{"id":1012714,"date":"2026-05-12T06:01:20","date_gmt":"2026-05-12T06:01:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1012714\/"},"modified":"2026-05-12T06:01:20","modified_gmt":"2026-05-12T06:01:20","slug":"u-bahnen-auf-den-meter-orten-per-uwb-funk-wie-berlin-das-kostenguenstig-umsetzen-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1012714\/","title":{"rendered":"U-Bahnen auf den Meter orten per UWB-Funk? Wie Berlin das kosteng\u00fcnstig umsetzen will"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben schon vor einer Weile den Start eines Pilotprojekts <a href=\"https:\/\/www.bvg.de\/de\/unternehmen\/medienportal\/pressemitteilungen\/2026-02-18-pm-funktechnologie-ortung-u-bahn\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">bekannt gegeben<\/a>, mit dem sich die U-Bahnen im Untergrund auf den Meter genau orten lassen sollen. Die daf\u00fcr <a href=\"https:\/\/moxz.tech\/tech\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">notwendige Technik stammt von dem Berliner Start-up Moxz<\/a>. Eigentlich k\u00fcmmert sich das Unternehmen um Kommunikation mit niedriger Latenz, etwa f\u00fcr CBTC-Zugsicherungssysteme, die bei der BVG ebenfalls bald eingef\u00fchrt werden.&#13;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Doch die Funktechnik kann von Moxz auch zur Bestimmung der Position eines Fahrzeuges zweckentfremdet werden. Und das selbst dann, wenn kein direkter Sichtkontakt m\u00f6glich ist. Dazu verwendet Moxz die Reflexionen im Tunnel, um eine U-Bahn genau zu orten. Auf GPS und Co. kann dann verzichtet werden, was ohnehin unterirdisch nur mit Hilfen (GPS-A) funktioniert. Die Alternativen, der Aufbau eines Sensornetzes, sind f\u00fcr die chronisch unterfinanzierte BVG zu teuer. Deswegen sind die Live-Anzeigen von Z\u00fcgen in Berlin auch so unzuverl\u00e4ssig. Die Positions\u00fcbertragung findet nur selten statt oder existiert eigentlich gar nicht.&#13;<\/p>\n<p>Virtuelle Z\u00fcge k\u00f6nnen nicht gemessen werden<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Manche Live durch das Netz fahrenden Z\u00fcge gibt es nur virtuell: Sie fahren in den Anzeigen mit, stauen sich und bauen Versp\u00e4tungen auf, weil bei einem Fahrtausfall nicht immer das Fahrzeug auch aus den digitalen Anzeigesystemen genommen wird. Notebookcheck.com konnte in Berlin sowohl virtuelle U-Bahnen als auch <a href=\"https:\/\/www.notebookcheck.com\/Diggi-ausprobiert-Berlins-neuer-Haltestellenkubus-ist-ein-Digitalisierungs-und-Usability-Fail.853336.0.html\" target=\"_self\" class=\"internal-link\" rel=\"nofollow noopener\">virtuelle Bussen beobachten<\/a>. Es ist in Berlin ein regul\u00e4r sichtbares Ph\u00e4nomen. Aber dazu sp\u00e4ter mehr. All das kann n\u00e4mlich potenziell verbessert werden.&#13;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das ist aber erst einmal nur das perspektivische Potenzial. Im ersten Schritt sollen die Leitstellen auf die pr\u00e4zisen Informationen zugreifen k\u00f6nnen und diese erg\u00e4nzend zu den internen Systemen nutzen k\u00f6nnen. Erst danach k\u00f6nnen die Fahrgastinformationssysteme wie die LED-Anzeiger Daisy in den Bahnh\u00f6fen davon profitieren und nat\u00fcrlich auch Echtzeitanzeigen in Web-Anwendungen. Im M\u00e4rz wurde seitens des Fraunhofer HHI sogar angek\u00fcndigt, dass die Informationen in die Displays der Z\u00fcge \u00fcbertragen werden sollen, also auch dort eine exakte Ankunftszeit angegeben werden kann.&#13;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Damit das System funktioniert, werden laut BVG und dem beteiligten Fraunhofer HHI spezielle Funkger\u00e4te in U-Bahnen und in den Stationen\u00a0der Linie U2\u00a0installiert. Zwischen den Funkger\u00e4ten wird dann die Laufzeit der Signale f\u00fcr die Ortsbestimmung verwendet. Moxz\u00a0<a href=\"https:\/\/moxz.tech\/tech\/#round-trip-time\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"nofollow noopener\">beschreibt<\/a> dies als &#8222;Real-Time-Location-Systems (RTLS) with Ultrawideband (UWB)&#8220;. UWB nutzen auch Apple oder Motorola f\u00fcr die exakte Bestimmung ihrer Tags, allerdings nur mit einer sehr geringen Reichweite.\u00a0&#13;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Moxz verwendet laut Fraunhofer HHI spezielle Wellen, die sich in stark reflektierenden Umgebungen gut verwenden lassen, also eben Tunnelanlagen oder auch Indoor-Bereiche allgemein.&#13;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Vorteil der Technik: Nach Angaben der BVG braucht es daf\u00fcr nur wenige Ger\u00e4te, was eine kosteng\u00fcnstige Installation in den Anlagen verspricht. Die BVG kann also technisch aufholen, ohne viel Geld investieren zu m\u00fcssen. Die Positionsdaten werden sek\u00fcndlich abgerufen und sollen trotzdem eine metergenaue Positionierung erm\u00f6glichen. &#13;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bei 50 km\/h deckt eine U-Bahn rund 14 Meter in einer Sekunde ab. Es m\u00fcssen also noch weitere Daten genutzt werden. Mit dem Funk kann aber nicht nur die Position bestimmt werden, sondern einmal pro Sekunde auch die Geschwindigkeit. Zudem werden basierend auf vorhandenen Informationen auch Infrastrukturinformationen der Tunnelanlagen verwendet. Streckendaten sind also Teil der Berechnung. Das alles soll dann f\u00fcr die metergenaue Pr\u00e4zision ausreichen.