{"id":1005212,"date":"2026-05-09T03:39:19","date_gmt":"2026-05-09T03:39:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1005212\/"},"modified":"2026-05-09T03:39:19","modified_gmt":"2026-05-09T03:39:19","slug":"essen-und-trinken-in-bremen-die-wunderbare-welt-der-anglizismen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1005212\/","title":{"rendered":"Essen und Trinken in Bremen: Die wunderbare Welt der Anglizismen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Viele Essens- und Getr\u00e4nkel\u00e4den in Bremens Innenstadt nutzen \u00fcberwiegend englische Begriffe wie &#8222;Hot Dog&#8220;, &#8222;Street Food&#8220; und &#8222;Home of the Smash Burger&#8220;.<\/li>\n<li>Der WESER-KURIER vermeidet bewusst Anglizismen in seinen Artikeln, verwendet stattdessen deutsche Begriffe wie &#8222;R\u00fcckmeldung&#8220; oder &#8222;heruntergeladen&#8220;.<\/li>\n<li>Vereinzelt verwenden Betriebe in Bremen auch traditionelle deutsche Bezeichnungen, zum Beispiel &#8222;Au\u00dferhausverkauf&#8220; oder &#8222;Hausgemacht&#8220;.<\/li>\n<\/ul>\n<p>            Mehr anzeigen<br \/>\n            Weniger anzeigen<\/p>\n<p>Wer als Redakteur f\u00fcr den WESER-KURIER schreibt, ist angehalten, Anglizismen so weit wie m\u00f6glich zu vermeiden. In den Artikeln gibt es kein Canceln, Downloaden oder Shoppen, hier wird abgesagt, heruntergeladen und eingekauft. Ein Treffen ist ein Treffen, kein Meeting, Mode bleibt Mode, nicht Fashion, und vom geneigten Leser gibt es genau daf\u00fcr manchmal kein Feedback, sondern eine positive R\u00fcckmeldung.<\/p>\n<p>F\u00fcr die vielen kleinen L\u00e4den und Kioske, die in Bremen Essen und Trinken anbieten, gilt diese sprachliche Etikette ganz offensichtlich nicht. Zumindest deutet eine Fahrt mit der Stra\u00dfenbahn vom Bahnhof zur Domsheide dies an. Kulinarisch gibt es da kein Vorbeikommen mehr \u2013 Bremen is(s)t englisch.<\/p>\n<p>Los geht\u2019s in der Bahnhofstra\u00dfe mit dem Nova Kiosk. Er wirbt im Schaufenster mit &#8222;Hot Dog&#8220; und &#8222;Coffee to go&#8220;, gleich daneben folgen &#8222;Food &amp; Drinks&#8220; bei Mohona, und an der Ecke zum Breitenweg sind &#8222;Deal Days&#8220; angesagt. Hier bietet Kentucky Fried Chicken \u2013 Donald Trump l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen \u2013 diverse &#8222;Super Deals&#8220; an und au\u00dferdem noch den &#8222;Hot Wings Dienstag&#8220; und den &#8222;Crispy Donnerstag&#8220;.<\/p>\n<p>Trauriges Intermezzo<\/p>\n<p>Es folgt ein trauriges Intermezzo \u2013 der verwaiste Kiefert-Pavillon r\u00fcckt ins Blickfeld. Nix Bratwurst, nix Sausage, stattdessen pure Tristesse: ein paar hingeschmierte Graffiti der h\u00e4sslichen Art, dazu ein altes Plakat f\u00fcr eine Veranstaltung zum Weltfrauentag am 8.\u202fM\u00e4rz. Das allerdings folgt dem nun schon bekannten Muster: &#8222;Come out \u2013 fight together \u2013 Solidarity is our Weapon!&#8220;<\/p>\n<p>Dann ein Abweichler. Ein Laden allerdings, bei dem man ohnehin versucht ist, zu sagen, dass es deutscher nicht geht: &#8222;Hansa Jagdausr\u00fcstung&#8220;. Anschlie\u00dfend aber sofort weiter im (englischen) Text: keine &#8222;Deals&#8220; bei CKT\u2019s, daf\u00fcr &#8222;Pommes for President&#8220;, gefolgt von &#8222;Paffkaff&#8220;, dem &#8222;Urban Kiosk&#8220;, der sich zugleich als &#8222;Smoke Station&#8220; und &#8222;Drink Zone&#8220; identifiziert.<\/p>\n<p>K\u00fclt\u00fcr Kebaphaus dagegen f\u00e4llt eindeutig aus der Reihe. &#8222;Bei uns wird alles Hausgemacht!&#8220; ist quer \u00fcber die Fensterfront zu lesen. \u00dcber die Schreibweise lie\u00dfe sich kleinlich streiten, aber nicht \u00fcber die eigentliche Botschaft. Was ebenso f\u00fcr den Satz darunter gilt: &#8222;Jeden morgen frische Suppe&#8220;.<\/p>\n<p>Die benachbarte Goldschmiede verzichtet auf sprachlichen Schnickschnack. Ein kleines Wortspiel \u2013 &#8222;Trau dich mit \u2026 \u2013 Sudmann&#8220;, ansonsten klare Ansage: &#8222;Trauringstudio &amp; Schmuck&#8220;. Piadina wirbt am Herdentorsteinweg dann wieder mit &#8222;Street Food&#8220;, gefolgt vom Numa Matcha, das seinen Kunden &#8222;Balance your Mind&#8220; empfiehlt.<\/p>\n<p>Das urbane Flair von Bremen<\/p>\n<p>Es folgt SAM, der &#8222;urban baker&#8220;, und hier schweifen die Gedanken dann schon mal ab. Wie gerne w\u00e4re man M\u00e4uschen bei der Sitzung, in der dieser sprachliche Coup das Licht der Welt erblickte. &#8222;Leute, der Name. Wir brauchen eine z\u00fcndende Idee!