{"id":101302,"date":"2025-05-11T04:51:10","date_gmt":"2025-05-11T04:51:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/101302\/"},"modified":"2025-05-11T04:51:10","modified_gmt":"2025-05-11T04:51:10","slug":"bildband-mama-feiert-und-hinterfragt-mutter-bilder-ndr-de-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/101302\/","title":{"rendered":"Bildband &#8222;Mama&#8220; feiert und hinterfragt Mutter-Bilder | NDR.de &#8211; Kultur"},"content":{"rendered":"<p>\nStand: 11.05.2025 06:00 Uhr\n<\/p>\n<p class=\"preface\">Eine Mama zu haben oder eine Mama zu sein ist gewiss nicht immer einfach. Rollenvorstellungen, Konventionen, Alltagsprobleme &#8211; all dies zeigt eindrucksvoll der Bildband &#8222;Mama&#8220; aus dem Hirmer Verlag.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Severine Naeve<\/p>\n<p>1967 hat der damals elfj\u00e4hrige Schlagers\u00e4nger Heintje mit seinem Lied &#8222;Mama&#8220; im Wirtschaftswunderland einen Nerv getroffen. Er blickt einem gleich auf den ersten Seiten im Buch mit schmachtendem Blick entgegen. Mikrofon in der einen, Blumenstrau\u00df in der anderen Hand. Geschniegelt und gestriegelt, im Sonntagsanzug. Kaum ein Wort wird so oft ausgesprochen, wie Heintje es in seinem Lied so herzerweichend singt &#8211; Mama. Es klingt immer gleich und doch jedes Mal anders.<\/p>\n<p>Ein kleines Themen-Universum des Mutter-Seins<\/p>\n<p>Der Bildband &#8222;Mama&#8220; zeigt, wie M\u00fctter in der Gesellschaft \u00fcber Jahrhunderte hinweg wahrgenommen wurden. Wie sich die Erwartungen an ihre Rolle ver\u00e4ndert haben, wie sich die Selbstwahrnehmung von M\u00fcttern ge\u00e4ndert hat. Das Buch f\u00fchrt durch ein kleines Themen-Universum des Mutter-Seins. Klassische Gem\u00e4lde, Skulpturen, Magazintitel, Fotos oder Postkartenmotive &#8211; vor allem von K\u00fcnstlerinnen. Unterteilt in verschiedene Kapitel, mit Titeln wie &#8222;Die Gute Mutter&#8220;, &#8222;N\u00e4he&#8220; oder &#8222;Care Arbeit&#8220;:<\/p>\n<p class=\"quote\">\nKinder zu betreuen ist Arbeit. Nichtsdestotrotz bleibt sie meist unbezahlt und wird traditionell den Frauen zugewiesen. K\u00fcnstler*innen haben mit kritischem Blick darauf aufmerksam gemacht, dass F\u00fcrsorge von gesellschaftlichen Normen und Klassenzugeh\u00f6rigkeit gepr\u00e4gt ist. (\u2026) Vor allem ab dem sp\u00e4ten 20. Jahrhundert wurde der Balanceakt zwischen Care und Erwerbst\u00e4tigkeit zur Regel. Das geht bis heute zulasten der zeitlichen Ressourcen und erzeugt den Druck, verschiedene Rollen gleichzeitig und perfekt aus\u00fcben zu m\u00fcssen.<br \/>\nLeseprobe\n<\/p>\n<p>M\u00fctter: Bemitleidet, beneidet, bewundert<\/p>\n<p>Nach kurzer Einleitung in die Kapitel folgt ein Sammelsurium von Abbildungen und Fotografien, die das Thema genre- und zeit\u00fcbergreifend illustrieren. Das Gem\u00e4lde &#8222;Stillende Mutter&#8220; von Paula Modersohn-Becker von 1902 zeigt eine &#8222;Care Arbeit&#8220;, wie sie zur Jahrhundertwende selten dargestellt wurde: Eine Frau bietet mit konzentriertem, aber liebevollen Blick ihrem S\u00e4ugling die Brust an. Das Kind wendet sich noch ab, schaut dabei skeptisch, fast \u00e4ngstlich Richtung Betrachter. Die rechte Brust der Frau ragt nackt aus ihrem Kleid hervor; sie umfasst mit den Fingern ihre Brustspitze und versucht die Brustwarze in Richtung des Mundes des Kindes zu lenken. Ein ungew\u00f6hnlich intimer Einblick f\u00fcr die damalige Zeit &#8211; aber angesichts noch heute immer wieder aufkommender Debatten \u00fcber das Stillen in der \u00d6ffentlichkeit eindrucksvoll aktuell.<\/p>\n<p>Direkt daneben: Fotos von Babyflaschen aus zwei Jahrhunderten. Es folgen Abbildungen von Brustpumpen, Familienfotos mit Kinderm\u00e4dchen, eine Skulptur von Karl Janssen, die Steineklopferin, eine Frau in einem Steinbruch mit daneben liegendem S\u00e4ugling.<\/p>\n<p>Frauen, die Frauen unterst\u00fctzen. Frauen, die F\u00fcrsorge und bezahlte Arbeit unter einen Hut bringen m\u00fcssen. Frauen die man bemitleidet, beneidet oder bewundert. Es bleibt den Betrachterinnen \u00fcberlassen, diese Bilder einzuordnen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/muttertag244_v-contentgross.jpg\" alt=\"Tulpen liegen auf einem Tisch, eine  Kerze mit &quot;Danke, Mama&quot;  steht daneben. \u00a9 NDR Foto: Anja Deuble\" title=\"Tulpen liegen auf einem Tisch, eine  Kerze mit &quot;Danke, Mama&quot;  steht daneben.