{"id":1005319,"date":"2026-05-09T04:40:17","date_gmt":"2026-05-09T04:40:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1005319\/"},"modified":"2026-05-09T04:40:17","modified_gmt":"2026-05-09T04:40:17","slug":"wie-der-iran-krieg-das-us-saudi-buendnis-unter-druck-setzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1005319\/","title":{"rendered":"Wie der Iran-Krieg das US-Saudi-B\u00fcndnis unter Druck setzt"},"content":{"rendered":"<p class=\"bold\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tDer Iran-Krieg bringt das Verh\u00e4ltnis zwischen den USA und Saudi-Arabien ins Wanken. Riad blockiert einen US-Milit\u00e4reinsatz &#8211; und stellt damit eine jahrzehntelange Allianz auf die Probe.\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tRiad.<\/p>\n<p>Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar sind auch die traditionellen Allianzen in der Golfregion einer schweren Belastungsprobe ausgesetzt. Besonders das Verh\u00e4ltnis zwischen Washington und Riad steht unter Druck. Im Zuge des Krieges wurden die Golfstaaten \u2013 als Stationierungsorte f\u00fcr zahlreiche US-Truppen \u2013 immer wieder zur Zielscheibe iranischer Angriffe.\u00a0<\/p>\n<p>Einst bezeichnete US-Pr\u00e4sident Donald Trump Saudi-Arabiens Kronprinzen und de-facto Herrscher Mohammed bin Salman noch als &#8222;fantastischen Kerl&#8220;. Heute stellt er ihn zur Schau: &#8222;Er sollte lieber nett zu mir sein&#8220;, sagte er noch zu Beginn des Krieges und f\u00fcgte hinzu, der Kronprinz h\u00e4tte selbst nie gedacht, dass er sich so sehr bei Trump einschmeicheln w\u00fcrde. Bei der Abwehr iranischer Raketen kamen vor allem USA-Abfangraketen zum Einsatz. Doch Saudi-Arabien will nicht noch weiter in den Krieg hineingezogen werden.\u00a0<\/p>\n<p>Kommt es nun zum Bruch zwischen den einstigen Verb\u00fcndeten? Die wichtigsten Fragen und Antworten im \u00dcberblick.<\/p>\n<p>\tWas verbindet die USA und Saudi-Arabien?<\/p>\n<p>Die USA und das islamisch-konservative K\u00f6nigreich sind eigentlich seit Jahrzehnten Partner. Die milit\u00e4rische Zusammenarbeit ist ein zentraler Pfeiler der Beziehungen. Die Vereinigten Staaten sind an mehreren Milit\u00e4rstandorten in Saudi-Arabien pr\u00e4sent. Am gr\u00f6\u00dften Luftwaffenst\u00fctzpunkt Prinz Sultan sind rund 2.000 US-Truppen stationiert.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Washington dem K\u00f6nigreich milit\u00e4rischen Schutz bietet, bleibt Saudi-Arabien als f\u00fchrender \u00d6lproduzent, regionaler Machtfaktor und wichtiger Investor in den USA zentral f\u00fcr amerikanische Interessen. Die USA sch\u00fctzen Saudi-Arabien insbesondere vor Bedrohungen durch den Iran und mit dem Iran verb\u00fcndete Gruppen wie die Huthi im Jemen.<\/p>\n<p>\tWas ist nun vorgefallen?<\/p>\n<p>Eigentlich wollte Trump in der Stra\u00dfe von Hormus St\u00e4rke demonstrieren. Sie ist unter anderem als Transportweg f\u00fcr den Export von \u00d6l- und Fl\u00fcssiggas von entscheidender Bedeutung f\u00fcr die Weltwirtschaft. Der Iran hat die Schifffahrt in der Passage seit Kriegsbeginn mit Angriffen und Drohungen praktisch zum Erliegen gebracht.<\/p>\n<p>Am Montag starteten die USA schlie\u00dflich das &#8222;Projekt Freiheit&#8220;, um die weitgehend blockierte Stra\u00dfe von Hormus wieder f\u00fcr den Schiffsverkehr zu \u00f6ffnen. Doch nur rund einen Tag darauf k\u00fcndigt Trump \u00fcberraschend an, den Einsatz &#8222;f\u00fcr kurze Zeit&#8220; auszusetzen. Sein &#8222;Projekt Freiheit&#8220; wurde jedoch nicht vom Gegner in Teheran ausgebremst, sondern wohl durch den Widerstand der engsten Verb\u00fcndeten am Golf.