{"id":1013353,"date":"2026-05-12T12:07:21","date_gmt":"2026-05-12T12:07:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1013353\/"},"modified":"2026-05-12T12:07:21","modified_gmt":"2026-05-12T12:07:21","slug":"sternstunden-in-wuppertal-das-barmer-planetarium-waere-am-18-mai-100-jahre-alt-geworden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1013353\/","title":{"rendered":"Sternstunden in Wuppertal: Das Barmer Planetarium w\u00e4re am 18. Mai 100 Jahre alt geworden"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Faszination f\u00fcr den Sternenhimmel ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. Ein kleines St\u00fcck n\u00e4her am Himmel konnten die kleinen und gro\u00dfen Sternengucker im Barmer Planetarium sein \u2013 das ab seiner Er\u00f6ffnung am 18. Mai 1926 f\u00fcnf Tage lang das gr\u00f6\u00dfte Planetarium seiner Art war. Heute erinnert ein Gedenkstein in den Barmer Anlagen an den einstigen Standort des Geb\u00e4udes.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sabrina Engert, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Bergischen Uni Wuppertal, widmete ihre Bachelor-Arbeit dem Planetarium. \u201eIch war in den Barmer Anlagen spazieren und dort sind kleine Infotafeln verteilt\u201c, berichtet die geb\u00fcrtige Wuppertalerin. \u201eIch war sofort neugierig. Ich interessiere mich sehr f\u00fcr Astronomie.\u201c Zu Hause musste sie allerdings feststellen, dass es online kaum Informationen \u00fcber das Planetarium gibt. Also fasste sie den Entschluss, ihre Bachelor-Arbeit \u00fcber das Planetarium zu schreiben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201ePlanetarien gibt es schon sehr lange. Es gibt verschiedene Modelle. Es gab etwa mechanische Planetenmaschinen, die so gro\u00df waren wie ein Teller\u201c, so Engert. Diese Modelle waren aber in der Regel nicht ma\u00dfstabsgetreu. Ab 1914 entwickelte die Firma Carl Zeiss in Jena den ersten Planetariumsprojektor f\u00fcr das Deutsche Museum in M\u00fcnchen. Aufgrund der Ersten Weltkriegs wurden die Arbeiten an dem Projektor aber unterbrochen und dauerten bis 1924. Mit der Er\u00f6ffnung des Museumsgeb\u00e4udes in M\u00fcnchen nahm das Planetarium im Deutschen Museum am 7. Mai 1925 den Betrieb auf. Der f\u00fcr M\u00fcnchen konstruierte Projektor war lediglich f\u00fcr die Darstellung des Sternenhimmels aus Sicht des 48. Breitengrades ausgelegt. F\u00fcr das Nachfolgemodell wurde ein hantelf\u00f6rmiger, schwenkbarer Aufbau gew\u00e4hlt, der die Projektion f\u00fcr beliebige Breitengrade m\u00f6glich machte. Der erste dieser Modell II genannten Projektoren wurde in dem Planetarium in Barmen installiert. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der damalige Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Barmen und sp\u00e4ter der erste Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Wuppertal, Paul Hartmann, hatte die Idee in den Stadtrat eingebracht. Innerhalb von rund zwei Jahren erfolgte die Umsetzung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eEs war das erste Gro\u00dfplanetarium der Welt, mit einem Geb\u00e4ude, das extra daf\u00fcr errichtet wurde, und einer wundersch\u00f6nen Kuppel\u201c, so Engert. Allerdings gibt es keine Aufnahmen des Innenbereichs. Zwar gebe es Postkarten, die das Innere eines Planetariums zeigen \u2013 allerdings lasse sich nicht feststellen, ob es sich dabei wirklich um das Barmer Planetarium handelt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Laut Berichten, die Engert im Zuge ihrer Recherche fand, gab es im Barmer Planetarium Platz f\u00fcr rund 400 bis 600 Besucher. \u201eDas war eine unheimliche Menge an Menschen f\u00fcr die Zeit\u201c, erz\u00e4hlt sie. Das Planetarium bot eine Vielzahl von Vortr\u00e4gen, deren Bilder an die wei\u00dfe Leinwand projiziert wurden. \u201eDas Repertoire umfasste Vortr\u00e4ge zur Geschichte der Astronomie, das Sonnensystem, die Mondphasen, Jahreszeiten\u201c, so Engert. Eine Eintrittskarte kostete eine Reichsmark und 50 Reichspfennig \u2013 heute ungef\u00e4hr vier bis sechs Euro. sp\u00e4ter wurde der Besuch g\u00fcnstiger, kostete nur noch eine Reichsmark und dann nur noch 50 Reichspfennig.<\/p>\n<p>Das Planetarium in D\u00fcsseldorf \u00f6ffnete f\u00fcnf Tage sp\u00e4ter      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Barmer Planetarium war f\u00fcr f\u00fcnf Tage einzigartig, bis am 23. Mai 1926 ein gr\u00f6\u00dferes Planetarium in D\u00fcsseldorf \u00f6ffnete. Die \u00d6ffnung dieser Planetarien fiel in eine Zeit, in der Planetarien in Deutschland regelrecht boomten. Dadurch ging allerdings auch die Exklusivit\u00e4t verloren. Bereits 1931 stellte das Barmer Planetarium den Betrieb f\u00fcr regul\u00e4re Besucher ein und erlaubt nur noch Sondervorf\u00fchrungen, etwa f\u00fcr Schulklassen. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Planetarium konnte sich der NS-Ideologie nur schwer anpassen. Es sind Entw\u00fcrfe von Vortr\u00e4gen zu germanischen Sternenbildern oder der Orientierung mittels Sternen \u00fcberliefert, aber es ist nicht sicher, ob diese auch gehalten wurden. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs sei man bem\u00fcht gewesen, sich in die neue Gesellschaft einzuf\u00fcgen. Allerdings sei es schwierig gewesen, die Darstellung der Astronomie und ideologische Denkmuster zusammenzubringen. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In der Nacht vom 30. Mai 1943 wurde Barmen das Ziel verheerender Luftangriffe. \u201eZwar wurde das Planetarium nicht direkt zerst\u00f6rt, aber durch eine Bombe, die in der N\u00e4he explodierte, entstand ein etwa ein Meter langer Riss in der Kuppel\u201c, so Engert. Das Planetarium wurde stillgelegt und verfiel zunehmend. \u201eDiebe haben irgendwann den Projektionsapparat gestohlen und mutma\u00dflich zerlegt\u201c. Was damit geschah, ist bis heute unklar. 1955 entschied dann der Kulturausschuss der Stadt Wuppertal, das Geb\u00e4ude abzurei\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Heute erinnert ein Gedenkstein an die ehemalige Bildungsst\u00e4tte. Er steht zwischen dem Barmer Kriegerdenkmal f\u00fcr die Gefallenen der Kriege von 1864 und 1866 und dem Bergbahn-Denkmal. Initiiert hatte die Aufstellung Margot Sundermann, die Tochter des ersten wissenschaftlichen Leiters des Planetariums, Erich Hoffmann. <\/p>\n<p class=\"italic richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Anl\u00e4sslich des 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums des Barmer Planetariums gibt es am Montag, 18. Mai, ab 19 Uhr einen Vortrag mit Sabrina Engert in der Gesellschaft Concordia, Werth 48, Wuppertal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Faszination f\u00fcr den Sternenhimmel ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. 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