{"id":1008260,"date":"2026-05-10T10:06:20","date_gmt":"2026-05-10T10:06:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1008260\/"},"modified":"2026-05-10T10:06:20","modified_gmt":"2026-05-10T10:06:20","slug":"fischsuppe-und-windeln-auch-das-war-das-35-filmkunstfest-mv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1008260\/","title":{"rendered":"Fischsuppe und Windeln: Auch das war das 35. Filmkunstfest MV"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Einst war sie als Lockmittel gedacht, um zum Besuch des Filmemacherfr\u00fchst\u00fccks am Barniner See zu animieren: die Fischsuppe von Dieter Schumann. 2001 hat davon sogar Armin Mueller-Stahl gegessen, erinnert sich der Dokumentarfilmer, dessen neueste Produktion \u201eGarten der Hoffnung\u201c zur Er\u00f6ffnung des 35. Filmkunstfestes uraufgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/438a40e3-bf9a-4f23-9905-e857bcb16eab.jpg\" alt=\"Die Schauspieler Andreas Anke (links) und Martin Neuhaus beim Filmemacherfr\u00fchst\u00fcck.\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"data:image\/svg+xml,%3csvg%20width='48'%20height='48'%20viewBox='0%200%2048%2048'%20fill='none'%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%3e%3crect%20width='48'%20height='48'%20rx='24'%20fill='white'%20fill-opacity='0.8'\/%3e%3cmask%20id='mask0_13797_3251'%20style='mask-type:alpha'%20maskUnits='userSpaceOnUse'%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%3e%3crect%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%20fill='%23D9D9D9'\/%3e%3c\/mask%3e%3cg%20mask='url(%23mask0_13797_3251)'%3e%3cpath%20d='M15%2033V25H17V29.6L29.6%2017H25V15H33V23H31V18.4L18.4%2031H23V33H15Z'%20fill='%231C1B1F'\/%3e%3c\/g%3e%3c\/svg%3e\"\/><\/p>\n<p>Die Schauspieler Andreas Anke (links) und Martin Neuhaus beim Filmemacherfr\u00fchst\u00fcck. (Foto: Max-Stefan Koslik)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Als das Filmemacherfr\u00fchst\u00fcck nach Schwerin umzog, endete die Suppentradition. Doch am Er\u00f6ffnungsabend des diesj\u00e4hrigen Jubil\u00e4umsfestes versprach Schumann, noch einmal den Kochl\u00f6ffel zu schwingen &#8211; und war daraufhin am Sonnabend schon lange vor den ersten G\u00e4sten am Schweriner \u201eRuderhaus\u201c in Aktion. Was seine Fischsuppe ausmacht? \u201eDas ist ein Sud, der zwei Tage immer wieder aufgek\u00f6chelt wurde aus Mittelgr\u00e4ten, Bauchlappen und K\u00f6pfen. Das Ganze wird dann durchgeseiht, und das gibt die eigentliche Kraft\u201c, verriet er. Im Sud gare er dann fein geschnittenes Gem\u00fcse, und ganz zuletzt komme der Fisch rein. \u201eDa muss ich zirkeln, denn das darf ja nicht kochen &#8211; die kleinen Fischfiletst\u00fcckchen d\u00fcrfen nur ziehen, maximal f\u00fcnf Minuten.\u201c Die Gew\u00fcrze seien schwer abzusch\u00e4tzen, denn das Gem\u00fcse nehme ja Salz und andere Dinge auf, \u201eda muss ich dann noch mal nachw\u00fcrzen, das ist das Komplizierte\u201c.\u00a0 Die besondere W\u00fcrze gibt der Suppe \u00fcbrigens Liebst\u00f6ckel &#8211; und Safran sorgt f\u00fcr die Farbe.<\/p>\n<p class=\"tw-text-neutral-10 tw-py-2 tw-border-t tw-mb-0 tw-text-title-md tw-font-medium tw-border-solid tw-border-b-neutral-10 tw-font-primary\">Empfohlene Artikel<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Muss man noch gesondert erw\u00e4hnen, dass der Suppenkessel bis auf den Grund geleert wurde?<\/p>\n<p>Begegnung im echten Leben statt im Film<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Sie\u00a0spielen beide tragende Rollen in demselben Film, haben sich aber bei den Dreharbeiten nie getroffen: die in Rostock geborene Franziska Konieczny und Marc Limmer aus Mannheim. Erst auf dem Filmkunstfest in Schwerin sind sie sich nun pers\u00f6nlich begegnet: Der NDR hatte sie und weitere Protagonisten zur Auff\u00fchrung des Dokumentarfilms \u201eWarum wir wurden, wie wir sind\u201c eingeladen. Im Mittelpunkt steht die Rostocker L\u00e4ngsschnittstudie, die seit dem Beginn der 70er-Jahre Daten \u00fcber Kinder sammelt, die damals als Risikogeburten galten. Dass fast zeitgleich in Mannheim die \u00e4hnlich gelagerte Kurpfalz-Studie angelaufen war, erfuhren die Rostocker erst nach der Wende.