{"id":1014568,"date":"2026-05-12T23:27:16","date_gmt":"2026-05-12T23:27:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1014568\/"},"modified":"2026-05-12T23:27:16","modified_gmt":"2026-05-12T23:27:16","slug":"das-cello-erlebt-gerade-eine-hochzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1014568\/","title":{"rendered":"Das Cello erlebt gerade eine Hochzeit"},"content":{"rendered":"<p><img width=\"2560\" height=\"1761\" data-tgpli-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Jan-Vogler-Marco-Grob-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19582\" data-tgpli-  data-tgpli-inited=\"\" data-tgpli-image-inited=\"\" id=\"tgpli-6a03b751f090c\"\/>Foto: Marco Grob<\/p>\n<p>Zum Pressefr\u00fchst\u00fcck ist der Musikfestspiel-Intendant aus Br\u00fcssel eingeflogen, <a href=\"https:\/\/concoursreineelisabeth.be\/en\/news\/meet-the-jury-members-for-the-2026-cello-edition\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">wo er die Vorrunde und die erste Runde des K\u00f6nigin-Elisabeth-Wettbewerbs als Juror begleitet<\/a> und also die besten Nachwuchscellisten aus aller Welt geh\u00f6rt hat. Industriespionage sozusagen! Jan Vogler mag denn auch nicht gleich ins allgemeine Dresdner Maulen \u00fcber den Niedergang der Kultur, die fehlenden Mittel durch immer knausriger \u00f6ffentliche H\u00e4nde einstimmen. Sicher, in Deutschland tobe ein Kampf um die Relevanz, \u201edie Kultur m\u00fcssen wir genauso verteidigen wie die Wirtschaft\u201c. Und auch bei den Musikfestspielen sind die Ausgaben gestiegen in den letzten Jahren. Der st\u00e4dtische Zuschuss ist schmerzhaft sp\u00fcrbar auf 890.000 EUR zur\u00fcckgegangen. Aber Vogler will der Stadt Dresden daraus keinen Vorwurf machen. \u201eMehreinnahmen aus dem Kartenverkauf \u2013 das ist unsere einzige Chance, diese K\u00fcrzungen auszugleichen.\u201c Nimmt man gestiegene Sponsoringeinnahmen und die F\u00f6rdergelder f\u00fcr das Wagner-Originalklangprojekt mit in die Aufrechnung, hat sich der Etat der Musikfestspiele im Vergleich zu vor drei Jahren \u00fcbrigens sogar knapp verdoppelt. Das Bem\u00fchen um popul\u00e4re Veranstaltungsformate (das Er\u00f6ffnungskonzert am Freitag etwa moderiert Olaf Schubert) zeigt Wirkung: die Veranstaltungen des Er\u00f6ffnungswochenendes sind nahezu ausverkauft, f\u00fcr einige Veranstaltungen ist noch eine ein- oder zweistellige Anzahl von Tickets zu haben. Jan Voglers Erkl\u00e4rung: \u201eDa hilft uns auch unser Motto \u2013 die Leute sehnen sich nach Leichtigkeit!\u201c<\/p>\n<p>Ein spannender musikalischer Schwerpunkt der 2026er Festspielausgabe seien, so der Intendant, die vielversprechenden Cellisten, deren unterschiedliche Stile man in den 17 (!) Konzerten der <a href=\"https:\/\/www.musikfestspiele.com\/de\/festspiele\/cellomania-30\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">\u00bbCellomania 3.0\u00ab<\/a>, etwa zur \u201eLangen Nacht des Cellos\u201c (<a href=\"https:\/\/www.musikfestspiele.com\/de\/programm\/veranstaltungen\/detail\/lange-nacht-des-cellos\/596\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">24. Mai<\/a>), vergleichen kann. Die \u201eLange Nacht\u201c, sagt Jan Vogler, sei tats\u00e4chlich die einzige Chance weltweit, diese hochkar\u00e4tigen Solisten, darunter Zlatomir Fung, Voglers Br\u00fcssler Jurykollege Daniel M\u00fcller-Schott, Christian Polt\u00e9ra oder Bruno Philippe, aber auch eine Lokalmatadorin wie Marie-Elisabeth Hecker einmal gemeinsam spielen zu h\u00f6ren. Das Cello erlebe derzeit eine Hochzeit, sagt Vogler, neue und faszinierende Solisten w\u00fcchsen gerade nach. Empfehlenswert aber auch und nicht nur f\u00fcr Dresdner: das au\u00dfergew\u00f6hnliche Konzert der Dresdner Staatskapell-Cellisten, die ihrem komponierenden Vorg\u00e4nger im Orchester, Friedrich Dotzauer (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_Dotzauer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">1783-1860<\/a>), am 13. Juni <a href=\"https:\/\/www.musikfestspiele.com\/de\/programm\/veranstaltungen\/detail\/dotzauer-abend\/672\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">im Palais im Gro\u00dfen Garten<\/a> einen musikalischen Schwerpunkt widmen.