{"id":1005979,"date":"2026-05-09T11:07:16","date_gmt":"2026-05-09T11:07:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1005979\/"},"modified":"2026-05-09T11:07:16","modified_gmt":"2026-05-09T11:07:16","slug":"rolling-stones-was-das-neue-album-fuer-die-zukunft-der-band-verspricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1005979\/","title":{"rendered":"Rolling Stones: Was das neue Album f\u00fcr die Zukunft der Band verspricht"},"content":{"rendered":"<p>            Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>            Kopiere den aktuellen Link<\/p>\n<p>          Zur Merkliste hinzuf\u00fcgen<\/p>\n<p>In New York k\u00fcndigten die Rolling Stones mit \u201eForeign Tongues\u201c ihr 25. Studioalbum an, das im Juli erscheint. Wie wird es klingen?<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md is-initial\">Das kleine Schauspiel mit den St\u00fchlen, das sie auff\u00fchren, ist immer wieder sch\u00f6n. Und auch, geprobt oder nicht, eine wunderbare Inneneinsicht in die Gruppendynamik dieser leider mittlerweile nur noch drei M\u00e4nner. Also: Auftritt in einem Theater in Brooklyn in dieser Woche. Mick Jagger, Keith Richards und Ronnie Wood, \u201eThe Rolling Stones\u201c der ganz korrekte Name, fast sicher die \u00e4lteste Band der Welt, 242 Lebensjahre wie dann immer gerne zusammengez\u00e4hlt wird, den vierten, den Drummer Charlie Watts, leider nicht mehr dazu, er verstarb 2021.Vor drei Jahren f\u00fchrten sie besagtes Stuhl-St\u00fcck schon mal im Londoner Stadtteil Hackney auf und nannten das damit angek\u00fcndigte Musikalbum auch so; diesmal in Brooklyn geht es wieder um ein neues Album. Es wird \u201eForeign Tongues\u201c hei\u00dfen und im Juli erscheint. Eine Stones-Platte, um es knapp zu sagen, die 25. im Studio mit neuen Songs aufgenommene seit Gr\u00fcndung 1962.\u00a0<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Aber weil die Stones wie immer erst mal nur Spannung und Erwartung angl\u00fchen wollen und es bis zum Erscheinen auch nur zwei Songs zu h\u00f6ren gibt, schaut man sich gemeinsam mit Leonardo Di Caprio, der im Publikum sitzt, das kleine Schauspiel an: Vier St\u00fchle auf der B\u00fchne, einer f\u00fcr den Talkmaster Conan O`Brien und die anderen, ja, wer sitzt jetzt wo? Kurzes Gelache und Geschiebe, alle drei Stones wie Senioren im Restaurant, du hierhin? Oder dahin? Jagger, der Boss in einem orangesahnefarbenen gestreiften Jackett, das an Markisenstoff oder an die Filmfigur \u201eWilli Wonka\u201c erinnert, wie O\u00b4Brien richtig anmerkt, Jagger also versucht sich emsig an der Sitzordnung, Richards h\u00f6rt nicht zu und sinkt in den Stuhl neben O`Brien, auf den eigentlich Jagger wollte, nun ist der Mittelplatz aber schon von Woods besetzt, also muss der Chef an den Rand. Gef\u00e4llt ihm nicht, sieht man sofort, gute Miene zum b\u00f6sen Spiel kann Jagger am besten. Dazu muss man wissen, dass Jagger St\u00fchle, die er nicht kennt, immer erst ausprobiert bevor er sich entscheidet, liegt daran, dass er mit 1,75 Meter nicht sehr gro\u00df ist und stets f\u00fcrchtet, in St\u00fchlen oder Sesseln zu versinken.<\/p>\n<p>  Nett, aber auch nichtssagend\u00a0<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Aber gut, die Au\u00dfenposition ist deshalb auch besser, weil er noch sehr gut h\u00f6rt, Keith Richards dagegen nicht mehr so und deshalb dichter beim Moderator sitzt. Ron Wood, das mit 78 Jahren j\u00fcngste Mitglied der Band, ist das egal, er l\u00e4sst sowieso immer erst die anderen was sagen. Man h\u00e4tte ihn aber gern gefragt, ob er sein dunkelblaues Blumenjackett vom selben Schneider wie Jagger hat und dieser modische Sixties-Fling etwas mit der Musik zu tun hat. Wird aber nicht so sein, modisch waren die Stones noch nie so richtige Zeitgeist-Botschafter.