{"id":1012860,"date":"2026-05-12T07:23:20","date_gmt":"2026-05-12T07:23:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1012860\/"},"modified":"2026-05-12T07:23:20","modified_gmt":"2026-05-12T07:23:20","slug":"30-jahre-frauenmuseum-berlin-vordringen-in-unbekannte-raeume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1012860\/","title":{"rendered":"30 Jahre Frauenmuseum Berlin: Vordringen in unbekannte R\u00e4ume"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Frauenmuseum Berlin? Ohne eigenes Haus, ohne institutionelle F\u00f6rderung arbeitet ein Verein mit diesem Namen seit 30 Jahren an der Sichtbarmachung von Frauen, besonders von K\u00fcnstlerinnen. Rachel Kohn, schon lange im Vorstand des Vereins, gibt Auskunft vor einer langen Chronik auf einer Wand. 150 K\u00fcnstlerinnen haben sie in der Zeit pr\u00e4sentiert, 22-mal hat sie in der Ausstellungsreihe \u201eVierh\u00e4ndig\u201c zwei Generationen von K\u00fcnstlerinnen zusammengebracht. Viele Ausstellungen waren in der Kommunalen Galerie Wilmersdorf, mit dem <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kunst-im-Sublokalen\/!606113&amp;s=Frauenmuseum%2BBerlin\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Projekt Heim-Spiel<\/a> gastierten sie in verschiedenen Bezirken. Zudem sind Netzwerke des <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kuenstlerinnen-am-Weltfrauentag\/!5751350\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frauenmuseums eng mit der Initiative faire share<\/a> verkn\u00fcpft, die f\u00fcr gerechtere Bezahlung von K\u00fcnstlerinnen eintritt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Um ihr 30j\u00e4hriges Bestehen zu feiern, haben die 28 K\u00fcnstlerinnen, die zur Zeit den Verein bilden, jetzt einen kurzen, gemeinsamen Auftritt im Kunstquartier Bethanien am Mariannenplatz in Berlin. Gruppenausstellungen sind nicht einfach, wie zeigt man Vielfalt ohne beliebiges Nebeneinander? Das Frauenmuseum hat die Kuratorin Almut H\u00fcfler eingeladen, ein Konzept zu entwerfen. H\u00fcfler hat sich f\u00fcr sechs inhaltliche Kapitel entschieden, die nicht nach Stilen oder Handschriften sortiert sind, sondern die Werke unter \u00dcberschriften wie \u201eGegenwartsdiagnosen\u201c, \u201eGeschichte und Gegenwart\u201c oder \u201eEntgrenzungen \u2013 Zwischenwelten\u201c zusammenbringen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Wie \u00fcberlieferte Geschichte im reenactment auf die Probe gestellt wird, besch\u00e4ftigt die Malerin Ulrike Dornis. In ihrem realistisch gemalten Bild \u201eJoana und Heleen probieren f\u00fcr <strong>\u201a<\/strong>Judith<strong>\u2018<\/strong>\u201c sieht man zwei junge Frauen in Jeans und T-Shirt, die die Enthauptung des Holofernes nachstellen und mit skeptischen Blicken kommentieren. Rachel Kohn zeigt in einer Fotografie und als Keramik eine Frau, die eine wild anmutende Schweinsmaske aufgesetzt hat, daneben ein Putzlappen in Keramik. Macht Putzen nicht auch schon mal w\u00fctend, die ungerechte Bezahlung f\u00fcr Care-Arbeit? Aber hat der Lappen nicht andererseits einen sch\u00f6nen Faltenwurf? So bringen sie unter der \u00dcberschrift \u201eGeschichte und Gegenwart\u201c Vorstellungen und Wahrnehmungsmuster ins Wanken.<\/p>\n<p>Die Ausstellung<\/p>\n<p class=\"bodytext first paragraph\">Frauenmuseum Berlin, \u201eOn Her Way\u201c, Projektraum Kunstquartier Bethanien, bis 16. Mai.