\u00a0<\/p>\n<p>Trumps Stopp erfolgte, nachdem Saudi-Arabien den USA die Nutzung eines Luftwaffenst\u00fctzpunktes sowie des saudischen Luftraums zur Unterst\u00fctzung der Initiative untersagt hatte, wie der Sender NBC News unter Berufung auf zwei US-Beamte berichtete.\u00a0Eine Belastungsprobe f\u00fcr die Beziehungen: Ohne saudi-arabische H\u00e4fen und Luftwaffenst\u00fctzpunkte ist die US-Pr\u00e4senz in der Region stark eingeschr\u00e4nkt. Laut &#8222;Wall Street Journal&#8220; hat die amerikanische Initiative den gr\u00f6\u00dften Streit in den milit\u00e4rischen Beziehungen der USA und Saudi-Arabiens seit Jahren ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>\tWas st\u00f6rt Saudi-Arabien, was die USA?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Saudi-Arabien jahrzehntelang der wichtigste Sicherheits- und Energiepartner der USA in der Region war, herrscht nun Misstrauen. Saudi-Arabien f\u00fchlt sich beim Entscheidungsprozess von den USA teilweise \u00fcbergangen und nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt.\u00a0<\/p>\n<p>Riad verfolgt unter Kronprinz Mohammed bin Salman eine &#8222;Saudi First&#8220;-Politik. Man will die eigene wirtschaftliche Transformation (&#8222;Vision 2030&#8220;) nicht durch einen Fl\u00e4chenbrand gef\u00e4hrden, den man als von den USA provoziert ansieht. Die USA wiederum zeigen sich entt\u00e4uscht \u00fcber die mangelnde Unterst\u00fctzung ihrer wichtigsten arabischen Verb\u00fcndeten. Das einstige Vertrauen ist besch\u00e4digt. Die heutigen Beziehungen werden von Beobachtern als n\u00fcchterner und weniger loyal beschrieben.\u00a0<\/p>\n<p>\tWie beeinflusst der laufende Iran-Krieg die Beziehungen?<\/p>\n<p>Der Krieg wirkt wie ein Katalysator f\u00fcr die Entfremdung. Der Iran hat bereits mehrfach in den Golfstaaten und auch im einflussreichen K\u00f6nigreich US-St\u00fctzpunkte angegriffen. Angriffe auf die Prinz Sultan Air Base bei Riad haben den Saudis vor Augen gef\u00fchrt, dass sie die Zielscheibe sind, wenn sie den USA milit\u00e4rischen Handlungsspielraum gew\u00e4hren.\u00a0<\/p>\n<p>Im Umgang mit dem Iran herrschen zunehmend Differenzen. W\u00e4hrend die USA st\u00e4rker auf milit\u00e4rische Abschreckung und Eskalationsbereitschaft setzen, will Saudi-Arabien weitere Eskalationen vermeiden. Riad versucht, Neutralit\u00e4t zu wahren, um nicht tiefer in den Konflikt hineingezogen zu werden. Entscheidungen werden st\u00e4rker nach eigenen Sicherheitsinteressen getroffen, nicht automatisch im Einklang mit den USA. Strategische Kooperationen bleiben jedoch weiterbestehen.\u00a0<\/p>\n<p>Nach Informationen des &#8222;Wall Street Journal&#8220; haben Saudi-Arabien und Kuwait ihre Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr das US-Milit\u00e4r inzwischen wieder aufgehoben. Im Fall Saudi-Arabiens sei dies das Ergebnis eines mehrerer Telefonate zwischen Trump und dem Kronprinzen gewesen.\u00a0<\/p>\n<p>\tWas bedeutet das f\u00fcr die zuk\u00fcnftige US-Pr\u00e4senz in der Region?<\/p>\n<p>Experten sehen ein Ende der uneingeschr\u00e4nkten US-Vorherrschaft. Saudi-Arabien orientiert sich zunehmend multilateral und bezieht auch Vermittler wie Pakistan oder China ein, um einen Ausweg aus der Eskalationsspirale mit dem Iran zu finden. Die US-Regierung muss erkennen, dass ihre Partner am Golf nicht mehr automatisch jede milit\u00e4rische Initiative mittragen, wenn ihre eigene nationale Sicherheit unmittelbar auf dem Spiel steht. (dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Iran-Krieg bringt das Verh\u00e4ltnis zwischen den USA und Saudi-Arabien ins Wanken. 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