{"id":1011804,"date":"2026-05-11T21:33:17","date_gmt":"2026-05-11T21:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1011804\/"},"modified":"2026-05-11T21:33:17","modified_gmt":"2026-05-11T21:33:17","slug":"ddr-der-gefeierte-architekt-und-seine-geheime-rolle-im-ddr-system","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1011804\/","title":{"rendered":"DDR: Der gefeierte Architekt \u2013 und seine geheime Rolle im DDR-System"},"content":{"rendered":"<p>Die Stadt Leipzig wollte ihren langj\u00e4hrigen Chefarchitekten aus DDR-Zeiten mit einem Platz w\u00fcrdigen. Doch Horst Siegel hatte jahrelang mit dem SED-Geheimdienst kooperiert. Nach Bekanntwerden von WELT-Recherchen wurde der Vorschlag jetzt zur\u00fcckgestellt. Aber der Schaden bleibt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der Stein des Ansto\u00dfes misst etwa 35 mal 35 Meter. So gro\u00df ist das bisher namenslose St\u00fcck Fu\u00dfg\u00e4ngerzone an der Kreuzung von Stuttgarter und Heidelberger Allee vor einem Einkaufszentrum im Leipziger Stadtteil Gr\u00fcnau. Am 29. April 2026 wollte der Stadtrat diese Fl\u00e4che in Horst-Siegel-Platz umbenennen. Einerseits konsequent, war doch der vorgesehene Namenspatron als Chefarchitekt f\u00fcr den auf der \u201egr\u00fcnen Wiese\u201c mit Plattenbauten errichteten Stadtteil verantwortlich. Andererseits ein Beleg f\u00fcr zunehmende Geschichtsvergessenheit <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article253902724\/Leipzig-am-9-Oktober-1989-Sieg-der-friedlichen-Revolution.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article253902724\/Leipzig-am-9-Oktober-1989-Sieg-der-friedlichen-Revolution.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in Sachsens gr\u00f6\u00dfter Stadt<\/a>. Denn Siegel hat mindestens elf Jahre unter dem Decknamen GMS \u201eArchitekt\u201c f\u00fcr <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article69776cb8707d4aa207581dc4\/ddr-stasi-dokumentarfilm-das-verstoerende-protokoll-eines-lebens.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article69776cb8707d4aa207581dc4\/ddr-stasi-dokumentarfilm-das-verstoerende-protokoll-eines-lebens.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die DDR-Staatssicherheit<\/a> gearbeitet. Wenige Tage vor der Abstimmung ist der Vorschlag nun aus der Vorlage gestrichen worden \u2013 zuvor waren in Leipzig Recherchen von WELT AM SONNTAG in dieser Angelegenheit bekannt geworden.<\/p>\n<p>Im \u201eBeschlussvorschlag\u201c der Leipziger Verwaltung aus dem vergangenen Jahr stand zum vorgesehenen Namenspatron noch w\u00f6rtlich: \u201eDar\u00fcber hinaus ergab die Pr\u00fcfung zur Person keine Sachverhalte, die einer Benennung entgegenstehen w\u00fcrden.\u201c Das war mindestens gewagt.<\/p>\n<p>Denn man kann problemlos im Internet den 2024 erschienenen Aufsatz \u201eThe Other Lives of Stasi Spies\u201c des US-Historikers Andrew Demshuk finden, in dem ein mehr als 800 W\u00f6rter langes Kapitel der T\u00e4tigkeit Siegels f\u00fcr die Stasi gewidmet ist. Demshuks Untersuchung, deren \u00dcberschrift mit dem Titel des Oscar-pr\u00e4mierten Spielfilms \u201eDas Leben der Anderen\u201c spielt, kommt zum Ergebnis: Siegels \u201eZusammenarbeit mit der Stasi bestand darin, Meinungen \u00fcber die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen von Architekten, Ingenieuren und Sekret\u00e4rinnen in seinem B\u00fcro zu \u00e4u\u00dfern\u201c.