\u00a0&#13;<\/p>\n<p>Bisher gibt es keine genauen Positionen der U-Bahnen<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Aktuell gibt es keine exakten Positionen der Berliner U-Bahn-Fahrzeuge. Das Echtzeitsystem zur Bestimmung der Abfahrten und die daraus erzeugte Live-Karte kranken an vielen Stellen. So passiert es oft, dass ein getracktes Fahrzeug gar nicht existiert. Bei der U-Bahn sorgte das in den letzten Jahren immer wieder f\u00fcr Probleme, da die Live-Systeme nicht f\u00fcr St\u00f6rf\u00e4lle, sondern den reibungslosen Betrieb konzipiert wurden.&#13;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Kommt es zu Fahrtausf\u00e4llen, dann werden die Fahrzeuge mitunter nicht aus den Echtzeitsystemen gel\u00f6scht. Stattdessen fahren sie virtuell auf den Gleisen oder Stra\u00dfen weiter. Virtuelle Z\u00fcge k\u00f6nnen sich sogar hinter einem echten Zug stauen. Die Folge: zwei U-Bahnen kommen laut Anzeige gleichzeitig.&#13;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Es passiert sogar, dass virtuelle Bahnen und Busse mit realistischen Versp\u00e4tungen im Netz unterwegs sind. Normalerweise ist eine Versp\u00e4tung f\u00fcr erfahrene Berliner in der App ein Hinweis darauf, dass die Fahrt tats\u00e4chlich existiert. Bei gr\u00f6\u00dferen St\u00f6rungen ist das aber nicht der Fall. Bestimmte Buslinien in Berlin bieten sogar recht h\u00e4ufig ein virtuelles Busangebot. Dabei ist es f\u00fcr den Fahrgast sehr schwer abzusch\u00e4tzen, ob es eine virtuelle Fahrt oder ein tats\u00e4chlicher Ausfall ist.&#13;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die BVG reagiert zuletzt auf die Probleme damit, dass eine eigene Person h\u00e4ndisch bei der U-Bahn virtuelle Fahrten aus dem System l\u00f6scht. Beim Bus gelingt ihr das im Falle eines Ausfalls nach unseren Beobachtungen \u00a0jedoch nicht.\u00a0&#13;<\/p>\n<p>Pilot wurde gestartet<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mit dem neuen System k\u00f6nnte das zumindest bei der U-Bahn zur Vergangenheit geh\u00f6ren. Das System ist laut BVG technisch dazu in der Lage, die Einfahrt eines Fahrzeuges auf die Sekunde genau zu ermitteln: &#8222;So kann kontinuierlich ermittelt werden, wo sich eine U-Bahn befindet, wie schnell sie f\u00e4hrt und wie viele Sekunden es noch bis zur n\u00e4chsten Einfahrt sind&#8220;.\u00a0&#13;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Noch ist es allerdings ein Pilot und der startete <a href=\"https:\/\/moxz.tech\/news\/\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"nofollow noopener\">laut Moxz bereits im November 2025<\/a>, w\u00e4hrend die BVG das Projekt im Februar 2026 bekannt gab. Immerhin: Laut Moxz haben die ersten Tests bereits im November ein metergenaues Bestimmen von Z\u00fcgen best\u00e4tigt. Unterst\u00fctzt wird das Projekt zudem vom Fraunhofer HHI, das <a href=\"https:\/\/www.hhi.fraunhofer.de\/en\/press\/news\/real-time-tracking-on-the-u2-fraunhofer-hhi-startup-moxz-cooperates-with-bvg.html\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"nofollow noopener\">Mitte M\u00e4rz bekannt gab<\/a>, dass in den kommenden Monaten die U2 ausger\u00fcstet werden soll. Moxz ist Teil des xG Incubator des Fraunhofer HHI und der TU-Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben schon vor einer Weile den Start eines Pilotprojekts bekannt gegeben, mit dem sich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1012715,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[260,296,2236,29,1081,258,79245,30,261,259,251,253,218031,264,263,15,250,252,5112,262,218032,254,255,257,256],"class_list":{"0":"post-1012714","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-benchmarks","9":"tag-berlin","10":"tag-bvg","11":"tag-deutschland","12":"tag-digitalisierung","13":"tag-forum","14":"tag-funk","15":"tag-germany","16":"tag-grafikkarten","17":"tag-informationen","18":"tag-laptop","19":"tag-laptops","20":"tag-moxz","21":"tag-netbook","22":"tag-netbooks","23":"tag-news","24":"tag-notebook","25":"tag-notebooks","26":"tag-oepnv","27":"tag-prozessoren","28":"tag-spnv","29":"tag-test","30":"tag-testbericht","31":"tag-testberichte","32":"tag-tests"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116560087602998113","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1012714","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1012714"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1012714\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1012715"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1012714"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1012714"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1012714"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}