{"id":1005489,"date":"2026-05-09T06:20:47","date_gmt":"2026-05-09T06:20:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1005489\/"},"modified":"2026-05-09T06:20:47","modified_gmt":"2026-05-09T06:20:47","slug":"handwerker-fordern-strassenbauprogramm-in-sachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1005489\/","title":{"rendered":"Handwerker fordern Stra\u00dfenbauprogramm in Sachsen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Schlagloch-IMG_20260508_111145.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-197472\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Schlagloch-IMG_20260508_111145.webp\" alt=\"Viele Stra\u00dfen in Sachsen sind zu marode und zu eng geworden, kritisieren Handwerker - hier ein Schlagloch in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt\" width=\"1200\" height=\"675\"  \/><\/a>Viele Stra\u00dfen in Sachsen sind zu marode und zu eng geworden, kritisieren Handwerker \u2013 hier ein Schlagloch in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt<\/p>\n<p>Umfrage: Stra\u00dfen sind zu eng und marode geworden, das treibt auch die Preise f\u00fcr die Kunden hoch<\/p>\n<p><strong>Dresden<\/strong>, 08.05.26. Weil Bund, Sachsen und Kommunen in den vergangenen Jahren zu wenig in die Stra\u00dfen investiert haben, sind die nun so marode, dass sie die ohnehin angespannte Wirtschaftslage noch weiter d\u00e4mpfen \u2013 und indirekt die Preise f\u00fcr Handwerksleistungen nach oben treiben. Das hat die <a href=\"https:\/\/www.hwk-dresden.de\/kommunikation-medien\/medieninformationen\/detail\/konjunkturanalyse-im-handwerk-fast-die-haelfte-der-unternehmen-verzeichnet-sinkende-umsaetze.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Handwerkskammer (HWK) Dresden eingesch\u00e4tzt<\/a> und sich dabei auf eine Umfrage unter 341 Unternehmen in ihrem Kammerbezirk gest\u00fctzt. Sie fordert daher nun ein akutes Ausbau- und Sanierungsprogramm f\u00fcr die Stra\u00dfen in Sachsen.<\/p>\n<p>Knapp jeder dritte Meister lehnt manche Auftr\u00e4ge wegen schlechter Infrastruktur vor Ort ab<\/p>\n<p>Denn in der Umfrage stufte jeder dritte Handwerker den Zustand der Stra\u00dfen in Ostsachsen als schlecht oder sehr schlecht ein. Etwa ebenso viele beklagten eine erh\u00f6hte Stauanf\u00e4lligkeit und stockenden Verkehr auf den Stra\u00dfen. \u201e29 Prozent der Handwerksfirmen haben wegen der aus ihrer Sicht schlechten Infrastruktur in den letzten 24 Monaten Auftr\u00e4ge in bestimmten Regionen oder Orten abgelehnt\u201c, berichtet die Kammer. Denn wenn alles zugestaut ist und die Anfahrt zu lange dauert, frisst das zuviel Zeit und treibt die Preise f\u00fcr die Kunden zu sehr in die H\u00f6he.<\/p>\n<blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Dittrich-IMG_20260505_111701.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-197473\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Dittrich-IMG_20260505_111701.webp\" alt=\"Pr\u00e4sident J\u00f6rg Dittrich von der Handwerkskammer Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt\" width=\"1200\" height=\"675\"  \/><\/a>Pr\u00e4sident J\u00f6rg Dittrich von der Handwerkskammer Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt<\/p>\n<p><strong>\u201eDie marode Infrastruktur belastet das Handwerk bereits erheblich\u201c<br \/><\/strong>J\u00f6rg Dittrich, Pr\u00e4sident der Handwerkskammer Dresden<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u201eDie marode Infrastruktur belastet das Handwerk bereits erheblich\u201c, warnt HWK-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Dittrich. \u201eBaustellenstaus, schlechte Stra\u00dfen und kaputte Br\u00fccken kosten Zeit und Geld.