{"id":1013211,"date":"2026-05-12T10:50:21","date_gmt":"2026-05-12T10:50:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1013211\/"},"modified":"2026-05-12T10:50:21","modified_gmt":"2026-05-12T10:50:21","slug":"ukraine-krieg-neue-angriffe-nach-tagen-relativer-ruhe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1013211\/","title":{"rendered":"Ukraine-Krieg: Neue Angriffe nach Tagen relativer Ruhe"},"content":{"rendered":"<p>Nur wenige Stunden nach Ablauf der befristeten Waffenruhe zwischen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russland\/t-17284476\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> und der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ukraine\/t-17292877\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> hat Moskau nach Angaben aus Kyjiw erneut massive Luftangriffe gestartet. Der ukrainische Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wolodymyr-selenskyj\/t-48449478\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wolodymyr Selenskyj<\/a> erkl\u00e4rte, Russland habe in der Nacht mehr als 200 Drohnen auf sein Land abgefeuert. &#8222;Russland selbst hat beschlossen, das mehrere Tage andauernde teilweise Schweigen zu beenden&#8220;, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Er bezog sich damit auf die dreit\u00e4gige Feuerpause, die seit Samstag gegolten hatte.<\/p>\n<p>Drohnenangriffe auf mehrere ukrainische Regionen<\/p>\n<p>Die ukrainische Luftwaffe meldete Angriffe auf die Hauptstadt Kyjiw sowie auf weitere St\u00e4dte und Regionen, darunter Saporischschja, Dnipro, Charkiw, Cherson, Sumy und Mykolajiw. In Kyjiw wurde am fr\u00fchen Dienstagmorgen erstmals seit Freitag wieder Luftalarm ausgel\u00f6st. Der Leiter der Milit\u00e4rverwaltung der Hauptstadt, Tymur Tkatschenko, warnte die Bev\u00f6lkerung bei Telegram: &#8222;Derzeit befinden sich feindliche Drohnen \u00fcber Kyjiw.&#8220; Die Menschen wurden aufgefordert, Schutzr\u00e4ume aufzusuchen.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"77127103\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/77127103_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Explosion am Himmel in Kyjiw bei russischem Drohnenangriff\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>In der Nacht: Explosion am Himmel \u00fcber Kyjiw bei russischem DrohnenangriffBild: Gleb Garanich\/REUTERS<\/p>\n<p>Nach Angaben von B\u00fcrgermeister <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/vitali-klitschko\/t-60957747\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vitali Klitschko<\/a> st\u00fcrzten Teile einer Drohne auf ein mehrst\u00f6ckiges Wohnhaus im Stadtbezirk Obolonsky. Dabei brach ein Feuer aus. Andere Berichte sprachen davon, dass Tr\u00fcmmer auf das Dach eines Hochhauses gefallen seien. \u00dcber m\u00f6gliche Opfer und das genaue Ausma\u00df der Sch\u00e4den lagen zun\u00e4chst keine vollst\u00e4ndigen Informationen vor. Die Zeitung &#8222;Kyiv Independent&#8220; berichtete zudem von Explosionen in der Hauptstadt.<\/p>\n<p>Auch in anderen Landesteilen verursachten die Angriffe Sch\u00e4den. In der Region Dnipropetrowsk wurden nach Angaben des Gouverneurs Oleksandr Hanscha Menschen verletzt. Ein neunst\u00f6ckiges Wohnhaus sowie mehrere Fahrzeuge seien besch\u00e4digt worden. Aus dem Osten der Ukraine meldeten die Beh\u00f6rden zudem mindestens einen Todesfall infolge der russischen Luftangriffe.<\/p>\n<p>Beide Seiten meldeten Verst\u00f6\u00dfe gegen Waffenruhe<\/p>\n<p>Parallel dazu meldete auch Russland neue ukrainische Drohnenangriffe. Das russische Verteidigungsministerium erkl\u00e4rte, in der Nacht seien 27 ukrainische Drohnen \u00fcber den Regionen Belgorod, Woronesch und Rostow abgefangen und zerst\u00f6rt worden. Die russische Luftfahrtbeh\u00f6rde Rosawiazija schr\u00e4nkte aus Sicherheitsgr\u00fcnden den Flugverkehr an mehreren Flugh\u00e4fen in Zentralrussland ein. Angaben \u00fcber Sch\u00e4den oder Opfer wurden zun\u00e4chst nicht gemacht.