{"id":1006985,"date":"2026-05-09T20:53:24","date_gmt":"2026-05-09T20:53:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1006985\/"},"modified":"2026-05-09T20:53:24","modified_gmt":"2026-05-09T20:53:24","slug":"die-kinder-spielen-verrueckt-von-deine-freunde-laut-de-album","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1006985\/","title":{"rendered":"&#8222;Die Kinder Spielen Verr\u00fcckt&#8220; von Deine Freunde \u2013 laut.de \u2013 Album"},"content":{"rendered":"<p>\t\tlaut.de-Kritik<br \/>\n\t\tKopfsprung ins bunte B\u00e4llebad.<br \/>\n\t\tReview von <a rel=\"author nofollow noopener\" href=\"https:\/\/laut.de\/Alben\/Neu?autor=106\" class=\"stark\" target=\"_blank\">Dani Fromm<\/a><\/p>\n<p class=\" first\">&#8222;Bitte starten Sie das Kopfnicken jetzt.&#8220; Es geht doch nix \u00fcber klare Anweisungen. Feinstens. Jede*r wei\u00df, was zu tun ist, also warum zum Teufel nicht direkt mit der &#8222;<strong>Zugabe<\/strong>&#8220; anfangen? Das Publikum verlangt ja h\u00f6rbar danach, also fehlt sowieso nicht viel zum gepflegten Vollabriss: Bass, ein paar Scratches, Flo l\u00e4sst seinen inneren <a href=\"https:\/\/laut.de\/Fatman-Scoop\" class=\"wort\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fatman Scoop<\/a> von der Leine, und? &#8222;<strong>Was Geht Ab?<\/strong>&#8222;<\/p>\n<p>Na, alles, das nicht fest ist. Im 15. Jahr des Bandbestehens wissen wir eh, was uns bl\u00fcht: ein weiterer Beleg daf\u00fcr, dass konkurrenzlos coolste Kinderband der Welt unver\u00e4nderter Weise <a href=\"https:\/\/laut.de\/Deine-Freunde\" class=\"wort\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deine Freunde<\/a> hei\u00dft. Gar nicht mehr so sicher bin ich mir, ob sich das noch immer so sorglos unter &#8222;<a href=\"https:\/\/laut.de\/Genres\/Hip-Hop-52\" class=\"werk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hip Hop<\/a>&#8220; einsortieren l\u00e4sst, wie ich das bisher immer getan habe: Ja, klar sind das auf den Punkt gerappte Bars mit ohrwurmig gesungenen Hooks auf versiertest produzierten Beats. Aber es ist eben auch <a href=\"https:\/\/laut.de\/Genres\/DrumnBass-32\" class=\"werk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drum&#8217;n&#8217;Bass<\/a>, <a href=\"https:\/\/laut.de\/Genres\/Pop-89\" class=\"werk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pop<\/a>, Elektro, <a href=\"https:\/\/laut.de\/Genres\/Synthiepop-der-80er-101\" class=\"werk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Synthiesounds<\/a>, ein Hauch <a href=\"https:\/\/laut.de\/Genres\/Schlager-55\" class=\"werk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schlager<\/a>, selbstverst\u00e4ndlich ein ger\u00fcttelt Ma\u00df <a href=\"https:\/\/laut.de\/Genres\/Techno-1\" class=\"werk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kasperletechno<\/a>, sogar Spuren von <a href=\"https:\/\/laut.de\/Genres\/Industrial-54\" class=\"werk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Industrial<\/a> &#8230; bei genauer Betrachtung haben die drei, allen voran nat\u00fcrlich Produzent Pauli, da eine ganz sch\u00f6n pralle Wundert\u00fcte gepackt.