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich darf da auch das Cellokonzert von Edward Elgar, das vielen heutigen Musikliebhabern als das Solokonzert \u00fcberhaupt gilt, im Programm nicht fehlen. Es erklingt am 26. Mai (<a href=\"https:\/\/tickets.musikfestspiele.com\/webshop\/webticket\/seatmap?eventId=26025\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Restkarten von 27-117 EUR<\/a>), der Intendant spielt h\u00f6chstselbst, ist damit Teil eines kleinen Elgar-Schwerpunkts, den das London Philharmonic Orchestra an zwei Tagen patriotisch zelebriert. \u201eWenn man Elgar verstehen m\u00f6chte, ist das die perfekte Gelegenheit!\u201c<\/p>\n<p>Die Frage nach dem Originalklang, der Vogler seit einigen Jahren mit dem Festspielorchester vor allem im Repertoire des 19. Jahrhunderts nachsp\u00fcrt, stellt sich nat\u00fcrlich auch bei Elgar. 1919 spielten Cellisten noch mehrheitlich auf Darmsaiten, Elgars cellierende Zeitgenossen waren einem eher spr\u00f6den, vibratoarmen Ton verhaftet, spielten allerdings die Lagenwechsel deutlich h\u00f6rbar, was heutige Solisten kaum noch in diesem Stil nachvollziehen. \u201eAuch bei Elgar f\u00fchrt kein Weg an der Suche nach dem Originalklang vorbei\u201c, sagt Jan Vogler. \u201eBei Elgar interessieren mich die Tempowechsel, die Lagenwechsel, die extremen Gef\u00fchle des Sp\u00e4t-Sp\u00e4tromantikers. Ob man ihn auf Originalinstrumenten spielt, ist leider vor allem eine Finanzierungsfrage. Aber wir machen da einen kleinen Versuch in Bayreuth, mit dem Festspielorchester\u2026\u201c (<a href=\"https:\/\/www.musikfestspiele.com\/de\/news\/list\/dresdner-festspielorchester-und-kreuzchor-mit-bachs-h-moll-messe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">22. Mai<\/a>).<\/p>\n<p>New Worlds \u2013 neu interpretiert<\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrigen Festspiele enden mit einer Reverenz an die neue Welt. 2017 \u2013 der Immobilienmogul Donald J. Trump hatte sich damals gerade frisch zum amerikanischen Pr\u00e4sidenten kr\u00f6nen lassen \u2013 kommentierten Jan Vogler, Bill Murray, Mira Wang und Vanessa Perez die Zust\u00e4nde in dieser neuen Welt <a href=\"https:\/\/www.musik-in-dresden.de\/2017\/06\/07\/drei-gratwanderungen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mit einem bissigen, sehns\u00fcchtigen, doppelb\u00f6digen Programm<\/a>, das dieses Jahr nach \u00fcber einhundert Auff\u00fchrungen weltweit von der Carnegie Hall \u00fcber das Opernhaus von Sydney bis zur Berliner Philharmonie, seine zweite Dresdner Auff\u00fchrung feiert. \u201eDas Programm hat sich sehr ver\u00e4ndert, ist viel theatralischer geworden\u201c, sagt Jan Vogler. \u00dcberhaupt: mit Bill Murray auf Tournee zu gehen, sei eine Lebenserfahrung. \u201eAuf den Reisen mit ihm muss mal sehr viel Abenteuerlust und Flexibilit\u00e4t mitbringen, darf seinen Plan nicht zu ernst nehmen. Bill Murray ist im Herzen ein Comedian, er bringt spontane Improvisationsmomente in das Programm ein und hat auch versucht, uns klassischen K\u00fcnstlern das beizubringen. Ehrlich \u2013 das war ganz sch\u00f6n z\u00e4h\u2026\u201c  <\/p>\n<p>Die\u00a0Dresdner Musikfestspiele\u00a0wurden 1978 gegr\u00fcndet und haben sich mit der Intendanz des Cellisten Jan Vogler seit 2009 zu einem f\u00fchrenden Festival in Europa entwickelt. Im Spannungsfeld zwischen der reichen Musiktradition Dresdens und vision\u00e4ren Formaten verschiedenster Genres begeistern die Dresdner Musikfestspiele jedes Jahr rund 60.000 Besucher.