{"id":1005318,"date":"2026-05-09T04:39:16","date_gmt":"2026-05-09T04:39:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1005318\/"},"modified":"2026-05-09T04:39:16","modified_gmt":"2026-05-09T04:39:16","slug":"ukraine-diese-deutschen-bauteile-stecken-in-russischen-drohnen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1005318\/","title":{"rendered":"Ukraine: Diese deutschen Bauteile stecken in russischen Drohnen"},"content":{"rendered":"<p>Hunderttausende deutscher Bestandteile sind in russischen Drohnen eingebaut. Der ukrainische Geheimdienst (HUR) ver\u00f6ffentlichte eine <a href=\"https:\/\/war-sanctions.gur.gov.ua\/en\/components\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Liste<\/a> von Komponenten, ohne die russische Drohnen nicht funktionieren w\u00fcrden. Darunter sind auch Teile aus Deutschland.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Das Portal War and Sanctions berichtet von 137 Komponenten aus Deutschland &#8211; 59 davon sind in Drohnen eingebaut. Der Rest steckt in Raketen, Radarger\u00e4ten, Milit\u00e4rfahrzeugen und Hubschraubern.<\/p>\n<p>Deutsche Transistoren in der russischen &#8222;Geran-5&#8220;-Drohne<\/p>\n<p>Transistoren sind dabei die am h\u00e4ufigsten verwendeten Bauteile. HUR ver\u00f6ffentlichte eine detaillierte Liste solcher <a href=\"https:\/\/war-sanctions.gur.gov.ua\/en\/components?f%25255Bsearch%25255D=&amp;f%25255Bcountry%5Fid%25255D=81&amp;f%25255Bmanufacturer%5Fid%25255D=&amp;f%25255Btitle%5Fuk%25255D=&amp;i%25255Bmarking%25255D=&amp;f%25255Bpd%25255D=\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Transistoren<\/a> aus Deutschland &#8211; samt Hersteller. Auf der Website des Portals War &amp; Sanctions liest man immer wieder den Namen eines deutschen Herstellers: Infineon Technologies. <\/p>\n<p>Auf Nachfrage von Euronews sagt das Unternehmen: &#8222;Infineon Technologies verurteilt den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Es macht uns sehr betroffen, wenn unsere Produkte missbr\u00e4uchlich f\u00fcr Zwecke verwendet werden, f\u00fcr die sie nicht bestimmt sind&#8220;, so Infineon Technologies.<\/p>\n<p>Ein Beispiel ist die Drohne &#8222;Geran-5&#8220; in der &#8211; laut ukrainischem Geheimdienst &#8211; deutsche Tranistoren gefunden wurden. Laut dem International Institute of Strategic Studies handelt es sich um eine weiterentwickelte, strahlgetriebene Variante der Geran-Serie. Tr\u00fcmmer, die in der Ukraine gefunden wurden, deuten offenbar auf eine \u00fcberarbeitete aerodynamische Konstruktion hin, die optisch st\u00e4rker einem Marschflugk\u00f6rper \u00e4hnelt. <\/p>\n<p>Die Drohne erreiche demnach Geschwindigkeiten von bis zu 600 km\/h, eine Reichweite von etwa 950 Kilometern und trage eine Nutzlast von rund 90 Kilogramm. Die Geran-5 verf\u00fcgt \u00fcber ein st\u00e4rkeres Strahltriebwerk sowie ein aerodynamisch angepasstes Design. Die Drohne weist im Vergleich zur Geran-3 eine h\u00f6here Geschwindigkeit auf und erreicht eine gr\u00f6\u00dfere Reichweite.