<\/p>\n<p>Siegel war 1934 als Sohn eines \u201eBergmanns und Landwirts\u201c geboren worden. Nach der Volksschule absolvierte er eine Maurerlehre und studierte anschlie\u00dfend  an der \u201eArbeiter- und Bauern-Fakult\u00e4t\u201c und Architektur in Weimar. Nach dem Diplom blieb er als Assistent an der Hochschule und wurde 1963 promoviert; im folgenden Jahr trat er der SED bei. Siegel geh\u00f6rte zur ersten weitgehend im Sozialismus aufgewachsenen Funktion\u00e4rsgeneration der DDR. 1964 bis 1967 war er als Architekt mitverantwortlich f\u00fcr den Plattenbau-Stadtteil Halle-Neustadt. So ausgewiesen, berief man ihn als Chefarchitekten nach Leipzig.<\/p>\n<p>Diese Informationen stammen aus einem handschriftlichen Lebenslauf vom 10. September 1977, der sich in Siegels Stasi-Akte befindet; 94 von deren mindestens 138 Seiten liegen WELT AM SONNTAG vor. Ein \u201eAuskunftsbericht\u201c der Stasi-Bezirksverwaltung vom 13. Februar 1978 best\u00e4tigt diese Angaben. Darin hei\u00dft es auch kritisch: \u201eInoffiziell konnte zu seinem Arbeitsstil erarbeitet werden, dass S. seinen Leitungsstil managerhaft ausf\u00fchrt und hohe Ergebnisse erwartet, ohne entsprechend anzuleiten.\u201c Zu seinen St\u00e4rken z\u00e4hlte demnach die Organisation von Arbeit; \u201eweniger gut ausgepr\u00e4gt sind seine F\u00e4higkeiten auf dem Gebiet der Gestaltung\u201c. Zudem sei er \u201epolitisch naiv und sorglos\u201c.<\/p>\n<p>\u201eGesteuert\u201c von der Stasi<\/p>\n<p>Offensichtlich also lie\u00df das MfS den Chefarchitekten, immerhin verantwortlich f\u00fcr die zentrale Baubeh\u00f6rde der Stadt mit 92 Mitarbeitern, bespitzeln. Der Grund war allerdings, dass die Geheimpolizei mit ihm zusammenarbeitete: \u201eSiegel ist als GMS in Schl\u00fcsselposition f\u00fcr die Kreisdienststelle Leipzig Stadt erfasst. Er wird durch Unterzeichnenden gesteuert\u201c, schrieb ein Oberleutnant namens Eildermann. Eine handschriftliche Notiz in der Akte datiert den Beginn der Zusammenarbeit: \u201eGeworben am 10. November 1977.\u201c<\/p>\n<p>Im Abk\u00fcrzungskauderwelsch der Stasi stand \u201eGMS\u201c f\u00fcr \u201eGesellschaftlicher Mitarbeiter Sicherheit\u201c. Bei dieser 1968 eingef\u00fchrten Kategorie inoffizieller Informanten handelte es sich um in der \u00d6ffentlichkeit bekannte Personen, die eine \u201estaatsbewusste Einstellung\u201c aufwiesen und \u201evertrauensvoll\u201c, also heimlich, mit der Stasi zusammenarbeiteten. GMS waren aber eine niedrigere Kategorie als die \u201eIM\u201c, die ber\u00fcchtigten \u201eInoffiziellen Mitarbeiter\u201c. Dennoch wurden GMS konspirativ geworben und regelm\u00e4\u00dfig zu \u201eTreffs\u201c bestellt, in denen sie ihrem F\u00fchrungsoffizier berichteten. Auch GMS waren also Spitzel. Im Zust\u00e4ndigkeitsbereich der Kreisdienststelle Leipzig des MfS gab es beispielsweise 1985 genau 421 solche GMS, wei\u00df Helmut M\u00fcller-Enbergs, Historiker und ein Vierteljahrhundert lang als Grundlagenforscher bei der damaligen Stasiunterlagen-Beh\u00f6rde t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Ein Auskunftsbericht von 1986 nannte \u201epolitische \u00dcberzeugung und Notwendigkeit\u201c als Siegels Motiv \u201ef\u00fcr die Zusammenarbeit mit dem MfS\u201c. Das schlug sich in seiner T\u00e4tigkeit nieder, die seine Stasiakte zumindest ansatzweise nachvollziehbar macht.<\/p>\n<p>So fand am 10. August 1978 um acht Uhr morgens im \u201eDienstzimmer GMS\u201c ein \u201eTreff\u201c statt. Es ging um die \u201eErarbeitung von Hinweisen im Zusammenhang mit der Verbreitung von Hetzschriften im Stadtgebiet\u201c; konkrete Details fehlen in den bisher verf\u00fcgbaren Dokumenten. In den freigegebenen Papieren nicht enthalten sind eine \u201eBerufungserkl\u00e4rung\u201c (nur IM unterschrieben eine \u201eVerpflichtungserkl\u00e4rung\u201c) und eigenh\u00e4ndig verfasste Berichte.