{"id":1013745,"date":"2026-05-12T15:46:16","date_gmt":"2026-05-12T15:46:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1013745\/"},"modified":"2026-05-12T15:46:16","modified_gmt":"2026-05-12T15:46:16","slug":"film-kommunist-in-schwerin-streit-um-doku-ueber-egon-krenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1013745\/","title":{"rendered":"Film Kommunist in Schwerin: Streit um Doku \u00fcber Egon Krenz"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der Kinosaal 2 war voll bei der Premiere des neuen Dokumentarfilms \u201eKommunist\u201c von Lutz Pehnert am 8. Mai 2026 auf dem Filmkunstfest in Schwerin. Wohlwollender Beifall ert\u00f6nt am Ende f\u00fcr das filmische Portr\u00e4t \u00fcber Egon Krenz. Doch im Saal ist auch ver\u00e4rgertes Kopfsch\u00fctteln bei Zuschauern zu sehen, die demonstrativ nicht klatschen. Wenig sp\u00e4ter beginnt das Filmgespr\u00e4ch. Der 89-j\u00e4hrige Krenz ist daf\u00fcr extra nach Schwerin gekommen. Der letzte SED-Generalsekret\u00e4r der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"DDR\" data-rtr-id=\"484014e1521aaa3e1f538e43d394c5bf5ed0a593\" data-rtr-score=\"384.1368327926865\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"87\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/thema\/ddr\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">DDR<\/a> sitzt auf der B\u00fchne und lobt ausdr\u00fccklich den Film: er f\u00fchle sich verstanden und sei zufrieden. Krenz genie\u00dft sichtlich die Aufmerksamkeit, die ihm jetzt und sp\u00e4ter auf den G\u00e4ngen des Filmtheaters Capitol zuteil wird.<\/p>\n<p>Burkhard Bley: Besch\u00f6nigung der DDR<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Als der Moderator beim Filmgespr\u00e4ch Reaktionen aus dem Publikum zul\u00e4sst, meldet sich sofort Burkhard Bley. Er ist Landesbeauftragter f\u00fcr die Opfer der SED-Diktatur in Schwerin und bezeichnet den Film ohne lange Vorrede als \u201emisslungen\u201c. Bley verweist auf 250.000 politische Gefangene in der DDR, kritisiert die im Film vorgenommene \u201eBesch\u00f6nigung\u201c der DDR und sagt, dass er die DDR auf keinen Fall zur\u00fcckhaben will.<\/p>\n<p class=\"tw-text-neutral-10 tw-py-2 tw-border-t tw-mb-0 tw-text-title-md tw-font-medium tw-border-solid tw-border-b-neutral-10 tw-font-primary\">Empfohlene Artikel<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Unmut ist im Kinosaal zu sp\u00fcren, Buh-Rufe ert\u00f6nen. Teile des Publikums wollen sich nicht die Premierenstimmung und ihre sch\u00f6nen Erinnerungen an die DDR verderben lassen. Ja, es gibt sie 2026 wirklich noch, die \u201eFans von Egon Krenz\u201c. Dieser versucht jetzt, den kritischen Landesbeauftragten zu diskreditieren. Im Film sei doch gerade gelebte DDR-Geschichte zu sehen gewesen, erkl\u00e4rt Krenz. \u201eSie schauen doch nur in die Akten.\u201c Es klingt fast so, als wenn der ehemalige SED-Chef die F\u00fchrungsrolle seiner Partei bei der Deutungshoheit \u00fcber die DDR verteidigen will. \u201eWie alt sind Sie eigentlich?\u201c, fragt Krenz auch noch \u2013 fast so, als wenn erst sein Alter es erlauben w\u00fcrde, etwas Richtiges \u00fcber die DDR sagen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eKrenz &amp; Fans\u201c gegen Team \u201eDiktaturaufarbeitung\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das mit dem \u201ein die Akten schauen\u201c macht Bley tats\u00e4chlich. Seit Jahren hilft er mit seiner Beh\u00f6rde Menschen, die unter der SED-Diktatur gelitten haben: ehemaligen politischen H\u00e4ftlingen und Stasiopfern, Menschen mit Berufs- oder Studienverboten, traumatisierten Gulag-H\u00e4ftlingen und ihre Angeh\u00f6rigen, misshandelten Jugendlichen aus Jugendwerkh\u00f6fen, Opfern von DDR-Sportdoping. F\u00fcr Egon Krenz gibt es diese Menschen nur in Akten. Bei Burkhard Bley stehen sie pers\u00f6nlich als lebende DDR-Geschichte im B\u00fcro, wollen Entsch\u00e4digung f\u00fcr das ihnen der DDR widerfahrene Unrecht.