{"id":1013577,"date":"2026-05-12T14:13:14","date_gmt":"2026-05-12T14:13:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1013577\/"},"modified":"2026-05-12T14:13:14","modified_gmt":"2026-05-12T14:13:14","slug":"ermittlungen-terrorverdaechtiger-in-uke-psychiatrie-verhaftet-duenger-fuer-sprengstoff-im-klinikzimmer-gelagert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1013577\/","title":{"rendered":"Ermittlungen: Terrorverd\u00e4chtiger in UKE-Psychiatrie verhaftet \u2013 D\u00fcnger f\u00fcr Sprengstoff im Klinikzimmer gelagert"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der in Hamburg festgenommene Terrorverd\u00e4chtige hielt sich nach neuesten Erkenntnissen legal in Deutschland auf. Wie die Innenbeh\u00f6rde der Hansestadt best\u00e4tigte, besitzt der 17-J\u00e4hrige die syrische Staatsb\u00fcrgerschaft und verf\u00fcgt \u00fcber eine g\u00fcltige Aufenthaltserlaubnis. Ihm wurde die Fl\u00fcchtlingseigenschaft zuerkannt, nachdem er im Zuge der Familienzusammenf\u00fchrung aus der T\u00fcrkei eingereist war.  Er reiste am 4. April 2022 gemeinsam mit seiner Mutter ein und wurde in Hamburg registriert. Seitdem wohnt er mit den Eltern in einer gemeinsamen Wohnung in Hamburg.<\/p>\n<p>Gleichzeitig belasten ihn schwere Vorw\u00fcrfe der Ermittlungsbeh\u00f6rden. Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg sitzt der Jugendliche inzwischen in Untersuchungshaft im Hamburger Jugendgef\u00e4ngnis auf der nieders\u00e4chsischen Elbinsel Hahn\u00f6fersand . Ihm wird vorgeworfen, eine terroristische Straftat, einen Anschlag, vorbereitet und entsprechende Mittel organisiert zu haben.<\/p>\n<p>Nach bisherigen Erkenntnissen plante der Beschuldigte, eine unbestimmte Zahl von \u201eUngl\u00e4ubigen\u201c zu t\u00f6ten. Als m\u00f6gliche Ziele eines Anschlags sollen ein Einkaufszentrum, eine Bar oder auch eine Polizeiwache in Betracht gezogen worden sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass er mehrere Varianten durchdachte: eine Explosion mit selbst hergestelltem Sprengstoff, einen Angriff mit Molotowcocktails oder alternativ mit einem Messer.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Umsetzung soll sich der 17-J\u00e4hrige bereits konkrete Materialien beschafft haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fanden Beamte bei Durchsuchungen unter anderem Universald\u00fcnger, fl\u00fcssigen Grillanz\u00fcnder, eine Sturmhaube und ein Messer \u2013 Gegenst\u00e4nde, die als m\u00f6gliche Tatmittel oder zur Vorbereitung dienen k\u00f6nnen. Allerdings sollen die Komponenten nach Informationen von WELT noch nicht ausgereicht haben, um Sprengstoff zu erstellen. Zudem h\u00e4tten weitere Komponenten gefehlt.<\/p>\n<p>Festgenommen wurde der Jugendliche am 7. Mai von Spezialeinsatzkr\u00e4ften der Polizei Hamburg. Wie WELT erfuhr, erfolgte der Zugriff in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universit\u00e4tsklinikums Hamburg-Eppendorf. Dort war der 17-J\u00e4hrige untergebracht. In seinem Klinikzimmer sollen auch die Komponenten f\u00fcr den Sprengstoff, die Sturmhaube und das Messer sichergestellt worden sein. <\/p>\n<p>Wie der Tatverd\u00e4chtige diese Sache in die Klinik bringen konnte, ist v\u00f6llig unklar. Das UKE wollte sich zu dem Fall nicht \u00e4u\u00dfern. Aus Datenschutzgr\u00fcnden k\u00f6nnten keine Angaben zu Patienten gemacht werden, sagte eine Sprecherin. Allerdings wirft der Vorfall erhebliche Fragen nach den Sicherheitsstandards und Sicherheitsvorkehrungen auf der Psychiatrieabteilung auf. Auch die Hamburger Staatsanwaltschaft wollte sich nicht dazu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Der Verhaftung des 17-J\u00e4hrigen waren umfangreiche Ermittlungen mehrerer Sicherheitsbeh\u00f6rden vorausgegangen. Neben dem Landeskriminalamt Hamburg waren auch der Bundesnachrichtendienst (BND), das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz und das Bundeskriminalamt in den Fall eingebunden. Ihre Erkenntnisse f\u00fchrten letztlich zu der Entscheidung, schnell zuzugreifen.<\/p>\n<p>Die entscheidenden Erkenntnisse kamen vom BND. Wie WELT erfuhr, soll der Jugendliche auf dem Messengerdienst Telegram seine Anschlagsvorbereitungen kommuniziert haben. Ob auch ausl\u00e4ndische Nachrichtendienste in die Ermittlungen eingebunden waren, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Die Ermittler sehen Hinweise darauf, dass die Terrororganisation \u201eIslamischer Staat\u201c (IS) als ideologische Inspiration f\u00fcr das mutma\u00dfliche Anschlagsvorhaben diente. Eine feste Einbindung in entsprechende Strukturen ist bislang jedoch nicht nachgewiesen. Vielmehr gehen die Beh\u00f6rden davon aus, dass der Jugendliche mit der Ideologie sympathisierte und sich mutma\u00dflich radikalisiert hatte.<\/p>\n<p>Verbotene IS-Symbole gepostet<\/p>\n<p>Wie genau diese Radikalisierung verlief, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. Auch m\u00f6gliche Kontakte oder Unterst\u00fctzer werden \u00fcberpr\u00fcft. In einem fr\u00fcheren Verfahren war bereits gegen den 17-J\u00e4hrigen ermittelt worden, da er in sozialen Netzwerken verbotene IS-Symbole gepostet hatte. Der Vorwurf lautete: Versto\u00df gegen das Vereinsgesetzt. <\/p>\n<p>Zudem war der Jugendliche bereits mit anderen Straftaten in Erscheinung getreten, woraufhin eine psychiatrische Begutachtung des Beschuldigten veranlasst wurde. Das Ergebnis der Begutachtung steht allerdings noch nicht fest, erfuhr WELT. Unklar war, ob die Begutachtung zum Zeitpunkt der Festnahme \u00fcberhaupt bereits begonnen hatte. Um welche Art von Straftaten es sich handelt, ist aktuell noch unklar. M\u00f6glicherweise diente der UKE-Aufenthalt zur Erstellung des Gutachtens.<\/p>\n<p>Der Fall reiht sich in eine Serie von Verfahren ein, bei denen Sicherheitsbeh\u00f6rden mutma\u00dflich islamistisch motivierte Anschlagspl\u00e4ne fr\u00fchzeitig aufdecken. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt wertete den Zugriff als Beleg f\u00fcr die hohe Wachsamkeit der Sicherheitsorgane und verwies auf eine weiterhin angespannte Gef\u00e4hrdungslage. F\u00fcr den Jugendlichen gilt ungeachtet der Vorw\u00fcrfe die Unschuldsvermutung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der in Hamburg festgenommene Terrorverd\u00e4chtige hielt sich nach neuesten Erkenntnissen legal in Deutschland auf. 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