<\/p>\n<p>Kraftstoffpumpen von Bosch in russischen Drohnen<\/p>\n<p>Weitere Bauteile, die in russischen Drohnen verbaut sind, sind Kraftstoffpumpen. War &amp; Sanctions nennt sieben Bestandteile der deutschen Firma <a href=\"https:\/\/war-sanctions.gur.gov.ua\/en\/components\/6494\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Bosch<\/a>, eingebaut in etliche Drohnen, darunter die Geran-3 und die Shahed-136.<\/p>\n<p>Das Unternehmen best\u00e4tigt zu Euronews: &#8222;Bosch hat heute keine operativen Gesch\u00e4ftsbeziehungen mehr mit Russland. Auch liefert das Unternehmen keine Produkte oder Komponenten mehr nach Russland. Alle unsere Einheiten und Mitarbeiter weltweit sind angewiesen, keine Gesch\u00e4fte mit Russland oder Belarus zu t\u00e4tigen&#8220;, so das Bosch zu Euronews. <\/p>\n<p>Laut einem <a href=\"https:\/\/isis-online.org\/uploads\/isis-reports\/documents\/March-2026-Updated-Analysis-of-Russian-Shahed-type-UAVs-Deployment-Against-Ukraine.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Bericht<\/a> des Institute for Science and International Security erreichte die Zahl der Angriffe russischer Drohnen vom Typ Shahed auf die Ukraine im M\u00e4rz 2026 einen neuen H\u00f6hepunkt. <\/p>\n<p>Aktuellen Daten zufolge startete Russland 6.462 Drohnen vom Typ Shahed sowie zugeh\u00f6rige Angriffs- und T\u00e4uschdrohnen, von denen 4.186 als Shahed-\/Geran-Angriffsdrohnen identifiziert wurden. Die durchschnittliche Startfrequenz erreichte 208 Drohnen pro Tag und \u00fcbertraf damit sowohl den Wert vom Februar 2026 (181\/Tag) als auch den bisherigen H\u00f6chststand vom Juli <a href=\"https:\/\/isis-online.org\/uploads\/isis-reports\/documents\/Updated%5FAnalysis%5Fof%5FRussian%5FShahed%5F136%5FDeployment%5FAgainst%5FUkraine%5FMarch%5F2025%5FFinal.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">2025<\/a>.<\/p>\n<p>Zwischen 18:00 Uhr am 23. M\u00e4rz und 18:00 Uhr am 24. M\u00e4rz startete Russland 948 Drohnen vom Typ Shahed und 35 Raketen \u2013 dies war der h\u00f6chste t\u00e4gliche Einsatz von Drohnen gegen die Ukraine seit Kriegsbeginn.<\/p>\n<p>Zum Vergleich: Drohnenstarts lagen im M\u00e4rz 2025 bei durchschnittlich 140 Drohnen pro Tag. Dies war wiederum ein massiver Anstieg im Vergleich zur durchschnittlichen Rate von August 2024 bis zum 31. Januar 2025, die bei durchschnittlich 60 Drohnen pro Tag lag. Selbst im Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Januar 2025 war die Startquote geringer als im Februar 2025, wobei die t\u00e4gliche Zahl der Starts im Durchschnitt bei 85 Drohnen lag. <\/p>\n<p>Vor allem Kamikazedrohnen werden eingesetzt<\/p>\n<p>Die Shahed-136 ist eine im Iran entwickelte sogenannte Kamikaze-Drohne, die f\u00fcr Angriffe auf Bodenziele ausgelegt ist. Sie verf\u00fcgt \u00fcber ein charakteristisches Deltafl\u00fcgel-Design und wird meist von Startgestellen in Gruppen abgefeuert.<\/p>\n<p>Die Drohne fliegt vergleichsweise langsam und in niedriger H\u00f6he und wird in der Regel \u00fcber satellitengest\u00fctzte Navigation gesteuert. Sie tr\u00e4gt einen Sprengkopf von etwa 30 bis 50 Kilogramm und kann \u2013 je nach Einsatzprofil \u2013 Reichweiten von mehreren hundert bis \u00fcber tausend Kilometern erreichen. <\/p>\n<p>Aufgrund ihrer vergleichsweise einfachen und kosteng\u00fcnstigen Bauweise gilt sie als besonders geeignet f\u00fcr sogenannte S\u00e4ttigungsangriffe. Russland setzt die Shahed-136 unter der Bezeichnung &#8222;Geran-2&#8220; im Krieg gegen die Ukraine ein.