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Konieczny, heute Gesch\u00e4ftsfrau, und Limmer, der An\u00e4sthesist wurde, sind jahrzehntelang wissenschaftlich begleitet worden &#8211; und w\u00e4ren dazu auch weiter bereit, wie sie in Schwerin bekundeten. Und sie m\u00f6chten sich von nun an \u00f6fter treffen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Wer wissen will, wie viel in unserem Leben von Genen, Umfeld und eigenen Entscheidungen gepr\u00e4gt ist, findet die sehenswerte Dokumentation in der ARD-Mediathek.<\/p>\n<p>Was Dankesreden ans Licht bringen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Erst die Laudatio, dann die Preis\u00fcbergabe, dann die Dankesworte: Bei insgesamt 13 Preisen, die auf dem Filmkunstfest MV vergeben wurden, kann sich das ganz sch\u00f6n ziehen &#8211; zum Gl\u00fcck gab es immer wieder\u00a0 erhellende Einblicke. Tobias N\u00f6lle zum Beispiel, der den Preis f\u00fcr die beste Bildgestaltung im Dokumentarfilmwettbewerb erhielt, freute sich \u00fcber die Auszeichnung genauso sehr wie \u00fcber das von der\u00a0Sparkasse Mecklenburg-Schwerin gestiftete Preisgeld in H\u00f6he von 2500 Euro. Er gehe n\u00e4mlich n\u00e4chste Woche in Vaterzeit, verriet der Regisseur &#8211; und werde von dem Geld f\u00fcr seine Tochter nun die besten Windeln kaufen.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/e80d4c0f-d0ac-4d3d-9e25-1c28271cccae.jpg\" alt=\"Jurymitglied Volker Langhoff (links) \u00fcbergibt den Preis f\u00fcr die beste Bildgestaltung im Dokumentarfilmwettbewerb an Tobias N\u00f6lle.\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"data:image\/svg+xml,%3csvg%20width='48'%20height='48'%20viewBox='0%200%2048%2048'%20fill='none'%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%3e%3crect%20width='48'%20height='48'%20rx='24'%20fill='white'%20fill-opacity='0.8'\/%3e%3cmask%20id='mask0_13797_3251'%20style='mask-type:alpha'%20maskUnits='userSpaceOnUse'%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%3e%3crect%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%20fill='%23D9D9D9'\/%3e%3c\/mask%3e%3cg%20mask='url(%23mask0_13797_3251)'%3e%3cpath%20d='M15%2033V25H17V29.6L29.6%2017H25V15H33V23H31V18.4L18.4%2031H23V33H15Z'%20fill='%231C1B1F'\/%3e%3c\/g%3e%3c\/svg%3e\"\/><\/p>\n<p>Jurymitglied Volker Langhoff (links) \u00fcbergibt den Preis f\u00fcr die beste Bildgestaltung im Dokumentarfilmwettbewerb an Tobias N\u00f6lle. (Foto: Volker Bohlmann)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Lacher erntete auch Sabine Thalau, die die Hauptrolle in\u00a0\u201eIch verstehe\u00a0 Ihren Unmut\u201c spielte. Der Spielfilm von Kilian Armando Friedrich erhielt\u00a0den F\u00f6rderpreis der DEFA-Stiftung im Spielfilmwettbewerb &#8211; und die Darstellerin der Heike, die\u00a0ein Reinigungsunternehmen leitet,\u00a0 eine ausdr\u00fccklich lobende Erw\u00e4hnung in der Laudatio. Dabei hatte sie\u00a0 sich vor gut einem Jahr mit 57 Jahren nur aus Spa\u00df entschieden, zum ersten Mal bei einem Casting mitzumachen, erz\u00e4hlte Thalau auf der\u00a0 B\u00fchne des Festivalkinos Capitol noch immer ganz ungl\u00e4ubig. \u201eUnd jetzt\u00a0 bin ich hier in Schwerin&#8230;\u201c.<\/p>\n<p>Letztes Jahr im Wettbewerb, dieses Jahr in der Jury<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Sie geh\u00f6rt zu den bekanntesten Gesichtern, die in der\u00a0Festivalwoche in Schwerin zu sehen waren: Schauspielerin Barbara Philipp. Seit 2010 verk\u00f6rpert sie in den vom Hessischen Rundfunk produzierten \u201eTatort\u201c-Folgen\u00a0die Rolle der LKA-Verwaltungsangestellte Magda W\u00e4chter an der Seite von Ulrich Tukur als Felix Murot. Zu ihren zahlreichen anderen Filmrollen geh\u00f6rte auch die der Mutter in \u201eIch sterbe. Kommst du?\u201c von Benjamin Kramme, der 2025 auf dem Filmkunstfest MV unter anderem mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde und f\u00fcr den Krammes Ehefrau Jennifer Sabel den Deutschen Schauspielpreis 2025 in der Kategorie \u201eDramatische Hauptrolle\u201c bekam. In diesem Jahr entschied Barbara Philipp nun in Schwerin mit \u00fcber die Preistr\u00e4ger: Gemeinsam mit Aelrun Goette und Henk Handloegten sa\u00df sie in der Spielfilmjury.