{"id":1008934,"date":"2026-05-10T16:46:15","date_gmt":"2026-05-10T16:46:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1008934\/"},"modified":"2026-05-10T16:46:15","modified_gmt":"2026-05-10T16:46:15","slug":"delmenhorst-jobcenter-schmeisst-mutter-mit-kind-aus-ihrer-wohnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1008934\/","title":{"rendered":"Delmenhorst: Jobcenter schmei\u00dft Mutter mit Kind aus ihrer Wohnung"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Nour Al Houda Barakat und ihr Sohn drohen wegen Mietschulden von rund 13.000 Euro und eingestellten Jobcenter-Leistungen die Zwangsr\u00e4umung am Dienstag, 12. Mai um 12 Uhr.<\/li>\n<li>Das Jobcenter verweigert Mietleistungen mit der Begr\u00fcndung einer angeblichen Bedarfsgemeinschaft mit dem Kindsvater; Barakat bestreitet diese, konnte die Vorw\u00fcrfe aber trotz mehrfacher Dokumenten\u00fcbermittlung nicht entkr\u00e4ften.<\/li>\n<li>Widerspruch und Eilentscheidung des Sozialgerichts Oldenburg zugunsten Barakats wurden nicht umgesetzt; aufgrund fehlender Prozesskostenhilfe wurde keine juristische Unterst\u00fctzung gew\u00e4hrt, ihre Lage versch\u00e4rfte sich.<\/li>\n<\/ul>\n<p>            Mehr anzeigen<br \/>\n            Weniger anzeigen<\/p>\n<p>\n     Nour Al Houda Barakat wird an diesem Dienstag vermutlich ihre Wohnung verlieren. Unsere Redaktion hatte \u00fcber den Fall der seit 2022 im Stadtteil Hasport lebenden Syrerin <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/stadt-delmenhorst\/delmenhorst-mutter-mit-kind-4-droht-die-obdachlosigkeit-doc838sse0f2pz1h1zki86d\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bereits im vergangenen Dezember berichtet<\/a>. Die st\u00e4dtische Wohnungsgesellschaft GSG l\u00e4sst einen im August 2025 durch das Amtsgericht Delmenhorst erwirkten R\u00e4umungstitel vollstrecken. Grund f\u00fcr die fristlose K\u00fcndigung der Zwei-Zimmer-Wohnung sind Mietschulden in H\u00f6he von rund 13.000 Euro.\n<\/p>\n<p>Das Jobcenter hatte seine Leistungen f\u00fcr die junge Frau und ihren vierj\u00e4hrigen Sohn im Mai 2025 eingestellt, der Mietr\u00fcckstand hat sich \u00fcber einen Zeitraum von knapp einem Jahr aufgebaut. Die 35-J\u00e4hrige soll dem Jobcenter verschwiegen haben, dass sie in einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft mit dem Vater ihres Kindes lebe. Sie selbst bestreitet diese Anschuldigung. &#8222;Das Amt sitzt aber immer am l\u00e4ngeren Hebel&#8220;, kommentierte ein Beobachter der Szene, sein Name ist sonst in der Stadt allgegenw\u00e4rtig, aber in diesem Fall m\u00f6chte er namentlich nicht genannt werden.<\/p>\n<p>An diesem Dienstag soll die Wohnung zwangsger\u00e4umt werden<\/p>\n<p>F\u00fcr diesen Dienstag, 12. Mai um 12 Uhr, hat eine Obergerichtsvollzieherin ihr Kommen angek\u00fcndigt: &#8222;Auch ohne richterliche Anordnung bin ich befugt, verschlossene T\u00fcren und Beh\u00e4ltnisse gewaltsam zu \u00f6ffnen sowie etwaigen Widerstand mit Hilfe der Polizei zu brechen&#8220;, hei\u00dft es in deren schriftlichen Erl\u00e4uterung der Ma\u00dfnahme. Damit Barakat dann nicht vollends auf der Stra\u00dfe landet \u2013 eine <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/obdachlosigkeit-q131327\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Obdachlosigkeit<\/a> w\u00fcrde bezogen auf ihren Sohn wohl als Kindeswohlgef\u00e4hrdung gewertet \u2013, riet man ihr bei einem Termin im Jobcenter an diesem Donnerstag, sich ans Frauenhaus oder an die Diakonie zu wenden.<\/p>\n<p>Beide Institutionen haben aber keine Aufnahmekapazit\u00e4ten frei, hie\u00df es von dort auf Nachfrage Barakats. Bleibt das Ordnungsamt als Ansprechstelle: &#8222;Dort kann Menschen, die akut von Obdachlosigkeit bedroht oder betroffen sind, eine zeitlich befristete Notunterkunft zugewiesen werden&#8220;, best\u00e4tigte Rathaussprecher Timo Frers auf Nachfrage unserer Redaktion.