<\/p>\n<p>Bosch in russischen Milit\u00e4rfahrzeugen<\/p>\n<p>Neben Transistoren und Pumpen verwendet Russland auch Induktoren, Generatoren, Kondensatoren, Transformatoren und Batterien, um die Ukraine zu terrorisieren. <\/p>\n<p>Diese werden im KamAZ-63968 eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein russisches, hochgesch\u00fctztes Mehrzweck-Milit\u00e4rfahrzeug aus der Familie der MRAPs (Mine Resistant Ambush Protected), das f\u00fcr den Transport von Personal unter Gefechtsbedingungen entwickelt wurde. <\/p>\n<p>Das Fahrzeug verf\u00fcgt \u00fcber einen gepanzerten Rumpf mit V-f\u00f6rmigem Unterboden zum Schutz vor Minen und improvisierten Sprengs\u00e4tzen (IEDs) sowie modulare Panzerung gegen Beschuss. Je nach Konfiguration kann es bis zu 16 Soldaten transportieren und ist mit moderner Kommunikationstechnik sowie optional fernbedienbaren Waffenstationen ausr\u00fcstbar.<\/p>\n<p>Auch im ZSA-T \u201eLinza\u201c sind Bestandteile der Firma Bosch gefunden worden. Dabei handelt es sich um ein russisches, gesch\u00fctztes Sanit\u00e4tsfahrzeug. Es wurde speziell f\u00fcr den Einsatz in Gefechtszonen entwickelt, um Verwundete unter gepanzertem Schutz zu bergen und zu transportieren. <\/p>\n<p>Das Fahrzeug verf\u00fcgt \u00fcber ballistischen Schutz sowie einen gegen Minen und improvisierte Sprengs\u00e4tze (IEDs) ausgelegten Unterboden. Je nach Variante kann es mehrere liegende und sitzende Verletzte aufnehmen und ist mit medizinischer Grundausstattung f\u00fcr Erstversorgung w\u00e4hrend des Transports ausgestattet.<\/p>\n<p>Weitere Komponenten lassen sich deutschen Herstellern zuordnen, darunter TDK Electronics, W\u00fcrth Elektronik sowie Pierburg, eine Tochtergesellschaft von Rheinmetalls.<\/p>\n<p>Wie gelangen deutsche Bauteile nach Russland?<\/p>\n<p>Doch wie gelangen deutsche Bauteile in russisches Kriegsger\u00e4t, etwa in Drohnen die ganz Europa erreichen k\u00f6nnen? <\/p>\n<p>Laut The Kyiv Independent ist die Produktion der &#8222;Shahed&#8220;-Drohnen aus Russland relativ kosteng\u00fcnstig. Diese werden dort deshalb in Massenproduktion hergestellt.<\/p>\n<p>Insbesondere die Drohne &#8222;Geran-2&#8220; ist f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union potentiell gef\u00e4hrlich, unter anderem wegen ihrer Reichweite von etwa 2.000 Kilometern, so eine Quelle aus einem europ\u00e4ischen Geheimdienst gegen\u00fcber The Kyiv Independent.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen sind in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern unmittelbar zu sp\u00fcren. W\u00e4hrend der gro\u00df angelegten russischen Luftangriffe auf die Ukraine sind russische Shahed-Kampfdrohnen in den Luftraum der Nachbarl\u00e4nder Polen, Rum\u00e4nien und Moldawien eingedrungen.