{"id":1009226,"date":"2026-05-10T19:40:15","date_gmt":"2026-05-10T19:40:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1009226\/"},"modified":"2026-05-10T19:40:15","modified_gmt":"2026-05-10T19:40:15","slug":"premiere-in-delmenhorst-lehrer-zeigt-kinofilm-ueber-willms-schueler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1009226\/","title":{"rendered":"Premiere in Delmenhorst: Lehrer zeigt Kinofilm \u00fcber Willms-Sch\u00fcler"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Matthias Barth hat mehr als zwei Jahre an der Dokumentation &#8222;Wege ans Willms&#8220; gearbeitet; Protagonist ist Mani Khuda Dadi mit Fluchterfahrungen aus Afghanistan.<\/li>\n<li>Die Filmpremiere findet am Dienstag, 12. Mai, um 19 Uhr im Maxx-Kino Delmenhorst statt; am Morgen gibt es schulinterne Vorf\u00fchrungen, abends eine \u00f6ffentliche Auff\u00fchrung.<\/li>\n<li>Der Eintritt kostet f\u00fcnf Euro; die Einnahmen abz\u00fcglich Kinokosten kommen dem F\u00f6rderverein des Willms-Gymnasiums zugute. &#8222;Jeder kann kommen&#8220;, so Barth im Originalwortlaut.<\/li>\n<\/ul>\n<p>            Mehr anzeigen<br \/>\n            Weniger anzeigen<\/p>\n<p>Mit einer T\u00fcte Popcorn in der Hand sa\u00df Matthias Barth am Donnerstag mutterseelenallein im Kinosaal vom Maxx in Delmenhorst. Es war die technische Probe f\u00fcr die Filmpremiere von &#8222;Wege ans Willms&#8220;, die am Dienstag, 12. Mai, um 19 Uhr ansteht. &#8222;Ich bin der Einzige, der den Film bisher in voller L\u00e4nge gesehen hat&#8220;, sagt der <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/lehrer-q37226\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lehrer<\/a> des Willms-Gymnasiums. Und das wird bis zum Premierentag auch so bleiben. Am Vormittag gibt es zun\u00e4chst schulinterne Vorf\u00fchrungen, am Abend steht dann die \u00f6ffentliche Auff\u00fchrung an. &#8222;Das zeigt, welch gro\u00dfes Vertrauen die Schulleitung in mich hat&#8220;, merkt Barth dankbar an.<\/p>\n<p>Rund zweieinhalb Jahre hat der Deutsch- und Geschichtslehrer an dem Film gearbeitet. Es ist das erste gro\u00dfe Filmprojekt, das Barth umgesetzt hat, seit er 2020 nach Delmenhorst kam. Als betreuende Lehrkraft hatte er zusammen mit der Sch\u00fclerfirma VAD zwar schon einige Filme gedreht, vornehmlich jedoch kurze Spots. &#8222;Mein Wunsch war ein eigenes, gro\u00dfes Projekt&#8220;, sagt Barth.<\/p>\n<p>Worum es in dem Film geht<\/p>\n<p>Herausgekommen ist eine Dokumentation, die einen authentischen und facettenreichen Einblick in die Vielfalt der Schulgemeinschaft am Willms geben soll. Der Film versucht, den Bogen vom allt\u00e4glichen Schulweg bis hin zu tiefgreifenden biografischen Erfahrungen zu spannen. Im Zentrum steht die Geschichte von Mani Khuda Dadi \u2013 von seiner Flucht aus <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/afghanistan-q889\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Afghanistan<\/a> bis zu seinem erfolgreichen Abitur.<\/p>\n<p>Kennengelernt haben sich Barth und Khuda Dadi 2022. Der Jugendliche hatte seinen Abschluss an der Realschule Lilienstra\u00dfe gemacht und wechselte ans Willms, um dort sein Abitur abzulegen. Barth war sein Klassenlehrer. &#8222;Ich hatte damals professionelle Zweifel, ob das der richtige Weg f\u00fcr ihn ist&#8220;, gesteht der Lehrer. Doch er irrte sich. Der mittlerweile 21-J\u00e4hrige hat 2025 sein Abi geschafft und studiert inzwischen an der Hochschule Bremen Bauingenieurwesen.<\/p>\n<p>Die Flucht von Afghanistan bis Delmenhorst<\/p>\n<p>Der Weg dahin war f\u00fcr Khuda Dadi kein einfacher. Mit seinen Eltern und vier j\u00fcngeren Schwestern war er im Alter von zehn Jahren aus Afghanistan geflohen. &#8222;Wir sind ins Auto gestiegen und sehr lange gefahren&#8220;, erz\u00e4hlt der 21-J\u00e4hrige. Zun\u00e4chst sei die Familie in den Iran gegangen, wo sie einige Monate bei Angeh\u00f6rigen blieben. Als sie versuchten, die Grenze zur T\u00fcrkei zu passieren, wurde die Familie von R\u00e4ubern gefangengenommen. &#8222;Ich habe geweint und gebettelt, als sie meinem Vater eine Waffe an den Kopf hielten&#8220;, erinnert sich Khuda Dadi. Der Vater konnte die Familie mit dem wenigen Geld, das sie noch besa\u00dfen, freikaufen.<\/p>\n<p>Nach einem kurzen Aufenthalt in der T\u00fcrkei ging es mit einem Schlauchboot \u00fcber das Mittelmeer auf eine griechische Insel. &#8222;In dem Boot waren viel zu viele Menschen, das Wasser schwappte hinein&#8220;, erz\u00e4hlt der 21-J\u00e4hrige. Dann sei der Motor ausgefallen. Zum Gl\u00fcck sei man schon relativ nah an der griechischen K\u00fcste gewesen, sodass sie gerettet wurden. Ohne einen Cent in der Tasche schlug sich die Familie bis nach Deutschland durch. Welche Strecke sie fuhren, wei\u00df Khuda Dadi nicht mehr. Er erinnert sich aber noch genau, dass sie ab und zu Stopps machten: &#8222;Wir haben dann in Restaurants die Essensreste von anderen Leuten gegessen, weil wir kein Geld hatten.