&#8220;, fordert der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, pardon, Managing Director, bei der morgendlichen Zusammenkunft der kreativsten K\u00f6pfe des Unternehmens. &#8222;Stadtb\u00e4ckerei?&#8220;, schl\u00e4gt der neue, noch etwas unbedarfte Marketingassistent vor. Der eisige Blick seines Chefs sagt ihm, dass morgens vor dem Spiegel zu stehen und zehnmal &#8222;today will be my day&#8220; zu br\u00fcllen keine Garantie daf\u00fcr ist, den Tag zu \u00fcberstehen. &#8222;Wir m\u00fcssen das Urbane von Bremen besser rausarbeiten&#8220;, wirft eine altgediente Werbe-Strategin ein. &#8222;Wie w\u00e4re es mit \u201aurban baker\u2018?&#8220; Begeisterung brandet auf. &#8222;Awesome!&#8220; Auch der Chef ist zufrieden: &#8222;So vermitteln wir den Hillbillies aus dem Umland morgens auf ihrem Weg zur Arbeit gleich eine Prise Gro\u00dfstadtflair&#8220;, nickt er und greift zum Diktierger\u00e4t: &#8222;Notiz ans Finance Department \u2013 Br\u00f6tchen nochmal f\u00fcnf Cent teurer machen. Ach was, lieber gleich zehn!&#8220;<\/p>\n<p>Im Schaufenster des urbanen B\u00e4ckers durfte sich besagte Kreativabteilung dann gleich noch einmal austoben: &#8222;I am Sam Fan&#8220; ist dort zu lesen. Dagegen kommt der Aufsteller direkt davor wohltuend unpr\u00e4tenti\u00f6s daher: &#8222;Rockefeller \u2013 Geile Backwaren&#8220;.<\/p>\n<p>Dass es auch anders geht, zeigt sich an der Domsheide. Dort findet sich &#8222;Deine Backstube&#8220;, unterst\u00fctzt noch von einem Aufsteller: &#8222;F\u00fcr dich da!&#8220; Aber weil das dann doch zu viel des Deutschen sein k\u00f6nnte, geht auch die Backstube zumindest bei ihrem Online-Angebot auf Nummer sicher: &#8222;click &amp; collect&#8220;.<\/p>\n<p>Gleich daneben steht eine Neuer\u00f6ffnung an (&#8222;coming soon&#8220;) \u2013 gewaltige Fotos von Hamburgern im Schaufenster zeigen, was die Kunden hier demn\u00e4chst erwartet. Nat\u00fcrlich textlich unterf\u00fcttert: &#8222;Home of the Smash Burger&#8220;.<\/p>\n<p>Tapfere Gegenwehr<\/p>\n<p>Am Sch\u00fcsselkorb setzt das Fischrestaurant und Bistro &#8222;Knurrhahn&#8220; dem &#8222;To go&#8220;-Hype tapfer ein &#8222;Au\u00dferhausverkauf&#8220; entgegen, und gleich nebenan wartet mit Tenter\u2019s &#8222;Ihr Bremer B\u00e4cker&#8220;. Wer &#8222;Handwerkskunst f\u00fcr Bremen seit 1886&#8220; bietet, darf das wohl sagen.<\/p>\n<p>Mai-Mai an der Ecke zum <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/domshof-q1238712\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Domshof<\/a> bietet &#8222;good asian food&#8220;. Und das war\u2019s dann auch schon fast. In der Violenstra\u00dfe kommt noch ein Friseur \u2013 &#8222;Beauty &amp; Style&#8220;, was sonst? \u2013, dann rumpelt die Stra\u00dfenbahn vorbei an Landgericht und Glocke gen Haltestelle Domsheide. Und dort, ganz am Ende des sprachlich-kulinarischen Kurztrips, steht sie dann doch, die ultimative Botschaft auf Deutsch: &#8222;Hier iss lecker!&#8220; Im Schaufenster von McDonald\u2019s. Ausgerechnet!<\/p>\n<p>                Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.<br \/>\n                <a class=\"more-btn\" href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/generative-ki\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    \u2192 Mehr Infos<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc85n964010tjjvavihju\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Viele Essens- und Getr\u00e4nkel\u00e4den in Bremens Innenstadt nutzen \u00fcberwiegend englische Begriffe wie &#8222;Hot Dog&#8220;, &#8222;Street Food&#8220; und &#8222;Home&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1005213,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1834],"tags":[3364,29,3688,30,1209],"class_list":{"0":"post-1005212","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-essen","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-essen","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116542542147501279","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1005212","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1005212"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1005212\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1005213"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1005212"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1005212"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1005212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}