{"id":1010952,"date":"2026-05-11T13:04:25","date_gmt":"2026-05-11T13:04:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1010952\/"},"modified":"2026-05-11T13:04:25","modified_gmt":"2026-05-11T13:04:25","slug":"udo-lindenberg-wird-80-das-alter-hat-ein-problem-mit-mir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1010952\/","title":{"rendered":"Udo Lindenberg wird 80: \u201eDas Alter hat ein Problem mit mir\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Sein Beruf: Udo Lindenberg. \u201eMeinen Job gibt es nur einmal auf der Welt\u201c, sagt der Musiker und zieht die Sonnenbrille auf die Nasenspitze. L\u00e4ssig t\u00e4nzelt er durch die Lobby des Hotels \u201eAtlantic\u201c in Hamburg, seiner Dauerherberge. Dass der sogenannte Panikrocker am Sonntag (17. Mai) 80 Jahre alt wird? Schwer zu glauben. \u201eIch habe kein Problem mit dem Alter\u201c, sagt Lindenberg und tritt aus der Dreht\u00fcr, \u201edas Alter hat eher ein Problem mit mir.\u201c<\/p>\n<p>Zum 80. Geburtstag gibt es eine Ausstellung in Hamburg (\u201eUdoversum\u201c), ein Tribute-Album (\u201eWe Love Udo\u201c) und eine NDR-Doku (18. Mai, 20.15 Uhr). Und er wird mit gro\u00dfen Worten geschm\u00fcckt: Legende, Idol. \u201eIch sehe mich nicht so\u201c, sagt Lindenberg. \u201eIch bin ein Rock-Chansonnier. Und ein Freund.\u201c<\/p>\n<p>Was treibt einen an, der nie stillsteht? Nach einer Knieoperation will er bald wieder in Form sein. \u201eSo schluffig ich wirke \u2013 wenn ich etwas will und wei\u00df, wof\u00fcr ich es mache, bin ich diszipliniert.\u201c<\/p>\n<p>Mit federnden Schritten spaziert der Mann, der den deutschen Rock einst aus der braven Sprache der Nachkriegsjahre geholt hat, vom Hotel in die Nacht. Die Wellen der Au\u00dfenalster ziehen die Lichter der Stadt auseinander wie eine verwischte Erinnerung. \u201eAnfangs gab es schon Widerstand\u201c, erz\u00e4hlt der geb\u00fcrtige Westfale (Gronau). \u201eDann hat man gemerkt, dass es hei\u00dfe Ware ist, und uns ins Fernsehen eingeladen.\u201c Er selbst habe immer daran geglaubt. \u201eIch habe nur gehofft, dass mir keiner zuvorkommt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEy, Honey\u201c: Udo und die DDR<\/p>\n<p>Angefangen hat es mit dem Schlagzeug. Lindenberg trommelt unter anderem die \u201eTatort\u201c-Titelmelodie. Das erste Album als S\u00e4nger, auf Englisch, ist 1971 nicht erfolgreich. Es klappt erst mit Deutsch. \u201eDas hatte auch mit dem Schnack zu tun, den du in Hamburg auf dem Kiez h\u00f6rst.\u201c Mit \u201eCello\u201c schreibt er eine der zartesten Balladen des Deutschrocks und mit dem \u201eSonderzug nach Pankow\u201c einen Spottgesang, der in die B\u00fcros der DDR-F\u00fchrung dringt.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst hat er mit nuschelnder Stimme, Sonnenbrille und Hut eine ikonische Figur geschaffen. 2008 gelingt ihm mit \u201eStark wie Zwei\u201c ein fulminantes Comeback. \u201eWenn man in der Lage ist, sich emotional zu erinnern und nicht wegflacht, schreibt man auch nach Jahrzehnten gute Songs, die Menschen etwas bedeuten\u201c, ist der Panikrocker \u00fcberzeugt. Mit dem Album katapultiert er sich zum ersten Mal an die Spitze der Charts. Im Alter von 62 Jahren.<\/p>\n<p>G\u00e4nsehaut und feuchte Augen k\u00f6nnen zwar nicht verordnet werden. Aber Udo-Fans beschreiben genau das: Sein Gesang sei direkt und ohne alles, was zwischen S\u00e4nger und H\u00f6rer st\u00f6rende Umwege mache. Gleichzeitig ist seine Mutmachmusik zeitlos. Sie wirkt so kraftvoll wie vor 50 Jahren.<\/p>\n<p>Ein Udo f\u00fcr jede Generation<\/p>\n<p>Auch Udo als Mensch mit Haltung kommt seit Jahrzehnten gut an. Er begeistert Generationen. Die einen sind vor 60 Jahren mit ihm erwachsen geworden und haben mit ihm rebelliert. Deren Kinder wurden Fans, als er wenige Jahre nach seinem ersten Nummer-1-Comeback-Album mit dem Erfurter S\u00e4nger Clueso \u201eCello\u201c neu auflegte. Und die Teenager von heute haben ihn entdeckt, als er mit Apache 207 den Ohrwurm \u201eKomet\u201c aus dem Hut zauberte\u00a0\u2013 und mit 76 Jahren einen der erfolgreichsten deutschen Songs mitschrieb. 