investieren Milliardenbetr\u00e4ge. Die britische Regierung stellt \u00fcber f\u00fcnf Jahre 2,5 Milliarden Pfund (2,9 Milliarden Euro) zur Verf\u00fcgung, darunter 1,3 Milliarden Pfund f\u00fcr die Entwicklung eines Prototyp-Reaktors namens \u201eStep\u201c. Es flie\u00dft auch zunehmend privates Geld in Start-up-Unternehmen. Laut Internationaler Atomenergiebeh\u00f6rde (IAEA) haben die privaten Investitionen in diesem Bereich inzwischen zehn Milliarden Dollar \u00fcberschritten.<\/p>\n<p>Energie reicht noch nicht f\u00fcr Kraftwerk<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Bef\u00fcrworter glauben, dass schon Mitte der Drei\u00dfigerjahre erste kommerzielle Fusionskraftwerke laufen k\u00f6nnen. Skeptiker sagen indes, dass die Entwicklung technisch sehr anspruchsvoll sei und noch Jahrzehnte dauern werde. In S\u00fcdfrankreich wird seit zwei Jahrzehnten das internationale Gro\u00dfprojekt ITER aufgebaut, das die Kernfusion erforscht. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts forschen in Deutschland an der weltgr\u00f6\u00dften Stellarator-Experimentieranlage namens Wendelstein 7-X in Greifswald. Auch das US-Unternehmen Type One Energy basiert sein Kraftwerksdesign auf diesem Stellarator-Typ.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Bislang ist es aber bei den Experimenten allenfalls punktuell gelungen, Plasma f\u00fcr einige Minuten aufrechtzuerhalten und eine Fusionsreaktion zu z\u00fcnden. In den USA an der National Ignition Facility und in Gro\u00dfbritannien am Joint European Torus konnten Wissenschaftler dabei kurzzeitig etwas mehr Energie freisetzen, als zur Plasmaerhitzung direkt eingebracht wurde. Von einer gr\u00f6\u00dferen Energiegewinnung, die f\u00fcr ein Kraftwerk n\u00f6tig w\u00e4re, ist das noch weit entfernt.<\/p>\n<p>Auch in Deutschland zwei Pilot-Kraftwerke<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Dennoch gibt es immer mehr Investorenprojekte. In Deutschland plant das Start-up-Unternehmen Proxima Fusion am Standort des Kernkraftwerks Gundremmingen einen Demonstrationsreaktor \u201eAlpha\u201c. Es soll zwei Milliarden Euro kosten, den gr\u00f6\u00dften Teil davon \u00fcbernehmen der Bund (1,2 Milliarden Euro) und der Freistaat Bayern (400 Millionen Euro), Proxima soll 400 Millionen Euro beisteuern. Auch in Hessen ist auf dem ehemaligen AKW-Gel\u00e4nde in Biblis eine Pilotanlage basierend auf einer Lasertechnologie geplant, die das <a data-rtr-index=\"16\" title=\"Start-ups\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/start-ups\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Start-up<\/a> Focused Energy mit RWE Nuclear errichtet.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Chris Mowry, Vorstandschef von Type One Energy, sagt: \u201eDie Kernfusion muss nicht nur entwickelt, sondern auch umgesetzt werden.\u201c Das neue amerikanisch-britische Konsortium vereine die industriellen Kompetenzen der beiden L\u00e4nder. Type One Energy wurde von US-Wissenschaftlern 2019 gegr\u00fcndet. 2023 stiegen Wagniskapitalgeber ein, darunter Bill Gates\u2019 Firma Breakthrough Energy Ventures. Das Unternehmen hat inzwischen mehr als 160 Millionen Dollar Kapital eingeworben. Tokamak Energy gilt als ein global f\u00fchrendes Unternehmen im Bereich der Hochtemperatur-Supraleitung (HTS). Es entstand als Ausgr\u00fcndung der britischen Atomenergiebeh\u00f6rde UK Atomic Energy Authority.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Das britische Start-up First Light Fusion hat unterdessen Pl\u00e4ne f\u00fcr ein kommerzielles Fusionskraftwerk wieder abgesagt und dies mit technischen und finanziellen Schwierigkeiten begr\u00fcndet. Der Bau w\u00fcrde mehrere Milliarden kosten, was es nicht stemmen k\u00f6nne. First Light Fusion konzentriert sich nun auf die Entwicklung und Zulieferung von Komponenten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Am weitesten sind die Pl\u00e4ne in den USA. Dort hat das Unternehmen Commonwealth Fusion Systems rund drei Milliarden Dollar eingeworben, um in Richmond, Virginia, ein kommerzielles Fusionskraftwerk mit 400 Megawatt Leistung zu bauen, das Mitte der Drei\u00dfigerjahre ans Netz gehen soll. Google hat einen Vertrag zur Abnahme des erzeugten Stroms unterschrieben. Baubeginn soll 2027 sein.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Fast gleichauf liegt das erw\u00e4hnte Projekt von Type One Energy und der TVA in Tennessee. Sie planen, ihr erstes Fusionskraftwerk auf dem Gel\u00e4nde eines fr\u00fcheren Kohlekraftwerks in der Kleinstadt Clinton zu errichten. Im vergangenen September hat der staatliche Energieversorger TVA dazu eine Absichtserkl\u00e4rung unterzeichnet. Type One Energy hat vor Kurzem die Genehmigungsantr\u00e4ge eingereicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das von Microsoft-Gr\u00fcnder Bill Gates unterst\u00fctzte Start-up-Unternehmen Type One Energy will in Europa die Technologie des Fusionsreaktors vorantreiben.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1005130,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,171,174,173,172],"class_list":{"0":"post-1005129","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-markets","14":"tag-maerkte","15":"tag-unternehmen","16":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116542346009798063","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1005129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1005129"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1005129\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1005130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1005129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1005129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1005129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}