{"id":1010982,"date":"2026-05-11T13:21:22","date_gmt":"2026-05-11T13:21:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1010982\/"},"modified":"2026-05-11T13:21:22","modified_gmt":"2026-05-11T13:21:22","slug":"im-meer-wie-im-darm-die-bakterien-die-unsere-gesundheit-und-den-kohlenstoff-im-meer-beeinflussen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1010982\/","title":{"rendered":"Im Meer wie im Darm: Die Bakterien, die unsere Gesundheit und den Kohlenstoff im Meer beeinflussen"},"content":{"rendered":"<p>    <a href=\"https:\/\/www.mpi-bremen.de\" target=\"_new\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"EmbeddedImage\" style=\"max-height:200px; max-width: 200px;\" src=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/institutionlogo35058\" border=\"0\" alt=\"institution logo\"\/><\/a><\/p>\n<p>        <a title=\"LinkedIn\" href=\"#\" onclick=\"window.open('https:\/\/www.linkedin.com\/shareArticle?mini=true&amp;url=http:\/\/www.idw-online.de\/-DUkFAA','Share on LinkedIn', 'status=1, width=800, height=600, resizable=0, top=100, left=100')\"><img decoding=\"async\" style=\"width:20px;height:20px;visibility:hidden;\" src=\"https:\/\/idw-online.de\/images\/bluesky_mbsw.svg\"\/><\/a><\/p>\n<p>        <a title=\"Bluesky\" href=\"#\" onclick=\"window.open('https:\/\/bsky.app\/intent\/compose?text=Im+Meer+wie+im+Darm%3A+Die+Bakterien%2C+die+unsere+Gesundheit+und+den+Kohlenstoff+im+Meer+beeinflussen%20http:\/\/www.idw-online.de\/-DUkFAA','Share on Bluesky', 'status=1, width=800, height=600, resizable=0, top=100, left=100')\"><img decoding=\"async\" style=\"width:20px;height:20px;visibility:hidden;\" src=\"https:\/\/idw-online.de\/images\/bluesky_mbsw.svg\"\/><\/a><\/p>\n<p>\n            Teilen:\u00a0\n        <\/p>\n<p>    11.05.2026 14:50<\/p>\n<p>    Im Meer wie im Darm: Die Bakterien, die unsere Gesundheit und den Kohlenstoff im Meer beeinflussen <\/p>\n<p>\n    Forschende des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Marine Mikrobiologie haben herausgefunden, dass eine Gruppe n\u00fctzlicher Darmbakterien und ihre Verwandten im Meer die gleichen Tricks beim Fressen nutzen. Das gibt neue Einblicke in das Potenzial dieser Bakterien f\u00fcr die Gesundheitsforschung und ihre Rolle im marinen Kohlenstoffkreislauf.<\/p>\n<p>\n    Unz\u00e4hlige Bakterien besiedeln unseren Darm, versorgen uns mit N\u00e4hrstoffen und dienen unserer Gesundheit. Dazu geh\u00f6ren auch die Akkermansia-Bakterien, die bei der Behandlung etwa von Adipositas und Diabetes hilfreich sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Forschende des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Marine Mikrobiologie in Bremen haben nun entdeckt, dass diese Bakterien nicht nur in unserem Darm, sondern auch im Ozean leben. In beiden Lebensr\u00e4umen nutzen sie die gleichen F\u00e4higkeiten. Offensichtlich besitzen sie ein althergebrachtes und weit verbreitetes Set an Werkzeugen, um zu \u00fcberleben und erfolgreich zu sein. <\/p>\n<p>Geheimnisse aus dem Genom<\/p>\n<p>\u201eWir haben uns gefragt: W\u00e4ren die Eigenschaften, mit denen diese Bakterien in unserem Darm so erfolgreich sind \u2013 insbesondere die Art, wie sie Zucker essen \u2013 nicht auch in anderen Lebensr\u00e4umen n\u00fctzlich?