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Bereits beim Filmkunstfest in Schwerin wird klar, dass der gezeigte Film gro\u00dfe Zustimmung und gleichzeitig heftigen Widerspruch ausl\u00f6st und auch noch nach Kinostart im Juni 2026 ausl\u00f6sen wird. Hier in Schwerin im Kinosaal 2 spielt gerade das Team \u201eKrenz &amp; Fans\u201c gegen das Team \u201eDiktaturaufarbeitung\u201c. Es geht in der Geschichts-Regionalliga Nordost um die DDR-Deutungsmeisterschaft.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/f21ea442-b104-4ff3-a20a-0ecce21ec084.jpg\" alt=\"Umstrittene Filmpremiere: Egon Krenz gibt im Schweriner Capitol Autogramme.\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"data:image\/svg+xml,%3csvg%20width='48'%20height='48'%20viewBox='0%200%2048%2048'%20fill='none'%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%3e%3crect%20width='48'%20height='48'%20rx='24'%20fill='white'%20fill-opacity='0.8'\/%3e%3cmask%20id='mask0_13797_3251'%20style='mask-type:alpha'%20maskUnits='userSpaceOnUse'%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%3e%3crect%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%20fill='%23D9D9D9'\/%3e%3c\/mask%3e%3cg%20mask='url(%23mask0_13797_3251)'%3e%3cpath%20d='M15%2033V25H17V29.6L29.6%2017H25V15H33V23H31V18.4L18.4%2031H23V33H15Z'%20fill='%231C1B1F'\/%3e%3c\/g%3e%3c\/svg%3e\"\/><\/p>\n<p>Umstrittene Filmpremiere: Egon Krenz gibt im Schweriner Capitol Autogramme. (Foto: Matthias Baerens)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Bereits am Montag nach der Premiere tobt dann die \u00f6ffentliche Diskussion. Der Landesbeauftragte Bley hatte noch am Wochenende eine Pressemitteilung verschickt mit harter inhaltlicher Kritik an der Filmf\u00f6rderung MV und dem Filmkunstfest: \u201eDer Film ,Kommunist&#8216; von Lutz Pehnert ist kein differenzierter Beitrag zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, sondern er vermittelt bewusst ein gesch\u00f6ntes Bild von der DDR, unterschl\u00e4gt historische Fakten und bedient sich manipulativ der Bildsprache der DDR-Propaganda.\u201c Damit verh\u00f6hnten der Film und sein Protagonist Egon Krenz alle, die unter dem SED-Unrecht zu leiden hatten. Nach Ansicht von Bley m\u00fcsse sich auch die Filmf\u00f6rderung MV fragen, \u201eob und wie eine Qualit\u00e4tssicherung bei den gef\u00f6rderten Produktionen stattfindet.\u201c<\/p>\n<p>Volker Kufahl: Auch Filme mit Reibungsfl\u00e4chen bieten<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Beide Institutionen reagieren prompt. Der k\u00fcnstlerische Leiter des Filmkunstfest MV, Volker Kufahl, weist die Kritik zur\u00fcck: Es geh\u00f6re zu den \u201eelementaren Aufgaben\u201c seines Festivals, \u201eProduktionen, die hier im Land entstanden sind und hier gef\u00f6rdert wurden, eine Sichtbarkeit (\u2026) zu geben und eine M\u00f6glichkeit zur \u00f6ffentlichen Bewertung\/Auseinandersetzung mit diesen Arbeiten zu schaffen.\u201c Ein lebendiges Fest m\u00fcsse \u201eauch Filme zeigen, die Reibungsfl\u00e4chen bieten.\u201c Kufahl nimmt den Filmautor in Schutz: \u201eSein Film ist keine TV-Geschichtsdokumentation, sondern eine essayistische, k\u00fcnstlerische Ann\u00e4herung an die \u00f6ffentliche Person von Egon Krenz und eine Auseinandersetzung mit ihr.