{"id":1007688,"date":"2026-05-10T04:06:18","date_gmt":"2026-05-10T04:06:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1007688\/"},"modified":"2026-05-10T04:06:18","modified_gmt":"2026-05-10T04:06:18","slug":"berlin-gatow-martin-roemers-zeigt-kriegsfotografie-im-museum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1007688\/","title":{"rendered":"Berlin-Gatow: Martin Roemers zeigt Kriegsfotografie im Museum"},"content":{"rendered":"<p data-tts-first-paragraph=\"\" class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Zum Wehrdienst wollte er eigentlich nicht. Er sah es als \u201eZeitverschwendung\u201c an. Martin Roemers wollte Fotograf werden. Aber er absolvierte dennoch seinen Dienst beim niederl\u00e4ndischen Milit\u00e4r. Und \u00fcber den Wehrdienst fand er das, was sein Lebensthema werden sollte: Kriege und ihre Auswirkungen.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">In einer Allwetterjacke kommt Roemers nach Gatow. Im <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/bezirke\/spandau\/article227491187\/Gatow-Spandau-Darum-zieht-sich-der-geplante-Umbau-des-Militaermuseums.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/bezirke\/spandau\/\" data-paid-status=\"premium\" data-article-publish-date=\"1572266800\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Milit\u00e4rhistorischen Museum Berlin-Gatow<\/a> zeigt er seine Ausstellung \u201eWar Zones\u201c. 25 Jahre nach Beginn des Afghanistan-Einsatzes sind dort 35 gro\u00dfformatige Aufnahmen von Roemers zu sehen. Denn er war zwischen 1997 und 2002 mit den niederl\u00e4ndischen Einsatzkontingenten der Friedensmissionen auf dem Balkan und zu Beginn der International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan. Er hat sie begleitet und fotografiert. Dabei ist er Soldaten und Zivilisten ganz nahe gekommen.<\/p>\n<p>Roemers dokumentiert Soldatenleben ohne Scheu vor Tabus<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Da ist zum Beispiel das Bild von Oberstabsfeldwebel Harrie. Er pr\u00e4sentiert sein Armeemesser, wirkt dabei freundlich, aber auch martialisch. \u201eIch wollte, dass die Soldaten einen ihrer pers\u00f6nlichen Gegenst\u00e4nde zeigen. Und Harrie erinnert mich an einen Piraten\u201c, sagt Roemers l\u00e4chelnd. Er freut sich noch heute \u00fcber das Bild. Der Soldat bekam danach einen etwas aufgeregten Anruf vom niederl\u00e4ndischen Verteidigungsministerium. \u201eIch verstehe das sogar, aber zum Gl\u00fcck hat es ihn nicht wirklich gek\u00fcmmert\u201c, erinnert sich Roemers. <\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Roemers begleitete die Truppen in Zivil. Anfangs war er noch der Fremde, irgendwann geh\u00f6rte er dazu, passte sich ein. Immer ganz dicht an seinen Motiven. \u201eWie eine Fliege an der Wand.\u201c Die Frage, ob er nicht manchmal angesichts des Leids eingreifen wollte, bei weinenden Frauen, verschreckten oder aggressiven Menschen, versteht er zun\u00e4chst gar nicht. Und antwortet dann schlie\u00dflich n\u00fcchtern: \u201eNein, ich bin Fotograf, meine Aufgabe ist es, zu dokumentieren.\u201c Und so dokumentierte er wirklich viele Momente. Auch intime. Egal, ob russischer Soldat mit heruntergelassener Hose \u00fcber der improvisierten Latrine hockend, halbstarke Pl\u00fcnderer oder albanische Kinder, die zum ersten Mal einen Soldaten mit dunkler Haut sehen und ihn neugierig umringen und ber\u00fchren. Skrupel sind Roemers fremd.<\/p>\n<p>  Mumifizierter Kinderfu\u00df und alte Fototechnik zeigen Kriegsfolgen<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Der Schrecken des Krieges l\u00e4sst sich meist nur erahnen, entfaltet dann aber eine ungeheure Wirkung. Wie beim Bild eines mumifizierten Kinderfu\u00dfes in einem Schuh mit der Gr\u00f6\u00dfe 22, der aus einem Massengrab stammt. <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/411944484_1778256631_v16_9_1200.jpeg\" class=\"relative z-10 block w-full object-cover aspect-[16\/9] md:aspect-[16\/9] lg:aspect-[16\/9]\" alt=\"Fotoausstellung WAR ZONES\" title=\"Die Bilder von Martin Roemers sind gro\u00df abgezogen. Auf Euro-Paletten geschraubt stehen sie vor dem ehemaligen Towergeb\u00e4ude des Flughafens Gatow.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Die Bilder von Martin Roemers sind gro\u00df abgezogen. Auf Euro-Paletten geschraubt stehen sie vor dem ehemaligen Towergeb\u00e4ude des Flughafens Gatow.<br \/>\n      \u00a9 FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini\n    <\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Ein anderes Mal arbeitete Roemers mit einer 70 Jahre alten Kamera aus Afghanistan. Aus Neugier hatte er sich von einem afghanischen Stra\u00dfenfotografen fotografieren lassen. Und war begeistert von seinem ungew\u00f6hnlichen Passbild. \u201eBelichtungszeit zehn Sekunden. Eine Fotografie wie bei unseren Gro\u00dfv\u00e4tern. Die Bilder hatten Staub, Kratzer, nicht scharf\u00a0\u2013 klassisch gesehen keine guten Fotografien, aber ich fand sie perfekt, um das Leben vor Ort zu zeigen.\u201c Er heuerte den Mann als Assistenten an und fotografierte. <\/p>\n<p>Milit\u00e4rhistorisches Museum Berlin-Gatow: Kunst auf Paletten inszeniert<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Die Bilder von Roemers sind gro\u00df abgezogen. Auf Euro-Paletten geschraubt stehen sie vor dem ehemaligen Towergeb\u00e4ude des Flughafens Gatow. Die Pr\u00e4sentation: eine Reminiszenz an die Kriegseins\u00e4tze, wo die Massen an Material f\u00fcr die Soldaten-Camps ebenfalls auf Paletten geliefert werden.  <\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body my-6\">Milit\u00e4rhistorisches Museum Berlin-Gatow, Am Flugplatz 33, Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr, Eintritt frei, kostenlose Besucherf\u00fchrungen finden jeden Sonntag um 14 Uhr statt. Treffpunkt ist vor dem Towergeb\u00e4ude.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zum Wehrdienst wollte er eigentlich nicht. Er sah es als \u201eZeitverschwendung\u201c an. Martin Roemers wollte Fotograf werden. 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