{"id":1012354,"date":"2026-05-12T02:43:21","date_gmt":"2026-05-12T02:43:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1012354\/"},"modified":"2026-05-12T02:43:21","modified_gmt":"2026-05-12T02:43:21","slug":"attacke-auf-ruestungsfirma-richterin-raeumt-saal-nach-geschrei-prozess-eskaliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1012354\/","title":{"rendered":"Attacke auf R\u00fcstungsfirma: Richterin r\u00e4umt Saal nach Geschrei \u2013 Prozess eskaliert"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Der Prozess um den Angriff auf ein israelisches R\u00fcstungsunternehmen in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/ulm\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ulm<\/a> ist am zweiten Verhandlungstag erneut eskaliert. Nach wiederholtem Gejohle und Jubelrufen aus den Zuschauerr\u00e4ngen lie\u00df die Richterin am Nachmittag kurzerhand den ganzen Saal r\u00e4umen. Die meisten Zuschauer sind Pro-Pal\u00e4stina-Aktivisten sowie Freunde und Angeh\u00f6rige der f\u00fcnf Angeklagten. Die Menge skandierte bei der R\u00e4umung die Parole \u00abFree, Free Palestine\u00bb. Einzelne lie\u00dfen sich von Justizbeamten aus dem Geb\u00e4ude f\u00fchren. Die Richterin hatte das Publikum zuvor vor erneuten Zurufen gewarnt.\u00a0\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-04\/grossbritannien-festnahmen-pro-palaestina-demonstration-gxe\" data-ct-label=\"Gro\u00dfbritannien: Mehr als 500 Festnahmen bei Pro-Pal\u00e4stina-Demo in London\" data-uuid=\"92c03122-a4d2-4caa-a24d-0ef2a1e76650\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Gro\u00dfbritannien:<br \/>\n                        Mehr als 500 Festnahmen bei Pro-Pal\u00e4stina-Demo in London<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2026-04\/anschlag-taylor-swift-konzert-wien-gerichtsverfahren\" data-ct-label=\"Prozess um vereitelten Anschlag in Wien: Geplantes Attentat auf Swift-Konzert: \u00bbEigentlich liebe ich Frauen\u00ab\" data-uuid=\"82186b6d-678f-4a2d-b181-81815d51e495\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Prozess um vereitelten Anschlag in Wien:<br \/>\n                        Geplantes Attentat auf Swift-Konzert: \u00bbEigentlich liebe ich Frauen\u00ab<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/sport\/2026-04\/diego-maradona-tod-prozess-aerzte-totschlag\" data-ct-label=\"Diego Maradona: Prozess gegen \u00c4rzte von Diego Maradona wieder aufgenommen\" data-uuid=\"dba7765b-c2ae-4772-9eff-6bb676f713f4\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Diego Maradona:<br \/>\n                        Prozess gegen \u00c4rzte von Diego Maradona wieder aufgenommen<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Verteidigung und Gericht hatten am zweiten Verhandlungstag stundenlang unter anderem \u00fcber die Sitzordnung in dem streng gesicherten Gerichtssaal gestritten. Die Anw\u00e4lte monieren, dass die Angeklagten hinter Sicherheitsglas sitzen m\u00fcssen und damit eine vertrauliche Kommunikation mit der Verteidigung nicht m\u00f6glich sei. Weil sich die Verteidiger mit ihren Mandanten beraten wollen, wird erst am 20. Mai weiter verhandelt. Die Verlesung der Anklage, die eigentlich am Beginn eines Prozesses steht, l\u00e4sst weiter auf sich warten.\n<\/p>\n<p>                Prozess ist hochpolitisch        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">F\u00fcnf Pro-Pal\u00e4stina-Aktivisten stehen in Stuttgart-Stammheim vor Gericht. Sie sollen in eine israelische R\u00fcstungsfirma in Ulm eingebrochen sein und dort Inventar in hohem Wert zerst\u00f6rt haben. Den irischen, britischen, spanischen und deutschen Staatsangeh\u00f6rigen zwischen 25 und 40 Jahren wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Sachbesch\u00e4digung, Hausfriedensbruch und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen vorgeworfen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Verteidiger wollten auch am zweiten Prozesstag zahlreiche Antr\u00e4ge stellen, etwa was die Prozess\u00f6ffentlichkeit angeht oder die Rechte der Angeklagten. Die Richterin erteilte ihnen aber nicht das Wort. Einer der Verteidiger warf der Richterin vor, sich nicht einen Deut f\u00fcr die Grundrechte der Angeklagten zu interessieren. Die Richterin sei verantwortlich f\u00fcr die Verz\u00f6gerungen. Daraufhin hatte das Publikum applaudiert &#8211; und wurde aus dem Saal gef\u00fchrt.