{"id":1013559,"date":"2026-05-12T14:02:16","date_gmt":"2026-05-12T14:02:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1013559\/"},"modified":"2026-05-12T14:02:16","modified_gmt":"2026-05-12T14:02:16","slug":"dreigroschenoper-in-stuttgart-der-haifisch-der-hat-noch-zaehne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1013559\/","title":{"rendered":"\u201eDreigroschenoper\u201c in Stuttgart: Der Haifisch, der hat noch Z\u00e4hne"},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Startseite<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/kultur\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_kultur\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kultur<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/kultur\/theater\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"3_theater\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Theater<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 12.05.2026, 15:45 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/autor\/judith-von-sternburg-xaw4z3af4.html\" title=\"Zur Autorenseite von Judith von Sternburg\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" von=\"\" sternburg=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Judith von Sternburg<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/profile.google.com\/cp\/CgkvbS8wNHk5cHYaAA\" class=\"id-Story-googleFollowButton id-Story-googleFollowButton--default\" target=\"_blank\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" google-follow=\"\" auf=\"\" google=\"\" folgen=\"\" rel=\"nofollow noopener\">Uns auf Google folgen<\/a><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/42560241-die-grosse-buehne-der-stuttgarter-dreigroschenoper-zeigt-ein-hoelzernes-auditorium-y7a.jpg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"792\" width=\"1408\" alt=\"Die gro&#xDF;e B&#xFC;hne der Stuttgarter &#x201E;Dreigroschenoper&#x201C; zeigt ein h&#xF6;lzernes Auditorium.\"\/>Polly und Mackie knutschen im Gerichtssaal rum. \u00a9\u00a0Julian Baumann<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Viktor Bod\u00f3 gibt der \u201eDreigroschenoper\u201c in Stuttgart ihren Schwung zur\u00fcck, und neue, unerhoffte Sch\u00e4rfe.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Was dem ungarischen Regisseur Viktor Bod\u00f3 mit seiner \u201eDreigroschenoper\u201c am Schauspiel Stuttgart gelingt, ist eine erstaunliche, unerwartete Verbindung: Eine kurzweilige, auch lukullische und bis ins Klamaukige fr\u00f6hliche Unterhaltungsschau, die die Schlager von Kurt Weill \u2013 ein Schlager nach dem anderen, kein Song dabei, der nicht auch zum Schlager geworden w\u00e4re \u2013 aufs Sch\u00e4rfste zur Geltung bringt. Die es m\u00f6glich macht, dass die schlauen Spr\u00fcche von Bert Brecht (und Elisabeth Hauptmann, wie heute nicht mehr vergessen wird zu erw\u00e4hnen) einigerma\u00dfen wirken k\u00f6nnen, obwohl jeder sie zuende sprechen k\u00f6nnte (\u201eWas ist ein Einbruch in eine Bank &#8230;\u201c). Die so eine richtige \u201eDreigroschenoper\u201c ist, aber man langweilt sich keinen Moment. Die zugleich jedoch eine unheimliche Ebene einbaut, auf der sich das Panorama eines gewaltt\u00e4tigen, korrupten, \u00fcberaus ungem\u00fctlichen Systems auftut.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Dieser unheimlichen Ebene d\u00fcrfte es zu verdanken sein, dass das satte drei Stunden lang nicht fade wird. Immer wieder eine neue Idee, eine Wendung, dabei ist auch das Revuehafte der \u201eDreigroschenoper\u201c h\u00e4ufig erwartbar, hier aber nicht. Sogar eine Art von \u201eAufl\u00f6sung\u201c gibt es, was die v\u00f6llig irrsinnige Eingangsszene betrifft.<\/p>\n<p>Sie machen Mackie den Prozess. Sie versuchen es<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Die v\u00f6llig irrsinnige Eingangsszene geh\u00f6rt zur Ausgangssituation, die Bod\u00f3 und B\u00fchnenbildnerin Zita Schn\u00e1bel sich ausgedacht haben. Die B\u00fchne wird von einem steilansteigenden Auditorium gerahmt, ein Gerichts- ebenso wie ein H\u00f6rsaal und auch als beides verwendet. Zur Ouvert\u00fcre wird eine Leiche seziert, man glaubt, man sieht (und h\u00f6rt) nicht recht. Das entnommene Hirn ein Blumenkohl, der nachher, \u00e4hm, noch eine Rolle spielen wird. Kaum ist die Sch\u00e4deldecke wieder aufgesetzt, erhebt sich die Leiche, ist der Schauspieler Reinhard Mahlberg und singt die Moritat von Mackie Messer. Das ist \u00fcberraschend, zumal die nun hirnlose Ex-Leiche sich widerg\u00e4ngerhaft einkleiden l\u00e4sst und als Richter hoch ins Auditorium steigt.