{"id":100742,"date":"2025-05-10T23:34:09","date_gmt":"2025-05-10T23:34:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/100742\/"},"modified":"2025-05-10T23:34:09","modified_gmt":"2025-05-10T23:34:09","slug":"das-ist-unanstaendig-landes-spd-rechnet-scharf-mit-parteichef-klingbeil-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/100742\/","title":{"rendered":"&#8222;Das ist unanst\u00e4ndig&#8220;: Landes-SPD rechnet scharf mit Parteichef Klingbeil ab"},"content":{"rendered":"<p>                    &#8222;Das ist unanst\u00e4ndig&#8220;<br \/>\n                Landes-SPD rechnet scharf mit Parteichef Klingbeil ab<\/p>\n<p>\t\t\t\t              10.05.2025, 22:10 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>An der SPD-Basis rumort es. Zumindest im Landesverband Nordrhein-Westfalen wird der Parteichef Lars Klingbeil lautstark angegangen. Die Delegierten bringen unterschiedliche Vorw\u00fcrfe an. <\/strong><\/p>\n<p>SPD-Bundesparteichef und Vizekanzler Lars Klingbeil hat bei seinem ersten Auftritt auf einem Parteitag nach dem Start der Bundesregierung harsche Kritik an der Basis einstecken m\u00fcssen. Beim Landesparteitag der nordrhein-westf\u00e4lischen SPD in Duisburg warfen ihm vor allem junge Delegierte in einer Aussprache unter anderem programmatische Planlosigkeit und \u00c4mterh\u00e4ufung bei gleichzeitiger &#8222;Abstrafung&#8220; seiner Co-Vorsitzenden Saskia Esken vor.<\/p>\n<p>Mit einer themen\u00fcbergreifenden Grundsatzrede und einem Appell an Geschlossenheit und Solidarit\u00e4t war Klingbeil in der traditionellen &#8222;Malocherstadt&#8220; in den Parteitag eingestiegen. Vor dem kritisch gestimmten Landesverband, der schon im Vorfeld eine schonungslose Analyse des SPD-Absturzes bei der Bundestagswahl vorgelegt hatte, sicherte er eine offene Aufarbeitung zu und r\u00e4umte auch eigene Fehler ein &#8211; ohne allerdings gravierende Punkte zu benennen, die der Parteibasis unverhohlen unter den N\u00e4geln brannten.<\/p>\n<p>Den Aufschlag machte die Juso-Landesvorsitzende Nina Gaedike: &#8222;Wie viele letzte Sch\u00fcsse gibt es eigentlich?&#8220;, leitete sie ihre Rede \u00fcber Parteifloskeln nach schlechten Ergebnissen ein. &#8222;Was ist Dein Plan?&#8220;, wollte sie von Klingbeil angesichts eines schon l\u00e4nger w\u00e4hrenden SPD-Abw\u00e4rtstrends wissen. In Duisburg habe der Parteichef lediglich &#8222;alle Kontroversen umschifft&#8220;, attestierte sie ihm.<\/p>\n<p>Forderung nach &#8222;neuen Gesichtern&#8220;<\/p>\n<p>Doch f\u00fcr Klingbeil kam es in der einstigen &#8222;Herzkammer der Sozialdemokratie&#8220; tief im Ruhrgebiet noch dicker. Mehrere Delegierte thematisierten in scharfem Ton, wie es sein k\u00f6nne, dass Klingbeil, der jetzt auch Bundesfinanzminister ist, nach dem Wahldebakel in k\u00fcrzester Zeit immer mehr \u00c4mter angeh\u00e4uft habe, w\u00e4hrend Esken allein die Konsequenzen f\u00fcr die Klatsche zu tragen habe.<\/p>\n<p>&#8222;Das ist unanst\u00e4ndig, was da gelaufen ist, dass wieder die Frauen kassieren und die M\u00e4nner den Top-Job kriegen&#8220;, schimpfte ein Delegierter. Eine Andere spie\u00dfte das Parteitagsmotto &#8222;Aus dem Alltag in die Zukunft&#8220; auf. &#8222;Wenn wir ehrlich sind und wenn wir so weiter machen, dann kommen wir in dieser Zukunft nicht mehr vor.&#8220;<\/p>\n<p>N\u00f6tig sei jetzt eine Kernsanierung der Partei. Das bedeute auch: &#8222;neue Gesichter an der Parteispitze&#8220;. Stattdessen tausche die F\u00fchrungsriege &#8222;lustig Positionen untereinander aus&#8220; und schweigend werde Spott und H\u00e4me \u00fcber eine Parteikollegin ertragen. &#8222;Es ist Deine Aufgabe, daf\u00fcr zu sorgen, dass von dem Laden noch was \u00fcbrig bleibt&#8220;, gab die junge Genossin dem Parteichef mit auf den Weg. Sie erwarte vom &#8222;lieben Lars&#8220; endlich Verantwortung f\u00fcr das Wahlergebnis.<\/p>\n<p> &#8222;Wir haben gek\u00e4mpft wie die Doofen&#8220;<\/p>\n<p>Eine andere Delegierte leitete ihre Kritik schon mit der unheilvollen Ank\u00fcndigung ein: &#8222;In Nordrhein-Westfalen schaut man sich offen und ehrlich in die Augen und sagt sich dann die Wahrheit.&#8220; Und deswegen wolle sie dem Parteichef jetzt mal die Meinung sagen.