{"id":1006459,"date":"2026-05-09T15:39:36","date_gmt":"2026-05-09T15:39:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1006459\/"},"modified":"2026-05-09T15:39:36","modified_gmt":"2026-05-09T15:39:36","slug":"offener-abend-in-der-johanneskirche-wuppertal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1006459\/","title":{"rendered":"Offener Abend in der Johanneskirche Wuppertal"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie aus einem netten Abend in einer vollbesetzen Kirche eine ehrgeizige und emotionale B\u00fcrgerdebatte \u00fcber Wuppertals Identit\u00e4t werden kann, bewiesen am Donnerstag Harald Krassnitzer und Lothar Leuschen. Sie waren zu Gast beim \u201eOffenen Abend\u201c der evangelischen Gemeinde Elberfeld-S\u00fcdstadt in der Johanneskirche.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schauspieler Harald Krassnitzer ist ehemaliger Tatort-Kommissar und gerade mit dem Demenz-Drama \u201eDer verlorene Mann\u201c im Kino zu sehen. Mit seiner Frau, der Wuppertaler Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer, lebt er seit Langem in Beyenburg. Er engagiert sich f\u00fcr das Projekt \u201eChance 8\u201c, einer Achtsamkeitsgruppe f\u00fcr emotional und sozial belastete Kinder in der Alten Feuerwache, und sagt: Wuppertal besitzt eine hohe Lebendigkeit. Lothar Leuschen kennt die Stadt als Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung mittlerweile seit Jahrzehnten \u2013 und wusste: Ein Abend mit \u201eReflexionen zu einer spannenden Stadt\u201c, so der Titel, w\u00fcrde definitiv kein theoretischer R\u00fcckblick bleiben.<\/p>\n<p>Die Idee: Wuppertal zur Kulturhauptstadt machen      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Herausforderungen, Chancen, Visionen: Es begann als Zwiegespr\u00e4ch und wurde schlie\u00dflich zu einer Debatte unter Einbeziehung des Publikums \u2013 vor allem \u00fcber die Zugewandtheit zu einer Stadt und das Engagement der B\u00fcrger, wenn eine Verwaltung zu viel Sitzverm\u00f6gen hat. \u201eWir h\u00f6ren die ganze Zeit, dass die Stadt nichts kann und Armut zu verwalten hat\u201c, sagte Harald Krassnitzer. Der Fokus m\u00fcsse sich \u00e4ndern \u2013 im Rathaus wie auch in der Stadtgesellschaft. Seine Idee: Wuppertal soll Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt werden, um Identit\u00e4t zu schaffen \u2013 so wie es Wuppertals Partnerstadt Ko\u0161ice in der Slowakei im Jahr 2013 war. Oder: \u201eWuppertal k\u00f6nnte auch eine Modellregion bilden, die anders mit B\u00fcrokratie umgeht. Wir haben \u00fcberbordende administrative Forderungen. Wir m\u00fcssen f\u00fcr unsere Achtsamkeitsinitiative jedes Jahr \u00fcber 60 Seiten Formulare ausf\u00fcllen, um das Projekt neu zu legitimieren.\u201c Dies konnten auch andere Besucher best\u00e4tigen \u2013 sei es bei Anfragen f\u00fcr Radwege oder soziale Projekte. \u201eMan hat den Eindruck, dass diese Stadt kein Vertrauen in die F\u00e4higkeit ihrer B\u00fcrger besitzt\u201c, so Krassnitzer.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eWir brauchen ein Rathaus, das sagt: ,Sie wollen etwas machen? Wir unterst\u00fctzen Sie.\u2018\u201c, bekr\u00e4ftigte Lothar Leuschen die Botschaft. Stattdessen w\u00fcrden Ideen im Sand verlaufen, weil man keine Genehmigungen erh\u00e4lt. \u201eWir werden es der Verwaltung nicht gestatten, vieles auszusitzen. Denn wir sind nicht nur Stimmvieh und Steuerabgeber. Wenn viele Menschen gemeinsam auftreten, ist es aussichtsreicher, dass sich die Verwaltung mit den Themen ihrer B\u00fcrger befasst. So wie heute Abend.\u201c Das Argument der Finanznot sei ebenfalls hinf\u00e4llig: \u201eWir haben einen st\u00e4dtischen Haushalt von 1,7 Milliarden Euro.