<\/p>\n<p>Die EU hat Sanktionen gegen Russland verh\u00e4ngt. Unternehmen d\u00fcrfen demnach keine Bestandteile oder Waffen mehr nach Russland liefern. Trotzdem werden auch deutsche Bestandteile immer wieder in russischen Drohnen gefunden. Wie gelingt das?<\/p>\n<p>Ein Fall, der Hinweise liefert<\/p>\n<p>Ein Fall liefert Hinweise. 2025 explodierte eine russische Shahed-Drohne in der Ukraine nicht. Sie wurde vom ukrainischen Milit\u00e4rgeheimdienst geborgen und zerlegt, wie The Kyiv Independent berichtete. Die Geran-2 wurde vom russischen Werk Kupol in Ischewsk hergestellt.<\/p>\n<p>Unter anderem wurde in den Tr\u00fcmmern ein Drehgeber entdeckt, der von dem \u00f6sterreichischen Unternehmen ams-OSRAM hergestellt wurde.<\/p>\n<p>Der ukrainische Milit\u00e4rgeheimdienst datierte das Herstellungsjahr des Sensors auf 2024, zwei Jahre nach Beginn des umfassenden Krieges des Kremls gegen die Ukraine \u2013 nachdem die EU Exportbeschr\u00e4nkungen verh\u00e4ngt hatte.<\/p>\n<p>Laut einer Stellungnahme von ams-OSRAM, die The Kyjiv Independent vorliegt, wurde der Sensor im Juli 2024 an ein Unternehmen in Hongkong geliefert. Von dort wurde er an ein Unternehmen in China weitergeleitet, das der Sensorhersteller als &#8222;Endnutzer&#8220; betrachtete.<\/p>\n<p>Trotz der Vertragsbedingung, wonach die Verwendung des Produkts f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke verboten war, konnte der Sensor in eine russische Milit\u00e4rdrohne gelangen. <\/p>\n<p>Die Vermutung: Entweder hat das chinesische Unternehmen den Sensor an Russland verkauft, oder das Unternehmen hat mit dem \u00f6sterreichischen Sensor ein gr\u00f6\u00dferes Bauteil hergestellt und das Produkt an Russland verkauft.<\/p>\n<p>Gelangen deutsche Teile \u00fcber Drittl\u00e4nder nach Russland?<\/p>\n<p>Gelangen deutsche Bestandteile etwa auf \u00e4hnlichem Weg \u00fcber Drittstaaten wie China nach Russland und von dort auf das Schlachtfeld in der Ukraine?<\/p>\n<p>Euronews hat f\u00fcnf deutsche Unternehmen kontaktiert, darunter Infineon Technologies, Rheinmetall, W\u00fcrth Elektronik, Bosch und TDK Electronics. Drei Unternehmen haben uns bisher geantwortet.<\/p>\n<p>Infineon Technologies betont gegen\u00fcber Euronews: &#8222;Wir unternehmen besondere Anstrengungen und haben spezifische Kontrollen implementiert, um eine illegale und missbr\u00e4uchliche Nutzung der von uns gefertigten Produkte zu verhindern. Die Einhaltung der geltenden Gesetze hat f\u00fcr Infineon h\u00f6chste Bedeutung, und wir haben umfassende Ma\u00dfnahmen ergriffen, um die Einhaltung der Sanktionen nicht nur gem\u00e4\u00df dem Wortlaut, sondern auch im Einklang mit ihrem Geist zu gew\u00e4hrleisten&#8220;, betont das Unternehmen. <\/p>\n<p>Das Unternehmen beteuert, dass es seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine keine Bestandteile nach Russland liefere: &#8222;Bereits unmittelbar nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat Infineon Technologies umfassende Ma\u00dfnahmen ergriffen, um alle direkten und indirekten Lieferungen nach Russland zu stoppen, ungeachtet der damals noch bestehenden rechtlichen M\u00f6glichkeit, bestimmte Gesch\u00e4fte weiterzuf\u00fchren. Wie im M\u00e4rz 2022 beschlossen, hat das Unternehmen daraufhin