{"id":1015855,"date":"2026-05-13T11:47:21","date_gmt":"2026-05-13T11:47:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1015855\/"},"modified":"2026-05-13T11:47:21","modified_gmt":"2026-05-13T11:47:21","slug":"stahlindustrie-duisburg-vor-dem-kahlschlag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1015855\/","title":{"rendered":"Stahlindustrie: Duisburg vor dem Kahlschlag"},"content":{"rendered":"<p class=\"initial richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die deutsche Stahlindustrie pr\u00e4gt unser Bild der heimischen Industrie wie kaum ein anderer Sektor. Viele von uns haben irgendwann ein Foto gesehen, auf dem ein Stahlarbeiter in Schutzkleidung vor einem Ofen steht, aus dem bei Temperaturen von rund 1500 Grad Celsius fl\u00fcssiges Roheisen flie\u00dft. Dieses Bild t\u00e4uscht nicht: Die Stahlindustrie ist ein zentraler Pfeiler der deutschen Wirtschaft. Rund zwei Drittel der Industriearbeitspl\u00e4tze in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/deutschland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> entfallen auf stahlintensive Sektoren. Ohne Stahl g\u00e4be es keine Br\u00fccken, Schienen, Automobile, Windr\u00e4der oder Panzer.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch die deutsche Stahlindustrie befindet sich \u2013 wie die gesamte deutsche Industrie \u2013 in einer tiefgreifenden Krise. Ein Blick auf die Stadt Duisburg verdeutlicht die Dramatik der Lage. Im Norden der Stadt plant Thyssenkrupp Steel einen massiven Stellenabbau von rund 11.000\u00a0Arbeitspl\u00e4tzen bis 2030. Im S\u00fcden der Stadt gilt es bereits als Best-Case-Szenario, dass von derzeit etwa 3000 Stellen bei H\u00fcttenwerke Krupp-Mannesmann rund 1000 erhalten bleiben. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen dieses Kahlschlags f\u00fcr die Menschen in Duisburg w\u00e4ren gravierend.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Diese Krise ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis politischer Fehlentscheidungen. L\u00e4nder wie China, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/indien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Indien<\/a> und S\u00fcdkorea haben Deutschland als Stahlproduzenten in den letzten Jahrzehnten \u00fcberholt, weil ihre Regierungen einen klaren Plan verfolgten: die gezielte F\u00f6rderung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der heimischen Stahlindustrie durch g\u00fcnstige Energie sowie geringe Arbeits- und Klimaschutzauflagen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch die deutsche Politik braucht einen klaren Plan. Er sollte darauf abzielen, g\u00fcnstige Energiepreise mit hohen Arbeits- und Klimastandards zu verbinden und zugleich auf EU-Ebene effektive Schutzz\u00f6lle gegen unfairen Wettbewerb aus L\u00e4ndern wie China und Indien durchzusetzen. Sobald die Politik verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen f\u00fcr fairen Wettbewerb geschaffen hat, wird die Stahlindustrie in Duisburg auch wieder eine vielversprechende Zukunft haben.<\/p>\n<p class=\"italic richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unser Autor ist Professor f\u00fcr Makro\u00f6konomik an der Universit\u00e4t Mannheim und Mitglied der Mindestlohnkommission. Er wechselt sich hier mit der \u00d6konomin Ulrike Neyer, dem Wettbewerbs\u00f6konomen Justus Haucap und dem Energie\u00f6konomen Manuel Frondel ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die deutsche Stahlindustrie pr\u00e4gt unser Bild der heimischen Industrie wie kaum ein anderer Sektor. 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