{"id":1015831,"date":"2026-05-13T11:34:18","date_gmt":"2026-05-13T11:34:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1015831\/"},"modified":"2026-05-13T11:34:18","modified_gmt":"2026-05-13T11:34:18","slug":"inhaftierte-frauen-in-russland-vollstaendiger-bruch-der-verbindung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1015831\/","title":{"rendered":"Inhaftierte Frauen in Russland: \u201eVollst\u00e4ndiger Bruch der Verbindung\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">\n        Die taz pr\u00e4sentiert unter <a href=\"https:\/\/taz.de\/unserfenster\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">taz.de\/unserfenster<\/a> jeden Mittwoch eine w\u00f6chentliche Auswahl aktueller Berichte aus russischen kritischen Medien. Mit diesem Projekt st\u00e4rkt die taz Panter Stiftung unabh\u00e4ngigen Journalismus und erm\u00f6glicht es kritischen Redaktionen, ihre Arbeit auch unter schwierigen Bedingungen fortzuf\u00fchren.\n      <\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">\n        Verstka \u00f6ffnet mit dem folgenden Beitrag ein Fenster nach Russland. <a href=\"https:\/\/verstka.media\/zhenskij-prigovor-pochemu-v-rossii-rastyot-chislo-osuzhdyonnyh-zhenshhin\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Den ganzen Text lesen Sie hier auf Russisch<\/a>.\n      <\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Die Zahl der verurteilten Frauen in Russland steigt. Immer h\u00e4ufiger werden sie wegen Drogenbesitzes, Betrugs und Landesverrats vor Gericht gestellt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Die Gesamtzahl der Verurteilten in Russland ist niedriger als in den 2000er- und 2010er-Jahren \u2013 doch der Anteil der Frauen unter ihnen w\u00e4chst seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine ab 2022. Und hat bereits einen Rekordwert erreicht. Wie Verstka recherchierte, machten Frauen im Jahr 2025 ein F\u00fcnftel aller Verurteilten aus \u2013 so etwas gab es im modernen Russland noch nie. In den Strafkolonien sind Frauen zwar seltener Gewalt ausgesetzt als M\u00e4nner; sie erhalten jedoch weniger Hilfe und Unterst\u00fctzung von \u201edrau\u00dfen\u201c.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-6\" pos=\"5\">Die Menschenrechtlerin Olga Romanova nennt mehrere Gr\u00fcnde f\u00fcr den steigenden Frauenanteil unter den Verurteilten. Einer davon sei die Anwerbung von M\u00e4nnern f\u00fcr den Fronteinsatz: Die Zahl der Verurteilungen von M\u00e4nnern gehe zur\u00fcck, ihre Strafverfahren w\u00fcrden \u201eannulliert oder verschoben\u201c. Frauen h\u00e4tten eine solche M\u00f6glichkeit, um aus ihren Verfahren herauszukommen, nicht, so Romanova.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Parallel ver\u00e4nderten sich au\u00dferdem Kriminalit\u00e4tsstruktur und Strafverfolgung, sagt Romanova. Die Beh\u00f6rden konzentrierten sich zunehmend auf einfache, massenhaft begangene Delikte wie Diebstahl, Betrug oder Alltags- und Abh\u00e4ngigkeitsdelikte, in denen Frauen h\u00e4ufiger vertreten seien. Solche F\u00e4lle lie\u00dfen sich leichter aufdecken und schneller vor Gericht bringen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Komplexe Wirtschaftsdelikte oder Korruption seien dagegen aufwendig, riskant und politisch sensibel, weshalb Sicherheitsbeh\u00f6rden ihre Quoten eher mit einfacheren F\u00e4llen erf\u00fcllten. Laut Romanova wird der Anstieg der Zahl der verurteilten Frauen auch durch soziale Faktoren wie die Feminisierung der Armut und die Quote alleierziehender M\u00fctter beeinflusst.