seine Landesgesellschaft in Russland aufgel\u00f6st&#8220;, hie\u00df es. <\/p>\n<p>Infineon Technologies hat Euronews mitgeteilt, dass es Liefersysteme blockiere, die direkte und indirekte Lieferungen nach Russland t\u00e4tigen. &#8222;Wir verkaufen unsere Produkte zudem nur an Kunden, die nicht im Verdacht stehen, Gesch\u00e4fte mit Russland zu machen&#8220;, so Infineon Technologies. <\/p>\n<p>Um Missbrauch zu verhindern, setzt das Unternehmen auf die &#8222;No-Russia-Klausel&#8220;. Auf das Verbot der Weiterleitung nach Russland und Belarus wird auf jedem Lieferschein hingewiesen. Wird festgestellt, dass ein Unternehmen, mit dem Gesch\u00e4ftsbeziehungen bestehen, Handel mit Russland treibt, stoppt Infineon Technologies die Belieferung, so das Unternehmen, das proaktiv interne Nachforschungsergebnisse zu Produkten vornimmt und mit Beh\u00f6rden zusammenarbeitet. <\/p>\n<p>Doch Infineon Technologies best\u00e4tigt auch: &#8222;Was in der Folge mit den Produkten geschieht, liegt au\u00dferhalb unseres direkten Einflussbereichs.&#8220; Es sei \u00e4u\u00dferst schwierig, den Weiterverkauf eines Produkts \u00fcber den gesamten Lebenszyklus hinweg zu kontrollieren, so Infineon Technologies. <\/p>\n<p>&#8222;Wir fertigen pro Jahr rund 30 Milliarden Chips. Weltweit werden die Sanktionen nur von rund 60 Staaten mitgetragen, was ein international koordiniertes und wirksames Vorgehen erschwert&#8220;, so das Unternehmen zu Euronews. <\/p>\n<p>Bosch: H\u00e4ufig auch F\u00e4lschungen im Umlauf<\/p>\n<p>Insbesondere \u00e4u\u00dferte sich Bosch zu den Pumpen, die von der HUR auf deren Seite ver\u00f6ffentlicht wurden: &#8222;Berichte wie die von Ihnen erw\u00e4hnten sind uns grunds\u00e4tzlich bekannt&#8220;, so Bosch. <\/p>\n<p>Das Unternehmen habe Informationen und Bilder untersucht. Bosch bezieht sich auf einen Fall einer Benzinpumpe. &#8222;Unsere Analysen im Fall einer Benzinpumpe (hat) gezeigt, dass es sich nicht um ein Bosch-Produkt handelte&#8220;, hie\u00df es in der Stellungnahme. <\/p>\n<p>Doch, das Portal War &amp; Sanctions erw\u00e4hnt ausdr\u00fccklich Bosch-Pumpen mit entsprechenden Fotos. Wie kann das sein?<\/p>\n<p>&#8222;Allgemein werden Benzinpumpen des fraglichen Typs als Massenware in gro\u00dfen St\u00fcckzahlen f\u00fcr den Einsatz in Privatfahrzeugen vertrieben&#8220;, so das Unternehmen. &#8222;H\u00e4ufig sind davon auch F\u00e4lschungen im Umlauf&#8220;, so Bosch zu Euronews. <\/p>\n<p>&#8222;Wir gehen nach unserer Analyse davon aus, dass dies auch hier der Fall war und es sich um eine F\u00e4lschung handelte. In anderen F\u00e4llen zeigte sich, dass es sich bei den Produkten \u2013 hier handelte es sich um Elektronikkomponenten \u2013 auf Basis der uns dazu vorliegenden Materialien m\u00f6glicherweise um Commodity-Produkte von Bosch handeln k\u00f6nnte, die in gro\u00dfen St\u00fcckzahlen f\u00fcr eine Vielzahl von Anwendungen vertrieben werden, z. B. f\u00fcr Smartphones&#8220;, so Bosch zu Euronews. <\/p>\n<p>Bosch selbst habe s\u00e4mtliche direkten und indirekten Lieferungen von Bosch-Produkten nach Russland und Dienstleistungen an Kunden in Russland