21 Wochen lang war \u201eKomet\u201c auf Platz 1 der offiziellen Single-Charts.<\/p>\n<p>Als er 2022 Ehrenb\u00fcrger von Hamburg wurde, sagte B\u00fcrgerschaftspr\u00e4sidentin Carola Veit: \u201eWir ehren nicht nur eine Ikone oder Silhouette, sondern den ganzen Menschen Udo Lindenberg\u00a0\u2013 mit all seinen H\u00e4utungen, mit all seinen Erfolgen und Niederlagen und mit seiner Kraft, einmal mehr aufzustehen, als er hingefallen ist.\u201c<\/p>\n<p>Doch die Musik ist nicht alles f\u00fcr Lindenberg. Von Anfang an ist er auch als Zeichner unterwegs. Zum Maler wird er mit farbstarken, comicartigen Bildern, mit Lik\u00f6r gemalt. Lebensbejahend, mit Witz und inspiriert: Die \u201eLik\u00f6relle\u201c passen zu ihm, er begreift sie als seri\u00f6se Kunstform. <\/p>\n<p>\u201eDie Malerei hat mich sehr in den Bann gezogen. Finde ich absolut faszinierend und so. In meinem Atelier im Hotel male ich nachts, wenn ich Unruhe habe.\u201c So seien tierisch viele Bilder entstanden. 800, sch\u00e4tzt er. \u201eDas ist eine Menge Kreativit\u00e4t. Das kann ich doch eigentlich alles gar nicht alleine gemalt haben\u201c, sagt er und lacht sein zufriedenes Udo-Lachen. <\/p>\n<p>Weltfrieden? Warum nicht?<\/p>\n<p>Sorgen macht ihm die Weltlage, vor allem Russlands Krieg gegen die Ukraine. Vor der Wende von 1989 trat er in Ost-Berlin und Moskau auf \u2013 mit unersch\u00fctterlichem Glauben: dass Frieden nicht nur m\u00f6glich, sondern auch unausweichlich ist. Heute erntet man daf\u00fcr ein Schulterzucken. \u201eIch w\u00fcrde ja den Sonderflug nach Moskau nehmen\u201c, sagt Lindenberg in Anspielung auf seinen \u201eSonderzug nach Pankow\u201c, \u201ewenn es denn etwas nutzen w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<p>Dass Lindenberg vor seinem Geburtstag seit Wochen im Mittelpunkt steht, hat ihn \u00fcberrascht. \u201eEs ist wirklich enorm\u201c, sagte er im Interview. Er habe nicht damit gerechnet, dass ihn quasi die ganze Nation feiern werde. \u201eDas ist ja wie ein nationales Gro\u00dfereignis. Ich bin schon ein Gl\u00fcckspilz.\u201c<\/p>\n<p>Was an seinem Geburtstag ansteht? \u201eIch wei\u00df es noch nicht genau. Das ist ein Geheimnis. Irgendwas Sch\u00f6nes mit vielen Menschen. Ich liebe ja Menschen. Eine gro\u00dfe Panikfamily. Die halten mich ja auch frisch.\u201c Die Reiselust hat er sich bewahrt, denn \u201ehinterm Horizont geht\u2019s weiter\u201c, wie es im Song hei\u00dft.<\/p>\n<p>Auf der Flucht vor der eigenen Festschreibung<\/p>\n<p>Es wird fast hell, die Alster braust, die wei\u00dfe Fassade des \u201eAtlantic\u201c beginnt zu schimmern. In Lindenbergs Suite unter der imposanten Weltkugel auf dem Hoteldach geht das Licht aus. <\/p>\n<p>Wird es neue Lieder geben? Lindenberg wackelt leicht mit dem Hut. \u201eKann passieren. Alles optional, ne.\u201c Auch mit 80 bleibt er auf der Flucht vor der eigenen Festschreibung. Und Konzerte mit seinem Panikorchester? Denkbar. Wie hei\u00dft es in \u201eCello\u201c noch? \u201eKomm, pack das Ding doch noch mal aus. Und spiel so sch\u00f6n wie fr\u00fcher.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sein Beruf: Udo Lindenberg. \u201eMeinen Job gibt es nur einmal auf der Welt\u201c, sagt der Musiker und zieht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1010953,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,30,692,8923,7983,810,51853,45,7982],"class_list":{"0":"post-1010952","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-hamburg","11":"tag-lauterbach-joern","12":"tag-lindenberg","13":"tag-musik","14":"tag-pop-ks","15":"tag-texttospeech","16":"tag-udo"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116556088442280493","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1010952","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1010952"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1010952\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1010953"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1010952"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1010952"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1010952"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}