{"id":1014390,"date":"2026-05-12T21:49:17","date_gmt":"2026-05-12T21:49:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1014390\/"},"modified":"2026-05-12T21:49:17","modified_gmt":"2026-05-12T21:49:17","slug":"ukraine-wenn-der-schmerz-zur-berufung-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1014390\/","title":{"rendered":"Ukraine: Wenn der Schmerz zur Berufung wird"},"content":{"rendered":"<p>Im tiefsten Leid nimmt Hoffnung oft eine radikale Form an: Sie ist kein blo\u00dfer Traum von einer besseren Zukunft, sondern die bewusste Entscheidung, trotz allem weiterzuleben. F\u00fcr Lyubov, eine Mutter aus der Ukraine, wurde diese Entscheidung zur Lebensaufgabe. Ihr Sohn, Oleksandr Tymchenko, fiel am 28. Februar 2024 im Alter von nur 29 Jahren bei der Verteidigung seines Landes.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2026-04\/vatikan-almosenamt-hilfe-ukraine-libanon-santa-sofia-gueter-not.html\" title=\"Vatikan: Humanit\u00e4re Hilfe f\u00fcr die Ukraine und den Libanon\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2026\/aprile\/25\/Il-camion-con-gli-aiuti-di-Papa-Leone-XIV-per-lUcraina-in-partenza-dalla-parrocchia-di-San.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Vatikan: Humanit\u00e4re Hilfe f\u00fcr die Ukraine und den Libanon\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      An der ukrainisch griechisch-katholischen Basilika Santa Sofia in Rom fand am Wochenende die Abfahrt eines weiteren Hilfsg\u00fctertransports f\u00fcr die vom Krieg betroffene ukrainische &#8230;\n     <\/p>\n<p><b>Svitlana Dukhovych &#8211; Vatikanstadt<\/b><\/p>\n<p>Seitdem k\u00e4mpft die Mutter nicht nur mit der Abwesenheit ihres Kindes, sondern auch f\u00fcr die Erinnerung an ihn und f\u00fcr das Leben derer, die noch an der Front stehen.<\/p>\n<p>Oleksandr, von seiner Mutter liebevoll Sashunia genannt, war ein Mann der Erde. Bevor die russische Invasion das Land ersch\u00fctterte, arbeitete er nach seinem Studium an der Agraruniversit\u00e4t von Vinnytsia gemeinsam mit seinem Vater in der Landwirtschaft. Seine Mutter erinnert sich an seine tiefe Verbundenheit zur Natur, an seine Sorge um die kleinen Feldhasen w\u00e4hrend der Ernte und an seine gro\u00dfe G\u00fcte. Doch als der gro\u00dffl\u00e4chige Krieg begann, meldete er sich freiwillig zum Dienst in den Streitkr\u00e4ften.<\/p>\n<p>\n   Zum Nachh\u00f6ren &#8211; das Lebenszeugnis aus der Ukraine\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2026\/maggio\/09\/2026.05.09-Tymchenko_.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Der junge Ukrainer Oleksandr Tymchenko\" title=\"Der junge Ukrainer Oleksandr Tymchenko\"\/><\/p>\n<p>\n   Der junge Ukrainer Oleksandr Tymchenko\n  <\/p>\n<p>Als ihr Sohn get\u00f6tet wurde <\/p>\n<p>Der Weg des jungen Soldaten f\u00fchrte von der Territorialverteidigung \u00fcber die Grenze zu Belarus und dann bis nach Krasnohorivka in der Region Donezk. Trotz einer Knieoperation und der darauf folgenden Rehabilitation dr\u00e4ngte er darauf, vorzeitig zu seinen Kameraden zur\u00fcckzukehren, da es an M\u00e4nnern fehlte. Das letzte Telefonat mit seinen Eltern fand am Abend seines Todestages statt. W\u00e4hrend im Hintergrund die Einschl\u00e4ge von Explosionen zu h\u00f6ren waren, verabschiedete er sich von seiner Mutter mit einer ungewohnten K\u00fchle, die heute wie eine Vorahnung wirkt. In derselben Nacht, genau um 02:15 Uhr, versp\u00fcrte Lyubov einen k\u00f6rperlichen Schmerz, als w\u00fcrde ein Schwert sie entzweischneiden. Erst sp\u00e4ter erfuhr sie, dass ihr Sohn genau in diesem Moment durch einen Drohnenangriff get\u00f6tet worden war.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2026\/maggio\/09\/2026.05.09-Tymchenko_2.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Oleksandr mit seinem Vater\" title=\"Oleksandr mit seinem Vater\"\/><\/p>\n<p>\n   Oleksandr mit seinem Vater\n  <\/p>\n<p>Die Zeit nach dem Begr\u00e4bnis beschreibt Lyubov als eine Phase tiefer Dunkelheit. Der Schmerz, das eigene Kind zu Grabe zu tragen, sei durch nichts zu \u00fcbertreffen. Sie bewahrt seine Habseligkeiten wie in einem Museum auf und pflegt seine Kleidung in der Hoffnung, die sich gegen jede Vernunft stellt: Dass er eines Tages doch wieder durch die T\u00fcr treten k\u00f6nnte. Jedes Mal, wenn ein Auto vor dem Haus h\u00e4lt, schl\u00e4gt ihr Herz schneller. Es ist ein Zustand zwischen dem Wissen des Verstandes und der Sehnsucht des Herzens.