{"id":1015990,"date":"2026-05-13T13:01:19","date_gmt":"2026-05-13T13:01:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1015990\/"},"modified":"2026-05-13T13:01:19","modified_gmt":"2026-05-13T13:01:19","slug":"erst-energiepreise-dann-jobs-europa-rutscht-in-die-stagflation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1015990\/","title":{"rendered":"Erst Energiepreise, dann Jobs: Europa rutscht in die Stagflation"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/shutterstock_2224928059-7d2112e635f2e46e.jpeg\"  width=\"5962\" height=\"3350\"  alt=\"Holzw\u00fcrfel mit dem Wort STAGFLATION und Pfeile, die sinkende BIP\/Nachfrage und steigende Arbeitslosigkeit\/Inflation anzeigen.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0Najmi Arif \/ <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/flatlay-picture-wooden-block-written-stagflation-2224928059\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">EZB-Ratsmitglied Rehn sieht erste Stagflationszeichen. Inflation bei 3 Prozent, Wachstum nahe null \u2013 und die Zinswende nach oben r\u00fcckt n\u00e4her.<\/p>\n<p>Es ist das Szenario, vor dem sich \u00d6konomen am meisten f\u00fcrchten: Die Preise steigen, w\u00e4hrend die Wirtschaft stillsteht. Genau das passiert gerade in Europa.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Der finnische Zentralbankchef Olli Rehn sprach es laut Bloomberg am Mittwoch als erster hochrangiger EZB-Vertreter offen aus: Die Daten deuten auf einen stagflatorischen Schock hin.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-05-13\/ecb-s-rehn-says-data-show-first-signs-of-stagflationary-shock\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Wachstum im Euroraum fiel demnach<\/a> im ersten Quartal <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/eurostat\/en\/web\/products-euro-indicators\/w\/2-13052026-ap\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">mit 0,1 Prozent<\/a> kaum messbar aus, gleichzeitig schoss die Inflation im April auf 3 Prozent \u2013 ein voller Prozentpunkt \u00fcber dem eigentlichen EZB-Ziel.<\/p>\n<p>Der Ausl\u00f6ser ist kein Geheimnis. Seit der Blockade der Stra\u00dfe von Hormus Ende Februar fehlen dem Weltmarkt t\u00e4glich 13 Millionen Barrel \u00d6l. IEA-Chef Fatih Birol nannte die Lage bereits im April die <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Schlimmste-Energiekrise-der-Geschichte-IEA-warnt-vor-Folgen-des-Iran-Krieges-11265478.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;schlimmste Energiekrise der Geschichte&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>Der \u00d6lpreis kletterte zeitweise auf \u00fcber 115 US-Dollar pro Barrel, die europ\u00e4ischen Gaspreise haben sich verdoppelt. Und dieser Preisschock frisst sich jetzt durch die gesamte Wirtschaft.<\/p>\n<p>Frankreich als Fr\u00fchwarnsystem<\/p>\n<p>Wie schnell die Lage kippen kann, zeigt das Beispiel Frankreich. Die zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Eurozone stagnierte im ersten Quartal \u2013 obwohl die Zentralbank 0,3 Prozent Wachstum prognostiziert hatte.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Am Mittwoch folgte die n\u00e4chste Hiobsbotschaft: Die Arbeitslosenquote stieg unerwartet auf 8,1 Prozent, den h\u00f6chsten Stand seit f\u00fcnf Jahren. \u00d6konomen hatten einen R\u00fcckgang auf 7,8 Prozent erwartet, <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-05-12\/france-s-economy-is-succumbing-to-iran-war-shock-survey-shows\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">wie Bloomberg Economics berichtet<\/a>.