{"id":1008602,"date":"2026-05-10T13:35:24","date_gmt":"2026-05-10T13:35:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1008602\/"},"modified":"2026-05-10T13:35:24","modified_gmt":"2026-05-10T13:35:24","slug":"siegesparade-in-moskau-putins-anspruch-weicht-von-der-wirklichkeit-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1008602\/","title":{"rendered":"Siegesparade in Moskau: Putins Anspruch weicht von der Wirklichkeit ab"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">In Moskau traf am Samstag die tr\u00fcbe russische Wirklichkeit auf <a data-rtr-index=\"1\" title=\"Wladimir Putin\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/wladimir-putin\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wladimir Putins<\/a> ungebrochene Maximalanspr\u00fcche. Die Milit\u00e4rparade zum \u201eTag des Sieges\u201c von 1945, die der russische Herrscher auf dem Roten Platz abnahm, wirkte wie ein Schatten ihrer Vorg\u00e4ngerinnen. Viel weniger Soldaten als sonst marschierten auf, das Milit\u00e4r gab nicht einmal eine Gesamtzahl bekannt. Sondern nur, dass \u201emehr als 1000\u201c Teilnehmer der \u201espeziellen Milit\u00e4roperation\u201c, des Angriffskriegs gegen die Ukraine, an der Parade beteiligt seien.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die Invasoren bildeten auch eine eigene Paradeformation, Orden baumelten an Schutzwesten, Auszeichnungen wurden hervorgehoben. Aber nur zw\u00f6lf solcher Formationen gab es insgesamt, viel weniger als fr\u00fcher, und eine davon kam aus Nordkorea. Das war eine Premiere. Erinnert wurde an die Rolle der nordkoreanischen K\u00e4mpfer bei der R\u00fcckeroberung grenznaher Teile des westrussischen Kursker Gebiets von \u201eneonazistischen Eroberern\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Gemeint waren die Ukrainer, getreu der Kreml-Linie, den aktuellen Krieg als Fortsetzung desjenigen darzustellen, der 1945 siegreich endete. Wie bei fr\u00fcheren Paraden wurden die <a data-rtr-index=\"16\" title=\"Ukraine\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> und die Ukrainer aber an keiner Stelle benannt: nicht als damalige Sowjetb\u00fcrger, nicht als heutige Kriegsgegner. Wohl, um sie nicht aufzuwerten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die deutsch-ukrainische Historikerkommission sch\u00e4tzt, dass etwa acht Millionen Ukrainer f\u00fcr die sowjetische Armee mobilisiert wurden; sie stellten ein Viertel der sowjetischen Streitkr\u00e4fte. Insgesamt sind demnach sch\u00e4tzungsweise acht bis zehn Millionen Menschen aus der ukrainischen Sowjetrepublik im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen, Zivilisten wie Soldaten.<\/p>\n<p>Weniger G\u00e4ste in Moskau<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">In Moskau sa\u00dfen weniger G\u00e4ste als sonst auf der Trib\u00fcne, weniger Journalisten waren zugelassen worden, nur wenige Staats- und Regierungschefs gekommen. Zwei von ihnen, die Pr\u00e4sidenten Kasachstans und Usbekistans, hatten ihre Reisen gleichsam erst in letzter Minute angek\u00fcndigt. Sie h\u00f6rten, wie Putin, symboltr\u00e4chtig platziert zwischen einem 100 Jahre alten Weltkriegsveteranen und einem Teilnehmer des aktuellen Krieges, in seiner Ansprache Opfer, Geschlossenheit und Siege beschwor. Der russische Vormarsch in der Ukraine war langsam und wirkt derzeit gestoppt, doch Putin sagte \u00fcber seine Truppen: \u201eSie stellen sich einer aggressiven Macht entgegen, die vom gesamten NATO-Block bewaffnet und unterst\u00fctzt wird. Und trotz alledem schreiten unsere Helden voran.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Eine der Paradeformationen am 9. Mai 2026 stellte Nordkorea.