{"id":101272,"date":"2025-05-11T04:33:09","date_gmt":"2025-05-11T04:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/101272\/"},"modified":"2025-05-11T04:33:09","modified_gmt":"2025-05-11T04:33:09","slug":"wilhelma-hinter-den-kulissen-wie-werden-kakteensamen-ausgesaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/101272\/","title":{"rendered":"Wilhelma hinter den Kulissen: Wie werden Kakteensamen ausges\u00e4t?"},"content":{"rendered":"<p>Der zoologisch-botanische Garten in Stuttgart tauscht weltweit Samen, auch von Kakteen. Dieser Tage nun wurden in der Wilhelma Kakteensamen ausges\u00e4t. Ein Besuch bei den klimaresistenten \u00dcberlebensk\u00fcnstlern.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr ist<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.wilhelma-hinter-den-kulissen-wo-die-tierischen-wunder-der-verwandlung-wohnen.ebf22442-da2d-4ca8-851b-db26102b4317.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> in den 25 Anzuchth\u00e4usern der Wilhelma <\/a>jede Menge zu tun. Auch bei den wasserspeichernden Sukkulenten. W\u00e4hrend die ersten Kakteen bl\u00fchen, wurden nun die Samen aus dem internationalen Samentausch ausges\u00e4t. \u201eEtwa 20 bis 30 Sorten sind es\u201c, sagt die Zierpflanzeng\u00e4rtnerin Debora Eberlein. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.hinter-den-kulissen-der-wilhelma-wie-die-wilhelma-international-samen-tauscht.68d4fd60-f055-4023-a168-a6cc21c8cb3a.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sie hat im Herbst schon Samen aus den Fr\u00fcchten der Kakteen geerntet<\/a> und ist nun im Gew\u00e4chshaus mit der Aussaat besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Im April und Mai ist ideale Zeit, Kakteen auszus\u00e4en <\/p>\n<p>Umgeben von unz\u00e4hligen Kugel- und S\u00e4ulenkakteen und anderen Sukkulenten steht die 26-J\u00e4hrige am Aussaattisch im gl\u00e4sernen Gew\u00e4chshaus unweit der Schauh\u00e4user. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.artenschutz-in-der-wilhelma-wo-sich-der-stuttgarter-zoo-im-artenschutz-engagiert.92b52129-b832-4036-b72a-8a90b7232282.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Im September ist sie seit zehn Jahren im zoologisch-botanischen Garten <\/a>t\u00e4tig. \u201eJetzt im April, Mai ist es ideal, die Kakteen auszus\u00e4en\u201c, sagt sie. Im vergangenen Winter wurden in der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Wilhelma\" title=\"Wilhelma\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wilhelma<\/a> die Kataloge der anderen botanischen G\u00e4rten angeschaut, die Rarit\u00e4ten ausgesucht und bestellt. <\/p>\n<p>       Jede Sorte wird ins Saatbuch aufgenommen <\/p>\n<p>Unter den Samen sind auch die beispielsweise von Mammillaria- und Echinacereus-Kakteen. Zuallererst hat Eberlein die Daten der einzelnen neuen Sament\u00fctchen erfasst. Die so genannte Akzessionsnummer begleitet den Samen beim internationalen Tausch und enth\u00e4lt auch die IPEN-Nummer, sie steht f\u00fcr das Netzwerk des internationalen Pflanzenaustauschs, des \u201eInternational Plant Exchance Network\u201c. Die Nummer gibt an, aus welchem botanischen Garten und aus welchem Ursprungsland die Samen stammen, au\u00dferdem gibt es eine intern vergebene Nummer, unter der das Saatgut gef\u00fchrt wird. \u201eDiese Daten werden ins Saatbuch \u00fcbernommen und auch auf Etiketten geschrieben\u201c, erkl\u00e4rt Eberlein. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.artenschutzprojekt-in-stuttgart-wie-die-borstige-glockenblume-gerettet-wird.f69d87ff-df00-4f24-81da-922769257343.