\u201c Die Knappheit von Mitteln h\u00e4nge davon ab, wie sie verteilt werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das b\u00fcrgerschaftliche Engagement beweise, wie man auch ohne die gro\u00dfe Unterst\u00fctzung der Stadt oder vielmehr trotz der H\u00fcrden, die sie den B\u00fcrgern in den Weg stelle, Referenzprojekte realisieren k\u00f6nne, so Leuschen: \u201eSchauen Sie auf die Nordbahntrasse, die Junior Uni oder den Arrenberg \u2013 ein vermeintlich abgeh\u00e4ngter Stadtteil, der aufgebl\u00fcht ist.\u201c Lothar Leuschen w\u00fcnscht sich, dass \u201edie Leute im Urlaub nicht mehr sagen: Ich komme aus der N\u00e4he von D\u00fcsseldorf, sondern ich komme aus Wuppertal\u201c.<\/p>\n<p>\u201eEs kommt etwas<br \/>auf die Stadt zu\u201c      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">So entwickelte sich der Abend zu einem inspirierenden Pl\u00e4doyer f\u00fcr lokale Leidenschaft. Die Energie der Veranstaltung war schlie\u00dflich so greifbar, dass die Absicht entstand, daraus eine Initiative zu entwickeln, damit die Inspiration nicht an den W\u00e4nden der Johanneskirche verhallt. Es kommt also etwas auf die Stadt zu, dass sie nicht ignorieren kann. Die Debatte ist angesto\u00dfen und eine Fortsetzung angedacht. Harald Krassnitzer sagte zu, wieder dabei zu sein, m\u00f6glicherweise an einem Ort mit noch mehr Platz wie der Historischen Stadthalle \u2013 und mit Politikern aus dem Rat. Man k\u00f6nnte diese Ambitionen fast als Stadtwette einer k\u00fcnftig wieder im ZDF laufenden Samstagabendshow einreichen: \u201eWetten, dass wir es schaffen, die Verwaltung von ihrem stoischen Sitzverm\u00f6gen wegzukriegen?\u201c Auch die Profilbildung als \u201eSchwebebahnstadt\u201c soll wieder aufgegriffen werden; sie war k\u00fcrzlich im Stadtrat abgelehnt worden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zudem sammelten Harald Krassnitzer und Lothar Leuschen am Donnerstag Spenden f\u00fcr die sogenannte \u201ePeacebell\u201c. Ein Kunstwerk, bei dem eine Glocke aus Kriegsschrott gegossen wird, initiiert von S\u00e4nger Michael Patrick Kelly. Die Kosten betragen rund 40\u2005000 Euro. Wie die Veranstalter mitteilen, ergab die Sammlung in der Johanneskirche 1570 Euro.<\/p>\n<p class=\"italic richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die \u201eOffenen Abende\u201c sind ein fester Bestandteil des Gemeindelebens. N\u00e4chster Termin ist am 11. Juli; dann ist der Betriebsleiter der Wuppertaler Schwebebahn, Christian Kindinger, zu Gast.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie aus einem netten Abend in einer vollbesetzen Kirche eine ehrgeizige und emotionale B\u00fcrgerdebatte \u00fcber Wuppertals Identit\u00e4t werden&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1006460,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3274,15910,3364,29,30,7619,22269,82462,29513,1209,40763,40239,216912,17075,4418,6226],"class_list":{"0":"post-1006459","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-kirche","9":"tag-abend","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-harald-krassnitzer","14":"tag-johanneskirche","15":"tag-leuschen","16":"tag-lothar","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-offenen","19":"tag-samstagabendshow","20":"tag-sitzvermoegen","21":"tag-verwaltung","22":"tag-wuppertal","23":"tag-wuppertaler"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116545373293361583","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1006459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1006459"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1006459\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1006460"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1006459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1006459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1006459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}