eingestellt, hie\u00df es. <\/p>\n<p>Das Unternehmen arbeite mit verschiedenen Instrumenten, um das Risiko von Umgehungen noch weiter zu minimieren. Bosch achtete beispielsweise in deren Beziehung zu neuen und bestehenden Kunden auf potentiell kritische Aspekte wie etwa unvorhergesehene Bestellmengen, hie\u00df es. <\/p>\n<p>&#8222;Die Endverwendung unserer Zulieferungen ist aufgrund der komplexen, mehrstufigen Lieferketten oft nicht bekannt. Es ist \u00e4u\u00dferst schwierig, auf den direkten Vertrieb folgende Verk\u00e4ufe \u00fcber den gesamten Lebenszyklus eines Produkts hinweg zu kontrollieren. Ma\u00dfgeblich ist, dass sich alle Teile einer Lieferkette an bestehende Regularien halten&#8220;, hie\u00df es in der Erkl\u00e4rung. <\/p>\n<p>Parallelimporte w\u00fcrden typischerweise ohne Kenntnis des Herstellers und aus L\u00e4ndern, die keine Sanktionen gegen Russland verh\u00e4ngt haben, erfolgen, so das Unternehmen. &#8222;\u00dcber den Umfang m\u00f6glicher Parallelimporte haben wir weder zuverl\u00e4ssige Angaben, noch ist es m\u00f6glich, dies im russischen Markt zu erheben&#8220;, r\u00e4umt Bosch gegen\u00fcber Euronews ein. <\/p>\n<p>Deutschen Zollbeh\u00f6rden hatten Rheinmetall \u00fcber elektrische Kraftstoffpumpen, die nach Russland gelangt sind, informiert<\/p>\n<p>Auch Rheinmetall beantwortete die Nachfrage von Euronews \u00e4hnlich. Das Unternehmen achte strengstens darauf, dass alle inl\u00e4ndischen und ausl\u00e4ndischen Gesellschaften des Konzernverbundes s\u00e4mtliche einschl\u00e4gigen Sanktionen eingehalten werden, einschlie\u00dflich der gegen Russland verh\u00e4ngten Sanktionen. <\/p>\n<p>Weiter hei\u00dft es: &#8222;Die deutschen Zollbeh\u00f6rden hatten Rheinmetall im Januar 2024 informiert, dass zivile elektrische Kraftstoffpumpen mit dem Produktionsdatum Juli 2020, die f\u00fcr den Automotive-Ersatzteilmarkt gefertigt worden waren, nach Russland gelangt sind&#8220;, so Rheinmetall. Doch es handele sich dabei nicht um eine Lieferung von Rheinmetall, hie\u00df es. &#8222;Wir haben keine eigene Kenntnis \u00fcber die Ausfuhr nach Russland oder \u00fcber deren Ausf\u00fchrer. \u00dcber die Verwendung im Zusammenhang mit Drohnen haben wir von den Beh\u00f6rden erfahren.&#8220;<\/p>\n<p>Rheinmetall habe die Beh\u00f6rden bei der Aufkl\u00e4rung des Sachverhalts nach besten Kr\u00e4ften unterst\u00fctzt. F\u00fcr unsere Automotive-Kunden habe Rheinmetall empfohlene Verfahren implementiert, um eine Umgehung der Sanktionen nach M\u00f6glichkeit zu verhindern. <\/p>\n<p>Das best\u00e4tigt die Vermutung, dass deutsche Bestandteile \u00fcber Drittstaaten wie China, T\u00fcrkei, die Vereinten Arabischen Emirate oder Zentralasien nach Russland weiterverkauft werden, wo sie offenbar unter anderem aus fertigen Motoren oder Smartphones weiter in Drohnen eingebaut werden. <\/p>\n<p>Eine weitere Theorie hat der Sanktionsexperte Prof. Dr. jur. Viktor Winkler der Deutschen Welle ge\u00e4u\u00dfert: Demnach w\u00fcrden Lieferungen zunehmend direkt \u00fcber kriminelle Scheinfirmen innerhalb Deutschlands organisiert. Diese Firmen kauften die G\u00fcter bei Herstellern und exportierten sie unter Umgehung der Sanktionen illegal nach Russland.