\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Prof. Olaf Jacobs von der kritisierten MV Filmf\u00f6rderung GmbH verweist darauf, dass F\u00f6rderentscheidungen \u201eauf Grundlage der Empfehlungen eines unabh\u00e4ngigen Vergabegremiums\u201c fallen und dabei \u201ekulturelle und kulturwirtschaftliche Kriterien\u201c ber\u00fccksichtigt werden. Dann wird er etwas differenzierter: \u201eSelbstverst\u00e4ndlich nehmen wir Kritik wahr und ernst.\u201c Und auch er weist darauf hin, dass es sich um einen \u201ek\u00fcnstlerischen Dokumentarfilm\u201c handelt. Die Gestaltung des Films unterliege \u201eder k\u00fcnstlerischen Freiheit und der alleinigen Verantwortung des Autors\/Regisseurs.\u201c<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fa3e3a6d-fa50-4f0b-ada9-3ac7ab165158.jpg\" alt=\"Szene mit Egon Krenz aus \u201eKommunist\u201c\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"data:image\/svg+xml,%3csvg%20width='48'%20height='48'%20viewBox='0%200%2048%2048'%20fill='none'%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%3e%3crect%20width='48'%20height='48'%20rx='24'%20fill='white'%20fill-opacity='0.8'\/%3e%3cmask%20id='mask0_13797_3251'%20style='mask-type:alpha'%20maskUnits='userSpaceOnUse'%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%3e%3crect%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%20fill='%23D9D9D9'\/%3e%3c\/mask%3e%3cg%20mask='url(%23mask0_13797_3251)'%3e%3cpath%20d='M15%2033V25H17V29.6L29.6%2017H25V15H33V23H31V18.4L18.4%2031H23V33H15Z'%20fill='%231C1B1F'\/%3e%3c\/g%3e%3c\/svg%3e\"\/><\/p>\n<p>Szene mit Egon Krenz aus \u201eKommunist\u201c (Foto: solofilm)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das ist also alles von der Kunstfreiheit gedeckt, was formal korrekt ist. Lutz Pehnert ist anerkannter Filmschaffender und Autor zahlreicher Dokumentationen, au\u00dferdem Grimme-Preistr\u00e4ger. Er ist Profi, auch im Marketing. Er habe den Film deswegen \u201eKommunist\u201c genannt, damit sich auch junge Leute daf\u00fcr interessieren, verr\u00e4t er im Filmgespr\u00e4ch. Es gehe ihm aber wirklich um eine differenzierte Darstellung der DDR, betont er mehrfach an verschiedenen Stellen.<\/p>\n<p>Opfer des SED-Systems ver\u00e4rgert<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Doch dieser Anspruch und die filmische Wirklichkeit klaffen in seinem Film auseinander. Historische Aufarbeitung kann durchaus auch k\u00fcnstlerisch erfolgen. Doch das setzt voraus, dass historische Wahrheiten und Kontexte dabei sichtbar bleiben. Form folgt Funktion, hei\u00dft es doch immer. Wenn sich nach zwei Stunden \u201ek\u00fcnstlerischer Dokumentation\u201c in der Gesamtschau der T\u00e4ter Egon Krenz \u00fcber den Film sp\u00fcrbar freut und die Opfer des SED-Systems ver\u00e4rgert sind, dann hat sich der Filmautor eher positioniert als differenziert eine Geschichte erz\u00e4hlt. Pehnert steckte offensichtlich in einem Dilemma. Wenn er seinen Film nicht so \u201ekrenzenlos\u201c wohlwollend gemacht h\u00e4tte, dann h\u00e4tte Egon Krenz nicht mitgemacht. Hat er wom\u00f6glich dem Genossen Krenz daf\u00fcr zuvor sein \u201ePionierehrenwort\u201c geben m\u00fcssen? Spa\u00df beiseite \u2013 man wei\u00df es nicht.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Knapp 130.000 Euro fanden sich in den kulturellen Film-F\u00f6rdert\u00f6pfen f\u00fcr die k\u00fcnstlerische Auseinandersetzung mit Egon Krenz, die eher zu einer Hommage f\u00fcr Krenz und seine DDR geraten ist. Genau 32.250 Euro hat Burkhard Bley in jedem Jahr f\u00fcr Projektf\u00f6rderungen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Mecklenburg-Vorpommern zur Verf\u00fcgung. Beide F\u00f6rderungen sind wichtig. Inhaltliche Diskussionen dar\u00fcber aber auch.