<\/p>\n<p>Mit Geduld nach \u00fcber 25 Jahren am Ziel<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Auf einer Autofahrt durch Tschechien nach Wien hatte Ulrike Ottinger bereits Ende der 90er-Jahre die Idee zu ihrer Vampirkom\u00f6die \u201eDie Blutgr\u00e4fin\u201c.\u00a0 Und sie hatte auch damals schon eine ganz genaue\u00a0 Vorstellung davon, wer die Hauptrolle der Vampirin Elisabeth B\u00e1thory spielen sollte: die franz\u00f6sische Schauspielerin Isabelle Hupert. Doch w\u00e4hrend diese sofort zusagte, hatte Ottinger Probleme, Geldgeber f\u00fcr ihre Filmidee zu finden. So verging gut ein Vierteljahrhundert &#8211; und damit etwa dieselbe Zeitspanne,\u00a0die in der Filmhandlung vergeht, bis die Blutgr\u00e4fin und andere Wiederg\u00e4nger Wien erneut aufsuchen &#8211; bevor der Film der inzwischen 84-j\u00e4hrigen Ottinger auf der diesj\u00e4hrigen Berlinale und etwas sp\u00e4ter jetzt auch auf dem Filmkunstfest in Schwerin gezeigt wurde.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/aed3be9c-7e44-40e1-a47e-2892ee0fc429.jpg\" alt=\"Isabelle Huppert im Ulrike Ottingers Wettbewerbsfilm \u201eDie Blutgr\u00e4fin\u201c\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"data:image\/svg+xml,%3csvg%20width='48'%20height='48'%20viewBox='0%200%2048%2048'%20fill='none'%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%3e%3crect%20width='48'%20height='48'%20rx='24'%20fill='white'%20fill-opacity='0.8'\/%3e%3cmask%20id='mask0_13797_3251'%20style='mask-type:alpha'%20maskUnits='userSpaceOnUse'%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%3e%3crect%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%20fill='%23D9D9D9'\/%3e%3c\/mask%3e%3cg%20mask='url(%23mask0_13797_3251)'%3e%3cpath%20d='M15%2033V25H17V29.6L29.6%2017H25V15H33V23H31V18.4L18.4%2031H23V33H15Z'%20fill='%231C1B1F'\/%3e%3c\/g%3e%3c\/svg%3e\"\/><\/p>\n<p>Isabelle Huppert im Ulrike Ottingers Wettbewerbsfilm \u201eDie Blutgr\u00e4fin\u201c (Foto: Amour Fou Vienna)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Wer den hochkar\u00e4tig besetzten Vampirspa\u00df &#8211; u.a. mit Birgit Minichmayr,\u00a0Lars Eidinger und in einer kleinen Rolle auch Conchita Wurst &#8211; auf dem Filmkunstfest verpasst hat, sollte sich den Kinostart\u00a0 Ende Oktober schon einmal vormerken. Kleines Schmankerl als Vorgeschmack: \u201eWir m\u00fcssen k\u00fchles Blut bewahren. Wo immer wir einen K\u00fchlschrank finden.\u201c<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Einst war sie als Lockmittel gedacht, um zum Besuch des Filmemacherfr\u00fchst\u00fccks am Barniner See zu animieren: die Fischsuppe&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1008261,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1771],"tags":[33243,12369,1778,29,217159,214,217161,217158,178275,30,95,112702,1777,24636,217162,217163,215,217164,217160],"class_list":{"0":"post-1008260","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kino","8":"tag-barbara-philipp","9":"tag-capitol","10":"tag-cinema","11":"tag-deutschland","12":"tag-dieter-schumann","13":"tag-entertainment","14":"tag-filmemacherfruehstueck","15":"tag-filmkunstfest-mv","16":"tag-fischsuppe","17":"tag-germany","18":"tag-kino","19":"tag-laudatio","20":"tag-movie","21":"tag-preistraeger","22":"tag-rostocker-laengsschnittstudie","23":"tag-ulrike-otinger","24":"tag-unterhaltung","25":"tag-vaeterzeit","26":"tag-volker-kufahl"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116549727110980179","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1008260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1008260"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1008260\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1008261"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1008260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1008260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1008260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}