{"id":1006028,"date":"2026-05-09T11:33:27","date_gmt":"2026-05-09T11:33:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1006028\/"},"modified":"2026-05-09T11:33:27","modified_gmt":"2026-05-09T11:33:27","slug":"gedenkveranstaltung-friedhof-norrenberger-strasse-wuppertal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1006028\/","title":{"rendered":"Gedenkveranstaltung Friedhof Norrenberger Stra\u00dfe Wuppertal"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Am 8. Mai 1945 unterzeichnete der deutsche Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel in Berlin-Kalkhorst die Urkunde, die die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht und gleichzeitig das Ende des 2. Weltkrieges in Deutschland bedeutete. Ein Tag, der gleichzeitig das Ende des Nazi-Terrors markierte. Ein Datum, das der fr\u00fchere Bundespr\u00e4sident Richard von Weizs\u00e4cker als \u201eTag der Befreiung\u201c bezeichnete und das auch 81 Jahre sp\u00e4ter als Anlass zum Gedenken und zur Mahnung diente.<\/p>\n<p>Schweigeminute<br \/>f\u00fcr Bombenopfer      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie in jedem Jahr, und nun schon zum 41. Mal, war der Friedhoff Norrenberger Stra\u00dfe und hier die Gedenkst\u00e4tte der Gr\u00e4ber der 184 verstorbenen russischen und polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter der Ort der Besinnung. Die evangelische Kirchengemeinde Langerfeld hatte eingeladen, und Gemeindepfarrerin Judith Denker f\u00fchrte auch durch die w\u00fcrdige Feier, bei der die rund 30 Besucherinnen und Besucher auf dem Weg zur Feierstunde eine Schweigeminute f\u00fcr die Opfer der Bombenangriffe in Heckinghausen einlegten. Am Ort des Geschehens hatte sich schon nach Vorarbeit der Vorbereitungsgruppe mit Jochen Vogler die Gamshornbl\u00e4sergruppe Carmina venti versammelt, die das Gedenken auf ihren au\u00dfergew\u00f6hnlichen Instrumenten musikalisch begleitete. Judith Denker bat zun\u00e4chst Oberb\u00fcrgermeisterin Miriam Scherff um ihren Wortbeitrag. Das Stadtoberhaupt sah im 8. Mai 1945 das Ende der beispiellosen Nazidiktatur mit ihren unbeschreiblichen Untaten an Minderheiten und Andersdenkenden und erteilte denen, die einen Schlussstrich unter die unselige Vergangenheit ziehen wollen, eine deutliche Absage. Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass Kriege nur im Interesse weniger, aber nicht f\u00fcr die Menschen gef\u00fchrt w\u00fcrden. \u201eAngesichts der zivilen Opfer der derzeitigen Konflikte d\u00fcrfen wir Kriege nie als Alltag akzeptieren\u201c, so Miriam Scherff. Deutlich sagte sie: \u201eKrieg ist niemals eine Alternative zum Frieden\u201c und \u201eEs hat lange gedauert, bis die Bedeutung des 8. Mai 1945 ins Bewusstsein der Menschen gedrungen ist.\u201c Die Oberb\u00fcrgermeisterin rief zur Wachsamkeit gegen Ausgrenzung von Minderheiten und zur Solidarit\u00e4t in einem friedlichen Miteinander auf, ehe sie das Mikrofon weitergab an den Heckinghauser Bezirksb\u00fcrgermeister Stefan K\u00fchn.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">K\u00fchn sprach vor den niedergelegten Kr\u00e4nzen der meisten im Rat vertretenen Parteien, von den 40 Millionen Toten, die der von den Nazis angezettelte 2. Weltkrieg gefordert hatte, vom unvorstellbaren Grauen und den Kriegsverbrechen vorwiegend an der Zivilbev\u00f6lkerung und von der Befreiung vom Hitler-Regime. Den ersten Satz des Grundgesetzes \u201eDie W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar\u201c, erweitere K\u00fchn durch den Zusatz \u201eDie W\u00fcrde eines jeden Menschen ist unantastbar\u201c und appellierte an die Umstehenden, nicht nur den 8. Mai als Tag der Mahnung zu betrachten, sondern sich an 365 Tagen im Jahr an diesen Anlass zur Besinnung zu erinnern. Nach einem weiteren Musikst\u00fcck der Gruppe Carmina venti erz\u00e4hlte die Autorin Marina Jenkner die bewegende Geschichte von \u201eOpa Albrecht\u201c, der als schwer Verwundeter in Russland von einer barmherzigen Russin gefunden und voller unvoreingenommener N\u00e4chstenliebe gesund gepflegt wurde. Ein Beispiel f\u00fcr Empathie frei von Freund-Feind-Denken. Auch Felix Wiese von der Kreisvereinigung Wuppertal der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, dem Bund der Antifaschisten, kam zu Wort und erinnerte daran, dass auch nach dem Krieg Anh\u00e4nger oder stille Dulder der Nazi-Diktatur an einflussreicher Stelle in der jungen Bundesrepublik Deutschland t\u00e4tig gewesen seien und rief zur Wachsamkeit und zum Widerstand gegen jegliche Anf\u00e4nge eines neuen Faschismus auf.<\/p>\n<p>Unterschiedliche<br \/>Gedenktage      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Superintendentin Katharina P\u00f6tt stellte in ihrem Beitrag fest, dass Krieg nie mit dem ersten Bombenabwurf, sondern viel fr\u00fcher beginnt, n\u00e4mlich mit offensichtlichem Unrecht, Unfrieden und Ausgrenzung. \u201eKrieg soll nach dem Willen Gottes nicht sein\u201c, war die These, die Katharina P\u00f6tt nachdr\u00fccklich betonte, ehe sich die Versammlung aufl\u00f6ste.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">W\u00e4hrend man sich in Westeuropa eher still und nachdenklich an den 8. Mai 1945 erinnert, wird in Moskau am 9. Mai des Kriegsendes j\u00e4hrlich mit einer milit\u00e4rischen Siegesparade gedacht. Die Unterzeichnung zur bedingungslosen Kapitulation durch Wilhelm Keitel in Berlin erfolgte am 8. Mai 45 um 23.01 Uhr, zu einer Stunde also, in der es wegen der Zeitverschiebung in Moskau schon nach Mitternacht, also schon der 9. Mai war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 8. 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