\n<\/p>\n<p>                        Nicht der erste Eklat in dem Prozess        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Vor dem Geb\u00e4ude demonstrierten erneut lautstark Pro-Pal\u00e4stina-Aktivisten. Die Zuschauer gr\u00f6len und klatschen jedes Mal beim Einzug der Angeklagten in den streng gesicherten Gerichtssaal &#8211; diese freuten sich sichtlich dar\u00fcber, posierten in Handschellen mit dem Friedenszeichen. Gemeinsam sangen und summten sie bis zum Einlaufen der Richter sogar einen Kanon im Saal.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bereits zum Prozessauftakt vor zwei Wochen war es zum Eklat gekommen: Die Rechtsanw\u00e4lte hatten zun\u00e4chst aus Protest den Saal verlassen &#8211; und sich nach einer Pause demonstrativ auf die Pl\u00e4tze der Angeklagten gesetzt. Die Richterin brach die Verhandlung daraufhin ab. Die Anw\u00e4lte wiederum k\u00fcndigten einen Befangenheitsantrag gegen die Richterin an &#8211; wegen einer \u00abnicht hinnehmbaren\u00bb Verletzung des Anspruchs ihrer Mandanten auf ein faires Verfahren. Ihre Argumentation: Die Angeklagten seien weder gef\u00e4hrlich noch vorbestraft, bei der Tat sei es zu keinerlei Gewalt gegen Menschen gekommen.\n<\/p>\n<p>        Sachschaden in Millionenh\u00f6he        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die drei Frauen und zwei M\u00e4nner sollen laut Anklage der Organisation \u00abPalestine Action Germany\u00bb angeh\u00f6ren. Sie sollen den Angriff auf die deutsche Tochter des israelischen R\u00fcstungsunternehmens Elbit Systems in Ulm am 8. September 2025 mit weiteren bislang unbekannten Beteiligten ver\u00fcbt haben. Elbit entwickelt und fertigt in Ulm milit\u00e4rische Kommunikationstechnik.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Angeklagten sollen sich \u00fcber ein Fenster Zugang zur Firma verschafft haben, mit Werkzeugen auf Bildschirme, PCs und Telefone sowie auf ein Waschbecken und Toiletten eingeschlagen haben. In einem technischen Labor sollen sie zudem sensible Messeinrichtungen zerst\u00f6rt haben. Weitere Unbekannte sollen die Glasfl\u00e4chen sowie die Fassade des Eingangsbereichs besch\u00e4digt haben. Der Schaden wird auf rund eine Million Euro beziffert.\n<\/p>\n<p>                        Bekennervideos f\u00fcr Social Media        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die f\u00fcnf Verd\u00e4chtigen hatten sich am Tatort widerstandslos festnehmen lassen und sitzen in Untersuchungshaft. Sie hatten Bekennervideos f\u00fcr soziale Medien angefertigt. Das Netzwerk \u00abPalestine Action\u00bb ist laut Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart antiisraelisch ausgerichtet. Die Gruppierung war im Juli 2025 in England verboten worden, nachdem Aktivisten Flugzeuge der Royal Air Force mit Farbe bespr\u00fcht hatten. Der deutsche Ableger soll sich laut Generalstaatsanwaltschaft gegen den behaupteten \u00abGenozid\u00bb Israels an der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung wenden und das Existenzrecht Israels leugnen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die \u00abAktion\u00bb in Ulm sei von v\u00f6lkerrechtlichen und humanit\u00e4ren Motiven gepr\u00e4gt gewesen \u2013 und \u00abkeinesfalls von antisemitischen Haltungen\u00bb, teilte die Mutter eines Angeklagten hingegen mit.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260511-930-65976\/2<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Prozess um den Angriff auf ein israelisches R\u00fcstungsunternehmen in Ulm ist am zweiten Verhandlungstag erneut eskaliert. 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