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last\">13. Mai, 19 Uhr, Panel Talk, <strong>\u201e<\/strong>Zusammen wachsen. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Geschichte und aktuelle Situation von K\u00fcnstlerinnen-Netzwerken.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-6\" pos=\"4\">Im 5. Kapitel, \u201eEntgrenzungen \u2013 Zwischenwelten\u201c, f\u00e4llt ein gro\u00dfes Gem\u00e4lde von Caty Forder auf, <strong\/>\u201eKitty K\u00e4mpfer auf dem Weg\u201c, ein Stationendrama in einer Fantasyworld, narrativ und surreal, mit verschachtelten R\u00e4umen und Landschaften, Schl\u00f6ssern und unterirdischen H\u00f6hlen, Treppen und Leitern, und einem M\u00e4dchen mit Rucksack auf dem Weg. Das Vordringen in unbekannte R\u00e4ume: Die Malerin Annette Selle spielt das mit reduzierten Formen vor in \u201eSehnsucht nach Rot\u201c, einem blauen perspektivischen Raum, in dem hier und da Rot aus schmalen \u00d6ffnungen leuchtet.<\/p>\n<p><a class=\"slides icon maximize_opahov large pswp-slides pl-0\" href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/8431260\/1200\/Dornis-Ulrike-Joana-und-Heleen-proben-fuer-Judith-und-Holofernes-nach-Artemisia-Gentileschi-2019-Oelfarbe-auf-Leinwand-160x120-c.webp\" data-pswp-width=\"1200\" data-pswp-height=\"1565\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Dornis-Ulrike-Joana-und-Heleen-proben-fuer-Judith-und-Holofernes-nach-Artemisia-Gentileschi-2019-Oel.webp\" alt=\"Ein Gem\u00e4lde mit zwei Frauen\" title=\"Ein Gem\u00e4lde mit zwei Frauen\" height=\"867\" type=\"image\/webp\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Ulrike Dornis, \u201eJoana und Heleen proben f\u00fcr Judith und Holofernes nach Artemisia Gentileschi, 2019<\/p>\n<p>Foto:<br \/>\nFrauenmuseum Berlin<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"5\">Von <a href=\"https:\/\/taz.de\/Etwas-Unaufhoerliches\/!5855222&amp;s=Katrin%2BBettina%2BM%C3%BCller%2BHarriet%2BGro%C3%9F\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Harriet Gro\u00df<\/a> und Susanne Plotter begegnen sich reduzierte Strukturen in Gittern, Netzen und Beton in einem Kapitel, das sich mit Wahrnehmung und Ordnung befasst. Material markiert die R\u00e4nder von \u00d6ffnungen und Durchl\u00e4ssen, die der eigentliche, nicht leicht fassbare Gegenstand sind.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-9\" pos=\"6\">Der Titel der Ausstellung \u201eOn Her Way\u201c m\u00f6chte genauso wie der Name Frauenmuseum in eine Zukunft weisen, die gendergerechter aufgestellt ist. Er gibt Fragen mit auf den Weg, wie s\u00e4he eine Zukunft aus, die weiblicher gestaltet ist. Der \u00e4sthetische Eigensinn der Werke gewinnt manchmal unter diesem theoretischen \u00dcberbau an Leuchtkraft, immer kann das nicht gelingen. 28 K\u00fcnstlerinnen bringen eben auch sehr unterschiedliche Interessen in ihre Kunst ein.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"7\">Die Arbeitsweise des Frauenmuseums ist nomadisch, Flexibilit\u00e4t immer wieder gefragt. Im letzten, hohen schmalen Raum, macht Roswitha Paetel aus der Not eine St\u00e4rke und l\u00e4sst ihre luftigen Skulpturen aus Papiermach\u00e9 die W\u00e4nde hochwandern und den Blick nach oben ziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frauenmuseum Berlin? 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