\u201c Zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft werde dies durch b\u00fcrokratische Auflagen und wenn Kommunen wie beispielsweise Dresden Fahrbahnen einengen oder reduzieren, um breite Fahrradstreifen einzurichten. Sicher sei es gesund und umweltfreundlich, wenn mehr Menschen radeln, finden zwar auch viele Handwerker. Aber: Die Verkehrswende gelingt nur mit einem starken Warenverkehr \u2013 und nicht gegen ihn\u201c, sagt Dachdeckermeister und Kammerpr\u00e4sident Dittrich \u2013 und rechnet ein Beispiel vor:<\/p>\n<p>428 Euro f\u00fcr 10 Zentimeter L\u00f6tnaht \u2013 wer soll das bezahlen?<\/p>\n<ul>\n<li>Der Regenabfluss am Haus einer Familie hat einen kleinen Riss, eine Reparatur ist n\u00f6tig. F\u00fcr diese nur zehn Zentimeter lange <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/L%C3%B6ten#L%C3%B6ten_von_Rohren\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">L\u00f6tnaht<\/a> schickt der beauftragte Meister wegen der Vorgaben der Berufsgenossenschaft zwei Handwerker per Auto los. Weil die st\u00e4ndig im Stau stehen, dauern An- und Abfahrt deutlich l\u00e4nger als fr\u00fcher. Hinzu kommen eine vergleichsweise kurze Sichtungs- und Arbeitszeit von einer Stunde vor Ort, au\u00dferdem aber mindestens eine Stunde Papierkram. In Summe summiere sich dies ganz schnell auf sechs Arbeitsstunden zu je 60 Euro mit Sozialabgaben. Das macht inklusive Mehrwertsteuer etwa 428 Euro auf der Rechnung f\u00fcr den Kunden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201eWer, bittesch\u00f6n, ist bereit, f\u00fcr zehn Zentimeter L\u00f6tnaht soviel Geld zu bezahlen?\u201c, fragt Dittrich rhetorisch. Am Beispiel komme vieles zusammen, was die Handwerkerschaft massiv unter Druck setze: Steigende Sozialabgaben, die noch mal auf den Lohn obendrauf kommen, marode Stra\u00dfen und immer mehr b\u00fcrokratische Auflagen, die die Meister und Gesellen vom Kern ihrer Arbeit halten \u2013 seien es nun Berichtspflichten, Dokumentationen oder detaillierte Rechnungen.<\/p>\n<p>\u201eHier besteht Handlungsbedarf\u201c<\/p>\n<p>Helfen w\u00fcrde f\u00fcrs Erste ein Stra\u00dfenbauprogramm, das den Sanierungsstau in der s\u00e4chsischen Infrastruktur etwas aufl\u00f6st \u2013 und \u201enebenbei\u201c Auftr\u00e4ge f\u00fcrs Bauhandwerk generiert. Kammerpr\u00e4sident Dittrich sieht hier dringenden Handlungsbedarf. \u201eDaher ist ein nachhaltiger Infrastrukturausbau notwendig sowie deutlich mehr Mittel f\u00fcr Werterhaltung und Sanierung von Stra\u00dfen und Br\u00fccken.\u201c Zudem solle bei jeder Umwidmung von Stra\u00dfenfl\u00e4che zu Gunsten des Radverkehrs immer mitgedacht werden, welche Konsequenzen dies f\u00fcr den Wirtschaftsverkehr hat.<\/p>\n<p><strong>\u201eDie Verkehrswende gelingt nur mit einem starken Warenverkehr \u2013 und nicht gegen ihn.\u201c<br \/><\/strong>HWK-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Dittrich<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Radstrasse-Niederlande-IMG_20220619_193844.