\u201d, berichtet Gruppenleiter Luis Humberto Orellana Retamal (Coto) vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Marine Mikrobiologie in Bremen. Deswegen machten sich die Forschenden auf die Suche nach Akkermansiaceae. Sie durchsuchten an die 250.000 DNA-Datens\u00e4tze aus unterschiedlichsten Lebensr\u00e4umen auf der ganzen Welt. Und tats\u00e4chlich: Im Darm von Tieren, im Meer, in Seen und Fl\u00fcssen \u2013 \u00fcberall stie\u00dfen sie auf Vertreter dieser Gruppe. <\/p>\n<p>Daraufhin untersuchte das Team ihren genetischen Fingerabdruck, das sogenannte Genom, und suchte nach besonders wichtigen Proteinen zum Zuckerabbau. \u201cDie Akkermansia-Bakterien in unserem Darm und im Meer waren sich erstaunlich \u00e4hnlich\u201c, so Coto. \u201eIm Meer zersetzen diese Bakterien Fucoidan, einen Zucker, der aus Seetang stammt. Im Darm spezialisieren sie sich auf Mucin, ein komplexes, mit Zucker \u00fcberzogenes Proteingel, das unsere Darmwand auskleidet. Die Forschenden stellten fest, dass die beteiligten Bakterien im Kern den gleichen molekularen Mechanismus benutzen, um die Zucker zu zerlegen \u2013 obwohl sie in v\u00f6llig unterschiedlichen Lebensr\u00e4umen zuhause sind. <\/p>\n<p>Eine bew\u00e4hrte Strategie, in allen Bereichen<\/p>\n<p>Der \u00f6kologische Erfolg der Akkermansia-Bakterien in so unterschiedlichen Lebenr\u00e4umen wie dem Darm und dem Meer basiert auf einer gemeinsamen, uralten Strategie: Sie h\u00e4ngen sich an komplexe Zuckermolek\u00fcle, nehmen diese auf und zersetzen sie im Inneren der Zelle. Der grundlegende Mechanismus ist in allen Lebensr\u00e4umen gleich, Unterschiede gibt es nur bei den spezifischen Proteinen, die f\u00fcr die Feinabstimmung an die jeweilige Nahrung sorgen. Der Darmbewohner Akkermansia muciniphila entwickelte sich vermutlich aus einem aquatischen Vorfahren, der bereits in der Lage war, chemisch \u00e4hnliche Zucker zu nutzen. Es handelt sich eher um eine Spezialisierung als um eine evolution\u00e4re Neuerfindung. \u201eDiese \u00c4hnlichkeit legt nahe, dass sich diese Bakterien bei der ersten Besiedlung des Darms nicht neu erfunden haben, sondern ein bereits vorhandenes Werkzeugset angepasst haben\u201c, erkl\u00e4rt Coto.<\/p>\n<p>Eine F\u00e4higkeit, die therapeutisch und \u00f6kologisch wichtig ist<\/p>\n<p>Akkermansia muciniphila ist ein besonders wichtiger Organismus f\u00fcr die Forschung am Darm-Mikrobiom und seine Bedeutung f\u00fcr unsere Gesundheit. Ein besseres Verst\u00e4ndnis des molekularen Werkzeugkastens von Akkermansia k\u00f6nnte dabei helfen, mikrobiom-basierte Therapien f\u00fcr beispielsweise Fettleibigkeit, Diabetes und Darmentz\u00fcndungen zu entwickeln.<br \/>Die nun vorliegenden Ergebnisse sind aber auch \u00f6kologisch interessant: Sie zeigen die wichtige und bisher weitgehend \u00fcbersehene Bedeutung dieser Bakterien f\u00fcr den Ozean. Indem sie den schwer abbaubaren und kohlenstoffreichen Algenzucker Fucoidan zersetzen, sind sie wichtige Akteure im Kohlenstoffkreislauf des Meeres. <\/p>\n<p>\u201eUnsere Ergebnisse liegen an der Schnittstelle zweier wichtiger gesellschaftlicher Themenbereiche: der menschlichen Gesundheit und der Umwelt\u201c, betont Coto. \u201eIn Sachen Gesundheit unterst\u00fctzen sie die Entwicklung mikrobiombasierter Therapien. In Sachen Umwelt zeigen sie uns, wie Meeresbakterien Kohlenstoff verarbeiten. Das hilft dabei, vorherzusagen, wie marine \u00d6kosysteme auf den Klimawandel reagieren werden.\u201c Diese Studie verdeutlicht zudem: Grundlegende Entdeckungen k\u00f6nnen an unerwarteten Orten gemacht werden. \u201eAus dem Meer k\u00f6nnen \u00fcberraschende Einblicke in das Geschehen in unserem eigenen Darm kommen\u201c, schlie\u00dft Coto.\n    <\/p>\n<p>    Wissenschaftliche Ansprechpartner:<\/p>\n<p>Dr. Luis Hum\u00acber\u00acto Orel\u00acla\u00acna Reta\u00acmal<br \/>Forschungsgruppe \u00d6kologische Genomik <br \/>Max-Planck-Institut f\u00fcr Marine Mikrobiologie, Bremen<br \/>Telefon: +49 421 2028-9490<br \/>E-Mail: lorellan@mpi-bremen.de<\/p>\n<p>    Originalpublikation:<\/p>\n<p>Isabella Wilkie, Nicole Von Possel, Tom\u00e1s Sauma-S\u00e1nchez, Greta Reintjes, and Luis H. Orellana (2026): Conserved glycan-utilization strategies shape Akkermansiaceae success across aquatic and gut ecosystems. The ISME Journal (22. April 2026)<br \/>DOI:  <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1093\/ismejo\/wrag096\" target=\"_new\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1093\/ismejo\/wrag096<\/a><\/p>\n<p>    Weitere Informationen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/mpi-bremen.de\/Page6677.