<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben gek\u00e4mpft wie die Doofen&#8220;, machte sie ihrem \u00c4rger \u00fcber die verlorene Bundestagswahl Luft. Wenn dann trotzdem das schlechteste Ergebnis eingefahren werde, dann m\u00fcsse auch die gesamte Parteispitze die Verantwortung \u00fcbernehmen. &#8222;Da kann es nicht sein, dass einer die Rosinen rauspickt und dann die gro\u00dfen Posten kriegt.&#8220; Wer so handle und am Stuhl klebe &#8222;wie Sekundenkleber&#8220;, habe &#8222;den moralischen Kompass verloren&#8220;, meinte ein anderer Delegierter.<\/p>\n<p>Dann die Verteidigung vom Vizekanzler: Die Personalentscheidungen in der SPD seien mit der gesamten F\u00fchrungsspitze im Team getroffen worden, entgegnete Klingbeil, der zudem anmerkte, solche Diskussionen seien n\u00f6tig, man k\u00f6nne sie aber auch ohne pers\u00f6nliche Angriffe f\u00fchren.<\/p>\n<p>Klingbeil warnt vor Radikalisierung<\/p>\n<p>Zu Forderungen nach einer programmatischen Kehrtwende sagte Klingbeil, er warne davor, die SPD radikaler auszurichten oder weiter nach links zu r\u00fccken. Stattdessen m\u00fcsse die Sozialdemokratie wieder st\u00e4rker Politik f\u00fcr die Mitte machen.<\/p>\n<p>Klingbeil versicherte, der Start der neuen Bundesregierung werde die Aufarbeitung des SPD-Debakels bei der Bundestagswahl nicht verdr\u00e4ngen. &#8222;Wir brauchen eine ehrliche, eine offenere, eine schonungslose Diskussion in der SPD, wie wir wieder st\u00e4rker werden k\u00f6nnen.&#8220; Das werde beim Bundesparteitag im Juni eine gro\u00dfe Rolle spielen. In Duisburg hatte er nicht viel Zeit f\u00fcr die Auseinandersetzung: &#8222;Ich muss nach Schleswig-Holstein&#8220;, entschuldigte er sich.<\/p>\n<p>Die vergangenen Wochen seien gepr\u00e4gt gewesen von H\u00f6hen, Tiefen, Tempo, schwierigen Entscheidungen und auch Verletzungen, stellte der 47-j\u00e4hrige Parteichef fest. Es sei aber angesichts der gro\u00dfen bevorstehenden Aufgaben unerl\u00e4sslich, dass die Partei geschlossen und solidarisch zusammenstehe. Die neue Koalition von SPD und Union sei &#8222;zum Erfolg verdammt.&#8220; Sein Schlussappell: &#8222;Lasst uns am Ende vor allem eine geschlossene, eine solidarische, eine starke SPD sein.&#8220;<\/p>\n<p>NRW-SPD best\u00e4tigt F\u00fchrungstandem<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus standen Vorstandswahlen in Duisburg an. Der Bundestagsabgeordnete Achim Post und die Duisburger Landtagsabgeordnete Sarah Philipp wurden als Vorsitzende wiedergew\u00e4hlt. Beide bilden seit August 2023 das erste F\u00fchrungstandem in der Geschichte des mit rund 86.000 Mitgliedern st\u00e4rksten SPD-Landesverbands.<\/p>\n<p>Die 42-j\u00e4hrige Wirtschaftsgeografin Philipp, die im Landtag auch Vizefraktionschefin ist, best\u00e4tigte mit 88,8 Prozent fast punktgenau ihr vorheriges Ergebnis. Der 66-j\u00e4hrige Soziologe Post aus dem Wahlkreis Minden-L\u00fcbbecke erhielt bei den turnusm\u00e4\u00dfigen Vorstandswahlen laut Parteiangaben 82,3 Prozent der 418 g\u00fcltigen Stimmen (2023: rund 92 Prozent). Mitbewerber gab es nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Das ist unanst\u00e4ndig&#8220; Landes-SPD rechnet scharf mit Parteichef Klingbeil ab 10.05.2025, 22:10 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion wurde&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":100743,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[29,30,13,776,14,15,1209,16,12,184,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-100742","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-headlines","11":"tag-lars-klingbeil","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-nordrhein-westfalen","15":"tag-politik","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-spd","18":"tag-top-news","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-topmeldungen","21":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114486159836348578","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/100742","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=100742"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/100742\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/100743"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=100742"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=100742"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=100742"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}