<\/p>\n<p><img width=\"713\" height=\"475\" data-tgpli-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Dresi-2025_c-Stephan-Floss-1-713x475.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19605\" style=\"width:350px\" data-tgpli-  data-tgpli-inited=\"\" data-tgpli-image-inited=\"\" id=\"tgpli-6a03b751f0941\"\/>\u201eDresden singt\u2026\u201c 2025 (Foto: Stephan Floss)<\/p>\n<p>Am 14 Mai findet mit\u00a0<strong>Richard Wagners<\/strong>\u00a0<strong>\u00bbG\u00f6tterd\u00e4mmerung\u00ab<\/strong>\u00a0in historischer Auff\u00fchrungspraxis das Projekt\u00a0<strong>The Wagner Cycles<\/strong>\u00a0nach vier Jahren seinen Abschluss. Das\u00a0<strong>Dresdner Festspielorchester<\/strong>\u00a0und\u00a0<strong>Concerto K\u00f6ln<\/strong>\u00a0bringen den letzten Teil von Wagners Opern-Tetralogie \u00bbDer Ring des Nibelungen\u00ab unter der Leitung von\u00a0<strong>Kent Nagano<\/strong>\u00a0in historischer Auff\u00fchrungspraxis auf die B\u00fchne im Kulturpalast, bevor sie damit durch Europa touren. Das Er\u00f6ffnungskonzert spielt einen Abend sp\u00e4ter erstmals die\u00a0<strong>Dresdner Philharmonie<\/strong>\u00a0unter der Leitung von\u00a0<strong>Tabita Berglund<\/strong>\u00a0mit\u00a0<strong>Jan Vogler<\/strong>\u00a0als Solist.<\/p>\n<p>Ein neues Konzept gibt es f\u00fcr das traditionelle\u00a0<strong>\u00bbDresden singt\u00ab<\/strong>: Erstmals wird die Dresdner Band\u00a0<strong>Manina\u00a0<\/strong>das Publikum am 30. Mai dabei auf dem Schlossplatz dazu einladen, miteinzustimmen. Kombiniert mit dem beliebten Mitmachprojekt\u00a0<strong>\u00bbKlingende Stadt\u00ab<\/strong>\u00a0\u00f6ffnet sich an dem Nachmittag die B\u00fchne f\u00fcr jeden, der Freude daran hat, die \u00bbLeichtigkeit des Seins\u00ab musikalisch zu zelebrieren.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/www.martinmorgenstern.de\" class=\"post-author-avatar\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Martin Morgenstern \/ \u00dcber den Autor<\/p>\n<p>Dr. Martin Morgenstern, seit 2007 Chefredakteur von \u00bbMusik in Dresden\u00ab, lehrte an den Universit\u00e4ten, Fach- und Musikhochschulen von Dresden, Halle\/Saale-Wittenberg, Leipzig, Bremen, Eichst\u00e4tt und Stuttgart und arbeitet freiberuflich als Kulturjournalist. Den bisherigen H\u00f6hepunkt seiner Konzertkarriere bildete ein Duett mit Bobby McFerrin in der Tonhalle Z\u00fcrich. (Autorenfoto: anna.s.)<\/p>\n<p>\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.musik-in-dresden.de\/author\/martin\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Beitr\u00e4ge von Martin Morgenstern<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Foto: Marco Grob Zum Pressefr\u00fchst\u00fcck ist der Musikfestspiel-Intendant aus Br\u00fcssel eingeflogen, wo er die Vorrunde und die erste&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1014569,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1835],"tags":[3364,29,2386,181015,30,93477,859],"class_list":["post-1014568","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-dresden","tag-de","tag-deutschland","tag-dresden","tag-dresdner-musikfestspiele","tag-germany","tag-jan-vogler","tag-sachsen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116564200526877640","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1014568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1014568"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1014568\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1014569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1014568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1014568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1014568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}