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das Saatbuch wird in der Wilhelma <\/a>seit vielen Jahren gef\u00fchrt. Hier kann jede ausges\u00e4te Pflanze nachvollziehbar identifiziert werden. <\/p>\n<p>Saat auf Substrat aus verschiedenen Steinen und etwas Torf <\/p>\n<p>Nach dem Eintrag geht es zum etwa h\u00fcfthohen Aussaat-Tisch, auf dem bereits zahlreiche Plastikt\u00f6pfchen stehen. \u201eSie wurden im Vorfeld schon gegen Viren, Bakterien und Pilze desinifiziert\u201c, erkl\u00e4rt Eberlein. Nachdem die G\u00e4rtnerin das Sament\u00fctchen ge\u00f6ffnet und die nur wenige Millimeter gro\u00dfen Samenk\u00f6rner auf eine umgeknickte Pappe geleert hat, f\u00fcllt sie mit einer kleinen Schaufel ein Substrat in den Topf, bestehend aus Steinen, Lava, Bims, dem Silikatgestein Perlite und etwas Torf. Dann wird der Topf nochmals aufgesch\u00fcttelt, die Erde wird mit einem kleinen Stempel platt gedr\u00fcckt. Jetzt ist alles bereit, sodass die G\u00e4rtnerin die in diesem Fall etwa 20 bis 30 schwarzen Samen des Echinocereus durangensis-Kaktus aus der geknickten Pappe vorsichtig auf die Substratoberfl\u00e4che verteilen kann. Zum Schluss kommt noch grober, lichtdurchl\u00e4ssiger Quarzsand auf die Aussaat. Am Ende gie\u00dft sie die T\u00f6pfe kr\u00e4ftig mit Wasser an. <\/p>\n<p>\u201eIn den n\u00e4chsten zwei Wochen m\u00fcssen nun die Samen feucht gehalten werden. Sie sollen hell, aber nicht in der vollen Sonne stehen\u201c, sagt Eberlein. Auch in der Zeit danach d\u00fcrfen sie nicht austrocknen. \u201eJe gr\u00f6\u00dfer die Kakteen sind, umso seltener gie\u00dft man sie. Ausgewachsene Kakteen werden im Sommer ein Mal pro Woche gegossen und im Winter weniger bis gar nicht.\u201c Wie es aussieht, wenn die ersten Kakteen aus dem Substrat herauskommen, auch das ist im Gew\u00e4chshaus erlebbar. Kleine Mammillarien mit ihren runden, fleischigen Fingerformen und abgerundeten Stacheln sind nur wenige Zentimeter gro\u00df. Wenn sie etwa ein oder zwei Jahre alt sind, werden sie in kleine Extra-T\u00f6pfchen umgetopft.<\/p>\n<p>\u201eIm Alter von zwei, drei Jahren, je nach Art, k\u00f6nnen sie auch schon erstmals bl\u00fchen\u201c, sagt Eberlein. Dann werden wieder Samen gewonnen \u2013 f\u00fcr den internationalen Samentausch, der auch f\u00fcr die Erhaltung der Arten sorgt. Andere Kakteen haben Ableger und werden \u00fcber Stecklinge vermehrt. Einige m\u00f6gliche Ableger, auch \u201eKindel\u201c genannt, hat eine der \u00e4ltesten Kakteen in diesem Gew\u00e4chshaus, sie wurde 1960 ausges\u00e4t und hei\u00dft \u201eCopiapoa cinera\u201c. <\/p>\n<p>Auch lebende Steine und Geophyten ausges\u00e4t <\/p>\n<p>Zu den aktuellen Aussaaten geh\u00f6ren auch lebende Steine und Geophyten. Diese Zwiebelgew\u00e4chse gedeihen<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.artenschutzprojekte-der-wilhelma-wie-ein-naturschuetzer-ums-ueberleben-der-guerteltiere-kaempft.7f35fb4c-35ce-4ce3-adda-daa4542b0603.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> in einem der \u00e4ltesten Gew\u00e4chsh\u00e4user der Wilhelma<\/a>. Dort sind auch Gladiolen und der Ritterstern zu sehen, auch als Amaryllis bekannt. Auch sie geh\u00f6ren zu den klimaresistenten Pflanzen. \u201e<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.klimawandel-in-stuttgart-wie-gut-gedeihen-die-klimaresistenten-pflanzen-in-der-wilhelma.8d672162-5b2f-4e92-a2cf-a5cfeefd643f.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Manche der Geophyten sind im Winter gr\u00fcn<\/a>, manche im Sommer\u201c, sagt Eberlein. Klar ist, sie sind \u00dcberlebensk\u00fcnster und wichtig f\u00fcr die Natur. Manche Art mit ihren Kaktusfr\u00fcchten ist ein Nahrungsmittel, andere sind Wirtspflanzen, etwa f\u00fcr die Chenilleschildlaus, die roten Farbstoff liefert. In ihren Ursprungsl\u00e4ndern sind <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.parkpflege-in-der-das-sind-die-5-klimaresistentesten-baeume-in-stuttgart.d33154bb-57a5-4962-abe8-49296340deef.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kakteen als Wasserspeicher <\/a>f\u00fcr ihre Umgebung bedeutsam, etwa im W\u00fcsten\u00f6kosystem. Hierzulande gewinnen die Pflanzen auch in heimischen G\u00e4rten wegen ihrer Klimaresistenz an Bedeutung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der zoologisch-botanische Garten in Stuttgart tauscht weltweit Samen, auch von Kakteen. 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