<\/p>\n<p>Andererseits geh\u00f6rte es ja seit jeher zum Wesen des Genres, sich all\u00fcberall zu bedienen und sich dann den Soundtrack f\u00fcr die eigene Party daraus zu basteln. Insofern sind Deine Freunde wieder so Hip Hop, wie es nur irgend geht. Gerade mit dem ganz ordentlich basslastigen, geradezu finsteren &#8222;<strong>Bestimmer<\/strong>&#8220; rechtfertigt das Trio, in die <a href=\"https:\/\/laut.de\/Genres\/Rap-69\" class=\"werk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rap<\/a>-Ecke gestellt zu werden. Respektive stellen sie sich ja selbst hinein und scheinen sich da auch pudelwohl zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Wie jedes Deine Freunde-Album zuvor (und hoffentlich noch viele danach) f\u00fchlt sich &#8222;<strong>Die Kinder Spielen Verr\u00fcckt<\/strong>&#8220; wieder an wie ein Kopfsprung ins bunte B\u00e4llebad. Die Welt au\u00dfen herum mag nicht heil sein, Deine Freunde gaukeln ihren Fans auch nicht vor, sie lebten auf einem Ponyhof, daf\u00fcr nehmen sie ihr Publikum seit jeher viel zu ernst. Gerade deswegen aber genie\u00dft, so lange ihre Show l\u00e4uft, der Spa\u00df absolute Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p>&#8230; und, eieiei, macht dieses Album wieder Spa\u00df. Es l\u00e4dt abwechselnd zum Tagtr\u00e4umen, zum Herumspinnen, zum Zappeln, zum Quatschmachen und zum unkontrollierten Herumh\u00fcpfen ein. Alles Dinge, die gerade \u00e4ltere Kinder, ja, besonders die jenseits der 50, viel \u00f6fter tun sollten, wenngleich es sich f\u00fcr die dringend empfiehlt, dabei R\u00fccksicht auf die zunehmend morschen Knochen zu nehmen. (Aua.)<\/p>\n<p>Dass Deine Freunde eigentlich (!) eine extrem junge Zielgruppe ansprechen, macht ihre Songs f\u00fcr \u00e4ltere Semester nicht unzug\u00e4nglicher. Wer will, kann hier problemlos andocken. Schlie\u00dflich sind wir ohne jede Ausnahme alle einmal Kinder gewesen. Folglich umarmt uns alle &#8222;<strong>Irgendwo Auf Dem Heimweg<\/strong>&#8220; das Nostalgie-Gef\u00fchl, wenn erstmals alle drei Freunde (auch Pauli!) je eine Strophe des Lieds, das es nicht gibt, anstimmen, mit dem Text, der sich nicht reimt, zur Melodie, die keiner kennt.<\/p>\n<p>Alle sind wir irgendwann irgendwo jemandem begegnet, der mit aller Gewalt der &#8222;<strong>Bestimmer<\/strong>&#8220; sein wollte. Wir haben alle schon verzweifelt das wirksame Mittel gegen &#8222;<strong>Schluckauf<\/strong>&#8220; gesucht. Wir haben verr\u00fcckt gespielt, oder &#8222;<strong>Ich Sehe Was, Was Du Nicht Siehst<\/strong>&#8222;, und wer die S\u00e4tze &#8222;<strong>Zieh Dich Bitte Warm An<\/strong>&#8220; oder &#8222;Wie Hei\u00dft Das Zauberwort&#8220; nicht mindestens je dr\u00f6lf Dutzend Mal nachgerufen bekommen hat, hebe bitte die Hand. Wo sind die H\u00e4nde? Ich seh&#8216; keine. &#8222;<strong>Siehste<\/strong>&#8222;?<\/p>\n<p>Das Konfliktpotenzial von Familienurlauben kennen alle, die schon einmal einen gemacht haben. &#8222;<strong>Im Paradies<\/strong>&#8220; bringt das Scheitern an den \u00fcbertriebenen Erwartungen nachvollziehbar auf den Punkt. Nat\u00fcrlich stilecht verpackt in karibisch aromatisierten Pop zu einer Melodei, die mich \u00fcber Tage hinweg schier in den Wahnsinn getrieben hat, weil mir nicht einfallen wollte, woher ich sie kenne. Auf die Idee, bei <a href=\"https:\/\/laut.de\/Westernhagen\" class=\"wort\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Westernhagen<\/a> zu suchen, bin ich halt lange nicht gekommen. (Im Interview schw\u00f6ren die drei Freunde \u00fcbrigens, es sei kein bewusstes Sich-Bedienen gewesen, sondern ihnen einfach passiert, unterbewusst, sie waren also geradezu &#8222;Willenlos&#8220;. Sachen gibts.)