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nAm 11. Mai ist Muttertag. Anregungen f\u00fcr liebe Gr\u00fc\u00dfe, sinnvolle Gutscheine oder ein pers\u00f6nlich gestaltetes Geschenk.<br \/>\n<a title=\"Zum Artikel: Muttertag: Kreative Ideen f\u00fcr kleine Geschenke\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/ratgeber\/verbraucher\/Muttertag-Kreative-Ideen-fuer-kleine-Geschenke,muttertag242.html\" class=\"cta \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p>Von der Heiligen Maria bis zur &#8222;Mutti der Nation&#8220;<\/p>\n<p>Ein Selbstportr\u00e4t der K\u00fcnstlerin Judith Samen von 1997: beim Brotschneiden vor einer b\u00e4uerlich gefliesten Wand, in Kittelsch\u00fcrze; das Muster k\u00f6nnte vage an das Mutterkreuz erinnern. Ihr Baby hat sie unter den anderen Arm geklemmt, Popo nach vorne. So lapidar muss Mutterschaft eben auch funktionieren.<\/p>\n<p>Im Kapitel &#8222;Die Gute Mutter&#8220; d\u00fcrfen Abbildungen der Heiligen Maria Muttergottes nicht fehlen, gefolgt vom Titel des &#8222;Sunday Times Magazines&#8220; aus dem Jahr 2021: &#8222;Auf Wiedersehen, Mutti&#8220;.<\/p>\n<p>Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte \u00fcber 16 Jahre Zeit, dem mutma\u00dflich ironisch verliehenen Spitznamen &#8222;Mutti&#8220; &#8211; und der spie\u00dfigen Konnotation, die darin mitschwingt &#8211; mit m\u00fctterlicher Beharrlichkeit zu internationaler Anerkennung zu verhelfen.<\/p>\n<p>Ein Katalog zur Ausstellung in D\u00fcsseldorf<\/p>\n<p>Der Bildband &#8222;Mama&#8220; ist ein Katalog zu einer gleichnamigen Ausstellung im Kunstpalast D\u00fcsseldorf. Und dennoch viel mehr als das. Durch die Kapitel zu bl\u00e4ttern, ist tats\u00e4chlich wie durch eine Ausstellung zu laufen. Man kann die Begleittexte lesen &#8211; oder auch nicht. Man kann sich in das einzelne Bild vertiefen oder sich der Flut der Bilder und Abbildungen auf einer Doppelseite hingeben.<\/p>\n<p>Auf einer abgedruckten Postkarte im Buch hei\u00dft es in schrillen Farben: &#8222;Deine Mutter anrufen und auflegen!&#8220; Nach ein paar Blicken in dieses Buch z\u00fcndet der Witz nicht mehr. Wenn man das Gl\u00fcck hat, eine Mutter zu haben, die man anrufen kann und anrufen m\u00f6chte, dann will man ihr ganz laut zurufen:<\/p>\n<p class=\"quote\">\nMama, oo-oo-oo<br \/>Didn&#8217;t mean to make you cry<br \/>If I&#8217;m not back again this time tomorrow<br \/>Carry on, carry on as if nothing really matters<br \/>\nSongtext aus &#8222;Bohemian Rhapsody&#8220; von Queen\n<\/p>\n<p>Mama<\/p>\n<dl>\n<dt class=\"dtHidden\">Seitenzahl:<\/dt>\n<dd>200 Seiten<\/dd>\n<dt class=\"dtHidden\">Genre:<\/dt>\n<dd>Bildband<\/dd>\n<dt>Verlag:<\/dt>\n<dd>Hirmer<\/dd>\n<dt>Bestellnummer:<\/dt>\n<dd>978-3-7774-4488-8<\/dd>\n<dt>Preis:<\/dt>\n<dd>45 \u20ac<\/dd>\n<\/dl>\n<p>Dieses Thema im Programm:<\/p>\n<p>NDR Kultur |<br \/>\nDer Sonntag |<br \/>\n11.05.2025 | 12:20 Uhr<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/ndr_printlogo.gif\" alt=\"NDR Logo\" title=\"NDR Logo\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 11.05.2025 06:00 Uhr Eine Mama zu haben oder eine Mama zu sein ist gewiss nicht immer einfach.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":101303,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[9225,9229,1784,1785,29,214,9226,1885,30,40318,38453,438,439,440,83,215],"class_list":{"0":"post-101302","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-bildband","9":"tag-bildbaende","10":"tag-books","11":"tag-buecher","12":"tag-deutschland","13":"tag-entertainment","14":"tag-fotobuch","15":"tag-fotografie","16":"tag-germany","17":"tag-mama","18":"tag-muttertag","19":"tag-ndr","20":"tag-norddeutscher-rundfunk","21":"tag-norddeutschland","22":"tag-radio","23":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114487406374704788","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101302","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=101302"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101302\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/101303"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=101302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=101302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=101302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}