<\/p>\n<p>Dennoch musste Siegel wissen, mit wem er sprach. Bei einem \u201eTreff\u201c am 12. Dezember 1979 in seinem B\u00fcro erhielt der Chefarchitekt den Auftrag, die \u201eLeitkader\u201c seines B\u00fcros \u201eeinzusch\u00e4tzen\u201c; als Kriterien notierte der F\u00fchrungsoffizier \u201eCharakter, politisch-ideologisches Verhalten, Verbindungen, Stellung im Kollektiv\u201c. Am 9. Januar 1980 lieferte Siegel mindestens acht Einsch\u00e4tzungen, die ein Stasi-Leutnant handschriftlich festhielt \u2013 die Einzelheiten lassen keinen Zweifel, dass der Chefarchitekt pers\u00f6nlich diese Angaben machte.<\/p>\n<p>Aus Datenschutzgr\u00fcnden sind die Namen in den Aktenkopien geschw\u00e4rzt, sodass man die Ausk\u00fcnfte des GMS \u201eArchitekt\u201c niemandem konkret zuordnen kann. Au\u00dferdem wurden in allen Bewertungen l\u00e4ngere Passagen abgedeckt. Lesbar sind jedoch abtr\u00e4gliche Urteile wie \u201eegozentrisch\u201c und \u201eHang zur \u00dcberheblichkeit\u201c zu einem leitenden Mitarbeiter. Eine Kollegin war Siegel zufolge \u201egesellschaftlich (&#8230;) verhaltener\u201c als zu Beginn ihrer T\u00e4tigkeit, ein weiterer Kollege \u201ezu weich\u201c; er werde \u201efachlich nicht immer f\u00fcr voll genommen\u201c.<\/p>\n<p>\u201eB\u00fcrokrat\u201c im Stasi-Dienst<\/p>\n<p>Ohne Zweifel konnten solche Wertungen den so geschilderten Personen schaden. Ob und wenn ja welche konkreten Konsequenzen Siegels Urteile f\u00fcr die Betroffenen hatten, l\u00e4sst sich jedoch aufgrund der Unzug\u00e4nglichkeit ihrer Namen wegen der Rechtslage nicht feststellen. Alle Erfahrung spricht daf\u00fcr, dass die Stasi derart beschriebene Personen zumindest genauer beobachtete.<\/p>\n<p>Andrew Demshuk ordnet WELT AM SONNTAG gegen\u00fcber diese T\u00e4tigkeit ein: \u201eSiegel war kein GMS aus \u00dcberzeugung, er wurde in seiner amtlichen Funktion als Chefarchitekt der Stadt Leipzig angesprochen.\u201c Nach zehn Jahren in dieser Funktion habe er sich entschieden, erkl\u00e4rt der Professor an der American University in Washington D. C., \u201eals GMS f\u00fcr die Stasi zu arbeiten, weil er glaubte, es w\u00fcrde seine Arbeit als Chefarchitekt st\u00e4rken und sich auf das Amt positiv auswirken\u201c.<\/p>\n<p>Am 29. und 30. Mai 1985 besuchten sieben Abgeordnete des Bundestagsausschusses f\u00fcr Raumordnung, Bauwesen und St\u00e4dtebau Leipzig. Siegel alias GMS \u201eArchitekt\u201c wurde \u201einstruiert\u201c, \u00fcber das offizielle Gespr\u00e4ch zu berichten; das war f\u00fcr einen Funktionstr\u00e4ger in der SED-Diktatur unumg\u00e4nglich und ist nicht vorwerfbar. Allerdings sollte er auch mitteilen, ob es \u201eKontaktaufnahmen von Mitgliedern der Abordnung mit DDR-B\u00fcrgern oder umgekehrt\u201c gegeben habe. An dieser Stelle fehlt in den herausgegebenen Unterlagen eine Seite.<\/p>\n<p>Zum Wintersemester 1985 wechselte Horst Siegel auf eine Professur an der Hochschule f\u00fcr Architektur und Bauwesen in Weimar. Laut einem \u201eAbschlussbericht\u201c vom 18. November 1985 war der GMS \u201ebereit, auch in seiner neuen Funktion inoffiziell mit unserem Organ\u201c, also der Stasi, \u201ezusammenzuarbeiten\u201c. Sein bisheriger F\u00fchrungsoffizier ermahnte ihn, er solle die \u201eKonspiration wahren\u201c. Laut dem Geheimdiensthistoriker Helmut M\u00fcller-Enbergs schlie\u00dft allein dieser Vorgang \u201everst\u00e4ndige Zweifel\u201c aus, ob Siegel von seiner Zuarbeit f\u00fcr die Staatssicherheit wusste.