\u00a0<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Weil es aber vom Album \u201eForeign Tongues\u201c nichts zu h\u00f6ren gibt, sondern nur das surreale Plattencover mit einer vom New Yorker K\u00fcnstler Nathaniel Mary Quinn gemalten Collage der drei Gesichter zu sehen ist, erz\u00e4hlt O\u00b4Brien, wie gro\u00dfartig es ist, er habe es schon ein paar Mal durchgeh\u00f6rt und das ist nat\u00fcrlich etwas gemein, denn erz\u00e4hlte <a class=\"taxonomy-entity keyword\" data-target-type=\"article\" href=\"https:\/\/www.stern.de\/kultur\/musik\/themen\/musik-6267854.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Musik<\/a> ist so gut wie keine Musik oder wie ein Himmel mit akustischen Trauben, an die man nicht herankommt.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Und wenn Au\u00dfenplatz-Jagger dann noch erz\u00e4hlt, dass sie als Band mit einer so langen Geschichte eigentlich schon auf jeder musikalischen Wiese, sei es Rock, Country oder sogar, Jagger-Britisch, \u201eDanze\u201c-Musik gegrast h\u00e4tten und nun von all dem etwas auf dem Album zu sein wird, ist das nett, aber auch nichtssagend. Etwas konkreter wird es, wenn sie erz\u00e4hlen, dass \u201eForeign Tongues\u201c eigentlich aus einem Nachbeben des Vorg\u00e4nger-Albums \u201eHackney Diamonds\u201c entstanden sei. Damals h\u00e4tten sie in einem solchen Schwung und Rausch mehr Songs eingespielt als sie f\u00fcr das Album brauchten, und als es dann zu dem \u00fcberraschenden Erfolg, ja fast sogar zu einer Neugeburt des Stones-Sounds f\u00fchrte, das noch ofenwarme Material auch heraussollte. Carpe Diem mag der Gedanke gewesen sein, nutze den Tag, denn nach dem Tod von <a class=\"\" data-target-type=\"article\" href=\"https:\/\/www.stern.de\/kultur\/musik\/themen\/charlie-watts-4178758.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Charlie Watts<\/a> war ihnen die Endlichkeit der unendlichen Stones nicht mehr ganz so fremd.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Hinzu kam, dass sie bei den Aufnahmen zu \u201eHackney Diamonds\u201c etwas erlebten, was Jagger und Co. auch kaum noch kannten. Mit dem 36-j\u00e4hrigen Star-Produzenten Andrew Watt kam ein Mann dazu, der wie kaum ein anderer das H\u00e4ndchen hat, \u00e4ltere Rock-Sounds im Studio so frisch zu spritzen als seien sie eben erst erdacht worden. Watt, der schon mit Justin Bieber, Miley Cyrus, Elton John und auch noch mit Ozzy Osborne gearbeitet hat, gilt als Anh\u00e4nger der \u201eFirst Take\u201c-Technik, was bedeutet, dass f\u00fcr ihn meist die erste, spontan und ungebremste Version eines Songs oder eines Teils davon die beste ist. Und nicht die von Soundcomputern geschliffene zehnte oder zw\u00f6lfte Fassung. F\u00fcr Watt ist der immer sp\u00fcr- und h\u00f6rbare Live-Faktor von Musik entscheidend, weil er nicht T\u00f6ne, sondern Gef\u00fchl und Atmosph\u00e4re erzeugt. \u201eAndrew hatte einfach die richtige Menge an Energie und das richtige Know-how, um das durchzuziehen\u201c, sagte Keith Richards \u00fcber Watt. So kam es, dass selbst die eingefleischtesten Stones-Anh\u00e4nger sich nach \u201eHackney Diamonds\u201c erstaunt fragten: Was haben die denn genommen?<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Und so scheint es, soll auch \u201eForeign Tongues\u201c ein weiterer Schritt in die Zukunft dieser so alten Band werden. Aufgenommen in einem, fast nur zimmergro\u00dfen Londoner Studio in nur vier Wochen. Mit Gastmusikern wie Paul McCartney, der angeblich zuf\u00e4llig in der N\u00e4he war, und dem zauseligen Gasts\u00e4nger Robert Smith von \u201eThe Cure\u201c, der auch angeblich zuf\u00e4llig vor der T\u00fcr wartete und zu dem Jagger der Legende nach geagt haben soll: \u201eDu bist doch Robert von ,The Cure&#8216; oder? Willst du mitmachen?