<\/p>\n<p>Ob wir mittendrin stecken oder auf unsere Kinderzeit zur\u00fcckblicken: Wir h\u00e4tten uns doch wohl alle gew\u00fcnscht, dass unsere Gef\u00fchle ernst genommen, die pers\u00f6nlichen Grenzen respektiert werden. Nein, kein K\u00fcsschen f\u00fcr den Opa, wenn du nicht willst. Kein gezwungenes L\u00e4cheln n\u00f6tig. Nein, kein Gedicht aufsagen: &#8222;<strong>Du Musst Nicht<\/strong>&#8222;. Jedes, wirklich jedes Kind sollte diese Sorte Zuspruch und Best\u00e4rkung erfahren. Wem sie verwehrt blieb, bietet dieses unaufdringliche, aber kompromisslose Pl\u00e4doyer f\u00fcr Selbstbestimmung immerhin sp\u00e4ten Trost.<\/p>\n<p>So liebevoll zugewandt wie in diesem Message-Song geht es auf diesem Album durchgehend zu, es klingt allerdings nicht einmal halb so ernst, wie sich das vielleicht liest. Deine Freunde feiern viel mehr vergn\u00fcgt das Miteinander von einander wohlgesonnenen Menschen, \u00fcber Generationen hinweg. Wenn klar ist, dass man sich doch ganz gut leiden kann, darf der Tonfall ruhig ins Flapsige abgleiten. Dann d\u00fcrfen die Eltern ihren Nachwuchs auch mal als Ausrede missbrauchen: &#8222;<strong>Schieb Es Auf Die Kinder<\/strong>&#8222;. Schieb, schieb.<\/p>\n<p>Wie schon \u00f6fter, verbuche ich als hochgradig emp\u00f6rende Unsitte, dass Deine Freunde manche gute Song-Idee zwar anrei\u00dfen, sie dann aber im Skit-Stadium d\u00fcmpeln lassen. Das &#8222;Rucksack Im Gesicht&#8220; dieses Albums hei\u00dft &#8222;<strong>Du Hast Da Was<\/strong>&#8222;: ja, ja! Uns mit Bass und dengelnden Sounds den Mund w\u00e4ssrig machen, und dann ist das nach unter einer Minute schon vorbei: veritable Frechheit, wieder. Was es mit dem &#8222;<strong>Lang Ersehnten Lied Der H\u00fchner<\/strong>&#8220; auf sich hat, h\u00e4tte ich eigentlich auch gerne gewusst, aber die feinen Herren haben ja keinen Bock-bok-bok &#8230; Wenigstens geben sie uns eine Runde Wunschdenken aus: Zu wabernden Synthies und pumpendem Bass phantasiert &#8222;<strong>W\u00fcnsch Dir Was<\/strong>&#8220; den perfekten Tag zusammen, fair verteilt, einmal aus Kinder-, einmal aus Erwachsenenperspektive.<\/p>\n<p class=\" last\">Am Ende wird auch klar, warum die &#8222;<strong>Zugabe<\/strong>&#8220; diesmal am Anfang stehen musste: Den Platz am Ende brauchten Flo, Lukas und Pauli f\u00fcr eine andere, wirklich stimmungsvolle Abschiedsnummer, ihr Dankesch\u00f6n an die Fans, die Crew, die Musik und das Leben, vorgetragen zu dramatisch dunklem Balladen-Piano: &#8222;<strong>So Jung<\/strong>&#8220; kommen wir in der Tat nie wieder zusammen, das stimmt wohl. Aber dann sind wir beim n\u00e4chsten Mal eben bisschen \u00e4lter, macht doch nix. Bis dahin? Fangen wir von vorne an: &#8222;Bitte starten Sie das Kopfnicken jetzt.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"laut.de-Kritik Kopfsprung ins bunte B\u00e4llebad. 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