{"id":1009742,"date":"2026-05-11T01:01:31","date_gmt":"2026-05-11T01:01:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1009742\/"},"modified":"2026-05-11T01:01:31","modified_gmt":"2026-05-11T01:01:31","slug":"kunststoff-recyclingbranche-in-deutschland-steht-unter-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1009742\/","title":{"rendered":"Kunststoff-Recyclingbranche in Deutschland steht unter Druck"},"content":{"rendered":"<p>Die Kunststoff-Recyclingbranche in Deutschland steckt in einer schweren Krise. Weltweit werden j\u00e4hrlich rund 431 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Bundesweit liegt der Anteil recycelter Materialien unter 20 Prozent, obwohl technisch mit in Deutschland entwickelten innovativen Recyclingtechnologien ein deutlich h\u00f6herer Anteil m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p>F\u00fcr zus\u00e4tzlichen Druck sorgt die neue Verordnung der Europ\u00e4ischen Union (EU) f\u00fcr Verpackungen und Verpackungsabf\u00e4lle (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR), die ab August 2026 greift. Sie schreibt steigende Mindestquoten f\u00fcr recycelte Kunststoffe vor \u2013 etwa 30 Prozent f\u00fcr bestimmte Verpackungen ab 2030. Da aktuell aber eher Recyclingkapazit\u00e4ten wegfallen, drohe ohne rasche Gegenma\u00dfnahmen eine Versorgungsl\u00fccke bei Rezyklaten, was auch zu steigenden Importen f\u00fchren w\u00fcrde. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Wuppertal Instituts, die im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) erstellt wurde.<br \/>Es brauche daher geeignete Rahmenbedingungen f\u00fcr einen funktionsf\u00e4higen Markt f\u00fcr Kunststoffrezyklate, wie Prof. Dr. Henning Wilts, Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut, erl\u00e4utert. Ziel m\u00fcsse sein, den Einsatz fossiler Rohstoffe zu senken und die Kreislaufwirtschaft zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>In seinem Positionspapier &#8222;Optionen f\u00fcr einen funktionsf\u00e4higen Markt f\u00fcr Kunststoffrezyklate&#8220;, das er im Rahmen der diesj\u00e4hrigen Umwelttechnologie-Messe IFAT vorstellte, betont er den dringenden Handlungsbedarf, damit die Wettbewerbsf\u00e4higkeit gest\u00e4rkt und der drohende Verlust von Know-how verhindert werde. Abgesehen von den nach seiner Ansicht &#8222;zu sp\u00e4t&#8220; geltenden EU-Regelungen weist Wilts auf eine akute Bredouille der Branche hin: Grund daf\u00fcr ist insbesondere die schwache Nachfrage nach Rezyklaten. Die Folge: Wegen fehlender Investitionssicherheit geben immer mehr Kunststoffrecycling-Betriebe auf. Dadurch drohe eine Rezyklatl\u00fccke, erg\u00e4nzt der Forscher. Das f\u00fchre dazu, dass wegen der PPWR-Vorgaben auf Rezyklat-Importe aus dem Ausland zur\u00fcckgegriffen werden m\u00fcsse. Wilts schl\u00e4gt im Positionspapier daher sechs Ma\u00dfnahmen vor \u2013 darunter eine globale Plastikabgabe, eine st\u00e4rkere Nachfrage durch \u00f6ffentliche Beschaffung sowie die F\u00f6rderung zirkul\u00e4rer Gesch\u00e4ftsmodelle. Auch die Reduzierung der Materialvielfalt gilt als entscheidend, um Recycling effizienter zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Kunststoff-Recyclingbranche in Deutschland steckt in einer schweren Krise. 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