\u201c ist das Album in bewusster old school-Technik entstanden. Auf einigen St\u00fccken ist sogar noch Charlie Watts auf fr\u00fcher aufgenommen Takes am Schlagzeug zu h\u00f6ren.\u00a0<\/p>\n<p>  Rolling Stones, nur kr\u00e4ftiger<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Wie das alles dann im Juli klingt, l\u00e4sst sich heute nur mit den schon ver\u00f6ffentlichen St\u00fccken \u201eIn the Stars\u201c und \u201eRough and Twisted\u201c hochrechnen. Und das ist interessant, weil man sofort sp\u00fcrt, wie Produzent Watt die stones-charakteristischen Basics kurz mal zum Gewichtepumpen verdonnert hat \u2013 die Gitarre wuchtet sofort das rhythmische Intro, Jaggers Stimme klettert beh\u00e4nde und entschieden darauf, Richards und Woods Gitarren raspeln funkelnde Solo-Splitter hinein, der Bass treibt den Laden stoisch an, nur das Schlagzeug ist kr\u00e4ftiger und tieft\u00f6niger dabei als man es von der Band kennt (was Stones-Puristen nicht m\u00f6gen werden). Aber Drummer Steve Jordan ist kein Stones-Neuling, Charlie Watts sagte vor seinem Tod \u201eer ist der Richtige\u201c, und es gibt Zutaten, die auch einen Stones-Sound kr\u00e4ftiger machen.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Alles zusammen \u2013 aber es sind nur zwei Songs \u2013 hat das eine Entschiedenheit, die den Rock und den Blues in den 60er und 70er Jahren einmal ausmachte und die ihm so wichtige Kraft lieferte. Z\u00f6gerfrei, faustgeballt, zungengestreckt, vielleicht im Alter mehr Pose und Nostalgie als junge Wut, aber egal. Die Rolling Stones haben das mal in die Welt gesetzt, aber sich in den vielen Jahren auch manchmal in Moden, Einfallslosigkeit und Sinnsuche verlaufen. Die Kostproben aus \u201eForeign Tongues\u201c klingen nun so wie aus einem langen Irrgarten in der Zukunft angekommen zu sein. Oder wie ein Kritiker nach einem Stones-Konzert vor Jahren einmal schrieb: \u201eWenn man ihnen mit geschlossen Augen zuh\u00f6rt, denkt man, junge Band mit gro\u00dfer Zukunft.\u201c<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Als das kleine Schauspiel auf der B\u00fchne in Brooklyn vorbei war und alle schon gehen wollten, wurde dann noch das Video zu \u201eIn the Stars\u201c gezeigt. Und man erlebte, was der Flaschengeist KI anrichten kann, wenn man ihm sagt \u201emach Mick Jagger 50 Jahre j\u00fcnger\u201c. Sah aus wie ein singendes St\u00fcck Seife. H\u00e4tte nicht sein m\u00fcssen, Jagger in seiner Balkonmarkisenjacke auf der Au\u00dfenbahn war der richtige Rock&#8217;n&#8217;Roll.\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Artikel anh\u00f6ren Kopiere den aktuellen Link Zur Merkliste hinzuf\u00fcgen In New York k\u00fcndigten die Rolling Stones mit \u201eForeign&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1005980,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[29,214,30,1779,810,215],"class_list":{"0":"post-1005979","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-germany","11":"tag-music","12":"tag-musik","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116544303834854825","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1005979","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1005979"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1005979\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1005980"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1005979"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1005979"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1005979"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}