<\/p>\n<p>Eine Umfrage der Bank of France unter 8.500 Unternehmen zeichnet zudem ein d\u00fcsteres Bild: Industrie und Baugewerbe verlieren an Schwung, der Dienstleistungssektor stagniert, 13 Prozent der Industrieunternehmen melden Lieferengp\u00e4sse.<\/p>\n<p>Die Erwartungen f\u00fcr Preissteigerungen erreichten den h\u00f6chsten Stand seit Juni 2022 \u2013 dem Beginn des Russland-Ukraine-Schocks. &#8222;Die Widerstandsf\u00e4higkeit der franz\u00f6sischen Wirtschaft wird allm\u00e4hlich auf die Probe gestellt&#8220;, sagte Xavier Debrun, Chef\u00f6konom der Bank of France, laut Bloomberg.<\/p>\n<p>Nagel: &#8222;M\u00f6glicherweise noch eine ganze Menge Inflation vor uns&#8220;<\/p>\n<p>Bundesbankpr\u00e4sident Joachim Nagel versch\u00e4rfte den Ton gegen\u00fcber dem <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-05-12\/ecb-rate-hikes-increasingly-likely-nagel-tells-handelsblatt\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Handelsblatt<\/a> noch weiter: &#8222;Zinserh\u00f6hungen werden immer wahrscheinlicher, sofern sich das Inflationsbild nicht grundlegend \u00e4ndert&#8220;.<\/p>\n<p>Die EZB bewege sich nicht mehr im Basisszenario ihrer eigenen Prognosen, sondern auf das ung\u00fcnstige Szenario zu. Besonders seine Warnung vor Zweitrundeneffekten l\u00e4sst aufhorchen: &#8222;Aus der Vergangenheit wissen wir, dass es leicht 18 Monate dauern kann, bis sich ein Versorgungsschock auf alle Warengruppen auswirkt&#8220;.<\/p>\n<p>Investoren rechnen laut Bericht inzwischen mit einer Zinserh\u00f6hung um einen Viertelpunkt bereits im Juni, bis Jahresende k\u00f6nnten zwei weitere Erh\u00f6hungen folgen.<\/p>\n<p>Sollte dies eintreffen, dann steckt die EZB in einem klassischen Dilemma: H\u00f6here Zinsen bremsen die ohnehin schwache Wirtschaft weiter, mit Nichtstun riskiert die EZB dagegen, dass Haushalte, Unternehmen und Finanzm\u00e4rkte nicht mehr glauben, dass sie die Inflation am Zielwert von zwei Prozent halten kann.<\/p>\n<p>Deutschland zwischen Energieschock und Strukturkrise<\/p>\n<p>In Deutschland trifft der Schock auf eine bereits angeschlagene Wirtschaft. Noch vor dem Iran-Krieg ergab die <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/DIHK-Konjunkturumfrage-zeigt-anhaltende-Belastungen-11222781.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">DIHK-Konjunkturumfrage<\/a>, dass 59 Prozent der Unternehmen Arbeitskosten und 48 Prozent Energie- und Rohstoffpreise als zentrale Risiken sahen.<\/p>\n<p>Die deutsche Wachstumsprognose f\u00fcr 2026 wurde inzwischen von 1,3 auf 0,6 Prozent zusammengestrichen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Finanzmaerkte-unter-Druck-Iran-Krieg-sorgt-fuer-Boersen-Turbulenzen-11229456.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Finanzm\u00e4rkte unter Druck<\/a> geraten und die Liquidit\u00e4t an europ\u00e4ischen Terminm\u00e4rkten zeitweise auf zehn Prozent des \u00fcblichen Niveaus absackt, versuchen die EZB-Ratsmitglieder Zuversicht zu verbreiten.<\/p>\n<p>Rehn betonte, die Inflationserwartungen seien noch verankert, die Lohnentwicklung sei &#8222;beruhigend&#8220;. Sein estnischer Kollege Madis M\u00fcller spielte die Stagflationsgefahr herunter \u2013 r\u00e4umte aber ein, dass ohne eine rasche L\u00f6sung in der Stra\u00dfe von Hormus eine Straffung der Geldpolitik unausweichlich werde.<\/p>\n<p>Bundesbankchef Nagel brachte das Dilemma auf den Punkt: &#8222;Niemand erh\u00f6ht gerne die Zinsen, wenn das Wachstum unter starkem Druck steht. Aber unser Auftrag ist Preisstabilit\u00e4t.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Bild:\u00a0Najmi Arif \/ Shutterstock.com) EZB-Ratsmitglied Rehn sieht erste Stagflationszeichen. 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