<\/p>\n<p>Die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/roter-platz-moskau-militaerparade-waffenruhe-trump-putin-ukraine-selenskyj-vermittlung-usa\/a-77102267\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Waffenruhe<\/a> war vergangene Woche auf Initiative von US-Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump\/t-18901598\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> zustande gekommen. Trump hatte Kremlchef <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wladimir-putin\/t-17289915\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wladimir Putin<\/a> und den ukrainischen Pr\u00e4sidenten Selenskyj zu einer dreit\u00e4gigen Feuerpause aufgefordert. Beide Seiten reduzierten w\u00e4hrend dieser Zeit ihre Luftangriffe weitgehend, warfen sich jedoch weiterhin <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wolodymyr-selenskyj-johann-wadephul-ukraine-kyjiw-russland-waffenruhe\/a-77091757\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verst\u00f6\u00dfe am Boden<\/a> vor.<\/p>\n<p>Anlass der Vereinbarung waren die Feierlichkeiten in Russland zum <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russland-warum-die-siegesparaden-diesmal-kleiner-ausfallen\/a-77054498\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jahrestag des Sieges<\/a> der Sowjetunion \u00fcber Nazi-Deutschland im <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/zweiter-weltkrieg\/t-17892938\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zweiten Weltkrieg<\/a>. Moskau wollte nach ukrainischer Darstellung insbesondere eine st\u00f6rungsfreie Milit\u00e4rparade in der Hauptstadt gew\u00e4hrleisten, w\u00e4hrend Kyjiw auf eine l\u00e4ngere Waffenruhe dr\u00e4ngte.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"77073487\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/77073487_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj spricht Russland jeglichen Friedenswillen abBild: president.gov.ua<\/p>\n<p>Schon\u00a0vor dem Ablauf der Feuerpause hatte Selenskyj Zweifel an einer dauerhaften Beruhigung der Lage ge\u00e4u\u00dfert. In einer Videobotschaft sagte er: &#8222;Wir sehen auch, dass Russland nicht die Absicht hat, diesen Krieg zu beenden.&#8220; Zugleich k\u00fcndigte er an: &#8222;Wir bereiten uns auf neue Angriffe vor, leider.&#8220;<\/p>\n<p>Russische Wirtschaft unter &#8222;beispiellosem Druck&#8220;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die K\u00e4mpfe weiter eskalieren, ger\u00e4t auch die russische Wirtschaft zunehmend unter Druck. Die Regierung in Moskau hat nach einem schwachen ersten Quartal ihre Wachstumsprognose f\u00fcr das laufende Jahr drastisch gesenkt. Vize-Regierungschef Alexander Nowak erkl\u00e4rte in einem Interview mit der Zeitung &#8222;Wedomosti&#8220;, die Prognose f\u00fcr das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts werde von urspr\u00fcnglich 1,3 Prozent auf nur noch 0,4 Prozent reduziert. Auch die Erwartungen f\u00fcr 2027 wurden von 2,8 auf 1,4 Prozent halbiert.<\/p>\n<p>Damit bleibt die wirtschaftliche Entwicklung deutlich hinter den Vorgaben von Pr\u00e4sident Putin zur\u00fcck, der zuletzt ein st\u00e4rkeres Wachstum gefordert hatte. Die russische Wirtschaft war im ersten Quartal um 0,3 Prozent geschrumpft &#8211; der erste R\u00fcckgang seit drei Jahren. Experten f\u00fchren dies unter anderem auf Steuererh\u00f6hungen zu Jahresbeginn sowie auf Preisabschl\u00e4ge f\u00fcr russisches \u00d6l infolge westlicher Sanktionen zur\u00fcck.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"67835128\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/67835128_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Russlands Vize-Regierungschef Alexander Nowak\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Russlands Vize-Regierungschef Alexander Nowak (Archivbild)Bild: Maksim Konstantinov\/dpa\/picture alliance<\/p>\n<p>Nowak sprach von einer &#8222;zyklischen&#8220; Entwicklung der Wirtschaft und verwies auf den durch hohe Milit\u00e4rausgaben ausgel\u00f6sten Aufschwung in den Jahren 2023 und 2024. &#8222;Nach einer Phase hohen Wachstums gibt es immer eine Korrektur&#8220;, sagte er. Gleichzeitig r\u00e4umte der Vize-Regierungschef ein, dass die russische Wirtschaft unter &#8222;beispiellosem Druck&#8220; durch westliche Sanktionen stehe. Zus\u00e4tzlich belasteten regelm\u00e4\u00dfige ukrainische Angriffe auf kriegswichtige Industrieanlagen und die \u00d6lindustrie die Lage.