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Ja, sie tun in Stuttgart so, als w\u00e4re der ganze Abend ein Gerichtsprozess, gegen Mackie. Die anderen sind als Zeugen und Zeuginnen vorgeladen, aber Bod\u00f3 handhabt das klug, n\u00e4mlich salopp. Er l\u00e4sst sich das Erz\u00e4hlen von seinem Konzept nicht kaputtmachen, und doch bleibt der laufende Prozess pr\u00e4sent: vordergr\u00fcndig als chaotische Veranstaltung mit einem zunehmend desorientierten Richter. Im Hintergrund als effektvolle Pr\u00e4sentationsfl\u00e4che f\u00fcr Selbstdarstellungen, Lebensl\u00fcgen, all den Betrug auf offener B\u00fchne.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Abgesehen davon, dass es Mackie nachher ans Leder geht. In einen kleinen K\u00e4fig kann man ihn hier sperren, und selbst als Hinrichtungsst\u00e4tte ist dieser Raum geeignet, der keine Privatsph\u00e4re zul\u00e4sst.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Das Ensemble bewegt sich hier wie eine G\u00e4msenherde, abgesehen davon, dass auch der Zuschauersaal mitbenutzt wird. Bod\u00f3 macht Theater-Theater, aber er macht es auch richtig gut, sorgf\u00e4ltig, auf den Punkt. Zum Lied der Seer\u00e4uber-Jenny tanzt Mackies von ihm abgekanzelte Bande wie hypnotisiert (starke Szene), w\u00e4hrend Mackie, pardon, sich einen runterholt. Wer versteht hier etwas von Kunst?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Oft gesehene Sp\u00e4\u00dfe nehmen auf diese Weise wieder Fahrt auf und Pollys rasanter Galopp quer durch den Saal bringt Josephine K\u00f6hler tosenden Extrabeifall ein. K\u00f6hler ist eine abgebr\u00fchte Gangsterbraut, Marcel Heupermans Mackie ein Macker und Nichtsnutz, fast ein Vorabendserienbeau.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Insgesamt gibt es, auch in den Kost\u00fcmen von Hanna Er\u00f6s, kaum etwas, das an die 1930er Jahre erinnert. Bod\u00f3 hat nach eigenem Bekunden durchaus Orb\u00e1ns Ungarn im Blick, wenn die Korruption bl\u00fcht, ein paar wenige das Sagen haben und die Polizeigewalt alleine ihnen dient.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Das ist jetzt der ganz b\u00f6se Dreh: Mackie ist hier, obwohl er lustig ist, keiner mehr, dessen Rettung man sich klammheimlich erhofft. Im Gegenteil. Nachdem sich im Zuschauersaal das klingelnde Telefon, der rettende Bote, gefunden hat und Mackie wieder frei ist, erw\u00fcrgt er fix den Richter. Der Verbrecher ist davongekommen und er macht weiter.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Es wird hinrei\u00dfend gespielt, es wird sehr gut gesungen. Es gibt einen Orchestergraben, in dem Klaus von Heydenaber mit seiner kleinen Combo ohne Wenn und Aber knallige, pr\u00e4zise Musik entsendet.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\"><strong>Schauspielhaus Stuttgart: <\/strong>16., 30. Mai, 7., 8., 25. Juni, 6., 10., 14. Juli. <a href=\"https:\/\/www.schauspiel-stuttgart.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" class=\"id-import-Link id-pageApi-Link--externalDomain\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;Paragraph&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;Paragraph InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;www.schauspiel-stuttgart.de&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.schauspiel-stuttgart.de\/&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:23,&quot;storyElementCount&quot;:23}}\">www.schauspiel-stuttgart.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Startseite Kultur Theater Stand: 12.05.2026, 15:45 Uhr Von: Judith von Sternburg DruckenTeilen Uns auf Google folgenPolly und Mackie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1013560,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,30,1441],"class_list":{"0":"post-1013559","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116561980127084801","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1013559","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1013559"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1013559\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1013560"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1013559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1013559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1013559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}