<\/p>\n<p>Unterlagen erreichen das Jobcenter nicht<\/p>\n<p>Barakat hatte seit Dezember 2025 etliche Versuche unternommen, den Vorwurf einer Bedarfsgemeinschaft mit dem Vater ihres Kindes, Abo Roumieh Alsadi Mohamad, zu widerlegen. Das Jobcenter hatte bei ihr daf\u00fcr Dokumente angefordert und ihr wegen des nicht erfolgten Erhalts solcher Papiere eine fehlende Mitwirkung vorgeworfen. &#8222;Wir haben keinen Weg gefunden, mit einer verantwortlichen Person im Jobcenter zu sprechen&#8220;, sagte Barakat. Wiederholt hatte sie versucht, die angeforderten Antragsunterlagen \u00fcber den Briefkasten des Jobcenters, Am Wollelager 21, einzureichen. Eine pers\u00f6nliche \u00dcbergabe von Dokumenten ist dort nicht m\u00f6glich. So hatte der Vater des Kindes, Alsadi, einmal den Einwurf der Dokumente als Beleg selbst gefilmt. Auch dieser Brief sei nicht angekommen, so das Jobcenter.<\/p>\n<p>Jobcenter-Kunden mit Selfie-Methode bei Antragsabgabe<\/p>\n<p>\n    Die Selfie-Methode bei der Dokumenten\u00fcbergabe scheint bei den Versuchen einer Kontaktaufnahme zum Jobcenter zu einer g\u00e4ngigen Methode zu werden, dies best\u00e4tigte auch Timo Rost vom Integrationslotsenteam der Stadt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Migranten auch bei Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen zu begleiten. Dort werde von Klienten vielfach \u00fcber die Unzuverl\u00e4ssigkeit der Briefannahme durch das Jobcenter geklagt. Abenteuerlich war diesbez\u00fcglich auch der Versuch <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/stadt-delmenhorst\/paar-aus-delmenhorst-wartet-auf-sein-geld-erspartes-ist-laengst-weg-doc85fe9j8i5bclie81cue\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">eines Ehepaares, das in ganz anderer Angelegenheit dreimal einen 43-seitigen Antrag auf B\u00fcrgergeld<\/a> (wir berichteten) beim Jobcenter Delmenhorst abzugeben versuchte.\n<\/p>\n<p>&#8222;Es ist richtig, dass mit Post f\u00fcr Jobcenter \u00fcberall so verfahren wird&#8220;, sagte Katharina Schmauder, Pressesprecherin der Agentur f\u00fcr Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, gegen\u00fcber unserer Redaktion. Die Post werde digitalisiert und zu diesem Zweck in ein Verteilzentrum geschickt und dann an ein Scanzentrum weitergegeben. &#8222;Es ist ein zuverl\u00e4ssiger Weg, um ein Dokument m\u00f6glichst zeitnah in der elektronischen Akte vorliegen zu haben&#8220;, so Schmauder. Nat\u00fcrlich k\u00f6nne dieser Vorgang auch mal bis zu drei Tagen dauern, verloren gehe die Post aber nicht.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang weist Schmauder auch auf die App &#8222;jobcenter.digital&#8220; hin: Damit k\u00f6nnten Dokumente direkt hochgeladen werden. Barakat widerspricht: Von dieser digitalen M\u00f6glichkeit konnte sie gar keinen Gebrauch machen, da sie vom Jobcenter f\u00fcr dieses Angebot keine Freischaltung erhielt.<\/p>\n<p>Jobcenter gibt keine Ausk\u00fcnfte zu laufenden Verfahren<\/p>\n<p>&#8222;Wir k\u00f6nnen nichts zu Einzelf\u00e4llen sagen und keine Ausk\u00fcnfte zu laufenden Verfahren oder auch personenbezogenen Daten geben&#8220;, so Schmauder. Sie k\u00f6nne aber mitteilen, &#8222;dass unsere Kundinnen und Kunden durchaus Geh\u00f6r finden und wir uns um alle F\u00e4lle k\u00fcmmern&#8220;. Nur nicht im Beisein von Pressevertretern: Unserer Redaktion war es vorigen Donnerstag nicht gestattet worden, Nour Al Houda Barakat bei einer Einladung ins Jobcenter zu begleiten.