<\/p>\n<p>HintergrundWas der Film zeigt und das Geheimnis des Regisseurs \u2026<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Filmautor Lutz Pehnert erz\u00e4hlt die Lebensgeschichte des umstrittenen FDJ-Funktion\u00e4rs und SED-Politikers Egon Krenz prim\u00e4r aus dem Blickwinkel seines Protagonisten. Weitere ihm politisch oder menschlich wohlgesonnene Weggef\u00e4hrten erg\u00e4nzen sein gefestigtes Weltbild von einer sch\u00f6nen DDR, die immer nur das Beste wollte. Einige Interviewte lernen den DDR-Politiker erst im hohen Alter bei privaten Treffen kennen, wie Grundst\u00fccksnachbarn oder ein politisch interessierter Tourist aus den Niederlanden, der rote Tulpenzwiebeln als Geschenke mitbringt. Auch ein fr\u00fcherer Pfarrer aus Pankow, dem jahrelang die Stasi zugesetzt hat, kommt zu Wort und kritisiert dabei deutlich die DDR. \u00dcber Krenz erz\u00e4hlt er die menschlich anr\u00fchrende Geschichte, wie er den von seiner Partei versto\u00dfenen und einsamen Genossen zu Weihnachten 1989 aus christlicher Motivation besucht und dieser dankbar daf\u00fcr ist. Seine Rolle im Film wirkt etwas wie eine Besetzung als Quoten-Oppositioneller.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Kein substanzieller Kritiker der politischen Person Krenz kommt zu Wort. Es ist keine historische Einordnung der Rolle von Krenz als Kommunalwahlf\u00e4lscher und als Unterst\u00fctzer der Ermordung tausender Studenten in China auf dem Platz des himmlischen Friedens zu erkennen. Auch seine heutige N\u00e4he zu Putins Ansichten \u00fcber die Ukraine spielt keine Rolle. Krenz bleibt sich treu. Schuld sind f\u00fcr ihn immer die anderen: der Westen, der quasi einen kalten B\u00fcrgerkrieg gegen die DDR gef\u00fchrt haben soll, weshalb die DDR so handeln musste wie sie es tat. Krenz als Opfer einer vermeintlichen BRD-Siegerjustiz, die ihn 1997 zur Haft wegen seiner Mitverantwortung f\u00fcr die Mauertoten verurteilt hatte.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der Film dokumentiert auch umf\u00e4nglich mit Originalt\u00f6nen das SED-Parteiausschlussverfahren gegen Krenz im Dezember 1989. Nachdem Krenz kurz zuvor im Erich Honecker abgel\u00f6st hatte, wirft ihn jetzt die eigene Partei raus, er solle das Parteibuch abgeben. F\u00fcr ihn sei das der schlimmste Moment seines Lebens gewesen, sagt Krenz. Opulente Bilder von SED- und FDJ-Propagandaveranstaltungen wechseln sich ab mit Bildern vom Mauerfall und Montagsdemos sowie netten Anekdoten aus der Kindheit von Krenz. Etwas LPG-Romantik f\u00fcllt die Kinoleinwand.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Unvermittelt f\u00fcr den Zuschauer werden Ausschnitte aus zwei DDR-Indianerfilmen mit Gojko Miti\u0107 gezeigt. Warum eigentlich? Das sei sein Geheimnis, sagt der Filmautor im Filmgespr\u00e4ch. Nun gut, Geheimnisse geh\u00f6ren im Zweifel auch zur Kunstfreiheit. Ob das bei einer historisch und politisch relevanten Dokumentation ein passendes Stilmittel ist, wenn es Zuschauer nicht verstehen k\u00f6nnen, ist eine andere Frage.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">M\u00f6glicherweise ist aber der eine Ausschnitt aus den DEFA-Indianerfilmen eine Analogie f\u00fcr den ganzen aktuellen Film, eine richtige Schl\u00fcsselszene zu seinem Verst\u00e4ndnis. Der mutige Indianerh\u00e4uptling, gespielt von Gojko Miti\u0107, l\u00e4sst sich unbeeindruckt mit Pfeilen seiner sp\u00e4ter Verb\u00fcndeten beschie\u00dfen, die ihn aber alle absichtlich nicht treffen. Spielt hier Gojko Miti\u0107 den Egon Krenz? Der tapfere \u201eKommunisten-H\u00e4uptling\u201c Krenz wusste offensichtlich sehr genau, dass ihn in diesem Film niemand mit unangenehmen Fragen oder einem entlarvenden Pfeil treffen wird.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Kinosaal 2 war voll bei der Premiere des neuen Dokumentarfilms \u201eKommunist\u201c von Lutz Pehnert am 8. 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