&#8220; Irgendwann 2015 sei die Familie schlie\u00dflich in Delmenhorst angekommen.<\/p>\n<p>Ohne Deutschkenntnisse in die Schule<\/p>\n<p>Im Mai 2016 ging Khuda Dadi, der damals noch seinen Geburtsnamen Munir trug, zur Schule. Es war die f\u00fcnfte Klasse an der Realschule Lilienstra\u00dfe. &#8222;Ich habe nichts verstanden. Ich konnte nur \u201aMoin\u2018 sagen&#8220;, berichtet der 21-J\u00e4hrige. Doch seine Eltern h\u00e4tten darauf geachtet, dass er und seine Schwestern Deutsch lernen und Bildung bekommen. Sie selbst seien Analphabeten gewesen, haben inzwischen aber Schreiben und Lesen gelernt. &#8222;Vor allem meine Mama ist sehr ehrgeizig&#8220;, sagt der Sohn. Sie arbeitet inzwischen im Krankenhaus in Delmenhorst. Und auch der Vater geht arbeiten.<\/p>\n<p>Auf ihren Sohn sind sie sehr stolz, wie Mani Khuda Dadi best\u00e4tigt. Sein Ziel ist es, das &#8222;Beste aus seinem zweiten Leben&#8220; zu machen, das er dank der Flucht nach Deutschland bekommen hat. Au\u00dferdem m\u00f6chte er seinen Eltern etwas zur\u00fcckgeben.<\/p>\n<p>\n    Als Matthias Barth 2022 kurz vor einem Konzertbesuch seiner Klasse bei den Zollhausboys von der Fluchtgeschichte von Khuda Dadi erfuhr, kam ihm die Idee zu seinem Film. Er wollte anl\u00e4sslich des <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/stadt-delmenhorst\/125-jahre-gymnasium-willms-in-delmenhorst-gefeiert-doc85ii40rsio015n8er5ob\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">125-j\u00e4hrigen Schuljubil\u00e4ums 2026<\/a> eine Dokumentation \u00fcber ihn und andere Sch\u00fcler vom Willms produzieren. Der damalige Arbeitstitel lautete &#8222;Wege ans Willms&#8220; \u2013 und blieb.\n<\/p>\n<p>So liefen die Dreharbeiten<\/p>\n<p>Die Dreharbeiten mit Mani Khuda Dadi begannen im M\u00e4rz 2024. In einem zweist\u00fcndigen Interview berichtete er nicht nur von seiner Flucht, sondern auch von seinem Ankommen in Deutschland, seiner Schullaufbahn und seiner Identit\u00e4t. Jedem dieser Aspekte widmet Barth einen eigenen Block in seinem Film. Dazu gibt es verschiedene Animationssequenzen, die der Delmenhorster S\u00f6ren Meinke, den Barth von dem Wettbewerb &#8222;Filmklappe&#8220; kennt, zusammen mit Kommilitonen von der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe beisteuerte. Anschlie\u00dfend folgten noch weitere Drehs, unter anderem bei den Khuda Dadis zu Hause, am Tag seiner m\u00fcndlichen Abiturpr\u00fcfung und bei der Entlassungsfeier.<\/p>\n<p>An weiteren Drehtagen wurden rund 170 Willms-Sch\u00fcler gefilmt. Deren Statements erg\u00e4nzen und kontrastieren die Aussagen des Protagonisten und sorgen in Summe f\u00fcr einen Einblick in die Sch\u00fclerschaft vom Willms, erkl\u00e4rt Barth. Er ist gespannt, wie der Film bei ihnen und den Lehrern ankommt.<\/p>\n<p>Einnahmen sollen F\u00f6rderverein zugutekommen<\/p>\n<p>Nicht nur Menschen, die mit dem Willms in Verbindung stehen, sind eingeladen, sich die Vorf\u00fchrung am Dienstagabend anzuschauen. &#8222;Jeder kann kommen&#8220;, so Barth. Der Eintritt kostet f\u00fcnf Euro. Die Einnahmen kommen nach Abzug der Selbstkosten des Kinos dem F\u00f6rderverein des Willms zugute. Der Lehrer ist dem Kinobetreiber daf\u00fcr \u00e4u\u00dferst dankbar. &#8222;Er hat extra einen anderen Film vom Programm gestrichen&#8220;, sagt Barth. Das sei nicht selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>                Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.<br \/>\n                <a class=\"more-btn\" href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/generative-ki\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    \u2192 Mehr Infos<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc85r7brvwut19jm1e3x3\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/stadt-delmenhorst\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Matthias Barth hat mehr als zwei Jahre an der Dokumentation &#8222;Wege ans Willms&#8220; gearbeitet; Protagonist ist Mani Khuda&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1009227,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-1009226","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116551983278351634","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1009226","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1009226"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1009226\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1009227"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1009226"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1009226"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1009226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}