<\/p>\n<p>Das Jobcenter hatte im Fall Barakat schon Mitte Dezember vergangenen Jahres einen Hausbesuch abgestattet. Damals fanden sich eine Zahnb\u00fcrste und ein Paar Schuhe der Gr\u00f6\u00dfe 41 sowie eine Kiste Bier, f\u00fcr das Jobcenter waren dies eindeutige Indizien daf\u00fcr, dass Barakat nicht alleine in der Wohnung lebe, die &#8222;Fundst\u00fccke&#8220; wurden als Belege f\u00fcr die Bedarfsgemeinschaft mit Alsadi gedeutet. An diesem 22. April hatte es erneut einen Besuch durch das Ordnungsamt gegeben, ob neues &#8222;Beweismaterial&#8220; gesichert wurde, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Anf\u00e4nglich nahm der Streit einen hoffnungsvollen Verlauf<\/p>\n<p>Anf\u00e4nglich hatte die Auseinandersetzung mit dem Jobcenter f\u00fcr Barakat einen g\u00fcnstigen Verlauf annehmen lassen: Gegen den Ablehnungsbescheid des Jobcenters gegen Barakat hatte ein renommierter Delmenhorster Rechtsanwalt (Name ist der Redaktion bekannt) Widerspruch eingelegt. Um f\u00fcr seine Mandantin eine aufschiebende Wirkung des Widerspruchs zu erreichen, zog der Fachanwalt vors Sozialgericht Oldenburg. Dort bekam Barakat per Eilentscheidung Recht zugesprochen. &#8222;Nach summarischer Pr\u00fcfung der Sach- und Rechtslage wird der Aufhebungsbescheid in der vorliegenden Form voraussichtlich keinen Bestand haben&#8220;, begr\u00fcndeten die Richter. <\/p>\n<p>Erst eine rechtliche W\u00fcrdigung eines vom Jobcenter verlangten Fortsetzungsantrages sch\u00fcrte erneut die Unterstellung, es gebe eine Bedarfsgemeinschaft. Der Rechtsanwalt legte auch dagegen Rechtsmittel beim Sozialgericht ein und berief sich auf die drohende Obdachlosigkeit seiner Mandantin. Vom Jobcenter verlangte er, den Beschluss \u2013 der eindeutig feststelle, dass der rechtliche Begriff der Bedarfsgemeinschaft im vorliegenden Fall nicht zutrifft \u2013 endlich umzusetzen. Aber nichts geschah seitdem, weil f\u00fcr eine Fortf\u00fchrung der Auseinandersetzung keine Prozesskostenhilfe gew\u00e4hrt wurde, gab es f\u00fcr Barakat keine juristische Unterst\u00fctzung mehr, die Lage f\u00fcr die Syrerin wurde prek\u00e4rer.<\/p>\n<p>Kann der vierj\u00e4hrige Sohn im Kindergarten bleiben?<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr ihren Sohn Jad stellt sich die Frage, ob er weiter den Kindergarten Dibber an der Schreberstra\u00dfe besuchen kann. Durch den Wegfall der Leistungen wurde dem Kind schon die Teilnahme an der Mittagsverpflegung versagt, sein Vater, der selbst Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II bezieht, musste daf\u00fcr einspringen, es drohte sonst der Verlust des Kitaplatzes.<\/p>\n<p>                Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.<br \/>\n                <a class=\"more-btn\" href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/generative-ki\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    \u2192 Mehr Infos<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc85r56w9y5om8awhkfui\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/stadt-delmenhorst\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nour Al Houda Barakat und ihr Sohn drohen wegen Mietschulden von rund 13.000 Euro und eingestellten Jobcenter-Leistungen die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1008935,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-1008934","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116551299169545414","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1008934","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1008934"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1008934\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1008935"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1008934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1008934"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1008934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}