{"id":101455,"date":"2025-05-11T06:21:10","date_gmt":"2025-05-11T06:21:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/101455\/"},"modified":"2025-05-11T06:21:10","modified_gmt":"2025-05-11T06:21:10","slug":"wahl-in-albanien-rama-strebt-vierte-amtszeit-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/101455\/","title":{"rendered":"Wahl in Albanien: Rama strebt vierte Amtszeit an"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 11.05.2025 07:13 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Heute w\u00e4hlen die Menschen in Albanien ein neues Parlament. Ministerpr\u00e4sident Rama strebt eine vierte Amtszeit an. Seine Macht hat er kontinuierlich ausgebaut &#8211; und die Opposition spielt ihm in die H\u00e4nde. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/silke-hahne-105.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Silke Hahne\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/silke-hahne-103.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n140 Sitze gibt es in der &#8222;Kuvendi i Shqiperise&#8220;, der Versammlung Albaniens, zu gewinnen. Und die Chancen, dass Edi Rama mit seiner Sozialistischen Partei die Parlamentsmehrheit holt, sind hoch. Es w\u00e4re das vierte Mal in Folge. Es treten zwar elf Parteien zur Wahl an, aber die wenigsten d\u00fcrften es \u00fcber die 2,5-Prozent-H\u00fcrde schaffen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAlbanien wird seit Jahrzehnten faktisch von zwei gro\u00dfen Parteien dominiert, Sozialisten und Demokraten, erkl\u00e4rt der Osteuropa-Historiker Oliver Jens Schmitt: &#8222;Besser organisiert ist die post-kommunistische, die sich sozialistisch nennt. W\u00e4hrend die Opposition seit etlichen Jahren au\u00dferordentlich schwach ist.&#8220;<\/p>\n<p>    Weitgehende Kontrolle<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas liegt einerseits an Oppositionsf\u00fchrer Sali Berisha, Albaniens ehemaligem Premier, der inzwischen 80 Jahre alt ist. Ihm werden Korruption und Vetternwirtschaft vorgeworfen. Seine Demokraten machen Fundamental-Opposition, haben auf lokaler Ebene auch schon Wahlen boykottiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas hat unter anderem dazu gef\u00fchrt, dass sich die Sozialisten von Rama auf allen Ebenen des Landes gut ausbreiten konnten. &#8222;Mit seiner Partei ist es ihm gelungen, seit 2013 Machtstrukturen im Land aufzubauen, die ihm eine weitgehende Kontrolle garantieren&#8220;, sagt Schmitt.<\/p>\n<p>    Enge Verbindungen von Medien und Bausektor<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRama kontrolliert nicht nur viele Kommunen im Land, auch das Mediensystem ist mittlerweile auf die Regierung zugeschnitten. So beschreibt es Aleksander Cipa, Vorsitzender der Gewerkschaft der Journalisten in Albanien:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Der einflussreichste Teil dieser Medienszene wird von der Autorit\u00e4t der Regierung beeinflusst und kontrolliert, insbesondere von der Autorit\u00e4t des Premierministers selbst.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn \u00f6ffentlich-rechtlichen Sendern seien viele F\u00fchrungsposten parteinah besetzt. Gro\u00dfe private Sender geh\u00f6ren hingegen oft regierungsnahen Bauunternehmern, die durch Ausschreibungen und \u00f6ffentliche Bauprojekte eng mit der Regierung verbandelt sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDenn auch im boomenden Bausektor mischt die Regierung ordentlich mit. In der Hauptstadt Tirana sind in den vergangenen Jahren zahlreiche avantgardistische Hochh\u00e4user entstanden, an der Adria-K\u00fcste schie\u00dfen Hotels wie Pilze aus dem Boden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Entscheidung f\u00fcr oder gegen ein bestimmtes Bauprojekt treffe der Premierminister oft h\u00f6chstpers\u00f6nlich, so der albanische Politologe Afrim Krasniqi: &#8222;Wir haben oft erlebt, dass er entschieden hat, wer der Architekt eines neuen Geb\u00e4udes in Tirana sein soll. Nach albanischem Recht hat er diese Macht nicht.&#8220; Doch Rama nimmt sie sich.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Auf europ\u00e4ischer Ebene gibt sich Albaniens Ministerpr\u00e4sident Edi Rama stehts weltoffen und liberal. Das Interesse an den innenpolitischen Verh\u00e4ltnissen in seinem Land scheint eher gering.\n                    <\/p>\n<p>    Rama muss nicht mit Gegenwind aus Br\u00fcssel rechnen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr Osteuropa-Kenner Schmitt steht fest: &#8222;Edi Rama ist nach innen hin ein autorit\u00e4rer F\u00fchrer.&#8220; Nach au\u00dfen, auf europ\u00e4ischer Ebene, gibt er aber stets den weltoffenen, liberalen Europ\u00e4er. Afrim Krasniqi nennt Rama gar &#8222;den neuen Sultan von Albanien&#8220;, in Anspielung auf historische Herrscher des Landes w\u00e4hrend des Osmanischen Reichs.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBei Auftritten mit europ\u00e4ischen Spitzenpolitikern strahlen diese aber oft mit Rama um die Wette. Der Premierminister versteht es offenbar, das Interesse an den innenpolitischen Verh\u00e4ltnissen in Albanien gering zu halten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas liegt laut Schmitt auch daran, wie die EU auf den Balkan blickt: Systemkonkurrenten wie Russland, China und die T\u00fcrkei sollten sich dort nicht breitmachen. Ansonsten gelte: &#8222;Man muss sagen, dass die EU an der Unterst\u00fctzung demokratischer Bewegungen am Balkan kein Interesse hat.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSollte Rama ein weiteres Mal die Wahl f\u00fcr sich entscheiden, muss er also nicht aus Gegenwind mit Br\u00fcssel rechnen. Schmitt rechnet damit, dass die Opposition dann in wenigen Jahren keine echten Chancen mehr auf einen Machtwechsel haben wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 11.05.2025 07:13 Uhr Heute w\u00e4hlen die Menschen in Albanien ein neues Parlament. 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