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-197475\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Radstrasse-Niederlande-IMG_20220619_193844.webp\" alt=\"Das Primat f\u00fcr den Radverkehr ist auf dieser Stra\u00dfe in den Niederlanden un\u00fcbersehbar. Foto: Heiko Weckbrodt\" width=\"1200\" height=\"675\"  \/><\/a>Das Primat f\u00fcr den Radverkehr ist auf dieser Stra\u00dfe in den Niederlanden un\u00fcbersehbar. Foto: Heiko Weckbrodt<\/p>\n<p>Ein Hintergrund: Generell gibt es in vielen St\u00e4dten in Europa einen Trend, Stra\u00dfen zu Gunsten von Radwegen oder zu Gunsten von Stra\u00dfenbahnen und Bussen einzuengen oder ganz f\u00fcr Autos zu sperren. Das geschieht teilweise, weil in der jeweiligen tats\u00e4chlich mehr Menschen radeln oder Bahnfahren wollen, teilweise aber auch, weil sich die \u00f6rtlichen Verkehrsplaner und B\u00fcrgermeister f\u00fcr diese oder jene Route nur so w\u00fcnschen. Oft zu sehen ist das etwa in Frankreich, etwa in Paris, Lyon oder Bourdeaux, aber eben auch in Sachsen.<\/p>\n<p>Beispiele f\u00fcr Stra\u00dfen, die f\u00fcr Radwege und Stra\u00dfenbahn-Vorfahrt in Dresden eingeengt wurden<\/p>\n<p>So haben die gr\u00fcnen Baub\u00fcrgermeister Raul Schmidt-Lamontain und Stephan K\u00fchn in Dresden und die Verkehrsplaner der Stadt beispielsweise nach und nach vielbefahrene Trassen eingeengt und damit teils deutlich stauanf\u00e4lliger gemacht. Dazu geh\u00f6ren unter anderem die <a href=\"https:\/\/striesen-oiger.de\/2023\/12\/20\/radstreifen-auf-winterbergstrasse-und-mehr-ampeln-an-fetscherstrasse\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Winterbergstra\u00dfe<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.dresden.de\/de\/rathaus\/aktuelles\/pressemitteilungen\/2024\/04\/pm_039.php\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gro\u00dfe Mei\u00dfner Stra\u00dfe<\/a>, die Bautzner Stra\u00dfe, die Wehlener und <a href=\"https:\/\/striesen-oiger.de\/2025\/11\/14\/ostmagistrale-in-laubegast-ab-morgen-abend-wieder-frei-fuer-autos\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00d6sterreicher Stra\u00dfe<\/a> sowie Teile der Tolkewitzer Stra\u00dfe am Schillerplatz \u2013 oft erst als Verkehrsversuch deklariert und dann perpetuiert. Zeitweise hatte K\u00fchn auch die Br\u00fccke \u201eBlaues Wunder\u201c mit Radwegen bemalt und dadurch in eine Staufalle verwandelt \u2013 <a href=\"https:\/\/striesen-oiger.de\/2024\/04\/16\/hilbert-bricht-verkehrsversuch-am-blauen-wunder-ab\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dies musste er nach heftigen Protesten aber wieder revidieren<\/a>.<\/p>\n<p>Autor: <a href=\"https:\/\/oiger.de\/heiko-weckbrodt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heiko Weckbrodt<\/a><\/p>\n<p>Quellen: HWK, Oiger-Archiv, LHD<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"285\" height=\"284\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Oiger-001.jpg\" alt=\"Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt\" class=\"wp-image-80160\" style=\"width:130px;height:auto\"  \/><\/p>\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-e7a7d44989b57757e168b6fff7193e32\" style=\"color:#185c84\"><strong>Ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr Oiger.de!<\/strong><\/p>\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-918b69199ff2c1183b359612d6a15f37\" style=\"color:#154966\"><strong>Ohne hinreichende Finanzierung ist unabh\u00e4ngiger Journalismus nach professionellen Ma\u00dfst\u00e4ben nicht dauerhaft m\u00f6glich. 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