\" height=\"2073\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/eine-der-paradeformationen-am.webp\" width=\"3522\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Eine der Paradeformationen am 9. Mai 2026 stellte Nordkorea.AP<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Panzer, Raketenwerfer und anderes milit\u00e4risches Ger\u00e4t fehlten v\u00f6llig, erstmals seit 2007. Das Milit\u00e4r hatte den Verzicht mit der \u201eoperativen Lage\u201c, Putins Sprecher mit ukrainischen Bedrohungen begr\u00fcndet, denn Kiews Drohnen werden immer effektiver. Statt echter Waffen wurde ein Video gezeigt, das russische Waffensysteme feierte und Gl\u00fcckw\u00fcnsche von Soldaten \u00fcbermittelte. Es beanspruchte sieben der 46 Minuten, die die Parade nur dauerte. Auch die Flugschau gegen Ende war schnell vorbei. Kampfflugzeuge spr\u00fchten die Farben der russischen Trikolore in den wolkigen Himmel \u00fcber Moskau. Putin wirkte dennoch zufrieden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Als der Herrscher am Samstagabend vor den sogenannten Kreml-Medienpool trat, erkl\u00e4rte er die Schm\u00e4lerung seiner Parade \u201enicht nur\u201c mit der Sicherheit, sondern \u201evor allem\u201c damit, dass die russischen Streitkr\u00e4fte sich eben darauf \u201ekonzentrieren\u201c m\u00fcssten, \u201eden Gegner\u201c in der \u201espeziellen Milit\u00e4roperation\u201c nun \u201eendg\u00fcltig zu zerschlagen\u201c.<\/p>\n<p>Putin sieht Waffenruhe als Frucht eigener Drohungen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Putin beschrieb Trumps Initiative nun als Frucht der russischen Drohungen sowie von \u201eArbeit\u201c und \u201eDialog\u201c mit den USA. Moskau \u201ewarnte\u201c die Amerikaner demnach vor \u201em\u00f6glichen Folgen\u201c eines Angriffs auf Kiew f\u00fcr die dortigen diplomatischen Vertretungen und \u201ebat\u201c darum, \u201ealles N\u00f6tige\u201c f\u00fcr deren \u201eSicherheit\u201c zu tun, mit dem Resultat der Feuerpause.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Nebenbei pr\u00e4sentierte der Herrscher eine falsche Chronologie der Vorgeschichte von Trumps Feuerpause. So behauptete Putin, Moskau habe seine eigene einseitige Waffenruhe f\u00fcr den 8. und 9. Mai am Tag nach seinem Telefonat mit dem Amerikaner ausgerufen. Das war am 29. April, die Ank\u00fcndigung aber erst am 4. Mai. Auch behauptete Putin, Kiew habe darauf erst nach \u201eein, zwei Tagen\u201c reagiert. Tats\u00e4chlich hatte Selenskyj schon nach eineinhalb Stunden seine eigene Waffenruhe von Mittwoch an vorgeschlagen, die Russland dann demonstrativ ignorierte.<\/p>\n<p>Drohungen nicht nur gegen die Ukraine<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Daneben machte Putin klar, dass er allen milit\u00e4rischen R\u00fcckschl\u00e4gen und dem wachsenden Unmut der Russen \u00fcber die auch mit dem Krieg begr\u00fcndeten Internetbeschr\u00e4nkungen zum Trotz weiter stur an dem Ziel festh\u00e4lt, sich die Ukraine zu unterwerfen \u2013 und wom\u00f6glich weitere L\u00e4nder. Finnland warf er in saloppen Worten vor, der NATO in der Hoffnung beigetreten zu sein, \u201edass hier bei uns alles zusammenbricht\u201c und das Land danach Beute machen k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Eine Staatsfernsehvertreterin wiederholte die im M\u00e4rz aufgebrachte Moskauer M\u00e4r, die drei baltischen Staaten h\u00e4tten ihren Luftraum f\u00fcr ukrainische Drohnen ge\u00f6ffnet, und fragte, ob Russland daher die schon jetzt in der Nordostukraine beanspruchten \u201eSicherheitszonen\u201c ausweiten m\u00fcsse, \u201evielleicht bis zu den westlichsten Grenzen der Ukraine\u201c.