<\/p>\n<p>Mit einem \u201ePr\u00e4sentkorb\u201c verabschiedete der in Leipzig zust\u00e4ndige MfS-Mann den GMS \u201eArchitekt\u201c. In Weimar \u00fcbernahm Siegel dann bald die \u201eLeitung der Sektion Architektur\u201c. Aus den folgenden Jahren finden sich nur einige wenige Papiere zu ihm in den freigegebenen Akten; er geh\u00f6rte jedoch zu den 121 GMS der Kreisdienststelle. Durchaus m\u00f6glich, dass in anderen MfS-Best\u00e4nden weiteres Material existiert \u2013 die Mitarbeiter des Stasiunterlagen-Archivs geben stets nur das Material an Nutzer weiter, das ihnen zum jeweiligen Antrag zu passen scheint.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Friedlichen Revolution in der DDR trat Horst Siegel im Januar 1990 zun\u00e4chst als Direktor der \u201eSektion\u201c zur\u00fcck, Mitte 1991 r\u00e4umte er dann seine Professur in Weimar \u2013 mit 57 Jahren. Stattdessen arbeitete der ehemalige Chefarchitekt der zweitgr\u00f6\u00dften DDR-Stadt, Professor und Fachbereichsleiter einer angesehenen Universit\u00e4t, zun\u00e4chst f\u00fcr ein B\u00fcro in Apolda (Th\u00fcringen), das Altbauten sanierte und ein Autohaus sowie zwei Privath\u00e4user errichtete. 1995 folgte die Niederlassungsleitung f\u00fcr ein M\u00fcnchner Architekturb\u00fcro in Erfurt, 1999 ging Horst Siegel regul\u00e4r in den Ruhestand. In 2013 entstandenen \u201eArbeitsbiografischen Notizen\u201c, die in seinem Nachlass im Stadtarchiv Leipzig liegen, ist von Stasikontakten nichts zu lesen.<\/p>\n<p>Noch zu Siegels Lebzeiten begann Andrew Demshuk, \u00fcber Architektur und St\u00e4dtebau in Leipzig w\u00e4hrend der DDR zu forschen. Doch erst nach Siegels Tod im September 2020 erschien sein vorz\u00fcglicher Aufsatz \u00fcber die Stasi-Verstrickungen Leipziger Architekten. In der deutschsprachigen Fassung der Internet-Enzyklop\u00e4die Wikipedia wurde dieser Aspekt laut Versionsverzeichnis am 9. November 2025 erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Mitte M\u00e4rz 2026 verschwand Demshuks Aufsatz f\u00fcr kurze Zeit aus dem Internet \u2013 irgendjemand muss versucht haben, die darin enthaltenen Informationen zu unterdr\u00fccken. Dabei ordnet der Amerikaner den GMS \u201eArchitekt\u201c ausgesprochen fair ein: \u201eDie Ziele der Stasi waren f\u00fcr ihn von geringerer Bedeutung, eine blo\u00dfe Formalit\u00e4t im Vergleich zu seinen von Herzen kommenden Aufgaben als Chefarchitekt\u201c. Siegel war ein \u201eB\u00fcrokrat, der den Dienst f\u00fcr die Stasi zu einem Teil seiner Arbeit machte\u201c.<\/p>\n<p>Mindestens von 1977 bis 1988, m\u00f6glicherweise l\u00e4nger, hat Horst Siegel mit dem SED-Geheimdienst zusammengearbeitet. Er war nach gegenw\u00e4rtiger Aktenlage sicher kein ganz \u00fcbler Verr\u00e4ter, der andere Menschen durch geheim weitergegebene, zutreffende oder falsche Informationen massiv sch\u00e4digte. Schon die bisher bekannten Unterlagen zeigen jedoch, dass er negative Urteile \u00fcber Kollegen abgab und sich an die Konspiration hielt; zudem verschwieg er diese Facette nach 1990.<\/p>\n<p>Fraglos spitzelte Horst Siegel f\u00fcr die DDR-Staatssicherheit. Ausgerechnet Leipzig, das sich gern als \u201eHeldenstadt\u201c der Friedlichen Revolution 1989 inszeniert, wollte so jemanden ehren. Vorerst scheint der Vorschlag erledigt \u2013 aber ob sich das wieder \u00e4ndert?<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/sven-felix-kellerhoff\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/sven-felix-kellerhoff\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Sven Felix Kellerhoff <\/b><\/a><b>ist Leitender Redakteur bei WELTGeschichte. Zu seinen Themenschwerpunkten z\u00e4hlen der Nationalsozialismus, die SED-Diktatur, linker und rechter Terrorismus sowie Verschw\u00f6rungstheorien.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Stadt Leipzig wollte ihren langj\u00e4hrigen Chefarchitekten aus DDR-Zeiten mit einem Platz w\u00fcrdigen. 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