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Haushaltsplanung kalkuliert Russland laut Nowak weiterhin mit einem \u00d6lpreis von 59 Dollar pro Barrel im kommenden Jahr, langfristig sogar nur noch mit 50 Dollar. Angesichts der Spannungen im Nahen Osten warnte er jedoch vor zu gro\u00dfem Optimismus trotz zuletzt gestiegener Energiepreise. &#8222;Die Krise f\u00fchrt zwar zu h\u00f6heren Exporteinnahmen aus \u00d6l und Gas, dieser Effekt ist jedoch nicht von langer Dauer&#8220;, sagte Nowak.<\/p>\n<p>Putin hatte die Regierung erst vor wenigen Wochen aufgefordert, neue Wege zur Stabilisierung der Konjunktur zu finden. Laut Nowak arbeite die Regierung nun &#8222;systematisch daran, wieder nachhaltiges, langfristiges Wachstum zu erzielen, um die nationalen Entwicklungsziele zu erreichen&#8220;.<\/p>\n<p>Neue Korruptionsvorw\u00fcrfe gegen Selenskyj-Vertrauten<\/p>\n<p>Neben den milit\u00e4rischen Entwicklungen sorgen auch innenpolitische Vorw\u00fcrfe in der Ukraine f\u00fcr Aufsehen. Die ukrainischen Antikorruptionsbeh\u00f6rden NABU und SAP erkl\u00e4rten, sie h\u00e4tten eine organisierte Gruppe aufgedeckt, die in Geldw\u00e4sche im Zusammenhang mit einem Luxusbauprojekt nahe Kyjiw verwickelt gewesen sein soll.<\/p>\n<p>Unter Verdacht steht demnach auch der fr\u00fchere Leiter des Pr\u00e4sidentenb\u00fcros, Andrij Jermak, ein langj\u00e4hriger Vertrauter von Pr\u00e4sident Selenskyj. Die Ermittler sprechen von einem m\u00f6glichen Schaden in H\u00f6he von umgerechnet fast neun Millionen Euro. Jermak war bereits Ende November vergangenen Jahres nach einem Korruptionsskandal zur\u00fcckgetreten.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74967385\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74967385_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Der ehemalige Leiter des Pr\u00e4sidentenb\u00fcros, Andrij Jermak\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Erneuter Korruptionsverdacht: der ehemalige Leiter des Pr\u00e4sidentenb\u00fcros, Andrij Jermak (Archivbild)Bild: Sergii Kharchenko\/NurPhoto\/picture alliance<\/p>\n<p>Unterdessen hofft die Ukraine auf weitere finanzielle Unterst\u00fctzung aus Europa. Selenskyj erkl\u00e4rte, sein Land rechne bereits im Juni mit ersten Auszahlungen aus dem neuen EU-Kreditprogramm im Umfang von 90 Milliarden Euro. Die Regierung arbeite intensiv mit der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/eu-kommission\/t-67815475\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU-Kommission<\/a> zusammen, um weitere Verz\u00f6gerungen zu vermeiden. Die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/europ\u00e4ische-union\/t-17281096\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ische Union<\/a> hatte den Weg f\u00fcr das Hilfspaket erst im April freigemacht.<\/p>\n<p>pgr\/wa (afp, dpa, rtr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nur wenige Stunden nach Ablauf der befristeten Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine hat Moskau nach Angaben aus&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1013212,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-1013211","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116561223898736997","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1013211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1013211"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1013211\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1013212"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1013211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1013211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1013211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}