\u00a0 Putin sagte, \u201eSie haben die Frage selbst beantwortet\u201c, man m\u00fcsse es \u201eso machen, dass niemand uns bedroht, das ist alles. Danach werden wir auch streben.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Putin erz\u00e4hlte auch, der slowakische Ministerpr\u00e4sident Robert Fico, am Samstag sein einziger Gast aus einem EU- und NATO-Land, habe ihm gesagt, dass \u201eSelenskyj bereit sei zu einem pers\u00f6nlichen Treffen\u201c. Dazu erkl\u00e4rte sich Putin zum wiederholten Male bereit, hob aber neuerlich hervor, Selenskyj m\u00fcsse daf\u00fcr \u201enach Moskau kommen\u201c. Ein Treffen in einem \u201eDrittland\u201c komme nur infrage, wenn ein Friedensvertrag unterzeichnet werde, der \u201eauf die lange, historische Perspektive ausgerichtet\u201c sei.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Putin bei seiner Rede auf dem Roten Platz am 9. Mai 2026\" height=\"2723\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/putin-bei-seiner-rede-auf-dem.webp\" width=\"4085\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Putin bei seiner Rede auf dem Roten Platz am 9. Mai 2026AFP<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Dabei hat Putin seinen eigenen Blick auf die Geschichte im Blick, in dem die eigenst\u00e4ndige Ukraine als Verirrung erscheint. In der pers\u00f6nlichen Komfortzone blieb Putin auch, als er nach einem Kandidaten gefragt wurde, der f\u00fcr die EU mit Russland sprechen k\u00f6nne, wie es Ratspr\u00e4sident Ant\u00f3nio Costa angeregt hat. \u201eIch pers\u00f6nlich w\u00fcrde den ehemaligen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Schr\u00f6der, vorziehen\u201c, sagte Putin \u00fcber Russlands ehemaligen Rohstofflobbyisten. Gerhard Schr\u00f6der hatte Putin im M\u00e4rz 2022 bald nach dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine angeblich in einer Friedensmission besucht, ohne Wissen der damaligen Bundesregierung und ohne sichtbare Einwirkung auf den Kriegsverlauf.<\/p>\n<p>Selenskyj \u201eerlaubt\u201c Parade<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">In Kiew kann Pr\u00e4sident Selenskyj die vergangenen Tage durchaus als Erfolg verbuchen. In fast jeder Ansprache betonte er, dass Moskau seine Parade nicht ohne Einwilligung der Ukraine abhalten k\u00f6nne. Nicht nur in der verkleinerten Parade, sondern vor allem in dem Ersuchen um eine Waffenruhe f\u00fcr den 9. Mai sah der Pr\u00e4sident eine Schw\u00e4che des Kremls.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Nach der Verk\u00fcndung der Waffenruhe durch Trump unterschrieb Selenskyj ein Dekret \u201ezur Durchf\u00fchrung einer Parade in Moskau\u201c. Das kam, wie ukrainische Kommentatoren bemerkten, nicht ohne Spitzen gegen Putin aus.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">\u201eAufgrund zahlreicher Bitten und aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden, die in den Verhandlungen mit der amerikanischen Seite am 8. Mai 2026 dargelegt wurden, ordne ich an: 1. Die Durchf\u00fchrung einer Parade am 9. Mai 2026 in Moskau (Russische F\u00f6deration) zu genehmigen.\u201c F\u00fcr die Dauer der Parade werde der Rote Platz aus dem Einsatzplan f\u00fcr ukrainische Waffen ausgeschlossen, hei\u00dft es weiter.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Dazu werden \u201ehilfreicher Weise\u201c die genauen Koordinaten des Roten Platzes festgehalten, wie es in einem Meinungsst\u00fcck der Onlinezeitung \u201eKyiv Independent\u201c hei\u00dft. \u201eDer Pr\u00e4sidialerlass 374 ist ein Paradebeispiel daf\u00fcr, wie ein gezielter Witz die Fassade der Propaganda herunterrei\u00dfen und einen Diktator in Verlegenheit bringen kann, ohne wertvolle Mittel zu verschwenden\u201c, schreibt die Autorin.