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2026\/maggio\/09\/2026.05.09-Tymchenko_1.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Das Grabmal\" title=\"Das Grabmal\"\/><\/p>\n<p>\n   Das Grabmal\n  <\/p>\n<p>Die Wende <\/p>\n<p>Eine Wende brachte die Teilnahme an einem Hilfsprojekt in Kyiv. Unter der Leitung von Kapuzinerm\u00f6nchen bietet das Haus Padre Pio psychologische und spirituelle Begleitung f\u00fcr M\u00fctter an, die ihre S\u00f6hne im Krieg verloren haben. In der Gemeinschaft mit sechzehn anderen Frauen, deren Wunden auf die gleiche Weise bluten, fand Lyubov die Kraft, das schwarze Kopftuch abzulegen und die Blumen in ihrem Garten wieder wahrzunehmen. Das Projekt erm\u00f6glichte ihr auch eine Reise nach Rom und eine Begegnung mit dem Papst, was sie als Balsam f\u00fcr die Seele beschreibt.<\/p>\n<p>Heute ist Lyubov in ihrem Heimatdorf Zabolotne zur Mutter f\u00fcr viele geworden. Gemeinsam mit einer Gruppe \u00e4lterer Frauen organisiert sie Hilfsg\u00fcter f\u00fcr die Front. Sie stellen Lebensmittel her und fertigen W\u00e4rmekerzen f\u00fcr die Soldaten in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben an. Ein junger Soldat namens Vadym rief sie nach dem Erhalt einer solchen Lieferung an und dankte Mamma Lyuba \u2013 ein Ehrentitel, den viele Soldaten den M\u00fcttern der Gefallenen geben \u2013 f\u00fcr die erste W\u00e4rme seit Wochen.<\/p>\n<p>Bitte um eine Umarmung <\/p>\n<p>In jedem Soldaten, dem sie begegnet, sieht sie ihren eigenen Sohn. Wenn sie Milit\u00e4rangeh\u00f6rige auf der Stra\u00dfe trifft, bittet sie oft um eine Umarmung. Der Geruch von Rauch und Krieg an ihren Uniformen ist f\u00fcr sie eine schmerzhafte, aber notwendige Verbindung zu ihrem Oleksandr. Ihre Botschaft an andere Menschen, die einen schweren Verlust erlitten haben, ist klar: Man d\u00fcrfe sich nicht verschlie\u00dfen oder in Bitterkeit versinken. Das Leben m\u00fcsse bis zum Ende w\u00fcrdig gelebt werden, auch wenn der Weg noch so steinig sei.<\/p>\n<p>(vatican news &#8211; mg)<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/srv\/2025\/09\/06\/2025-09-06-udienza-giubilare\/1757149609218.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Der Papst verabschiedet sich von Lyubov Tymchenko am Ende der Generalaudienz im September 2025\" title=\"Der Papst verabschiedet sich von Lyubov Tymchenko am Ende der Generalaudienz im September 2025\"\/><\/p>\n<p>\n   Der Papst verabschiedet sich von Lyubov Tymchenko am Ende der Generalaudienz im September 2025 \u00a0 (@Vatican Media)\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im tiefsten Leid nimmt Hoffnung oft eine radikale Form an: Sie ist kein blo\u00dfer Traum von einer besseren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1014391,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,1589,206483,96982,14,15,12,130304,91403,317,1712,78905],"class_list":{"0":"post-1014390","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-humanitaere-hilfe","12":"tag-kyiv","13":"tag-mutterliebe","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-soziale-projekte","18":"tag-trauerbewaeltigung","19":"tag-ukraine","20":"tag-ukraine-krieg","21":"tag-zivilgesellschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116563815211836351","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1014390","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1014390"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1014390\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1014391"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1014390"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1014390"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1014390"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}