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Im Jahr 2025 verurteilten russische Gerichte 87.305 Frauen. Das geht aus Daten des Justizdepartements beim Oberster Gerichtshof der Russischen F\u00f6deration hervor. Es ist der h\u00f6chste Wert seit 2018, als 90.951 Frauen verurteilt wurden. Parallel zur steigenden Zahl strafrechtlich verfolgter Frauen w\u00e4chst auch ihr Anteil an allen Verurteilten. Laut Gerichtsstatistik lag dieser 2021 bei 14,3 Prozent, 2022 bei 14,7 Prozent, 2023 bei 15,3 Prozent und 2024 bei 16,7 Prozent. Im Jahr 2025 erreichte er mit 19,9 Prozent einen H\u00f6chstwert.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"9\">Wie Verstka unter Berufung auf das Projekt \u201eFrauenhaft\u201c berichtet, bitten inhaftierte Frauen h\u00e4ufig um Unterst\u00fctzung f\u00fcr Mitgefangene \u2013 etwa um Hygieneartikel oder Lebensmittel zu erhalten. Das verdeutliche die besondere Situation in Frauenkolonien verdeutliche.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"10\">Auch die Zahl weiblicher politischer Gefangener in Russland steigt \u2013 und ihre Urteile fallen laut Beobachtern oft strenger aus als die gegen M\u00e4nner. Nach Angaben des Projekts Memorial zur Unterst\u00fctzung politischer Gefangener standen im M\u00e4rz 2026 insgesamt 1.366 Frauen auf entsprechenden Listen, 503 von ihnen waren inhaftiert.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"11\">Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation OVD-Info werden derzeit 825 Frauen in Russland aus politisch motivierten Gr\u00fcnden strafrechtlich verfolgt \u2013 ein H\u00f6chststand seit Beginn der Datenerhebung. 198 von ihnen sind inhaftiert.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"12\">Am h\u00e4ufigsten geht es um die Organisation extremistischer Aktivit\u00e4ten, darunter sind auch viele Anh\u00e4ngerinnen der Zeugen Jehovas. Sowie um die Verbreitung angeblicher \u201eFalschinformationen\u201c \u00fcber die Armee sowie die Rechtfertigung von Terrorismus.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"13\">Im Jahr 2025 verurteilten Milit\u00e4rgerichte in Russland \u2013 Garnisons- und Bezirksgerichte \u2013 209 Frauen zu verschiedenen Haftstrafen. Das ist der h\u00f6chste Wert seit mindestens 2010, seit Beginn der entsprechenden Statistik des Justizdepartements.Milit\u00e4rgerichte verhandeln dabei nicht nur gegen Soldaten, sondern auch in F\u00e4llen von Hochverrat, Spionage, Extremismus und Terrorismus.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"14\">Frauen, denen terroristische Straftaten vorgeworfen werden, haben keinen Anspruch auf einen Aufschub der Strafvollstreckung, wenn sie schwanger sind oder Kinder unter 14 Jahren erziehen. Sie m\u00fcssen dann in Strafanstalten geb\u00e4ren. \u201eF\u00fcr Frauen bedeutet eine Inhaftierung fast immer den faktischen Verlust des t\u00e4glichen Kontakts zu ihren Kindern und manchmal sogar einen vollst\u00e4ndigen Bruch der Verbindung. Dies erzeugt zus\u00e4tzlichen psychischen Druck, den es in M\u00e4nnergef\u00e4ngnissen in diesem Ausma\u00df nicht gibt\u201c, sagt Olga Romanova.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"15\">Laut Gerichtsstatistiken haben die Gerichte in der ersten H\u00e4lfte des Jahres 2025 Urteile gegen 467 schwangere Frauen gef\u00e4llt. Und gegen 1.707 M\u00fctter, die zum Zeitpunkt der Verhandlung Kinder unter drei Jahren hatten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-18\" pos=\"16\">\n        <a href=\"https:\/\/secure.spendenbank.de\/form\/1705?langid=1--\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Mit Ihrer Spende an die taz Panter Stiftung<\/a> helfen Sie, kritischen Journalismus zu st\u00e4rken und auch unter schwierigen Bedingungen zu erm\u00f6glichen.\n      <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die taz pr\u00e4sentiert unter taz.de\/unserfenster jeden Mittwoch eine w\u00f6chentliche Auswahl aktueller Berichte aus russischen kritischen Medien. 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