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">In Moskau fand man das Dekret weniger witzig. \u201eWir brauchen von niemandem eine Erlaubnis\u201c, kommentierte Kremlsprecher Dmitrij Peskow. \u201eWehe dem, der versucht, sich \u00fcber den Tag des Sieges lustig zu machen.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Peskows Reaktion wiederum rief in Kiew neuen Spott hervor. Der Publizist Witalij Portnykow wunderte sich etwa, dass man das Dekret in Moskau \u00fcberhaupt so ernst genommen und nicht einfach ignoriert habe. Er attestiert den Russen einen Minderwertigkeitskomplex. \u201eEine Nation, die sich selbst respektiert, w\u00fcrde darauf sicher nicht so reagieren\u201c, sagte er im Sender Espreso TV. \u201eSie wirken wie ein gekr\u00e4nkter Teenager.\u201c<\/p>\n<p>Russische Angriffe trotz Waffenruhe<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Neben den Witzen, die viele Ukrainer \u00fcber Selenskyjs Erlass rei\u00dfen, freut man sich in der Hauptstadt auch \u00fcber ein paar ruhige N\u00e4chte ohne Heulen der Alarmsirenen. Doch dominiert Zynismus in vielen Gespr\u00e4chen \u00fcber die Waffenruhe. In der ukrainischen Hauptstadt wei\u00df man, dass es nur eine Verschnaufpause ist, bevor der Beschuss mit Drohnen und Raketen wieder einsetzt. Manche hoffen zwar, dass diese drei Tage ein Anfang sein k\u00f6nnten; die Hoffnung hatte auch Trump ge\u00e4u\u00dfert. Aber im f\u00fcnften Jahr gibt sich kaum jemand mehr der Illusion hin, dass dieser Krieg bald zu Ende sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Davon zeugten auch russische Angriffe am Samstag. In der Gro\u00dfstadt Charkiw im Nordosten der Ukraine zielten die russischen Streitkr\u00e4fte nach Angaben der lokalen Beh\u00f6rden offenbar auf ein Industriegebiet. Dabei sei ein neunst\u00f6ckiges Wohnhaus von einer Drohne getroffen worden, teilte Charkiws B\u00fcrgermeister am Samstagabend auf Telegram mit. F\u00fcnf Menschen seien verletzt worden, darunter zwei Kinder.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Auch aus den frontnahen Gebieten im Osten und S\u00fcden des Landes wurde Beschuss gemeldet. Insgesamt seien in den Gebieten Charkiw, Donezk und Cherson 19 am Samstag verletzt worden, hie\u00df es von den Beh\u00f6rden. Die ukrainische Luftwaffe meldete zudem am Sonntagmorgen, dass in der Nacht 27 Drohnen abgefangen worden seien.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Auf politischer Ebene rief am Samstagabend auch Putins Behauptung Widerspruch hervor, die Ukraine weigere sich, Gefangene auszutauschen. Trump hatte den Austausch von jeweils 1000 Gefangenen zusammen mit der Waffenruhe verk\u00fcndet. Putin zufolge hat Russland der Ukraine bereits vor Trumps Vorschlag eine Liste mit 500 gefangen genommenen ukrainischen Soldaten \u00fcbergeben. Danach sei der Kontakt zu Kiew abgebrochen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Das Pr\u00e4sidialamt in Kiew teilte dagegen laut dem Sender Suspilne mit, Putins Behauptung, die Ukraine sei nicht bereit f\u00fcr einen Gefangenenaustausch, \u201eentspricht nicht den Tatsachen\u201c. Da die Vereinbarung des Gefangenenaustauschs unter Vermittlung der USA zustande gekommen sei, m\u00fcsse die amerikanische Seite auch deren Umsetzung garantieren. Dazu liefen die Gespr\u00e4che noch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Moskau traf am Samstag die tr\u00fcbe russische Wirklichkeit auf Wladimir Putins ungebrochene Maximalanspr\u00fcche. 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