<\/p>\n<p>Insgesamt bewertet er solche Lieferungen milit\u00e4rischer Komponenten aus Deutschland nach Russland als rechtlich gravierend, jedoch als Einzelf\u00e4lle \u2013 insbesondere im Vergleich zu anderen Bereichen der Sanktionsumgehung, die deutlich gr\u00f6\u00dfere Ausma\u00dfe annehmen, etwa beim Handel mit Luxus- oder Konsumg\u00fctern.<\/p>\n<p>Sind EU-Sanktionen wirkungslos?<\/p>\n<p>Trotz umfangreicher Sanktionen der Europ\u00e4ischen Union gegen Russland gelangen weiterhin technologische Komponenten, die in der R\u00fcstungsindustrie verwendet werden k\u00f6nnen, aus der EU nach Russland. Nach Angaben der Website &#8222;War &amp; Sanctions&#8220; kommen die meisten ausl\u00e4ndischen Bauteile in russischer Milit\u00e4rausr\u00fcstung aus den USA und China. Doch auch deutsche Bauteile finden sich h\u00e4ufig in russischen Drohnen, wie hier dargelegt wurde. <\/p>\n<p>Die Analyse zeigt, dass diese Komponenten \u00fcber ein Netzwerk von Zwischenh\u00e4ndlern und Handelsunternehmen nach Russland gelangen, das als wichtiger Umschlagplatz f\u00fcr den Handel mit Dual-Use-Technologien fungiert.<\/p>\n<p>Die Untersuchung legt zudem nahe, dass das derzeitige Sanktionsregime der EU h\u00e4ufig auf einzelne Unternehmen abzielt, w\u00e4hrend umfassendere Handelsnetzwerke, darunter illegale Unternehmen und Distributoren, au\u00dferhalb der Reichweite der Sanktionen bleiben. Dies erm\u00f6glicht die Umgehung von Exportkontrollen und die fortgesetzte Lieferung von Technologien, die den milit\u00e4risch-industriellen Komplex Russlands st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Wo liegt der Fehler im System?<\/p>\n<p>Die Organisation <a href=\"https:\/\/b4ukraine.org\/pdf\/EU%5FTECHNOLOGY-TRADE%5FSANCTIONS%5FON%5FRUSSIA.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">B4Ukraine<\/a> kritisiert in einem Bericht strukturelle Schw\u00e4chen im EU-Sanktions- und Exportkontrollrecht. Dazu geh\u00f6ren hohe Anforderungen an den Nachweis von Wissen \u00fcber die Endverwendung sowie vergleichsweise geringe Sorgfaltspflichten f\u00fcr Unternehmen. <\/p>\n<p>Dadurch komme es vor, dass europ\u00e4ische Unternehmen unter Umst\u00e4nden nicht ausreichend Kenntnis \u00fcber die tats\u00e4chliche milit\u00e4rische Endverwendung ihrer exportierten G\u00fcter haben, was zwei der untersuchten Unternehmen Euronews best\u00e4tigten. <\/p>\n<p>In einzelnen untersuchten F\u00e4llen wurden exportkontrollierte Maschinen \u00fcber Zwischenh\u00e4ndler in Drittstaaten wie der T\u00fcrkei als nicht kontrollpflichtig deklariert und anschlie\u00dfend weiter nach Russland geliefert, teilweise sogar an Unternehmen mit Verbindungen zum urspr\u00fcnglichen EU-Exporteur, so B4Ukraine. <\/p>\n<p>B4Ukraine schl\u00e4gt vor, das EU-Exportkontrollrecht zu reformieren, um Sanktionen gegen Russland wirksamer durchsetzbar zu machen und Verst\u00f6\u00dfe strafrechtlich besser verfolgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Demnach soll die sogenannte &#8222;Wissensschwelle&#8220; gesenkt werden, die eine Exportgenehmigung ausl\u00f6st. K\u00fcnftig soll nicht nur dann eine Pr\u00fcfung erforderlich sein, wenn ein Exporteur sicher wei\u00df, dass G\u00fcter milit\u00e4risch genutzt werden, sondern bereits dann, wenn ein entsprechender Verdacht oder begr\u00fcndete Anhaltspunkte bestehen.