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/mpi-bremen.de\/Page6677.html<\/a><\/p>\n<p><b>Bilder<\/b><\/p>\n<p class=\"widescreenhide\"><a class=\"main\" data-reveal-id=\"imgModal1\" href=\"#\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1778505676_484_newsimage.jpeg\" width=\"180\" height=\"180\" alt=\"Passt fast perfekt: Zwei \u00fcbereinandergelegte Strukturen von Protein-Untereinheiten, eine von einem Darmbakterium und eine von einem marinen Verwandten.\" title=\"Passt fast perfekt: Zwei \u00fcbereinandergelegte Strukturen von Protein-Untereinheiten, eine von einem Darmbakterium und eine von einem marinen Verwandten.\" border=\"0\" id=\"image_421777_thumb\"\/><\/a><br \/>\n<a class=\"main\" data-reveal-id=\"imgModal\"\/><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/image?id=421777&amp;size=screen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&lt;<\/a><br \/>Passt fast perfekt: Zwei \u00fcbereinandergelegte Strukturen von Protein-Untereinheiten, eine von einem D <a class=\"main\" data-reveal-id=\"imgModal1\" href=\"#\">&#8230;<\/a><br \/>Quelle: Isabella Wilkie<br \/>Copyright: Max-Planck-Institut f\u00fcr Marine Mikrobiologie<\/p>\n<p class=\"widescreenhide\"><a class=\"main\" data-reveal-id=\"imgModal2\" href=\"#\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1778505677_768_newsimage.jpeg\" width=\"125\" height=\"180\" alt=\"Die komplexen Zucker der Braunalgen \u2013 hier aufgenommen in Roscoff von Mitautorin Nicole von Possel \u2013 sind f\u00fcr Bakterien im Meer sehr schwer abzubauen, was sie besonders wichtig f\u00fcr die Kohlenstoffspeicherung macht.\" title=\"Die komplexen Zucker der Braunalgen \u2013 hier aufgenommen in Roscoff von Mitautorin Nicole von Possel \u2013 sind f\u00fcr Bakterien im Meer sehr schwer abzubauen, was sie besonders wichtig f\u00fcr die Kohlenstoffspeicherung macht.\" border=\"0\" id=\"image_421778_thumb\"\/><\/a><br \/>\n<a class=\"main\" data-reveal-id=\"imgModal\"\/><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/image?id=421778&amp;size=screen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&lt;<\/a><br \/>Die komplexen Zucker der Braunalgen \u2013 hier aufgenommen in Roscoff von Mitautorin Nicole von Possel \u2013 <a class=\"main\" data-reveal-id=\"imgModal2\" href=\"#\">&#8230;<\/a><br \/>Quelle: Nicole Von Possel<br \/>Copyright: Max-Planck-Institut f\u00fcr Marine Mikrobiologie<\/p>\n<p>    <b>Anhang<\/b><br \/><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/attachment122727\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" style=\"border:none;\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/other.png\" alt=\"attachment icon\"\/>   Hochaufl\u00f6sende Mikroskopie der Zelle eines marinen Akkermansiaceae (rot, im Inneren in blau die DNA) mit aufgenommenem Fucoidan (gr\u00fcn), was die Aufnahme dieses komplexen Algenzuckers belegt. <\/a><\/p>\n<p>\n    <strong>Merkmale dieser Pressemitteilung: <br \/><\/strong><br \/>\n     Journalisten, Wissenschaftler<br \/>Biologie, Geowissenschaften, Meer \/ Klima, Umwelt \/ \u00d6kologie<br \/>\u00fcberregional<br \/>Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen<br \/>Deutsch\n    <\/p>\n<p>    \u00a0<\/p>\n<dl class=\"sub-nav green maincontent\">\n<dd class=\"active\">\n    <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/javascript:history.back()\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur\u00fcck<\/a>\n    <\/dd>\n<\/dl>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/loading.gif\" 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