<\/p>\n<p>Zweitens fordert die Organisation verpflichtende Sorgfaltspflichten f\u00fcr Exporteure. Unternehmen sollen bei sensiblen G\u00fctern standardisierte Pr\u00fcfungen durchf\u00fchren, bestimmte Unterlagen von Kunden einholen und definierte Warnsignale (&#8222;Red Flags&#8220;) beachten m\u00fcssen. Wenn diese nicht ausger\u00e4umt werden k\u00f6nnen, soll automatisch eine Melde- oder Genehmigungspflicht gegen\u00fcber den Beh\u00f6rden ausgel\u00f6st werden &#8211; ein Verfahren, \u00fcber das Bosch Euronews bereits berichtete.<\/p>\n<p>Drittens soll der Anwendungsbereich dieser Pflichten auf strategisch besonders relevante Industrien ausgeweitet werden, etwa Maschinenbau und Komponenten f\u00fcr die milit\u00e4rische Produktion. Dadurch w\u00fcrden verd\u00e4chtige Lieferungen in diesen Bereichen systematisch st\u00e4rker kontrolliert.<\/p>\n<p>Insgesamt zielt der Vorschlag darauf ab, EU-Regeln an strengere internationale Standards anzugleichen und Schlupfl\u00f6cher zu schlie\u00dfen, da europ\u00e4ische Technologieexporte weiterhin als potenzielles Sicherheitsrisiko im Zusammenhang mit Russlands R\u00fcstungsindustrie gesehen werden.<\/p>\n<p>Sanktionen und Exportkontrollen sto\u00dfen an Grenzen<\/p>\n<p>Die Analyse zeigt, dass trotz umfassender EU-Sanktionen weiterhin westliche \u2013 darunter auch deutsche \u2013 Hochtechnologiekomponenten in russische Waffensysteme gelangen. Nach Recherchen stammen viele dieser Bauteile aus komplexen, schwer kontrollierbaren Lieferketten und werden \u00fcber Zwischenh\u00e4ndler, Drittstaaten oder teilweise auch durch Umgehungsstrukturen weitergeleitet. Besonders betroffen sind sogenannte Dual-Use-G\u00fcter, die sowohl zivil als auch milit\u00e4risch genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zugleich wird deutlich, dass das bestehende Sanktions- und Exportkontrollsystem in der Praxis an Grenzen st\u00f6\u00dft. Ermittlungen bleiben h\u00e4ufig ohne strafrechtliche Konsequenzen, w\u00e4hrend hohe rechtliche H\u00fcrden und begrenzte Sorgfaltspflichten Unternehmen nicht ausreichend in die Verantwortung nehmen. Experten und Organisationen wie B4Ukraine sehen daher strukturelle Schw\u00e4chen im EU-Recht, die gezielte Umgehungen erleichtern.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund werden Reformen gefordert, die niedrigere Verdachtsschwellen, verpflichtende Pr\u00fcf- und Dokumentationspflichten sowie eine st\u00e4rkere Kontrolle besonders sensibler Industriebereiche umfassen sollen. Ziel ist es, die Wirksamkeit der Sanktionen zu erh\u00f6hen und die ungewollte milit\u00e4rische Nutzung europ\u00e4ischer Technologien k\u00fcnftig besser zu verhindern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hunderttausende deutscher Bestandteile sind in russischen Drohnen eingebaut. 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